Gartenstatus

Der Garten hat sich mittlerweile zu einem beliebten Anlaufpunkt der Fauna und Flora entwickelt.

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Glück

Was ist Glück?

zB. 22:30 Uhr Ortszeit, klarer Himmel, eine sensationelle blaue Stunde links neben mir.

Vor mir gehen die Lichter des Gartenteichs an, der Leuchtturm rotiert sanft sein Licht über dem Hügel, der nun eine Funktion hat.

Eugen Cicero spielt den „Liebestraum“ aus meinem Laptop, ich habe genügend Licht damit ich meinem Schmöker lesen kann.

Sporadisch hüpft ein Spatz über den Tisch und fragt, ob ich nicht noch eine Futterstelle einrichten könnte weil die Erste von einer Amselfamilie in Beschlag genommen wurde.

Mache ich Samstag, versprochen..

Das „zu vermieten“ Schild an der Kugelzypresse kann ich abmachen, es ist anscheinend wieder jemand eingezogen.

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Sanierung eines Pergoladachs aus Stoff

Ich hab ja im Garten diese recht günstig bei Amazon geschossene Pergola.

Mit paar ordentlichen Schrauben zusätzlich hat sie sogar die ersten zwei Jahre gut überstanden, aber nun steht eine Komplettsanierung an – vorallem weil der Sturm im Winter das Dach aus der Verankerung gerissen hat bzw. die Verankerung zerbröselte.

Über die Sanierung der Halterungen und des Gerüstes berichte ich später, wichtig für mich war erstmal zu prüfen ob der Stoff überhaupt sanierungsfähig ist.

1) Wo der Stoff in Schlaufen nach unten durchhing hat er Algen angesetzt
2) Etliche Metallösen waren ausgerissen
3) In der Mitte sind die Ösen nicht einfach ausgerissen sondern haben mangels Verstärkung (aussen ist der Stoff umnäht) gleich längere Risse verursacht.

Den Algenbelag hoffte ich durch eine ordentliche Anwendung mit handelsüblicher Sauerstoffbleiche in der Waschmaschine wegzubekommen – keine Chance.

Die Risse hat meine Frau etwas beigenäht, das hält den Stoff halbwegs zusammen aber damit bekomme ich noch lange keine neue Ringöse eingeschlagen weil das alles zu zerfasert ist.

Bei einem zufälligen Besuch im Hanauer Gewerbezentrum „Im Kinzigbogen“ bin ich mal bei „Roller“ eingelaufen weil die Gardinen und so ein Zeug haben – mit (wo gibts das heute noch) einer recht grosse Abteilung mit Stoffballen. Da war auch eine Rolle mit cremefarbenen Stoff von dem ich gleich einen Streifen haben wollte. Die wirklich ausgezeichnete Verkäuferin fragte nach dem Verwendungszweck und schlug eine etwas festere Variante mit ähnlichem Farbton vor.

Wie klebt man das nun Stoff auf Stoff? Textilkleber sind teuer und wenn ich mir die Inhaltsstoffe anschaue, lösen die Kunstfasern eher auf als dass sie verpappen. Und mit Flicken-Sets für Zelte hab ich in meiner Jugend sehr schlechte Erfahrung gemacht. Keine Ahnung wie ich auf „Jurten“ kam, aber ein Fachhändler für Jurten und sonstigem Outdoor-Kram hat ein Erklärvideo eingestellt und vermittelte glaubhaft, dass „Ponal Wasserfest“ (also ein Holzkleber den man sonst in Küchen etc.. verwendet) günstig und bestens sei.

Also in der Werkstatt Flicken geschnitten, mit Ponal auf den Stoff geklebt, antrocknen lassen, nächster „Patch“ usw.

Wie den Algenbelag wegbekommen? „Grünbelagentferner“, gibt als 5l Gebinde zzt. im Angebot für 3,99 EUR. Mit einer kleinen Blumenspritze aufgetragen, nach 6h war das Grün weg und nur an den hartnäckigen Stellen blieb ein grauer Streifen.

Bei McTrek gibts eine Wasch-Imprägnierung für gut 12 EUR. Klingt viel, aber ich brauche nur 1/4 der Flasche für das Stoffdach. Nochmal mit irgendeinem Perwoll Waschmittel für Sportklamotten im Hauptgang und dann anstatt Weichspüler die Imprägnierung.

Danach im Trockner „brutalster Gang“ das Wachs der Imprägnierung leicht aufgeschmolzen und in die Fasern gejubelt. Das Ergebnis was so gut, dass meine Frau den Stoff über die kostbare Couch zum „Abhängen“ gespannt hat.

Die „Ponalflicken“ waren noch alle drauf und sind auch schön flexibel geworden. Jetzt noch paar 8mm Ösen reinstechen und verdengeln – dann gehts weiter.

Veröffentlicht unter Ausgewähltes | Hinterlasse einen Kommentar

Dreistigkeit

Auf dem Grundstück des Nachbarn gegenüber wird gebaut. Der Holzverschlag des Grossvaters wurde abgerissen und seit gestern rumort dort ein Bagger. Der Bauherr hat sich mir nicht vorgestellt obwohl es hinreichend Gelegenheit dazu gegeben hätte.

Nun ist die Höhenstrasse eher schmal, wenn auf einen Seite ein Auto steht wirds rangieren für die andere Seite schon eine Herausforderung.

Als ich hier gebaut hatte bin ich also erstmal aufs Ordnungsamt gedackelt.. Eine 5 Tage Vollsperrung für den Kran plus paar Sondernutzungen, bei der auf beiden Strassenseiten immer mal wieder ein absolutes Park- und Halteverbot organisiert werden musste.

Kostet eine kleine Gebühr, dafür hat man aber seine Ruhe und den Schutz der Ordnungshüter die regelmässig schauen ob alles gut verläuft.

Den Aufwand hat sich der Bauherr auf der Gegenseite erspart und nun stand da ein Auto vor meinem Haus welches den Rangierweg zur Baustelle auf der gegenüberliegenden Seite behinderte.

Heute morgen zu nachtschlafender Zeit sturmklingeln. Da ich weder Besuch noch Post erwartete, hab ich mich gerade mal wieder im Bett herumgedreht. Beim morgendlichen Gang zum Briefkasten dann von einem der Bauarbeiter abgefangen worden der mir sein Leid klagte.

„Ei ja, schlepp ihn doch ab wenn er stört?“ meinte ich. „Ihr habt doch sicher eine Genehmigung hier ein absolutes Park- und Halteverbot zu errichten“. Stirnrunzeln auf der anderen Seite und „Ja aber gehört das Auto nicht zu ihnen?“. Daraufhin sagte ich dass es mir völlig egal ist wem das Auto ist – wenn dort kein Parkverbot errichtet wurde ist es doch nicht *mein* Problem wenn die Zufahrt blockiert wird und ich es doch für recht dreist halte dass ich mich jetzt um *sein* Problem kümmern soll.

Ich musste dann los was arbeiten. Habe trotzdem meiner Tochter eine SMS geschickt mit der Bitte, dass ihr Freund sein Auto woanders parken soll.

Morgen früh vermutlich der selbe Zirkus wenn einer der jungen Erwachsenen aus der Nachbarschaft dort parkt.

Veröffentlicht unter Schwachsinn | Hinterlasse einen Kommentar

Gartenstress

Die kleinen Küken haben es leider nicht geschafft, Mama wurde nicht mehr gesichtet – vermutlich ist sie wieder nach Hanau zurückgeflogen.

Hatte mich ab Abend via Internet noch informiert ob man sowas per Hand aufziehen kann. Bei Vögeln gibt es Karnivoren, Veganer, Fruitianer in allen Abstufungen und jede Art hat ihren eigenen Futterplan. Und bei unseren drögen Vogelschützern um Beistand zu bitten hab ich schonmal versucht… Nö, danke.

Nuja… Ein Standort für die Cypressen wurde nach kurzer Diskussion schnell gefunden – nämlich dort, wo unter der Erde eine der vielen Wasserleitungen vergraben ist. Beim nächsten Standort störte eine Muffe für den Strom und dann wurde es halt jener Standort rechts hinter dem Teich.

Jetzt nur noch Schlamm aus dem Teich saugen, Gelände abstützen, alte Schubkarre entrosten streichen und als mobiles Hochbeet einsetzen, das Tomatenhaus aufbauen, das Dachtuch der Pergola flicken, die Mechanik der Pergola instand setzen, Komposthaufen abbauen und das Filterwasser des Teichs als Bewässerung umleiten.

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Der Vogel im Auto – Gartenfreude mal anders

Neulich war in der F.A.Z. unter der Kolumne „Wie erkläre ich es meinem Kinde“ ein Artikel, in dem die „Klimaleugner“ in die Schublade der Homöopathiefreunde und Impfgegner gesteckt wurden.

Dabei besteht – zumindest meiner Beobachtung nach – der Grossteil dieser „verdammungswürdigen Unwissenschaftler“ aus recht kritischen Beobachtern der Sorte „natürlich ändert sich das Klima wie es das schon immer getan hat, der Mensch ist nicht alleinig Verursacher und die Politik sollte sich mal langsam auf den Klimawandel einstellen und Vorsorgemaßnahmen treffen statt auf irgendwelchen Klimakonferenzen zusätzliches CO2 zu produzieren“.

Zumindest ich habe mich auf zunehmende Volatilität und auch neue Unvorhersehbarkeiten des lokalen Wetters infolge des Klimawandels eingestellt: Wenn es in Windecken zunehmend wärmer wird, dann kann ich irgendwann Kokosnüsse von der Palme ernten. Sollte doch kälter werden sind genügend resistente Pflanzen im Garten und die Palme wird durch eine Tanne ersetzt.

Dass der Klimawandel grössere Schwankungen im erwarteten Wetter bringt, zeigt dieser April. Für Meteorologen war der April endlich mal wieder ein „echter April“, für die Gärtner und Landwirte eher ein Desaster weil die paar warmen Tage im März schon für Blüten gesorgt hat die dann abgefroren sind.

Das haben wir heute gemerkt.

Da die Wettervorhersage eine zunehmend stabile Wetterlage prognostizierte, habe ich mir schnell im Hagebaumarkt einen Vertikutierer organisiert und in Rekordzeit das Grundstück „belüftet“, gedüngt und Rasen an den kahlen Stellen nachgesäht – noch ehe die ganzen Rentner mitbekommen dass die Gartensaison nun entgültig begonnen hat und die Baumärkte verstopfen.

Meine Frau und ich wurden uns überraschend schnell handelseinig: der verbleibende Rest auf der rechten Seite bekommt aufgrund der Bodenstruktur und nackter Physik noch eine wildwüchsige Abtrennung mit Rancherbohlen damit das Grundstück nicht irgendwann beim „ganz unten“ landet und auf der rechten Seite wird in die Sichtachse der Terrasse meines Lieblingsnachbarn ein hauchzarter Sichtschutz gepflanzt.

Schnell haben wir uns auf eine Kugelrobinie festgelegt. Wird nicht gar zu hoch, aber breit und macht sich bestmmt gut. Freitag beschlossene Sache: Samstag nicht trödeln, früh aufstehen und unsere Lieblingsbaumschule besuchen.

Wenn man auf Qualität achtet, bleiben nicht viele Anbieter über. Und diese eine Baumschule zwischen Wöllstadt und Karben hat uns die letzten Jahre immer gut beraten und Gewächse verkauft, die ihren Preis wert waren. Also hingefahren und – tempus fugit – der Inhaber ist vor 5 Jahren in Rente gegangen. Ist das alles schon so lange her?

Nächste Baumschule um die Ecke angefahren. Kugelrobinie ja, aber schon 2,50m hoch und sieht recht mager an der Krone aus. Die Schnellstrasse nach Frankfurt ist nicht weit, also eine Baumschule in Eschersheim besucht. Gleiches Ergebnis: sehr hoch (was uns immer mit „die Krone muss ja Platz haben“ erklärt wurde), aber der Pflanzort kann in dieser Höhe recht stürmisch sein (da hab ich schonmal einen kleinen Modellhelikopter verloren) und das traue ich den schmalen Stämmen nicht zu.

Weiter an die Friedberger zum nächsten Gartencenter. Tolle Pflanzen, aber auch nur schmale blasse Stämme mit wenig Geäst in der Krone. Zumindest habe ich verstanden, dass man anscheinend erst eine normale Robinie als Stamm züchtet und dann die Krone der Kugelrobinie aufpfropft. Daher wächst der Baum nicht höher und es entwickelt sich nur die Krone.

Letzte Station: Löwer in Hanau, passte mir gut weil die eine riesige Abteilung mit Kräutern haben. Auch dort gab es Kugelrobininen, aber auch die haben durch die frühe Blüte und den Frost gelitten. Gut 150 EUR ausgeben und hoffen, dass im zweiten Trieb alles gut wird? Ich hab mir paar Kräuter in den Wagen gepackt und zurück zum Auto.

Meinte meine Frau „letzte Hoffnung: Denner in Wolfgang“… Liegt am Weg, also hin. Meine Frau entwickelte in der Zwischenzeit einen Plan „B“, weg von der Robinie zu was anderem Runden. Vielleicht noch bisserl Gewächs am Rande was man in Form schnippeln kann.

Bei diesem Händler gleiches Procedere „Robinien – ja, aber nur hoch und sie wissen ja: Frost usw…“ Mein Blick fiel auf eine Gelbe Baumzypresse „Cupressocyparis leylandii„, Stamm ca. 1,50m und kugelrund geschnitten. Schnell übers Smartphone mal das Internet befragt: solange man sie ordentlich stutzt bleibt sie klein. Ausserdem würden gerne Vögel darin nisten – die Brutzeit beginnt Ende April, also ab in den Garten damit.

Also alles mit Beiwerk auf den Wagen, aufgrund der Ladehöhe geschickt an den Hängeschildern im Gartencenter vorbei laviert, an die Kasse und zum Auto. Dort einen Teil der Rückbank umgelegt und den „Kugelkopf“ der Pflanze zwischen die vorderen Sitze geklemmt. Kleine Sicherung gegen Abrutschen nach hinten und dann nach Art des „Igel Sex“ (ganz ganz vorsichtig) nach Hause.

Auf der ganzen Strecke gibt es nur genau 1 scharfe Kurve, nämlich von der Ostheimer- in die Wartbaumstrasse wo ich aufgrund der Blödheit des einbiegenden Verkehrs meisstens über den Bürgersteig holpern muss.


Plötzlich Gefahrengequieke meiner Frau „Achtung!“ Schrecksekunde…. „Da ist ein Vogel im Auto“.

„Ei“, dachte ich mir nur, „wenns ihm Spass macht“ und habe alle Fenster heruntergelassen. Der Vogel surfte hinter mir im Durchzug ohne Anstalten zu machen abzuhauen. Wobei mich stutzig machte, wie der hereinkam. Da mir vor paar Tagen etwas Superbenzin im Kofferraum ausgelaufen ist stehen öfters mal die Fenster offen – aber da Vögel keine Bienen sind, erschien mir das Unwahrscheinlich und lenkte meinen Verdacht auf die Zypresse im Kofferraum.

Zuhause angekommen erstmal den Vogel abgeknipst für eine Artenbestimmung und alles geöffnet was zu öffnen ist damit der Flattermann rauskann. Und natürlich ausgeladen: Zypresse und sonstiges Gewächs in den Garten.

Wärend ich schnell das Grünzeug versorgte schnappte sich mein geliebtes Eheweib den Handsauger um paar abgebrochene Kleinigkeiten zu entsorgen – man ahnte es fast: sie fand 2 frisch geschlüpfte Küken von denen eines unter die Sitzbank gerutscht ist und nur mit einer grösseren Bergungsaktion zu retten war.

Die Winzlinge wurden zurück ins Nest gelegt, ihre Heimat etwas mehr in die Sonne gerückt. Körnerfutter sowie Insekten haben wir hier genügend, wenn es die (mutmassliche) Erlenzeisigmutter wegen Standortwechsel und Menschengeruch verpeilt verbuche ich das unter „Darwin“ – Handaufzucht überlasse ich den Arten, wo es wirklich nicht mehr anders geht.

Wir werden sehen.

Veröffentlicht unter "Lügenpresse", Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Geschirrspüler-Tango

Vor gut 4 Jahren war es endlich soweit: die schon durch Scheidung sowie 2 Umzüge gelittene Küche konnte erneuert werden. Leider musste auch der recht frische Geschirrspüler weichen da es diesmal ein „vollintegriertes“ Gerät sein sollte.

Die „Minna“ von Neff hat uns gut gefallen, ich fand vorallem ein witziges Feature dass Restzeit, Spülprogramm etc.. auf den Fussboden projiziert werden.

Ich weiss noch wie die Monteure damals geflucht haben bis es „Sitzt, wackelt und hat Luft“ war.

Plötzlich und unerwartet saugte die Maschine vorletze Woche kein Wasser mehr an. Das Magnetventil vom Aquastop brummelte vor sich hin, ging aber kein Wasser durch. „Kann jetzt nicht das grosse Problem sein“ dachte ich und suchte nach dem Neff-Kundendienst womit ich am Ende bei einer Firma „BSH GmbH“ in München landete.

Deren Webseite machte jetzt nicht den Eindruck dass da jemand mal viel Geld ausgegeben hat, aber ich konnte den üblichen Kram wie Seriennummer und Fehlerbeschreibung eintragen und bekam eine Bestätigung per E-Mail. Nach etwas telefonischem hin- und her am nächsten Tag wurde auch ein Termin mit einem Techniker vereinbart. Die Dame der Hotline hat sich nochmal vergewissert, dass ich die „FAQ“ abgearbeitet habe und dann hiess es nur noch warten.

Mittwoch telefoniert, Donnerstag kam der Technie. Ein kritischer Blick, bisserl herumhangeln im Servicemenue und dann die Diagnose „Ja, da ist ein kleines Bauteil im Wärmetauscher defekt. Kommt öfters mal vor. Garantieverlängerung? Nein? Dann schauen wir mal was die Reparatur kostet“.

380 EUR

Hä?

„Ja, da muss die ganze Baugruppe getauscht werden.“ Ich fragte nur „rentiert sich da eine Reparatur?“ und bekam als Antwort „eigentlich nicht“ und so trennten wir uns.

Mich machte das alles etwas stutzig, Techniker sind doch sonst so versessen ihren Job zu legitimieren.

Also suchte ich mal im Netz, ob dieser Fehler in irgendeiner Community bekannt ist. Für Neff direkt hab ich nichts gefunden, dafür aber Artikel über Siemens, Bosch, Constructa und im Ersatzteilservice stand immer „passend für Siemens, Bosch, Constructa, Neff“….

Und auch bei der Suche nach einem neuen Geschirrspüler waren die Bedieneinheiten zwischen den Firmen 100% identisch.

Da war doch was…. BSH….. Bosch-Siemens-Haushaltsgeräte…..

Bosch, Siemens, Gaggenau, Neff, Junker, Viva, Thermador, Balay, Coldex, Constructa, Pitsos, Profilo, Ufesa und Zelmer – alles ein Verein und Geschirrspüler werden nur im schönen Łódź herstellt. Darum sehen die sich alle so ähnlich.

Nu gut, Amazon und diesmal einen von „Bosch“ bestellt – der war 10€ günstiger als sein Äquivalent von Siemens und kostete so viel wie die Reparatur.


Die Margen bei Amazon für den Spediteur scheinen recht niedrig zu sein. Zwar klappte die telefonische Terminverarbeitung mit dem Logistikunternehmen ausgezeichnet und hatte auch Trinkgeld für die fleissigen Männer hingelegt aber …

… für so ein hochempfindliches Teil wie einen Geschirrspüler zwei Kollegen abzustellen, denen man nicht wenigstens paar Grundzüge ihres Jobs angelernt hat?

Anruf „Sind da, wo ist Firrma?“ Ich guckte aus dem Bürofenster – kein LKW. „Wo sind sie?“ „Keine Firrma in Hohestrasse!“ „Sind Sie sicher, dass sie in Nidderau-Windecken sind?“ Die Stimme auf der anderen Seite wurde immer gequälter „Wo ist Firrma? Sehe nich Schild“ „WO GOTT VERDAMMT MAL SIND SIE?“ „Sind in Hohestrasse 2 nix finden Swansigeins Inforrmadiionsisteme Geämbä-a“. „Was sehen Sie?“ „Nurr Schild Läifstaile Deschein“.

Ok – das ist schonmal eine Ansage, die sehen irgendwo das riesige Firmenschild meiner Kollegin Karen. Mit Headset raus auf die Strasse gesprungen und zur Kreuzung gelaufen. Da waren sie und standen vor dem Gebäude des Nachbarn Korte – Wartbaumstrasse 2″.

Welche gottverdamtbeschissenekack Navisoftware nutzen die?

Egal – endlich stand der LKW am Bordstein, einer der Herren drückte mir einen Kugelschreiber in die Hand mit dem ich nacheinander in einer Liste „Ware erhalten“, dann mit dem Kugelschreiber (!!) nochmal auf einem völlig maroden Touchscreen unterschreiben (der Wahnsinn hat wohl Methode) musste. Der zweite Packen war ein Zettel „Ware ordnungsgemäss ohne Beschädigungen erhalten“ und nochmal mit dem Kuli auf dem Touchscreen quittieren.

Eigentlich unterschreibt man, nachdem die Ware im Haus ist – vermutlich wäre es eine unfruchtbare Diskussion geworden.

Die beiden Kerle schleppten also den Geschirrspüler ins Haus wärend das Wasser vom Dichtigkeitstest gemütlich aus dem Abflussschlauch plätscherte. In der Küche angekommen, befreiten sie das Transportgut von seiner Verpackung wärend sie durch jede Pfütze treten die sich aufgetan hat.

Ich hab erstmal durchgefeudelt und die Maschine stehen gelassen weil das geliebte Eheweib krank war und auch sonst Chaos herrschte (das ist eine andere Geschichte die noch zu erzählen ist…)

Am Abend kam noch mein Mieter um die Ecke um seinen Stapel Pakete abzuholen, den hab ich gleich eingespannt die Frontblende vom alten Gerät zu demontieren und das nackte Gerät nach draussen auf den Anhänger zu wuppen.


Karfreitag morgen mal vorsichtig die Installationsanleitung ausgepackt. Wer die Ikea-Piktogramm-Aufbauanleitung schon als Scheisse empfindet, der bekommt bei der Bosch, Siemens, Gaggenau, Neff, Junker, Viva, Thermador, Balay, Coldex, Constructa, Pitsos, Profilo, Ufesa und Zelmer – Version dazu noch ein hartes Würgen in die Kehle.

Es hat erstmal eine Weile gedauert, bis ich diesen Pseudo-Programmablaufplan erfasst habe. Es gibt nämlich zwei Einstiege: Vorderseite für teilintegrierte und Rückseite für komplett integrierte Geschirrspüler. Beide Seiten sind fast identisch bis auf paar winzigkleine Unterschiede die in der Praxis … lassen wir das.

Also Geschirrspüler in Position gebracht, Kabel und Rohre verlegt, angeschlossen und Gerät reingeschoben. Dann unten die Füsse hochgedreht (Warum können die in dieser kack Bedienungsanleitung nicht einfach schreiben „24er Maulschlüssel“ statt irgendwelche dimensionslosen Zahlen zu drucken die nix mit meinem Werkzeugkasten zu tun haben?).

Gerät ordnungsgemäss verspannt. Da der Vorgänger aus der gleichen Fabrik wie das neue Gerät stammt passen Halterung und Bohrungen für die Frontblende perfekt.

Noch bisserl nachjustiert bis die Frontplatte bündig war und gut ist. Klappe auf, Klappe zu – mit sanftem Schmatzen schliesst sich die Dichtung. Für die Endkontrolle noch ein „Dehnungstest“ mit vollends heruntergeklappter Front und dann eine Runde Leerspülen.


WTF? Die Frontklappe lässt sich nicht vollends öffnen. Grund: Die Frontplatte stösst unten ans Gehäuse. Anscheinend gibt es da doch Unterschiede in der Massenfertigung. Nach langem Studieren des Piktogrammes fand ich einen recht dünn gedruckten Hinweis, dass die Frontplatte genau 72,50cm hoch sein darf – diese hier hat aber 75,00cm. Wie wird man 2,5cm los? Opa Friedel anrufen dass er mit der Bandsäge das Furnier abtrennt, 2,5cm absägt und Furnier wieder anklebt.

Bedeutet aber auch, dass an dieser Stelle die Küchenzeile 2,5cm zu kurz ist – Protest des geliebten Eheweibes.

Also überlegt: wenn mann die Spülmaschine 2,5cm tieferlegt und die Aufhängung 2,5cm höher macht, sollte es wieder passen.

Da die „vollintegrierte“ Spülmaschine ihren einzigen Halt dadurch bekommt, dass sie vorne und hinten gegen die Arbeitsplatte gepresst wird dachte ich über einen Abstandshalter nach. Holz scheidet aus da beim Öffnen des Gerätes noch heisser Dampf austreten kann.

Zum Glück habe ich noch jede Menge Aluprofile vom Multikopterprojekt im Keller, darunter ein Stück mit genau 2,5cm Kantenlänge. Leider nur ein zu kurzes Restestück, aber meine Klassenkameradin Tatjana hat einen Laden wo sich mehr davon befindet ^^

Also: Aluprofil vorne und hinten auf den Geschirrspüler, irgendwie festmachen, bisserl gegen Dampf abdichten und dann alle Bohrungen der Frontplatte um 25mm nach unten verschieben.

Sägen, Bohren, Feilen, Fluchen, nochmal Sägen und es passte. Vorne konnte ich Schraublöcher nutzen die für was anderes gedacht waren, hinten ist ein Styroporblock dem ich einfach mal 2 Schrauben verpasst habe. Muss ja nichts halten sondern nur die Position bei Einspannen sichern.


Gesagt, getan. Alle Maße hab ich eher „Pi mal Daumen“ genommen – es zeigte sich, dass ich mir im Laufe der Jahre einen internen Autokorrekturmechanismus angeeignet hatte. Ich hatte auf Anhieb Spaltmaße, die jeden Autoingenieur zu Tränen rühren.

Blöderweise hat mein „Vorgänger“ das Schutzblech an der Unterseite der Arbeitsplatte etwas schepp angedengelt sodass die Frontplatte auf der einen Seite nicht so recht passte wenn der Geschirrspüler hinreichend fixiert wurde.

Also nochmal Keller besucht, eine passende Alustange (25mm breit, 3mm hoch) zurechtgeschitten und als weiteren Abstandshalter vorne eingepflegt.

Den Geschirrspüler mit der Höhenverstellung so angewatzt, dass sich die Arbeitsplatte leicht wölbte. Verblendung angeschraubt, Klappe auf, Klappe zu – nichts schleift.

Danach das übliche Procedere: beim gemeinsamen Einhängen der Fussleiste fiel auf dass unterhalb des Knies nur selten geputzt wird. Das habe ich dann aber dankenswerterweise meiner Frau überlassen dürfen.

Veröffentlicht unter Hohmanns schlimmste Reisen | Hinterlasse einen Kommentar

Viel zu viel

An lauen Sommerabenden (wie es heute schon Ende März möglich ist) und wenig Wind stelle ich fest, dass mein Haus mittlerweile im Fokus allen Lärms steht.

Gerade eben sind viele Öl-Heizungen in meiner Nachbarschaft angesprungen, das leicht schnarchelne Geräusch ist beruhigend aber auf die Dauer nervig.

Die halbwegs neue Umgebungsstrasse von Windecken bekomme ich nur auf deren Abschnitten mit – wenn der Verkehr dahinrauscht klingt das wie „mongolische Horde reitet über die Steppe“.

Und darunter das monotone „vrupp….. vrupp…… vrupp“ nahe dem Infraschall erzeugt durch die Windräder zwischen Windecken und Kilianstädten.

Alles viel zu viel…

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Lächeln

Ich war mit meinem Mitarbeiter Eddie auf „Männer-Shopping“ – ein Baumarkt nach dem Anderen.

Aufgabe: neue Schreibtisch-Lampe für mich (wobei eine „Schreibt-Die-Schlampe?“ vielleicht auch gut tun würde), Material für die neue 20/1 Kundenlounge suchen und den einen oder anderen Blick auf aktuelles Zubehör werfen.

Zwischenstop im Gründauer McDonalds. Am riesigen Touchpanel für mich und Eddie „Zum Mitnehmen“ bestellt und mit EC-Karte bezahlt.

Ich stellte fest: in dieser Kombination ist man eigentlich völlig vom Kontakt mit den McDonalds Mitarbeitern isoliert – man bekommt vom Automaten einen Zettel mit einer Art „Reservierungsnummer“ und die „Bezahlquittung“ auf Papier. Später mit dem Aufleuchten der „Reservierungsnummer“ auf dem grossen Bildschirm steht für mich als „Mitnehmer“ bereits die Tüte auf dem Tresen, darunter ein Zettelchen mit meiner „Reservierungsnummer“.

Am Ende hatte ich 3 Papierstreifen in der Hand, keiner davon taugte aufgrund von fehlenden Angaben als Bewirtungsbeleg – der Gesetzgeber sollte vielleicht eine „Kleinverzehr-Rubrik in die AO und sonstwo einführen dass jeder Kassenzettel ausreicht um die Ausgabe zu begründen.

Ich sass jedenfalls mit Kollege Eddie auf den neumodischen „halbsitzenhalbstehen“-Polstern im Wartebereich und lies meinen Blick schweifen.

Ah, da ist die ältere Mitarbeiterin mit der ich das letzte Mal schon einen netten Schwatz hatte. Ich lächelte fröhlich hinüber und keine Reaktion wärend sie ihren professionellen Blick über das Restaurant schweifen lies.

Dachte mir „wenn nicht Du, dann jemand anderes“ und lächelte jeden Mitarbeiter dort, an der mein Sehfeld kreuzte.

Irgendwann ergab sich daraus eine schöne Kettenreaktion, alles hinter dem Tresen grinste breit und fröhlich.

Mission erfüllt.

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Der Berg kreißte ….

… und gebar eine Maus.

Bei einer katastrophal niedrigen Wahlbeteiligung von 33,90% entschieden sich 57,9% für den Kandidaten der SPD, in seinem Heimartort Gelnhausen (wo er Bürgermeister ist) wollten ihn sogar über 75% lieber heute als morgen in das Landratsamt abschieben.

Übliches Politiker-Blah „Das war ein grandioser Wahlsieg“.

Zünglein an der Waage war wohl der weit über 90jährige „Einmal Kurt Schumacher – immer Kurt Schumacher“-Wähler vor mir in der Kabine, der von seinem Pfleger im Rollstuhl „zu Kreuze“ geschoben wurde.

Dass der Kandidat der Grünen immerhin 5,5% und die AfD 10,4% bekam beweist, dass man selbst mit dem grössten Unfug als Programm „seine“ Klientel mobilisieren kann.

Defacto ist es aber völlig Wurst, wen man an die Spitze des Kreises schiebt – defacto könnte das auch ein von meinem Freund Boris erstelles Excel-Sheet sein, welches gelegentlich vom Pförtner auf die zu erwartenden Einnahmen im Kreishaushalt angepasst wird.

Politischen Gestaltungsspielraum gibt es heute eigentlich nicht mehr, wer als Politiker aufmuckt wird von den Firmen mit Wegfall der Gewerbesteuer betraft.

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar