Dieselskandal: Much Ado About Nothing

Aus Wikipedia: Viel Lärm um nichts (engl. Much Ado About Nothing) ist eine Komödie um […] Intrigen von William Shakespeare; […] Besonders hervorstechend ist das Spiel mit dem Sein und dem Schein, worauf schon das Wortspiel im Titel hinweist – nothing und noting („nichts“ und „wahrnehmen, erkennen“).

Was ist das Problem und warum ist der Skandal kein Skandal sondern auch nur eines der vielen Probleme die einem permanent an den Hacken hängen…

Unsere Luft besteht zu 78% aus Stickstoff. Ein Verbrennungsmotor braucht Sauerstoff welcher zu 21% in unserer Luft enthalten wird.

Saugt nun so ein Verbrennungsmotor Luft an, bekommt er Stickstoff sozusagen als unerwünschten Nebenstoff mit in den Zylinder und wenn die Temperaturen hoch genug sind, wird auch Stickstoff „verbrannt“ (also Oxydiert) und es entsteht Stickstoffmonooxyd (NO) sowie Stickstoffdioxyd (NO2) – beides Gase, welche die Atmungsorgane reizen und schädigen.

Je höher die Verbrennungstemperaturen sind, umso effektiver arbeitet so ein Motor und um so mehr werden Stickoxyde erzeugt. Da ein Benziner bei niedrigeren Temperaturen und Drücken arbeitet als ein Diesel, ist der Benziner aus der Sicht des NOx Ausstoss „sauberer“ als ein Diesel.

Merksatz für alle, die an der Diskussion teilnehmen wollen: Jeder Prozess bei dem Luft und hohe Temperaturen zusammenkommen erzeugt Stickoxyde, je höher die Temperatur desto mehr Stickoxyde. Dazu gehört also auch die Kerzenflamme, der heimelige Kamin, die Zentralheizung, das gemütliche Lagerfeuer, Gewitter auch, ein kräftiger Vulkanausbruch oder Waldbrand erzeugen unvorstellbare Mengen an Stickoxyden – gerade der Mensch hat sich durch seine sehr lange Nutzung des Feuers recht gut immunisiert.

Jetzt haben wir aber ein Problem: Stickoxyde bringen keinen um, es wird kaum einen Totenschein geben wo NOX als Todesursache drinsteht. Aber es schädigt langfristig und wer krank, schwach, alt ist dem raubt eine hohe NOX-Konzentration wertvolle…

Ja was nun? Lebensjahre eher nicht, Lebensmonate vielleicht, wie kann man die Auswirkungen messtechnisch und statistisch erfassen, wie legt man Grenzwerte fest („Alle Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding‘ kein Gift ist.“ hat schon der olle Paracelsus irgendwann zwischen 1493 und 1541 gesagt).

Und jetzt beginnt das Spiel der Mathematiker und Statistiker, Wahrscheinlichkeiten, Umrechnungs- und Glättungsfaktoren welche Messwerte manchmal mit Berücksichtung der Herkunft (meisstens ohne) gewichtet, ungewichtet, verglichen und angepasst und am Ende kommt eine Zahl heraus die als Faktor einer (wie auch immer ermittelten) NOX-Konzentration oder NOX-Ausstoss aus einem Auspuff beigestellt werden kann.

Klar basieren die einzelnen Rechnenschritte auf fundierten Daten, wie sie aber in ihrer Gesamtheit gewichtet und kalkuliert werden liegt immer im Auge des Statistikers und bilden ein nur sehr wackeliges Fundament aus Annahmen und Erwartungshaltungen (vulgo: Ein Öko-Institut interpretiert das anders als die Rechenschieber bei VW – erinnert mich an „Asterix – der Seher„)

Was macht nun die Presse daraus? Natürlich das Beste…. Clickbaiting!.

Ich habe durch Zufall einen seriösen Artikel in einer seriösen Zeitung gefunden der vollmundig Tote verspricht, die Verlinkung auf die Fachartikel das ganze als heisse Luft entlarvt.

10.400. So viele Menschen in Deutschland starben laut Europäischer Umweltagentur im Jahr 2012 wegen Stickstoffdioxid.Quelle

Das ganze wird mit einem Link auf einen Report der Europäischen Umweltagentur garniert welche tatsächlich eine EU-Agentur ist.

Da liest sich das schon wieder anders: „Vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung Todesfälle, die 2012 in 40 europäischen Ländern und den EU-28 auf die Aussetzung gegenüber Feinstaub (PM2,5), Ozon (O3) und Stickstoffdioxid (NO2) zurückzuführen sind.“ und dort findet man auch die 10.400 Toten neben den 59.550 Vorzeitigen Feinstaub-Toten.

Die Basis dieser (eher als Pressemitteilung zu wertenden Publikation) wird auch verlinkt: Es ist der „EEA Report No 5/2015“ und da bekommt man die gesamte Wucht der „Vorzeitigen Todesfälle-Quellen“ recht übersichtlich präsentiert – wenn man was mit Mathematik und Statistik zu tun hat.

Die Zahl „10.400“ findet sich nicht in dem Report, die ergibt sich erst durch eine entsprechende Umrechnung Werte der Zeile „Deutschland“ auf Seite 43 und bei den dort aufgeführten Zahlen habe ich den Eindruck, dass die um +/- 1000% von der Realität abweichen können.

Gut – nun haben wir geklärt, dass die Toten „nur“ statistische, vorzeitige Todesfälle sind und keiner nichts exaktes weiss ausser dass der Sensemann Feinstaub bevorzugt.

Zurück zum Diesel….

Da gibt es eine viel zitierte Grafik des Umweltbundesamt wo der Anteil des Diesels an den NOX-Emissionen mit 72,5% beziffert wird – der Leser übersieht dabei, dass es nur um den Strassenverkehr geht. Und da fast der gesamte Schwerlastverkehr mit Dieselmotoren bewegt wird, ist das auch verständlich. Ralf Heidenreich hat dazu in der Mainzer Allgemeine Zeitung einen sehr klärenden Artikel verfasst (Archiversion)

Zurück zum Dieselskandal….

Manfred Schmidt hat in seinen Nick Knatterton Comics oft auf die „Politiker-Brille“ verwiesen, durch die der Träger seine Umwelt nur äusserst verschwommen und nicht mehr real erkennt – es hat sich seit 1950 nichts geändert.

Die Politik hat Wünsche an die Technik, diese Wünsche werden von Lobbyisten (die letztendlich auch Sachverständige sind um den geistig-armen Juristen – aus denen unser Politikbetrieb weitestgehend besteht – die faktische Realität des Machbaren zu vermitteln) angepasst und zum Schluss kommt irgendein Kompromiss mit planbarer Gestaltungsmöglichkeit heraus.

Also die seit vielen Jahren üblichen Prüf- und Messverfahren, mit denen ein KfZ innerhalb klar vorgegebener Parameter bestimmte Grenzwerte einhalten muss – was das Auto dann ausserhalb des Messzyklus macht ist mehr oder weniger egal.

In etwa so, dass man mich durch einen lockeren 50m Lauf durch den schattigen Wald bei 20°C und 15% rel. Luftfeuchte schickt und wenn ich unter 30min bleibe bin ich automatisch für den Marathonlauf qualifiziert.

Nun hat man irgendwo beschlossen, dass der NOX-Ausstoss des Diesels noch geringer werden soll. Technisch einfach möglich durch „Selektive katalytische Reduktion“ oder einfach gesagt AdBlue reinkippen.

Obwohl „AdBlue“ billig ist und schon aufgrund der zahlreichen LKWs an jeder Tanke erhältlich ist, zierte man sich bei den Herstellern weil man dem gemeinen DAU-Autofahrer nicht noch zumuten wollte, alle paar 5-10tausend Fahrkilometer einen Zusatzstoff einzufüllen. Hätte man ja wärend der Inspektion durch die Werkstatt machen können, aber mittlerweile gibt es ja noch nicht mal mehr die Erstinspektion bei 1.000km.

Was macht man also als Hersteller? Man beugt devot das Knie und passt sich den Gegebenheiten bei Hofe (sprich den Vorgaben) an: totale Optimierung der Motorsteuerungselektronik auf Erkennung eines Prüfverfahrens und entsprechende Optimierung auf Abgasmesswerte.

Ich hätte gerne ein paar Links zu vorherigen „Optimierungen der Autohersteller auf Prüfzyklen“-Aufregungen gebracht die alle 10 Jahre (nämlich seit es Computer in der Motorsteuerung gibt) als neue Sau durch die Presse getrieben wurden, aber die alten Schandtaten werden vom aktuellen Geschehen in den Suchmaschinen überdeckt (wobei ich langsam vermute, dass die vorletzten 2 „Abgas und Verbrauchsoptimierungen“ in einer Zeit waren wo solche „Skandale“ noch in grossen Lettern mit Blei und Druckerschwärze publiziert werden mussten).

Der Skandal? Kein Skandal!

Zuerst hat es mich irritiert, dass sich die deutsche Presse wie ein Geier beim Anblick auf Aas auf den VW-Konzern gestürzt hat. Gut – da hat man es in den USA zuerst gemerkt. Aber jedem Autojournalisten hätte eigentlich klar sein müssen und auch klar kommunizieren müssen dass solche „Schummelsoftware“ in der Motorelektronik steckt, diese Motorelektronik normalerweise von Bosch kommt und daher erstmal alle Bosch-Kunden verdächtig sind.

Aber nein – die Presse hat mit teilweise völlig hanebüchenen „Fakten“ (also 1+1=3, ähnlich wie die „Vorzeitigen Toten“) Berichte gegen die BRD-Cash-Cow „VW Konzern“ geschrieben als wäre es ihre letzte Aufgabe in diesem Leben, Volkswagen besser sofort als später zu schliessen (was ja in manchen User-Kommentaren zu marktschreierischen Artikeln oft genug gefordert wurde).

Dass Bosch seine „Schummelsoftware“ zuschaltbar an alle Kunden ausgeliefert hat war mir schon immer klar, Abweichungen zwischen Prüfzyklus und Realität wurden immer mal wieder bei anderen Herstellern festgestellt aber nie wurde auf „Die“ so eingeprügelt wie auf VW.

Nuja – mittlerweile hat es (nach über einem Jahr) auch Bosch und Opel erwischt.

Alber(t)n…

Linkbeispiele wo das Thema etwas „seriöser“ aufgegriffen wurde:
Dieselgate 2: Die erfundenen Toten
Sterben wirklich 12.000 Menschen im Jahr an Diesel-Abgasen?

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DSGVO und der Verschlüsselungswahn

Jetzt ist ja die DSGVO aktiv und schon ist der Rinderwahn wieder in Europa angekommen und schon verlieren etliche Richter und Anwälte den Kopf und den Sinn für Verhältnismässigkeit.

Erste Anzeichen gab es schon früher: Google hat zb. unverschlüsselt übertragene Webseiten im Ranking herabgestuft, im Ernstfall wird also eine verschlüsselte „HTTPS“-Seite mit Humbug weiter vorne gelistet als eine Seite mit wertvollen Informationen die aber nicht mehr gepflegt wird.

Krass wird es bei E-Mail, wo jetzt jede Bank völlig krank auf Weisung der Bafin Mails nur noch annimmt bzw. versendet, wenn der Mailtransport verschlüsselt stattfindet.

Gerade bei der Forderung nach E-Mail-Verschlüsselung auf dem Transportweg treffen bei Gesetzgeber, Richtern und Anwälten die drei grössten Feinde der Menschheit aufeinander: Stumpfsinn, Schwachsinn, Unsinn.

Dazu muss ich schnell erklären, wie das mit der E-Mail ist….

  • 1) anton@google.de sendet eine E-Mail an boris@gmx.de
  • 2) Das E-Mail Programm von Anton verbindet sich mit dem Mailserver von google.de (INET)
  • 3) Die Nachricht wird übertragen (INET)
  • 4) Die Mail wird auf dem Mailserver von google.de gespeichert („Store & Forward“ Betrieb)
  • 5) Der Mailserver von google.de verbindet sich mit dem Mailserver von gmx.de (INET)
  • 6) Die Nachricht wird übertragen und lokal gelöscht (INET)
  • 7) Die Mail wird auf dem Mailserver von gmx.de gespeichert
  • 8) Das E-Mail Programm von Boris verbindet sich mit dem Mailserver von gmx.de (INET)
  • 9) Die Nachricht wird übertragen und ggf. gelöscht (INET)
  •  

    Analogie aus dem täglichen Leben: es ist wie eine Postkarte die ebenfalls jeder zwischen dem Gelben Briefkasten und dem Briefkasten zuhause lesen kann: bei der Postbeförderung kann man mit hinreichend krimineller Energie die Gelbe Postbox aufschliessen, alle Briefe einsacken, in Ruhe zuhause studieren und dann wieder neu einwerfen. Der Kastenleerer kann die Postkarte ebenfalls lesen, die Mitarbeiter im Verteilzentrum auch und deren Robots und Kameras ebenfalls über den Zusteller der auch mal schauen kann, was da so geschrieben wird.

    Gut – bei der „Elektronischen Postkarte“ (also E-Mail) ist das schon etwas schwieriger bzw. erfordert kriminelle Energie denn die Daten werden in den Schaltschränken und Switches ja nicht breit verteilt sondern recht kanalisiert abgewickelt.
    Oder man ist ein Nachrichtendienst und lässt sich die Daten an grossen Internetknoten herausleiten.

    Was bringt nun die „Transportverschlüsselung“? Alle oben genannten Punkte wo „(INET)“ am Ende stehen haben können auf dem Transport verschlüsselt werden.

    Übersetzt auf die Analoge Postkarte: Der Gelbe Briefkasten nennt Dir eine Kombination (Public Key) die Du an einem Verschlüsselungssafe einstellen musst. In diesen Safe legst Du die Postkarte und wirfst den Safe in den Gelben Briefkasten. Der Briefkasten kann dann den Safe öffnen (Private Key) und legt die Postkarte ohne den Safe in den Sack (Punkt 4, Speicherung). Der Mitarbeiter der Gelben Post leert den Briefkasten mit den unverschlüsselten Nachrichten und kippt das im Verteilzentrum aus. Dort wird die Nachricht wieder in einen Safe mit Public/Private-Key Verfahren gesteckt und weitertransportiert bis der Postbote dann wieder einen Safe bei Dir im Briefkasten einwirft wo die Postkarte dann wieder entschlüsselt wird und auf Abholung wartet. Wer es ganz sicher haben möchte, lässt die Postkarte auf dem Weg vom Briefkasten zum Schreibtisch wiederum ver- und entschlüsseln.

    Gut, die ganze Ver- und Entschlüsselung macht Software und kostet nur etwas mehr Strom weil die CPU mehr werkeln muss.

    Ich habe das bei meinem eigenen Mailserver nun auch Implementieren müssen und bin nach kurzem Probebetrieb auf die Schnauze gefallen.

    Problem sind die sogenannten „Zertifikate“ welche Informationen liefern wie, mit welchen Public Keys, mit welchen Verfahren verschlüsselt werden soll und die auch einen digitalen Nachweis über die Identität desjenigen liefern sollen wo man gerade Kontakt aufgenommen hat.

    Das ist bei Webseiten recht wichtig (wer möchte schön sein Onlinebanking mit jemanden ausführen, der sich als „Chinatrust“ ausweist wo man eigentlich die Volksbank erwartet hat), bei E-Mail ist das (noch) kein Thema weil es da ja primär um die Transportverschlüsselung geht (Geheimdienste, böse Admins etc..) deren genaue Prüfung des Kommunikationspartners sich nur schwer automatisieren lässt.

    Um es kurz zu fassen: 25% der Kommunikationspartner nutzen Zertifikate die auf Verschlüsselungsmethoden basieren die schon seit 3-4 Jahren als „Potentiell Unsicher“ oder deren Gültigkeit abgelaufen sind oder einfach nur kaputt sind.

    Kommentar eines Kollegen, der das schon länger erduldet: „Ach, das ist eh alles Quatsch – erlaube alle Verschlüsselungen bis zur Steinzeit. Die Banken-Spezialisten werden glücklich sein und Du hast keinen Stress – eh scheissegal ob das gehackt werden kann“.

    Ein weiteres Problem und was die Verschlüsselung von E-Mails ins Absurde führt: Da eine Identitäsprüfung der einzelnen Mail-Server recht schwierig ist kann man einem Versender ganz prima einen eigenen Mailserver unterjubeln (Zb. dem Versender eine gefälschte DNS-Antwort reinzudrücken, die Chinesen können das mit ihrer „Great Firewall“ mittlerweile perfekt und auch für den ambitionierten Heim-Admin kein Problem).

    Das wäre in etwa der Postkarten-Fall dass ich mich vor ein beliebiges Firmengebäude stelle und dem Postboten sage „Ich bin der Empfangsbevollmächtigte für die Firma „Eier-Meier & Söhne“, bitte hier abgeben – und das funktioniert im realen wie auch im virtuellen Leben ganz ausgezeichnet.

    Was den verschlüsselten Transport von Webseiten angeht hatte ich heute den ersten Fall wo ich einfach nur gequält Schluchzen konnte: der Betreiber einer grösseren Infoseite für einen älteren Compiler hatte vermutlich wegen besserer Suchergebnisse in Google vor paar Jahren seine Webseite von „http:“ auf „https:“ (also mit Verschlüsselung) umgestellt und seitdem sich nicht mehr gekümmert.

    Der Internet Explorer (war gerade beim Kunden) vermeldete „Sollte der Fehler weiterhin auftreten, verwendet diese Website möglicherweise ein nicht unterstütztes Protokoll oder eine nicht unterstützte Verschlüsselungssammlung wie RC4 (Link zu den Details), die als unsicher angesehen werden.

    Und das Problem ist, dass veraltete und unsichere Verschlüsselungsalgorithmen irgendwann aus den Browsern herausfliegen, wäre die erste Webseite der Welt damals verschlüsselt gewesen könnte ich sie heute kaum noch aufrufen.

    Und jetzt nochmal zurück zum Thema DGSVO und die Herrschende Meinung: Wenn ich auf einer unverschlüsselten Webseite auf einem Kontaktformular irgendwelche Daten übermittele ist das verdammt noch mal meine Entscheidung wo dieses komische Datenschutzgesetz in meine eigene Grundfreiheit eingreift – den Betreiber dafür anzupissen ist völlig unnötig.

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    Callcenter-Terror Vodafone

    Ich habe beschlossen, mein Caterpillar-Smartphone zu behalten. Für den Einsatz im Auto oder auf dem Fahrrad für Navigation bleibt mir das „alte“ Galaxy S7.

    Jenes Gerät braucht aber eine zusätzliche SIM weil das „Orginal“ in das CAT geschlupft ist. Solche Mehrgerätekonfigurationen hatte ich in der Vergangenheit öfters, ein Anruf beim Vertrieb und schon haben die dort was für mich gebastelt.

    Paar Jahre später scheint es so, dass Vodafone sein Callcenter nicht zur Gewinnung von Informationen über seine Kunden sondern nur noch als Kartoffelstampfmaschine zu nutzen deren Statistikbrei in die Controller aber nicht in die Vertriebsoptimierung gestopft wird.

    Nachdem ich der netten Dame meine Situation geschildert habe (altes + neues Smartphone, brauche eine zusätzliche Nano-SIM, dafür gab es früher die Twinkarte die nicht mehr im Angebot ist) kam heute das an:

    Die runde Info „Zusatz-SIM“ ist aufgeklebt, SIM ist ein Subscriber identity module also erwarte ich einen entprechenden Chip irgendwo im Paket.

    Und der Chip war nicht da.

    Gut – „eSIM“ ist eigentlich was ganz anderes (eine fest im Telefon verbaute Karte die sich von aussen Konfigurieren lässt und deren Verbreitungsgrad Stand Juli 2018 eher zu vernachlässigen ist), aber vielleicht hat Vodafone da was getrickst.

    Also mal bei Vodafone im Geschäftskundenvertrieb angerufen wo ich früher immer gut betreut wurde. Wurde… Die Dame teilte mir mit, dass das GKV-Callcenter nur noch die „Endkunden“ von Volumenverträgen betreut und ich als Geschäftskunde mit Privatkundenvertrag die 1212 anrufen muss da sie keinen Zugang auf meine Daten hat.

    Gut…. auf der 1212 der übliche Automat, der mir viele Fragen zur Vorselektion stellt und mich dann doch nur unspezifisch im Callcenter abwirft. Dort hatte ich einen neuen Mitarbeiter aus dem franko-belgischen Raum der mein Problem nicht verstehen konnte aber auch nicht in der Lage war mich an jemand kompetenteren Weiterzuleiten. Stattdessen ständig Schaltungen zwischem ihm und seinem Übergeordneten die ich mithören konnte und wo sein „Übergeordneter“ ganz viel Zeit verbracht hat aus dem Gestammele seines Kollegen irgendeine zufällige Weisheit zu generieren die mir dann radebrechend übermittelt wurde.

    Mit einem Schrei „ICH KÜNDIGE“ hab ich aufgelegt und neu angerufen, diesmal aber nicht zu „Vertrag“ sondern „Technische Probleme“.

    Da bin ich bei einer Dame gelandet die zwar keine Ahnung hatte aber absoluter Callcenter-Profi war – also erstmal alles abfragen was irgendwie geht: „Was haben sie, was wollen sie erreichen, wo ist das Problem“. Ich habe ein Caterpillar und ein Samsung G5 Smartphone die beide eine Nano-SIM brauchen. Das Caterpillar hat eine, das Samsung braucht noch eine. Bekommen habe ich eine eSIM mit Aufkleber „Zusatz-SIM“. Und früher (war sowieso alles besser) gab es dafür eine „Twin-Card“.

    Warteschleife. Macht nichts, ich habe ein äusserst komfortables Headset und ein damit verbundenes DECT-Telefon was fast im gesamten Haus funkitioniert.

    Die Dame meldete sich wieder… „Ja, sie haben recht – Twin-Karten gab es mal. Und eSIM ist für ihre Konstellation völlig ungeeignet. Das Produkt nennt sich nun (Rauschen im Telefon) und hat den gleichen Preis wie die eSIm.

    Ich hatte paar Rückfragen über das Wiederrufsprozedere, da musste sie sich erst abstimmen (leider drückte die Dame mittendrin auf den „Mute-Knopf“ und ich konnte es nicht mehr verfolgen).

    Eine SMS dass ich meine mSIM nicht mehr nutzen kann kam schnell danach.

    Die Auftragsbestätigung für die zweite SIM fehlt.

    Es gab mal früher die Firma „Black & Mine“, ein Laden der von Vodafone Vertrieblern ausgegründet wurde. Da hat man einfach eingerufen und das Problem war erledigt.

    Lesetip: Radikal Digital

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    Klimawandel und Vogelnistkästen

    Dann kann ich ja den Müll entsorgen

    Wir hatten ja dieses Meisenpaar im Nistkasten. Der Nachwuchs hatte sich in den letzten Tagen auch recht lautstark bemerkbar gemacht, Mutter und Vater Meise waren ständig unterweg die Bälger zu füttern.

    Das taten sie mit einer seltsamen Ineffizienz: Selbstversorgung an unseren Meisenknödeln, dann Abflug in den nächsten Baum um dort langwierig Klein- und Kleinstgetier zu jagen. Dann abgehetzt und Müde zurückfliegen und die Kiddies füttern. Beim Abflug noch etwas Müll mit in den Schnabel nehmen und dann das Procedere wieder von vorne wärend andere Vögel alle paar Minuten unsere Futtermischung (Protein und Fettreich) sowie das Wasser im Teich für den Nachwuchs plünderten.

    Nachdem bedenkliche Stille im Nistkasten herrschte sowie Herr & Frau Meise verschollen waren habe ich den Nistkasten aufgemacht – blöderweise auch noch eine „Von Vogelschützern empfohlen“-Bauform die nur von unten zugänglich ist.

    Im Nest waren zwei Jungvögel, der erste bestimmt schon seit 1 Woche verendet, der zweite vor wenigen Tagen. Beide eigentlich wohlgenährt habe ich keinen Grund gesehen, warum die Altvögel das nicht zuende gebracht haben.

    Ich vermute mal, dass es den Jungen zu Heiss wurde und die Altvögel nicht in der Lage waren, entsprechend auf die Hitze zu reagieren.

    Fazit: ich baue erstmal wieder alle Nistkästen ab bis ich irgendwas selbstkühlendes und isoliertes gebaut habe damit die kleinen Birdies eine Überlebenschance im Klimawandel haben.

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    Das Filet ist im Eimer

    Nachdem meine Experimente mit „langsamen Garen“ im Backofen daran gescheitert sind, dass der doofe Automat die Temperatur nicht wirklich gut halten kann und das Fleisch trotz Einpackens an der Oberfläche etwas trocken wurde (das Innere war stets schmackhaft) habe ich mal Geräte aus meiner Firma zweckentfremdet.

    Ein Rinderfilet „aus der Mitte“ von der Metzgerei Jost für 10 EUR, sachgerecht im ESD-Vakuum-Beutel verschweisst und im Wasserbad bei 55°C über 1:30h gegart.

    Da es im Haushalt keinen Kochtopf gibt, der von den Abmessungen her mit dem „Sous-Vide“ Thermostat klar kommt, habe ich einfach einen Putzeimer genommen. Ob nun das Fleisch 1h oder 3h bei 55°C gart ist egal, wenn es gar ist ist es gar. Diese „Thermostate“ sind recht schlicht gebaut: Heizelement, Umwälzpumpe und bisserl Elektronik für die Regelung. Man stellt die Zieltemperatur und Garzeit ein, startet den Vorgang und wartet bis das Wasser aufgeheizt ist. Dann das Beutel-Gargut im Wasser versenken und ggf. mit einem Löffel beschweren – fertig.

    Wenn das Fleisch dann durchgegart ist, noch mal durch die rotglühende, gusseiserne Pfanne gezogen. Dazu Kroketten aus dem Gefrierfach und Kräuterbutter – lecker.

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    Test Caterpillar Cat S61 Smartphone: Bedingt Einsatzbereit

    Zusammenfassung / Summary:

  • Fabrikfehler beim Zuschnitt und Aufkleben des Gorilla Glass, das darf bei einem 1000 EUR Gerät nicht passieren.
  • Verdammt beschissenes Design der MicroSD und SIM-Slots, da hat niemand darüber nachgedacht das Gerät mal zu benutzen.
  • Keine QI Lademöglichkeit, wurde vermutlich aus Platzmangel oder wegen IP 68 gestrichen – wäre aber bei IP 68 enorm wichtig
  • Kaputte Software (Lasermessung) im Auslieferstand, da hat die QA versagt.
  • Ladehandling insgesamt nicht wirklich tauglich.
  • Hohe Wärmeentwicklung bei wenig Aufgaben.

  • Caterpillar fertigt nicht nur Baumaschinen, sondern gibt seinen guten Namen auch für Mobiltelefone und Schuhe her.

    Das neue Cat S61 verspricht Wunder: IP68 Schutz (Staubdicht, Schutz gegen dauerndes Untertauchen), FLIR Lepton Infrarotkamera der neuesten Generation, hochauflösende Kamera mit optischem Zoom, Laser-Entfernungsmesser mit Software zum Ausrechnen von Flächen und Volumen, VOC-Raumluftqualitätsmessung und Feuchtigkeitssensor und vor allem Bruchsicher (übersteht wiederholte Falltests auf Beton aus 1,8 m Höhe), flotter Qualcomm Snapdragon 630 Octa-Core Prozessor für ordentlich Rechenpower und aktuelles Android 8.0 Oreo.

    „Baustellenhandy für Ingenieure“ – her damit!

    Gestern kam es noch vor dem offiziellen Verkaufsstart an. In der Verpackung: Telefon, USB-Netzteil, USB 3.1 Typ C (wahnsinnig geläufig) Kabel, Zettel „Quickstart“.

    Super Haptik, richtig schweres Teil.

    Nanu, was ist da auf dem Display? Das fast unzerstörbare „Gorilla-Glas“ ist an einer Stelle nicht korrekt geklebt, auf der anderen Seite des Displays hat es einen Einschluss und die Fingernagelprobe zeugt, dass es unten nicht bündig mit dem Rahmen abschliesst sodass sich dort alsbald die Krümel festsetzen und den Touchscreen zerlegen werden.


    Sofort den Support des Verkäufers in Hirschau informiert und weitergemacht.

    Erster Schock beim Einsetzen des Telefon- sowie Speicherchips: die Kammer für die 2 Karten lässt sich zwar leicht öffnen (man geht mit einer Büroklammer oder 1ct Münze in die Kerbe, öffnet den Tray und zieht ihn heraus), jetzt hat irgendein irrer Ingenieurspraktikant folgende Konstruktion erdacht:

    – die Nano-SIM liegt locker in einem kleinen Körbchen welches an der herausziehbaren Abdeckung befestigt ist. Eine falsche Handbewegung und die SIM fällt heraus. Könnte man vorsichtig mit ganz UHU befestigen, aber hier wurden die Toleranzen schon so ausgereizt dass ich meine Nano-SIM nochmal paar Micrometer flacher machen musste damit sie überhaupt reinpasste.

    – Die Speicherkarte (Micro-SD) hingegen, welche vermutlich öfters mal ausgebaut werden muss (Datentransfer mit Geräten die kein MTP oä sprechen) steckt nicht im üblichen Federslot (drücken und die Karte springt raus) sondern in einem eigenen Caddy welcher so festsitzt, dass ich ihn nur mit einer stabilen Laborpinzette herauszupfen konnte (stelle ich mir gerade witzig auf der Baustelle vor).

    Wäre es umgekehrt (SIM quasi fest verbaut, SD-Karte kommt beim Öffnen des Trays mit heraus) könnte ich es verstehen – so ist es einfach nur völliger Quatsch.

    Ok… Starten, Google-Konto eingeben, schönes Vibrationsfeedback beim Tastendruck – erinnert irgendwie an das sanfte Wummern eines Caterpillar-Baggers – gut gemacht!

    3 Updates und Neustarts später die ersten Tests. Die Kompass- und Beschleunigungssensoren sind sehr gut, an der Infrarotkamera kann man nichts falsch machen da FLIR seine eigene Softwaresuite mitliefert. Kurzer Abgleich mit meiner „alten“ Infrarotkamera, die Messungen sind in Ordnung.

    Applikation für die Lasermessung gestartet, der Bildschirm flackert und nichts passiert. Eigentlich sollte da jetzt ein Kalibrierungsbildschirm kommen. Nach 5min kurz den Aus/Einschalter getippt, Telefon läuft noch. Neu gestartet, Lasermessung neu angeworfen – gleicher Effekt. Ok, Problem was bestimmt in 2 Wochen (oder 2 Monaten oder nie) durch ein Softwareupdate gelöst wird. Eigentlich soll mir das Gerät für knapp 1000 EUR eine Hilfe und kein Ballast sein.

    Praxistest Nr. 1: Ich trage das Gerät eine Weile in der Hemdtasche umher. Ungewohnt schwer, aber man weiss immer dass es noch da ist. Nach 15min ist meine Hemdtasche sauber und alle Flusen hängen am Smartphone – das Display ist ein Staubmagnet.

    Praxistest Nr. 2:Ich möchte das Gerät vollständig aufladen, das Gerät verweigert mit dem mitgelieferten Kabel eine Schnelladung selbst am 4 Ampère Netzteil, vermutlich habe ich mal wieder irgendeine neue Entwicklung verpasst und müsste neue „USB-Trafos“ kaufen.

    Praxistest Nr. 3: Nutzung im Alltag. Bis auf paar Apps ist das Gerät noch nackt, dh. keine Synchronisation mit meiner Cloud und Mailserver. Nur 2x30min Fahrt zum Kunden und zurück, wärend der Fahrt Routing mit Waze und vorort bisserl Surfen mit dem Firefox über WLAN. Meine KfZ-Smartphonehalterung kann Geräte bis zu Backsteingrösse aufnehmen, brach aber beim S61 schon beim Losfahren auseinander. Ich habe das Gerät dann in die Smartphone-Schale auf der Mittelkonsole gelegt wo sich das Display nicht entscheiden konnte ob es nun „Portrait“ oder „Landscape“ anzeigen sollte. Am Ziel angekommen war das Smartphone nur durch Nutzung der Navigations-App schon recht warm geworden. Beim Kunden noch bisserl mit Firefox, Chrome und der Infrarotkamera herumgespielt und wieder mit Waze-Navi nachhause.

    Ladezustand war noch OK (irgendwas mit 95%), aber viel gearbeitet mit dem Gerät habe ich nicht. Ein echter Baustellentest mit Nutzung des Laserentfernungsmessgerätes war aufgrund des oben genannten Fehlers nicht möglich.

    Jetzt habe ich mal paar Überlegungen angestellt: Ein Gerät, was quasi 24/7 im Einsatz ist muss auch 24/7 ladbar sein. Mein Samsung S7 steckt zb. wärend der Fahrt in einer aktiven Ladehalterung von Brodit (Laden über die untere USB-Buchse) wo ich es für die Navigation im Blick habe. Alternativ kann ich fürs S7 auch eine QI-Ladestation nehmen, entsprechende KfZ-Halterungen gibt es für kleines Geld.

    Intelligenterweise ist ausgerechnet das wasserdichte IP68-Gerät Cat S61 nicht drahtlos ladefähig, das geht nur über die USB Buchse am Boden. Damit sich die Buchse nicht mit Dreck vollsetzt (und dafür sind die kleinen USB 3.x Buchsen berüchtigt) ist ein Gummideckel davor. Bei nicht-geschützten Geräten kann man die USB-Buchsen mit einem Staubsauger reinigen (da kommt Luft von hinten durch), bei dieser Buchse hilft nur noch Lupe, Pinzette und trockene Pressluft.

    Was bedeutet: Laden im Auto in einer Halterung der Sorte „Telefon rein, alles gut“ ist mit dem S61 nicht möglich, man wird auf Frickellösungen ausweichen müssen wo manuell das USB-Kabel (was übrigens recht locker sitzt) eingesteckt werden muss. Geht nur mit Halterungen, die unten in der Mitte genügend Freiraum haben. Ob dann die Gummiabdeckung ein mehrmals tägliches „auf/zu“ überlebt ist zweifelhaft.

    In dieser Kombination ist es natürlich besonders schmerzhaft, dass man den Akku nicht selber tauschen kann sondern dafür das Gerät einschicken muss. 2 Tage hin, 5 Tage Reparatur, 2 Tage zurück – 2 Wochenende und den GLS-Fahrer verpasst sind 12 Tage.

    Meiner internen Statistik zufolge halte ich Smartphones 4 Jahre und tausche nach 2 Jahren die Akkus aus – das wird auch beim S61 vermutlich früher sein da es meine Infrarotkamera, meinen Laserentfernungsmesser und mein Infrarotthermometer ersetzt die mehrmals pro Woche benötigt werden – auch moderne Lithium-Akkus vertragen nur eine begrenze (recht hohe) Anzahl von Ladezyklen.

    Ich habe das Gerät jetzt erstmal reklamiert und zurückgesendet. Durch die lahme Bearbeitung beim Lieferanten haben sich die Ersatzlieferung und mein Wunsch nach Storno überschnitten – jetzt bin ich gespannt, was dabei herauskommt.

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    Wildes Gevögele und eine schweinische Ménage à trois

    Seht selbst was in unserem Garten so abgeht …

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    Walzer am Himmel

    Über Frankfurt ist mal wieder Unwetter (wir bekommen wie immer nix davon mit), am Flughafen FRA geht nichts mehr weil in der Einflugschneise eine recht heftige Gewitterzelle liegt.

    Was landen will, muss mit anderen Fluggeräten am Himmel erstmal über Nürburg oder Schotten gut 45min den ewigen Walzer tanzen

    Oder die Flieger werden am Startflughafen erst gar nicht losgelassen, zB. LH1153 von Palma de Mallorca oder der Nachmittagsflug von Thessaloniki durften erst 2 Stunden später abfliegen. Da sich die Unwetter kaum Vorhersehbar binnen weniger Minuten bilden kann es passieren, dass man die 2h in der Blechbüchse auf dem Rollfeld in sengender Sonne verbringen kann.

    Was ein Glück dass ich Flugverkehr meide 🙂

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    Buchhalters Klagelied

    Meine Firma hat was bei Amazon USA für 119,99 USD bestellt. Das einzige was ich habe ist ein Beleg auf dem draufsteht „This is not a VAT-Invoice“, was mich nicht interessiert da sowieso keine Mehrwertsteuer ausgewiesen wurde. Dafür ist Amazon so nett und errechnet gleich die Einfuhrumsatzsteuer und schlägt die drauf.

    Kein Problem das zu buchen: Warenpreis + Frachtkosten nach „Werkzeuge und Kleinteile bis 150 EUR Netto“ und die gezahlte Einfuhrumsatzsteuer 19% nach „Gezahlte Einfuhrumsatzsteuer“ – fertig.

    Jetzt hat mir Amazon aber 5% Aktionsrabatt gegeben. Der Rechenweg wäre nun Warenpreis – Aktionsrabatt + Frachtkosten = Einkaufswert und davon 19% ist die Einfuhrumsatzsteuer.

    Amazon macht das ganz anders:

    =105,57€ Warenwert
    + 35,38€ Fracht
    ========
    =140,95€ * 19% = 26,78€
    + 26,78€ Einfuhrumsatzsteuer
    ========
    =167,73€
    - 5,27€ Promoabzug 5% auf 119,99 USD = 6 USD/5,27€
    ========
    =162,46€ Endbetrag

    Die 5,27€ kann ich nicht vom Warenwert abziehen weil sonst die Errechnung der Einfuhrumsatzssteuer nicht stimmt. Ich könnte sie nach 3770 (Erhaltene Rabatte) schieben, dann schleppe ich ein Konto herum was vermutlich nie wieder bebucht wird. Oder dreist auf 3730 (Erhaltene Skonti), das freut die Ratingagentur. Einfach als Gutschrift auf „Werkzeuge und Kleinteile“?

    Mal schauen was meine famose Buchhalterin dazu sagt…

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    Kleine Rheintour

    Ich will schon Ewigkeiten eine Rheintour machen. Heute morgen unverhofft früh ausgeschlafen, was macht man mit dem Sonntag? Fahrrad ans Auto hängen und ab nach Rüdesheim um dort vielleicht nach einem gemütlichen Rheinwein-Frühschoppen auf Tour zu gehen.

    Ich parkte im östlichen Teil von Rüdesheim, da wo sich Rewe, Aldi und dm die Klinke in die Hand geben und am Wochenende riesige Parkflächen freistehen. Ein paar Radumdrehungen später sah ich ganz viele gestresste, stark übergewichtige „Metallica“ T-Shirts in Kleinwagen, deren Inhalt eine Lücke auf den offiziell markierten Parkplätzen suchten. Ah, da war doch irgendwas – die Magic Bike Rüdesheim fand statt.

    Den Haufen Chrom und Leder habe ich rechts stehen lassen können denn der Rheinradweg war Motorradfrei. Irgendwo hinter der Hauptveranstaltung tat sich im Westen Rüdesheim eine Lücke auf durch die ich in die Weinberge entfleuchen konnte – auf 200 Höhenmetern war das Knattern der hubraumstarken Edelbikes kaum noch zu hören. Das Problem bei Weinbergen ist naturgemäss die äusserst sonnige Lage ohne viel Schatten zum ausruhen, die Entscheidung „nochmal 100 Höhenmeter zum Niederwalddenkmal und durch den Wald nach Lorsch“ oder „auf gleicher Höhe nach Assmanshausen“ war schnell gefallen.

    Hätte ich doch nur den Niederwald genommen denn hinter Assmanshausen ist vor 2024 mit der Weiterführung des Rheinradwegs auf hessischer Seite nicht zu rechnen und musste daher 3km im Windschatten überlaut röhrender und stinkender Mopeds verbringen. Zwar gibt es ab Lorch wieder einen Radweg, der ist aber direkt an der Strasse und wird daher wärend der „Magic Bike“ nicht sonderlich angenehm sein. Der Ausflug nach Kaup wurde gestrichen und auf der Rheinfähre „Niederheimbach-Lorch“ konnte ich die erhöhten Oktanwerte wieder abbauen.

    Die Rheinland-Pfälzische Seite des Rheins ist weitaus angenehmer zu fahren: dicht am Rhein ist der Radweg mit regelmässigen Möglichkeiten für eine Rast, rechts daneben kommt gleich der Bahndamm der den Ausblick auf die Naturschönheiten und Burgen dort verhindert – sonst könnte der Pedalist beim Bewundern ins straucheln kommen und sich den Hals brechen. Einer dieser Burgen habe ich mich tatsächlich genähert. Viel hat sich in den letzten 1000 Jahren nicht geändert: wurden früher Schiffe geplündert sind es heute Touristen, die mit zahlreichen Angeboten zur Eigentumsübertragung ihrer Moneten aufgefordert werden.

    Irgendwann stellte sich eine gewisse schläfrige Monotonie ein, plötzlich hatte ich eine Rentnerhorde vor mir und war in Bingen. Dort graste ich die kleinen Gässchen ab auf der Suche nach einem schattigen Biergarten, letztendlich begnügte ich mich mit einem Eiscafe etwas ausserhalb der Touristenmassen.

    An Ende der Reise, zurück in Rüdesheim gab es einen ungeplanten Höhepunkt: An den Resten der Hindenburgbrücke traf ich einen rüstigen älteren Herren mit dem ich an einem schattigen Plätzchen ins Gespräch kam und der mir sehr lebhaft erzählen konnte wie es um Rüdesheim am Ende des zweiten Weltkriegs stand.

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