In meiner Not (weil mir alle Unterlagen zum Vertrag von 2009 abhanden gekommen sind) hab ich den Support angeschrieben, der auch recht flink geantwortet hat.
Die Frage auf Vertragskopien konnte der Mitarbeiter nur verneinen weil damals alles per E-Mail abgewickelt wurde und lies mich damit in der Luft stehen. Auf den Gedanken, mir einfach das zuzusenden was an Mails damals über die Leitung geschickt wurde, kommt bei 1&1 anscheinend keiner.
Also als nächstes gefragt, wo ich denn die Verträge (insbesondere die Kündigungsfristen) einsehen könne. Antwort: Da! (irgendwo im Kundencenter). Leider steht dort nur, wie lange der Vertrag noch läuft. Für die ganzen Modalitäten und Fristen muss man bei 1&1 nämlich in die AGBs eintauchen, die Auswahl an AGBs auf das jeweilige Produkt einschränken und mit ggf. einer übegeordneten AGB verknüpfen.
Der lange Rede kurzer Sinn: 1&1 darf mir beliebig 4 Wochen zum Monatsende kündigen, ich kann aber nur frühestens 4 Wochen vor dem jeweiligen Vertragsende kündigen. Und weil sich der Vertrag halt immer um 1 Jahr verlängert ist das bei mir erst wieder im Frühling 2014 möglich.
Auf meine Anfrage von Freitag Morgen, ob und wann denn wenigstens IPv6 für das Serverchen verfügbar ist, bedeckt sich der “1&1 Kundenservice Server” bislang mit Schweigen – ich hake Dienstag nochmal nach.
Fazit an dieser Stelle: Von den Bedürfnissen eines ordentlichen Kaufmanns hat der 1&1 Support so viel Ahnung wie eine Kuh vom Eierlegen. Das betrifft aber nicht nur den Support, sondern die gesamte Infrastruktur und besonders vorzuheben ist das völlig überfrachtete Control-Center was auf jeder Seite seinen Sondermüll bei mir abladen möchte. Ich hab dort keinen Webspace, ich brauch keine “1&1 Marketingtools” und will auch keine Domains über 1&1 beziehen – geschweige denn, das “1&1 EasyLogin” nutzen.
Zumindest kann ich berichten, dass der Support bei einer vollgelaufenen Platte in einer VM reibungslos funktioniert (um mal was positives zu sagen).
Bei allem anderen, gerade bei Kündigungen, knirscht es bei 1&1 heute wie früher. Eine Erstlaufzeit über 12 Monate für eine kleine Virtuelle Maschine für 9,99 EUR (oder so) kann ich verstehen um die Einrichtungskosten zu erwirtschaften. Eine weitere Verlängerung jedes Mal für 12 Monate ist schon wieder Gängelung des Kunden. Und hätte ich mir die AGBs damals von einem Rechtsanwalt teuer erklären lassen, hätte ich mich nie darauf eingelassen.
Um das Jahr 2010 hatte ich aus verschiedenen Gründen einen sehr guten Kontakt zu paar Supportern und besondere zum Abuse-Desk. Daraus ergab sich eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit von der insbesondere die Spambekämpfer bei 1&1 profitieren weil unsere Spamtraps sozusagen den “Edelspam” einfangen. Aber entweder haben die Mitarbeiter alsbald einen Maulkorb umgehangen bekommen oder sie sind “fluktuiert” – mein letzter Kontakt zum 1&1 Abuse-Desk war eine Nullnummer der Sorte “können wir nicht, dürfen wir nicht, wollen wir nicht”.
Am Ende bleibt mir nur übrig zu sagen, dass ich es in den letzten 10-15 Jahren immer mal wieder sehr wohlwollend mit 1&1 versucht habe und es immer ein Fehler war, sich mit diesem Unternehmen einzulassen. Die Mitarbeiter dort sind so eingezwängt in Vorschriften, dass die damaligen DDR-Grenzer zur Hochzeit des Kalten Krieges ein Ausbund von Flexibilität waren und selbst das Finanzamt lässt mehr Verhandlungsspielraum zu als 1&1.
(übrigens: ich biete selber Hosting an und weiss, was das manchmal für eine Qual ist. Aber ich habe noch nie einen Kunden aufgehalten, der weggehen wollte wenn er die Kosten für Setup etc. eingespielt hat).