Wie man es nicht macht…

Der Steuerberater eines Kunden möchte gerne auf eine bestimmte Software zugreifen die leider nur innerhalb des Konzern-Netzwerkes läuft. Also für den StB beim Kunden einen kleinen Rechner für den Fernzugriff in die Ecke gestellt.

Die Software möchte gerne den Internet Explorer 11, den installieren wir mithilfe des Mozilla Firefox flink nach. Kaum waren die magischen 3 Worte „mal eben schnell…“ gesprochen ging der Ärger los: IE 11 ist angeblich bereits installiert, kann nicht neu installiert weden. Nach langem Suchen wurde die Ursache gefunden: Der IE 11 war nicht installiert, dafür aber ein Update für den IE 11.

Das Update deinstalliert, neuer Versuch. Sah gut aus nur am Ende brach der Installer ohne Fehlercode ab. Mir schwante da was …. statt „Keinem Internetexplorer“ war nun der IE 8 auf dem Computer, also den auch deinstalliert. Beim Booten zog sich der Rechner mit einem „Eine Installation hat nicht funktioniert, wird rückgängig gemacht“ für eine Stunde in seine Meditationsnische zurück. Paar weitere Reboots und Deinstallationen später konnte dann der IE 11 endlich installiert werden.

Schnell den StB in die Konzernsoftware als User eingtragen und schon geht … nichts. Angeblich stimmt das Kennwort nicht. Durchaus denkbar – wenn man über eine recht lahme VPN Verbindung tippt kann da alles Mögliche angekommen sein, selbst 2x hintereinander beim Kennwortvergleich. Also auf dem Remotecomputer eine Textdatei aufgemacht, alles im Klartext eingetippt und dann per Copy & Paste die Daten eingetragen.

Perfekt. Anmeldung geht, ich stehe vor den Toren der eigentlichen Anwendung. Und es lädt, es lädt, es lädt…. 1 Stunde mit dem Support telefoniert. Auf dem einen Rechner geht es, auf dem anderen nicht. Die Kollegen konnten mir aber zumindest verraten, dass man für die Anwendung auch den Firefox nehmen kann, der wäre sogar besser dafür. Hätte ich mir den Zirkus mit dem IE auch ersparen können.

Firefox hat den Vorteil gegenüber dem IE, dass er die Anmeldedaten einer Webseite komplett speichern kann (der IE ist mit mehr als 2 Eingabefeldern anscheinend überfordert) und hat einen brauchbaren Web-Debugger eingebaut der mir jetzt zugute kam denn auch Firefox konnte die Seite nicht laden, zeigte mir aber an dass er ständig zwischen zwei Seiten pendelte.

Also mal das Javascript der Seite angehalten und im Einzelschritt durch den Quelltext durch. Da war was ganz komisches: Die Webseite generierte sich anhand der lokal eingestellten Uhrzeit irgendeinen Zeitstempel, der dann an den Server geschickt wurde. Der Server konnte nichts damit anfangen und leitete auf eine Fehlerseite (?) weiter die sofort wieder auf die Loginseite verwies wo das Spielchen von vorne losging.

Ich schielte auf die Windows-Systemuhr, die stimmte halbwegs (+4min, sollte jetzt kein Beinbruch sein). Nochmal in die Konfiguration der Uhr geschaut, einen anderen Zeitserver eingetragen und „synchronisieren“ gedückt – prompt sprang die Uhrzeit 2 Stunden zurück. Nicht ganz falsch, das ist die UTC, aber was macht die in dem Computer?

Aha – völlig falsche Zeitzone im Windows. Korrigiert und schon klappte das Login.

Jetzt frage ich mich ernsthaft: Welcher Webseitenentwickler schenkt der auf dem Computer eingestellten Uhrzeit irgendeinen Glauben?

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Rhein .. und wieder raus

Der Rhein erscheint von hier aus immer ganz schrecklich weit entfernt. Aber man muss „nur“ gemächlich mit dem Fahrradanhänger bis nach Groß-Gerau und von dort ist man via Trebur ohne grössere Höhenunterschiede am Rhein.

Gut, ich hatte die Hoffnung, dass dann direkt am Rhein ein Radweg entlanggeht. Wegen möglicher Überschwemmungen gibt es anscheinend keine festen Uferstrassen, nur ein Gewirr von Trampelpfaden und betonierten Fahrwegen, die öfters mal in einer Sackgasse landen.

Dafür einen Damm auf der hessischen Seite des Rheins, der kilometerweit befahrbar ist und irgendwann seinen Reiz verliert. Geologisch gesehen haben die linksrheinischen Pfälzer den Vorteil, dass sie „Hanglage“ haben und sich daher der Rhein bei Hochwasser in Hessen austobt – vielleicht den nächsten Ausflug in RLP starten.

Landschaftlich hübsch abwechslungsreich wurde es erst im Ried kurz vor dem Kühkopf, in Riedstadt-Erfelden vorzeitiges Abendessen und dann mit vollem Bauch nochmal 15km bis zum Ausgangspunkt in Gross-Gerau zurück.

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Mond und Venus

Ganz selten, dass ich von der Terasse Mond und Venus gemeinsam am Abendhimmel beobachten kann. Wäre da nicht die Dauerfestbeleuchtung an der Halle meines Nachbarn hätte das zusammen mit dem herrlichen Sonnenuntergang ein perfectes „Out of Africa“ Foto gegeben.

War jetzt zu faul, die richtige Kamera zu holen (bzw. zu suchen, wo im neuen Büro das Teleobjektiv sowie das Stativ untergebracht ist), Smartphone muss reichen – angeblich sind die Dinger ja jetzt soooo geil geworden.

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Die Kunst der Fuge, jetzt erst richtig!

Das mit den Fugen hatten wir schonmal, aber da konnten die Ausbesserungsarbeiten wenigstens noch im Stehen durchgeführt werden.

Nachdem Freitag die Maler das Haus verlassen haben hat Karin erstmal Grossputz gemacht. Also alle Abdeckungen von den Dosen im Tehalit Kabelkanal runter um festzustellen, dass die (ehemals weissen) Steckdoseneinsätze nicht einfach abziehbar sind (oder ich habe den Trick dazu nicht herausgefunden).

Putzen ist schlimm, noch schlimmer ist alte Silikonfugen herauskratzen und neu legen.

Das war hier an 2 Stellen notwendig weil sich an Rändern der Untergrund (Isolierung, Fussbodenheizung, Estrich) über 10 Jahre verdichtet und nachgibt wenn schwere Schränke draufstehen.

Grösstes Problem beim Auftrag von Silikon oder Acryl: gleichmässiger Druck auf die Kartusche. Das ist mit üblichen Handgeräten mit etwas Übung problemlos zu machen, leider fehlt mir die Übung. Aber dafür gibt es die Fa. Ryobi die passend zu deren Akkus auch eine elektrisch regelbare Kartuschenpumpe zu einem fairen Preis anbietet.

Im Baumarkt dann in der Fliesenabteilung nach passendem Silikon gesucht. Die Qualitätsunterschiede zwischen 5 EUR und 17 EUR per Kartusche erschliessen sich dem Laien nicht – vermutlich ist es dem Profi egal weil der als Routinier mit jeder Pampe zurechtkommt. Also habe ich den Mittelwert (17-5)/2 ermittelt und nach Silikon im Preisbereich 6-7 EUR gesucht.

Davon gab es gleich eine ganze Regalreihe. Kartuschen für Marmor, Granit, Fliesen; Weiss, Grau, Fliesengrau, Basaltgrau, Buche (hä?), Hellgrau, Dunkelgrau. Ich habe Basaltgrau gewählt, die Kartusche meiner Frau vorgeführt meinte auch „passt schon“.

Bewaffnet mit überteuerten Zusatzequipment wie „Profi Silikonfugenkratzer“ bin ich abmarschiert.

Nun – nach den Jahren ohne Silikon habe ich paar Weisheiten vergessen: Wenn Du denkst, du schiebst genau die richtig Menge an Silkon in die Fuge, dann ist es 3x zu viel. Und wenn es nach viel zu wenig aussieht, ist es auch wirklich zu wenig. Ausser man denkt, es ist eigentlich zu wenig, dann ist es schon wieder zuviel.

Ich habe erstmal die alte Fuge entfernt und dann mutig „Hausmarke Bauhaus Basalt-Grau“ verarbeitet. Die Arbeit ging erstaunlich locker von der Hand… An manchen Stellen ist das Silikon in einem schwarzen Loch verschwunden, an anderen Stellen wollte es nicht haften und ausserdem war das alte Fugensilikon irgendwie viel heller.

Mein Werk sah danach recht Kunstvoll aus, sofern man der Kunst eines sich im Schlamm suhlenden Ferkels eine gewisse Schöpfungshöhe anerkennen kann/will/soll. Das beste Eheweib von allen ersparte sich jeglichen Kommentar ausser einem vorsichtigen „Farbe stimmt nicht ganz“. Planänderung: Den Kram einen Tag abbinden lassen und dann nochmal neu.

Frohgemut mit dem „Profi Silikonfugenkratzer“ angefangen und dann ganz schnell auf den alten Glaskeramikschaber gewechselt. Neue Erkenntnis: je schärfer die Klinge, desto besser das Ergebnis. Also jetzt ein mehr strategischer Besuch im lokalen Hagebaumarkt und mit einem 20er Pack Glasschaberklingen, Skilionentferner und „wow, Sonderangebot!“ zurückgekommen – natürlich mit 2 Kartuschen „weniger als Basalt-Grau“, diesmal war es „Fugengrau“.

Bewaffnet mit einer Mülltüte, 3 frisch beladenen Glasschabern, Küchenrolle und Knieschonern meinen gestrigen Pfusch wieder abgemacht. Die Aktion hatte wenigstens ein Gutes: Die schwarzen Löcher, in die man Unmengen Silikon versenken kann, waren nun Dicht und der seltsame Luftzug auch verschwunden. Nach grosszügigem Gebrauch von Silikonentferner waren die 5m Fuge fast im Orginalzustand (ausser den Schwarzen Löchern natürlich).

Mit Leichtbenzin und Toulul den Silikonentferner entfernt, fertig ist der Arbeitsplatz für einen neuen Anlauf. Wer das schonmal gemacht hat: Knochenarbeit mit viel Leerlauf weil die Lösemittel erstmal alle wirken bzw verdampfen müssen. Zum Glück war es draussen warm und ich konnte durch geöffnete Fenster den gefürchteten „Schnüffelflash“ vermeiden.

Diesmal habe ich die Fuge mit breitem Kreppband abgeklebt, eher genügsam Silikon aus der Tube gedrückt und mit einem Rakel alles abgezogen. Irgendwann (das hätte 2 Tage vorher passieren sollen) setzt die Erinnerung wieder ein und man fängt an automatisch alles wieder halbwegs richtig zu machen.

Nachdem ich die „Übungsmeter“ hinter mir hatte (die Stellen, die eh hinter den neuen Schränken verschwinden), waren noch paar Nachbesserungen dran, nämlich die Stellen die der damalige Silikonierer wegen „zu kompliziert, nicht machbar“ freigelassen hat. Interessanterweise eher kein Problem: Abkleben, Silikon drauf und dann nochmal mit einer scharfen Kante die Pampe so zusammenschieben dass die Toleranzen unter 1mm kommen.

„Fugengrau“ war übrigens auch nicht die passende Farbe, ich vermute mal dass für uns ein einfaches „Grau“ ausreichend ist.

Die übrig gebliebene Kartusche retourniere ich und kaufe dafür nochmal weisses Acryl – es gibt hier einige Stellen wo der „Acrylisator mit der Motorpumpe“ nochmal zuschlagen kann 🙂

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Grünlinge sind giftig

Heute in einem Chat gesehen (Bisserl gerafft und anonymisiert)

berliner> Das ganze GMO-Dreckszeug kommt mir nicht in die Wohnung

normaler> Naja, das „GMO-Dreckszeug“ rettet Leben. Penicillin, Insulin…

berliner> Wer diesen Genscheissdreck braucht, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Verrecken lassen und gut ist.

Rassenhygiene ist anscheinend wieder „in“ – wobei die lautesten Pöbler aus dieser Ecke übersehen, dass sie die ersten wären die ins nächste anonyme Massengrab gelegt werden.

Dazu lesenswert der Artikel von Devang Metha „Why I’m quitting GMO research„, in deutscher Übersetzung bei den Salonkolumnisten zu finden.

Und wenn man bisserl tiefer im Sumpf der Dumpfen Grün-Ideologie fischt, findet solche Stilblüten:

Chemie auf der Grundlage der Stoffbildungsprozesse der Natur. Sie nutzt die Syntheseprinzipien, die sich im Verlauf der Evolution als langfristig bewährt entwickelt und durchgesetzt haben. Sie geht von der Überzeugung aus, dass die Herausbildung dieser Prinzipien – vor allem der Photosynthese – im evolutionären Wettbewerb die beste Garantie dafür darstellt, dass auf dieser Grundlage auch auf lange Sicht der stoffliche Bedarf der Menschheit und ihrer pflanzlichen und tierischen Mitwelt ohne Beeinträchtigungen von Umwelt und Gesundheit gedeckt werden kann.

sowie

Die Grundkonzeption einer Sanfte Chemie orientiert sich an der These, dass die gewaltsamen Einwirkungen, die bei den Produktionsstrategien der Harten Chemie den gewählten Ausgangsstoffen zwangsweise auferlegt werden, nicht ohne Wirkung in den Stoffen selbst bleiben. Je gewaltsamer diese Erzwingung bestimmter Reaktionsabläufe erfolgt, um so größer ist das Risiko, dass die so erzeugten Stoffe die ihnen auferlegte Gewalt weiter in sich tragen und – im Sinne einer reziproken Wirkungsbeziehung – auf die Lebenswelt über kurz oder lang gewaltsam zurückwirken. (Quelle)

Die Natur hat einen Atomreaktor hervorgebracht, aber keine n- oder p-dotierten Siliziumchips ohne die es weder Computer noch Solarzellen gibt.

Nach Definition des „KATALYSE Institut e.V.“ besteht unsere Zukunft also aus ungeschirmten Natur-Atomreaktoren die ihre Energie an nichts liefern weil weder Computer noch sonstige Energieabnehmer haben – und mangels Seife (die ja auch zur „Harten Chemie“ gehört) wird sich auch das Problem der Überbevölkerung durch Wegfall grundlegender Hygienemaßnahmen von selber erledigen.

Mahlzeit…

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Gastfreundschaft

Ich habe von meiner Mutter zuerst und dann später durch meine Kontakte zu anderen Nationen gelernt, dass Gastfreundschaft eine kulturelle Errungenschaft ist, die gerade jetzt in der digitalen Zeit Not tut intensiv gepflegt zu werden.

Darum bekommt hier (fast) jeder der über die Türschwelle kommt im Winter sofort einen Espresso und einen Platz zum Aufwärmen oder im Sommer bevorzugt ein Glas Wasser mit wenig Kohlensäure. Das sind überwiegend die Paketzusteller welche hier regelmässig vorbeikommen. Können auch die Zeugen Jeovas bei strömenden Regen sein, die mit einem freundlichen Hinweis auf „Bitte keine Missionierung“ wirklich angenehme Gäste sein können.

Hier wird gerade das Büro mal auf Vordermann gebracht. Die Handwerker sind natürlich auch Gäste, die blöderweise schon zu einer Unzeit (zumindest für mich) – nämlich 6:30 Uhr, spätestens 7:00 Uhr – auf die Baustelle möchten.

Was macht der „Gastgeber“? Wie üblich bis spät in die Nacht arbeiten und dann nach 2-3 Stunden Schlaf Kaffee zu servieren.

Und daher verwende ich aus meiner eigenen Tradition gerne eine Abschiedsfloskel wie „Ich würde gerne mal auf einen Kaffee oder Tee bei Ihnen vorbeischauen“ und wenn ich da bin wird mir selbst im ärmsten Haushalt wenigstens ein Glas „Kranenstolz“ angeboten.

Ich hatte dieser Tage bei einer Rechtsanwäl(d)in im Nachbarort eine Rechtsberatung angefragt und wie das so ist mit „Kaffee oder Tee?“ unterschrieben.

Die Antwort:

Sehr geehrter Herr Hohmann,

das Servieren von Tee oder Kaffee gehört nicht zu unserem
Dienstleistungsangebot, Rechtsberatung dagegen schon.

Ich habe lange mit der Antwort gerungen bis mir Ringelnatz vor die Füsse gefallen ist:

Hallo Frau Sowieso,

> > das Servieren von Tee oder Kaffee gehört nicht zu unserem
> > Dienstleistungsangebot, Rechtsberatung dagegen schon.

Sie haben mich nicht nur nicht eingeladen, ich habe auch abgesagt.

Gruss,
Bernd Hohmann

Und dabei kann ich es hoffentlich belassen.

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Notbüro

Das da Links ist das Notbüro, aufgeschlagen im Allerheiligtum meiner Frau – dem Wohnzimmer.

Für die Möbel und sonstigen Altlasten rund um das Büro wurde ein 10cbm Container für Baumischabfälle gestellt – wir hätten das bestimmt noch „hier ein Haufen, dort ein Häufchen“ trennen können aber Aufwand und Einsparung sprachen klar für „rein in den Container“. Und wenn man Büro, Werkstatt, Labor mal richtig entrümpelt kommt da einiges zusammen.

Jo, und nun geht der Frühaufsteherstress wieder los. War es Zuletzt die 3tägige 24h Überwachung mit Blutdruck und Kardiogramm meiner Frau wozu sie „verdammt früh am Morgen“ zum Arzt musste und ich zwecks Weckdienst ebenfalls aufgestanden bin, sind es nun die Maler die schon 6:30 im Auto nochmal eine kleine Ruhepause einlegen um Punkt 7 Uhr Pinsel und Rolle zu schwingen.

Naja – so bin ich früh im Büro und meine Frau auch.

Real gesehen bringt das frühe Aufstehen nichts, die Arbeit verteilt sich halt statt auf 6 Stunden „Presto“ nun auf 15 Stunden „Largo“.

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Die grosse Leere – oder auch „eBay Kleinanzeigen“

Büroumbau schreitet voran. Alles was TCP/IP kann und beweglich ist hängt nun an einer Netzwerkdose im Wohnzimmer.

Bisserl blöd, wenn man für einen Ausduck quer durchs Haus laufen darf – aber zusammen mit Kartons im Laufweg ist das ein schöner „Trimm Dich!“ Pfad geworden.

Meine Frau hatte die letzten 3 Tage so ein transportables Blutdruck-EKG am Hals welches morgens zu einer für Programmierer äusserst frühen Zeit getauscht werden musste. Aus Solidarität bin ich halt auch um 6:30 aufgestanden – ich vergesse immer wieder, was man morgens so im Tran wegarbeiten kann um dann nach einem Mittagsschlaf so erfrischt aufzuwachen dass ich aus purer Langeweile noch die Einkommensteuererklärung vorbereitet habe.

Aus einer Laune heraus habe ich die alten Büromöbel, ein altes 19″ Flightcase sowie das älteste eBike auf „eBay Kleinanzeigen“ gestellt. Die Möbel hat meine Frau vorher ausgemessen, die Daten fürs eBike hatte ich schon und so ein „Standard-Flightcase“ gibt es nur in wenigen Ausführungen.

Verschenken oder verschrotten ist immer die Frage – als Kaufmann muss man immer seine eigene Zeit mit einrechnen und da hält es sich bei dieser Aktion die Waage.

Das Flightcase war sofort weg mit 15 Anfragen, ich habe den ersten angeschrieben und angerufen und der wollte wissen, ob Windecken nördlich oder südlich von Wetzlar ist. Geduldig erklärt, er schrieb „Mittwoch komme ich“ – offenbar war meine Einschätzung korrekt dass er vom Afrikanischen Kontinent stammt und daher sein „Mittwoch“ keine Entsprechung im preussischen Kalender hat. Jetzt bekommt das Flightcase jemand von einer gemeinnützigen Organisation der eventuell noch andere Sachen hier verwerten kann.

Die Möbel gingen erst schwerfällig und dann stand plötzlich ein türkisches Paar vor der Tür die mir im breitesten Hessisch erklärten „Ich übernehme die Handelsgesellschaft von meinem Vater und muss 4 Büroräume füllen“ – na, da hilft man gerne (vorallem weil diese Handelsgesellschaft etwas handelt, an dem ich interessiert bin). In aller Hektik die Schränke leergeräumt und die Beiden haben mitgenommen, was leer war und was in ihren Sprinter passte.

Das eBike läuft nicht so recht. Ein starker Interessent hat ein Problem mit der Historie (Leasing mit Übergabe und Verrechnung – er glaubt mir nicht, dass das Fahrrad in unserem Besitz ist), der andere will – aber will doch nicht oder doch zu einem Preis den er will aber zu niedrig hält).

Fazit: Verschenken über eBay Kleinanzeigen ist lustig, beim Verkauf stösst man auf den einen oder anderen schwierigen Menschen.

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#MeToo, ein Selbstmord und viele Fragen

Der Intendant des Stockholmer Stadttheaters Benny Fredriksson hat sich selbst getötet. Oder wie schmierige Pseudo-„Journalisten“ gerne schreiben „sich selbst gerichtet“.

Gegenüber Åsa Linderborg vom Boulevardblatt „Aftonbladet“ gibt es massive Vorwürfe, den 58jährigen ehemaligen Chef des angesehenen Stockholmer Stadttheaters erst zum Ziel einer Rufmordkampagne gemacht und ihn damit zumindest indirekt in den Selbstmord getrieben zu haben.

Die Liste der anonymen Aussagen gegen Fredriksson im Aftonbladet war lang und erdrückend. Linderborg und anderen Journalisten war bewusst, dass es Zeugen gibt die Fredriksson entlasten können – „aber diese wagten es nicht, in den allgemein hysterischen #MeToo-Zeiten, die keine Nuancen erlaubten, aufzustehen.“

Die „#MeToo-Hysterie“ erlaubt keine Zweifel oder Widerrede – wer sich dagegenstellt oder gar nur geringste Zweifel anmeldet hat verloren.

Der Suizid von Fredriksson wäre ein „Aufhänger“ (man verzeihe mir das Wortspiel) für jene Medien, die ständig in die Setzmaschine oder Fernsehkamera blöken dass sie „unabhängig, kritisch und investigativ“ arbeiten – das machen sie schon, aber nur wenn es gegen „Die da oben“ geht.

Der „#Aufschrei“ in den Medien über ihr eigenes Totalversagen ist entsprechend gering und verdammt interessant zu lesen: da die meissten deutschen Redakteure kein Schwedisch können fabulieren die wenigen Kommentatoren sich irgendwas zusammen was halbwegs zum Thema passen könnte statt einfach nur das zu berichten, was nachweisbar ist.

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Lindes Lüftlein

Der Bewegungsdrang hat die Rationalität niedergeworfen – und das ausgerechnet bei mir behäbigen Bär.

Kleine Fahrrad-Tour durch die Gemarkung, 20km. Hinweg gut, Rast bei Jesus. Rückweg viel windig.

Ich kann mich entsinnen, dass das mal vor 30-40 Jahren eine kleine mit Hecken umzäumte Anlage, zwei Sandsteinpfosten und einem Türchen war wo man bewusst die Tür öffnen und eintreten konnte.

Heute liegen die Standsteinpfosten genauso herum wie der Abfall der Jugendlichen die aufgrund ihrer Sorgen um Schule und Liebschaften ganz andere Sorgen im Kopf haben als ihren Dreck wieder mitzunehmen (fast O-Ton Hanauer Anzeiger von gestern in einer Reportage über den Müll hinterm JuZ Blauhaus).

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