Elektromobilität – yay!

Anfang September 2018 wurde in Hammersbach OT Marköbel eine E-Bike-Tankstelle eröffnet (1) (2).

Eine Lade-Insel mit zwei Rädern…

Karin und ich haben uns im September mal auf eine Tour begeben um die „klimaschonende Maßnahme“ zu begutachten.

Wie bei vielen Projekten der öffentlichen Hand wurde auch hier stark und mutig angefangen um dann aufzuhören ohne die losen Enden zusammenzuknüpfen.

Eines der Probleme ist die Ortsangabe: „Am Radweg Hohe Straße in Marköbel“ ist eine 3km lange Strecke vom Ortseingang bis zur Ortsmitte, der Radweg ist an manchen Stellen auch nicht sonderlich eindeutig ausgeschildert. Zum Glück ist meine Frau „Einheimische“ und erinnerte sich, dass nach „links abbiegen eine Trafostation komt“ – sicherlich ein guter Platz ür eine Ladestation.

Dort angekommen findet man aus Richtung Westen eher den Bücherschrank am Gebäude als die Ladestation. Erst nach „Oh, da ist eine Bank“ sieht man auch die „Zapfsäule“.

Ladestation mit Blick gen Nord-Osten

Schnell gesellte sich noch ein anderes Elektromobilitätspaar im Rentenalter dazu die auch das schöne Wetter nutzen um von Bruchköbel aus diesen Innovationstempel vor den Toren des Ronneburger Hügellandes aufzusuchen.

Man wurde sich schnell einig: seinen Akku kann man hier bestimmt auffüllen (sofern man sein eigenes Ladegerät dabei hat), wie sich die Herren Politiker aber einen Besuch der örtlichen Gastronomie zur Überbrückung der Ladezeit vorstellen (so ein Ladegerät ist schnell in einer Handtasche verschwunden) – da ist auch 4 Köpfen nicht viel eingefallen, vorallem weil Gastwirte gerne eine Steckdose zum Hauptgericht anbieten. Und stabiles Stahlwerk zum Anbinden der Drahtesel wurde auch nicht gesichtet – ich würde mein Rad dort nicht eine Stunde unbeaufsichtigt stehen lassen.

Immerhin ist Platz für 4 Ladegeräte vorhanden, jede Dose bietet 12 Ampere bei gängigen 230V – für moderne Schnelladegeräte schon grenzwertig.

Statt da mit neuem Pflaster eine hübsche Säule hinzustellen, hätte man auch ganz pragmatisch und günstig die Ladeeinheit unter das schützende Vordach an die Wand des Trafohäuschens dübeln können.

Letztendlich wird das Schicksal dieser Installation so aussehen: Mangels Beschilderung und echtem Nutzen wird die Station nur selten genutzt. Wie (zB. in Büdingen bereits geschehen) wird in Folge der Strom abgeschaltet, den Einschalt-Schlüssel dafür gibt es im Rathaus – welches geschlossen hat wenn Freizeitverkehr herrscht. Nachdem die Elektrik hinreichend verrottet ist, wird sie (diesmal ohne Pressetermin) abgebaut und verschrottet.


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Merkel muss weg!

Merkel muss weg!

Merkel muss weg!

Merkel muss weg!

Merkel muss weg!

Merkel muss weg!

Oh – Merkel ist weg! Zumindest auf Raten. Die Kabarettisten sind offensichtlich ratlos, wen sie jetzt mehr oder überwiegend weniger geistreich verspotten können. Vorallem, weil die Beliebtheit von Angela Merkel in der Bevölkerung wieder auf Höchststand ist.

In ihrer Not versuchen sie nacheinander Christian Lindner und Friedrich Merz eine „Flucht vor der Verantwortung“ anzudichten: Lindner mit „Besser nicht regieren als schlecht regieren“ und Merz, dass er (nach dem er den CDU-Fraktionsvorsitz 2002 an Angela Merkel abgeben musste) sich aus der Politik ausgeklinkt hat.

Hagen Rether bringt den Jamaika-Exit ungefähr so auf die Bühne: „Unterbezahlte Pfleger – wenn die sagen würden ‚besser nicht arbeiten als schlecht arbeiten‘. Die stellen sich jeden Tag der Verantwortung, der Lindner kneift“.

Da muss der bekennende Vegetarier und attac-Verfechter Rether irgendwas Grundsätzliches nicht verstanden haben: Unterbezahlte Pfleger arbeiten nicht aus Verantwortung sondern weil sie als modernes Prekariat sonst ihren Job verlieren.

Wenn Vertreter der Legislative und/oder Judikative unter schlechten Bedinungen ihren Job weitermachen (nach Rether’scher Lesart „Verantwortung übernehmen“) haben wir auch schnell wieder sowas wie Roland Freisler als Archetyp des Richter(un)wesens.

Zumal: Wäre die FDP nicht aus den Koalitionsverhandlungen ausgestiegen, hätte Hagen Rether wieder den Vorwurf der „Machtgeilen 3 Pünktchen Partei“ ausgepackt – das passiert nachhaltig immer dann, wenn Kabarettisten nur Meinungen statt Rückgrad haben.

Bei Friedrich Merz versucht man ebenfalls, ihm die Flucht vor der Verantwortung anzuhängen – was aber so recht nicht klappt, denn nach seinem Ausstieg macht er hochbezahlt in seinem alten Job als Rechtsanwalt weiter und stieg immer weiter auf.

Wer es mit Friedrich August III halten kann („Machd doch eiern Drägg alleene!„) verdient meinen höchsten Respekt gegenüber demjenigen, der ständig in seiner Tretmühle weitermacht.

Jo… und nun ist Merkel auch bald weg – ein würdiger Ersatz wurde in AKK bereits gefunden, nun ist halt Paceum statt Valium angesagt.


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Wertstoffhof Nidderau – perfekt gegen gute Laune!

Sonnenschein, Frau ausser Haus, die schlimmste Arbeit ist getan. Nächster Punkt auf dem Zettel: „Gelbe Säcke organisieren“.

Ja, ich meine „organisieren“ wie in den Hungerjahren nach dem zweiten Weltkrieg, denn „Gelbe Säcke“ sind unabdingbar – aber schwer zu bekommen.

Eine Anlaufstation wäre das Rathaus, hier muss man sich aber auf den Parkplatz-Mambo einlassen. Denn sind vor dem Rathaus die spärlichen Parkmöglichkeiten für Besucher belegt, fährt man wieder zurück auf die Hauptstrasse, geniesst den Linksabbiegerstau zur „Neuen Mitte“, dann weiter bis Ortseingang Nachbarort über den Parkplatz Schule-Turnhalle-Schwimmbad wieder zurück um gerade im Sommer dort auch nicht parken zu können.

Also dann doch gleich Wertstoffhof Nidderau – da muss ich nicht mit dem Auto aufs Gelände sondern parke ausserhalb und betrete das Gelände zu Fuß.

Da sämtliche Reserven an „Gelben Säcken“ an Bewohner, Mieter und Nachbarn ausgegeben wurden, wollte ich gleich mal für 3 Haushalte holen – sonst muss jeder einzeln dorthin fahren der Wertstoffhof liegt nunmal nicht auf den gängigen Büro- und Einkaufsrouten.

Folgender Dialog:

Ich: „3 Rollen Gelber Sack bitte“
Scherge (raunzend): „Für jeden Haushalt nur eine Rolle“
Ich: „Ich hole für 5 Haushalte, 3 brauch ich mindestens“
Scherge (schnarrend): „Für jeden Haushalt nur eine Rolle“
Ich: „Hallo, ich hole für 5 Haushalte“
Scherge (brüllend): „Für jeden Haushalt nur eine Rolle, wie oft soll ich es noch sagen?!“
Ich: „Soll ich jetzt jeden einzeln mit dem Auto hierher schicken damit er selber holt?“
Scherge (tobt): „Für jeden Haushalt nur eine Rolle, und jetzt Schluss! Ausserdem haben wir nur noch wenig“

Besser als mit einem Besuch auf dem Nidderauer Wertstoffhof kann man sich den Tag einfach nicht versauen.




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Keine Winterspiele in Calgary

Vox populi vox dei – Volkes Stimme, Gottes Stimme – das Volk von Calgary (Kanada) wurde gefragt und antwortet „Nein, wir wollen hier keine Olympischen Winterspiele 2026“. Mit 56,4% „Nein“ recht knapp, aber klar über der Hälfte.

Jetzt mal ernsthaft – an was denkt ihr bei „Olympische Spiele“?

  • An den Olympischen Eid von 1920 „Wir schwören, dass wir an den Olympischen Spielen als ehrenwerte Kämpfer teilnehmen, die Regeln der Spiele achten und uns bemühen werden, ritterliche Gesinnung zu zeigen, zur Ehre unseres Vaterlandes und zum Ruhme des Sports.“?
  • An die zahlreichen Sportler, die sich in einer grossen Gemeinschaft untereinander messen wollen und dann eine gemeinsame Party schmeissen?

Oder eher an

  • Ein IOC dem es überwiegend nur darum geht möglichst viel Geld abzuschöpfen und Diktaturen belohnt, gelobt und verhätschält?
  • Spiele, die kein „Ereignis für die gesamte Bevölkerung“ mehr sind weil die Übertragungsrechte kein einzelner Sender mehr stemmen kann?
  • Zensur- und Knebelverträge für Berichterstatter, Sportler, Funktionäre erzwingt?

Ich bin da eher beim letzten Block.

Schade für die Sportler, die sich jahrelang auf die Spiele vorbereitet haben und niemand zuguckt.

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Sourcecode…

Ein Kollege hat mir heute einen Packen „Innnereien“ in Form von Sourcecode einer prominenten „Security Appliance“ zur Begutachtung überlassen.

Man sieht recht deutlich in der Organisation der Dateien,  dass die erste Priorität über Jahre dem Management der teuren Lizenzschlüssel galt.

Der Rest ist „Rad neu erfinden“ und „keine Ahnung warum das den Compiler stört – ich kommentiere es einfach aus“.

Real gesehen lassen sich 99% der Angriffe mit 1% der Rechenkapazität abwehren, die scheissteure Appliance checkt permanent an der falschen Stelle.

„Machs doch besser!“ – ich mach es besser, aber die Konstruktion hier ist zB. nicht übertragbar auf Unternehmen die immer noch glauben, dass sie mit Microsoft den Joker gezogen haben.

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Nach der Wahl ist vor der Wahl

Hessen hat gewählt und das Interessante ist, dass die AfD eine beispielhafte Jagd auf „Bündnis 90/Die Grünen“ machen konnte und in vielen Wahlbezirken fast gleichauf gezogen ist.

Ich finde die Analysen hochdekorierter Politik- und Wahlwissenschaftler sowie Fachjournalisten total spannend:

  1. Alle reden jetzt erst flächendeckend davon, dass der SPD die angestammte Wählerschaft (namentlich das Milieu der Arbeiter) durch den Strukturwandel verloren gegangen ist. Dieser Strukturwandel ist aber schon seit 20-30 Jahren im Gange, was man schön an den Wahlergebnissen der SPD in deren Hochburg NRW feststellen kann – nach einem Hoch in 1985 geht es nur noch abwärts.
  2. Alle finden den Zuspruch zur AfD sehr bedenklich.
  3. Dass die Grünen immer mehr Mandate bekommen, bringen die meissten Berichterstatter als äusserst positiv rüber.

Ich habe da eine ganz andere Auffassung…

Dass man mit „Hauptsache dagegen“ in Deutschland eher eine Demo organisieren kann (im Zweifelsfall gibt man Protestkonzernen wie Campact oder Greenpeace bisserl Geld) als mit einem „dafür“ ist bekannt.

Und unsere GroKo hat in der Vergangenheit bewiesen, dass man sie sehr gut mit Öko-Themen und bisserl Druck von der Strasse wie eine Rinderherde zum Schlachtautomaten leiten kann.

Bei Atom und Kohle schieben „Bündnis 90/Die Grünen“, beim Diesel der „Deutsche Umwelthilfe“ Abmahnverein und statt die Lemminge rund um den Hambacher Forst einfach Charles Darwin zu überlassen werden bundesweit Polizisten abgezogen, um diese Irren vor dem Tod zu retten.

Und in dieser Gemengelage kommt die AfD und fordert „ideologiefreie Grenzwerte“, „Schluss mit dem, was wir heute Klimaschutz nennen“, „Weiternutzung von bestehenden Atomkraftwerken aber keine Neubauten“, „Einschränkungen beim Bau neuer Windenergieanlagen“.

Das hessische Wahlprogramm der AfD liest sich wie dar „Wunsch des gemeinen Bürgers

zB. so Trivialitäten wie „Der Rechtsstaat gilt für jeden“ und nicht wie die Grünen meinen „... ausser für die bösen Konzerne wie RWE – Hambi darf nicht sterben!!!

Oder dass die politische Gesinnung keine Gerichtsurteile beeinflussen darf, Stärkung der Akzeptanz und Respekt gegenüber unseren Sicherheitsbehörden usw..

Das wären Sätze, die ich mir viel lieber von der FDP gewünscht hätte – aber die lässt sich ja auch lieber von den Grünen durchs Dorf treiben und wird auch nicht mehr diesen Kurs verlassen können.

Die AfD ist defacto die einzige Partei, die eine Gegenbewegung zu dem grünen Bullshit bietet, der mittlerweile die gesamte Parteienlandschaft wie ein Schmarotzer durchdrungen hat.

Auch die Grünen haben mal mit vielen Wirrköpfen angefangen, es würde mich also nicht wundern wenn die AfD in paar Jahren ganz pragmatisch mit den Grünen die Regierung bilden werden.







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Die Petersburger-Fünfte-Schlittenfahrt

Auf der Webseite Lindrider kann man mit paar Strichen für einen virtuellen Schlittenfahrer eine Bahn bauen und ihn herabfahren lassen.

Nichts ungewöhnliches, bis man einen „Track“ baut, der synchron zu Beethovens 5ter Symphonie abläuft.

3 Monate hat User DoodleChaos daran gearbeitet, das Ergebnis ist recht ansprechend und kann durchaus wie der Vorgänger im Musikunterricht eingesetzt werden.

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Die Hessen mal wieder…

Am 28. Oktober dürfen die Hessen in einer Volksabstimmung die regionale Verfassung ändern.

Und da die Hessen mittlerweile zu einem stramm links-grün-konservativen Volk verkommen sind, sehe ich da schwarz…

Schauen wir uns mal an, was zur Abstimmung ansteht:

1) Stärkung und Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männer

Als Abs. 2 wird angefügt:“(2) Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Dafür gibt es riesige Gesetzespapierberge auf Bundesebene. Bundesrecht bricht Länderrecht, also unnötige Verstärkung und Angriffsfläche.

2) Stärkung der Kinderrechte

„(2) Jedes Kind hat das Recht auf Schutz sowie auf Förderung seiner Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.  […]

Dumm dabei ist, dass die Formung einer „gemeinschaftsfähigen Personlichkeit“ auch das Setzen von Grenzen erfordert – bei extrem „freiheitsdrängenden Kindern“ wiederum hat der Gesetzgeber den Eltern das Maß der körperlichen Züchtigung schon lange entzogen und es den Ausbildenden Betrieben überlassen, in dem heute vorherrschendem, repräsentativen Querschnitt durch Heinrich HoffmannsDer Struwwelpeter“ die geforderte „gemeinschaftsfähige Persönlichkeit“ zu suchen.

3) Recht auf informationelle Selbstbestimmung und Schutz informationstechnischer Systeme

Dazu die Erläuterung: „Die Hessische Verfassung enthält bisher keine Rechte zum Schutz von Daten und von informationstechnischen Systemen.

Die Gesetze, Verordnungen, Handlungsanweisungen, Grundsätze zu diesem Thema würden in meinem Büro ca. 30 Regalmeter füllen – hätte ich sie nicht digital, indiziert und verschlagwortet. Wirklich albern, hier noch einen gleichlautenden Sonderband „HESSEN“ zu archivieren und ggf. mit den ewagigen Sonderbänden der anderen Bundesländer abzugleichen.

Dieser Kack Föderalismus schadet unserem Land eh mehr als dass er im Jahre 2018 noch irgendeinen Nutzen hat – Verbrecherbanden interessieren Landesgrenzen nicht, die Polizei mit ihren durchweg unterschiedlichen Ländersystemen und Vorgehensweisen hat das Nachsehen.

4) Aufhebung der Regelungen zur Todesstrafe

Die Todessstrafe ist seit 1949 durch das Grundgesetz abgeschafft, wozu brauchts darüber nach fast 70 Jahren einen Punkt in einer Volksabstimmung?

5) Aufnahme eines Staatszielbegriffs

Der Abstimmungspunkt ist so schwurbelig, dass ich hier auf das Orginal verweisen muss…

6) Staatsziel zur stärkeren Berücksichtigung der Nachhaltigkeit

Der Staat, die Gemeinden und Gemeindeverbände berücksichtigen bei ihrem Handeln das Prinzip der Nachhaltigkeit, um die Interessen künftiger Generationen zu wahren.

Ein Satz, geschaffen für mein Öko-Bullshitbingo. Was „Nachhaltig“ ist, darüber streiten die Gelehrten permanent: Was auf dem ersten Blick besonders Nachhaltig ist, kann sich bei genauerer (oder auch Gesamt-) Betrachtung als ökologisches Desaster herausstellen.

Heute war im Hanauer Anzeiger ein Artikel über einen Hanauer Wald mit dem Tenor „seit 20 Jahren bin ich hier Revierförster. Ich habe noch nicht ein Gramm Chemie eingesetzt.“ Es ist schön, dass Revierförster Volker Ahrend so verfahren und auch mal paar Hektar Wald wegen Schädlingsbefall als Totalabgang verbuchen kann – leider informiert der Artikel nicht darüber, ob dieser Wald einen wirtschaftlichen Zweck hat oder als Reservat anderen Vorschriften unterliegt und überwiegend von meinen Steuergeldern bezahlt wird.

Nachtrag: in der Tat! Beim geschilderten Wald bezahlt der Steuerzahler die Einschlagverluste (also wenn Holz aufgrund von Schädlingsbefall nicht den geplanten Gewinn erbringt).

Auch Vice-Autorin Philin Peters hat sich mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigt und schreibt „Warum mich das Thema Nachhaltigkeit ankotzt

7,8,9,10) Staatsziel zur Förderung von „Infrastruktur, Kultur, Ehrenamt, Sport“

Kann man abkürzen mit „Wir müssen Geld zum Fenster hinauswerfen was wir eigentlich nicht haben.

Im Bereich Kultur, Ehrenamt und Sport habe ich von meinem Vater gelernt, dass man Verlassen ist, wenn man auf Förderung der Gemeinde, des Kreises und des Landes hofft.“ – seine (wie auch meine) Veranstaltungen sind immer Selbsttragend gewesen.

11) Bekenntnis zur Europäischen Integration

Den separatistisch-regionalen Scheissdreck bei den „achwieschön, wieder die alten Dorf-Kennzeichen bekommen“  abschaffen und alle Hessen mit einem (zu erfindendem) Europakennzeichen am KfZ ausstatten.

Geht nicht wegen Bullshitgegenwehr in der Bevölkerung? Dann sind die nicht reif für Europa und da nützt auch nix wenn es in der Verfassung steht.

12) Herabsetzung des Wählbarkeitsalters

Erläuterung: Die Altersgrenze, um in den Hessischen Landtag gewählt werden zu können, soll auf 18 Jahre festgelegt werden, wie in allen anderen Bundesländern und für den Bundestag. Bisher liegt die Altersgrenze bei 21 Jahren. Es erscheint nicht mehr sachgerecht, für die Wählbarkeit ein höheres Lebensalter zu verlangen, als für das Recht zu wählen.

Defacto ist es egal, ob Kinder, Jugendliche oder (per Gesetz definierte) Erwachsene in Kreis-, Land- oder Bundestag aktiv sind – das Ergebnis ist immer ein falscher, fataler Kompromiss.

13) Elektronische Verkündung von Gesetzen

Willkommen im Jahr 2018

14) Stärkung der Volksgesetzgebung

Siehe Ochlokratie.

„Diese selbstgefälligen Piloten haben jeglichen Bezug zu uns normalen Passagieren verloren.  Wer ist dafür, dass ich nun das Flugzeug steuere?“

15) Stärkung der Unabhängigkeit des Rechnungshofs

Dazu ein Zitat aus der Erläuterung: „In Zukunft soll ausdrücklich auch die Befugnis des Hessischen Landesrechnungshofs geregelt sein, die Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Haushalts- und Wirtschaftsführung des Landes Hessen zu prüfen.

Oh? Dann muss sich meine Stadt Nidderau mal endlich warm anziehen….


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Ökologisch korrektes Energieferkeln

Übriggebliebenes Gemüse schmeisse ich nicht mehr weg, sondern missbrauche den firmeneigenen Durchlufttrockner um Äpfeln, Bananen – aber auch Tomaten, Karotten, Paprika etc. das Wasser zu entziehen.

Das Ergebnis von zB. 5 Paprika ist (je nachdem wie klein man den Kram schneidet) ein sehr überschaubares Häuflein Trockenmaterial welches sich – mangels Wasser im Produkt – vermutlich jahrelang in der Tiefkühlabteilung bei -24°C hält.

Das Ergebnis von 2 Tagen nebenläufigen Trocknen ist bei mir eine bunte Mischung von ISTADs, gefüllt mit „Brühpulver nach Alexander Herrmann„, dazu noch alles trockengelegt was im Gemüsefach langsam der Vergammelung anheimfiel: Stangensellerie, Paprika, eine einsame Karotte usw. – alles Zeug, was beim Kochen überbleibt.

Und auch das Überschussproblem habe ich gelöst: für irgendein Gericht wird eine Beilage wie wie Ajvar, Kräuterbutter, Frankfurter Grüne Soße, Sahnemeerettich oder Tsaziki gebraucht. Ich lege den Behälter vor dem Essen auf die Waage und danach auch. Damit habe ich den Verbrauch pro Person halbwegs ermittelt und friere den Rest in Silikonformen bedarfsgerecht ein.

Für eine leckere Brühe oder Sauce koche ich gelegentlich Gemüse-, Rinder- oder Hähnchenfond aus Resten zusammen und friere das dann als Eiswürfel ein (ok, die Beschaffung dieser „Reste“ ist mittlerweile eine Wissenschaft für sich geworden. Bei meinem Metzger kann ich auf Voransage die Schlachtabfälle einkassieren, heruntergesetztes Gemüse findet man immer wieder beim REWE oder Gemüsehändler – für Hähnchen und Fisch muss ich noch Beziehungen aufbauen).

Aber wenn man alles beisammen hat, kann man wirlich leckere „schnelle Küche“ machen: Hähnchenbrust „Nacho Cheese“ von Bofrost, dazu Pommes und eine Brathähnchensauce mit Paprika und gebunden mit Mehlsüssrahmbutter – alles Zutaten aus dem TK.

Also ohne, dass man für das Gericht nochmal mit dem Diesel-Panzer die Kurzstrecke zum Supermarkt mit seinen Abgasen verpestet um die Einzelteile einzukaufen – Öko pur.

Gut – wie bei fast allem, was auf den ersten Blick total Öko aussieht, steckt die Umweltbelastung im Detail: Mein Trockenautomat braucht ordentlich Strom bis so eine Charge „Wassergemüse“ (insbesondere Staudensellerie, Paprika, Auberginen und Pilze) bereit ist, im TK-Fach auf seine Verwendung zu warten.

Auch meine ganzen Fonds, die im TK-Fach auf ihren Einsatz warten sind extreme Energieferkel. Nicht nur, dass ich mir die Zutaten mühsam zusammenfahren muss, auch deren Zwischenlagerung und letztendlich Zubereitung (Reinigen, Rösten, Einkochen) verbrauchen übermässig Ressourcen gegenüber einer industriellen Herstellung.

Leider interessiert sich die Masse der Bevölkerung kaum noch für das Kochen ohne „Knorr-Maggi-Fix Pulver für Schlabberplörre“, entsprechend gibt es kaum oder gar keine kräftigen Fonds oder Extrakte mehr, die man auf Vorrat kaufen kann – also ist doch wieder selbermachen angesagt.

Und so wird man zum „Öko-Energieferkel“ weil man auf der einen Seite sehr viel Energie einsetzt um auf der anderen Seite irgendwas zu sparen (ein Begriff, wo beim Deutschen eh das Hirn aussetzt).

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F.A.Z. wird wunderlich..

Die gute, alte Frankfurter Allgemeine Zeitung, einst grosses Leitmedium unserer Republik, wird immer mehr zu einer wunderlichen, guten alten Tante.

Gerade gesehen: Klima-Knigge – und soweit man den Bezahlartikel lesen kann, eine schon etwas seltsame Konstellation. Denn will man den Leser zum CO2 sparen anregen, sollte der Artikel nicht hinter der Paywall stecken. Auf der anderen Seite ist der Autor Sebastian Balzter weder Ingenieur noch Sachverständiger sodass der Text schon im Anfang eher einem seit Jahrzehnten durchkopiertem Backrezept oder Lebensratgeber der „Hausfrauenzeitungen“ gleicht.

Schauen wir mal gemeinsam in den Artikel bzw. das, was ohne Paywall lesbar ist:

„Der größte Einzelposten in der CO2-Bilanz eines deutschen Durchschnittshaushalts ist die Heizung. Wer mit einer Ölheizung ein gewöhnliches Einfamilienhaus mit vier Bewohnern und 120 Quadratmetern Wohnfläche auf durchschnittlich 22 Grad Raumtemperatur hält, setzt allein damit je Person rund 2,2 Tonnen Kohlendioxid im Jahr frei – fast ein Viertel der gesamten Durchschnitts-Emissionsmenge.“

Da ist schon der erste Satz falsch. Gemäss verschiedener Modellrechnungen (ich habe hier eine Visualisierung gefunden, die meiner Einschätzung nach einen Mittelwert aller Mittelwertschätzungen bietet) ist der grösste CO2-Emmitent mit 25% der „sonstige Konsum“ (also was alles bei der Herstellung des Autos bis zur Herstellung der Zahnpasta ausgestossen wird), es folgt die Mobilität mit 23% und dann erst die Heizung mit 18% (dann 15% Ernährung, 11% Infrastruktur, 7% Strom).

Und bei Worten wie „Gewöhnlich“ und „Durchschnitt“ würde ich gerne den Autor sofort einer „peinlichen Befragung“ unterziehen was er damit meint – am Ende kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein kleinlautes „keine Ahnung, habe ich von einem Greenpeace-Flyer abgeschrieben“ heraus.

„Es gibt verschiedene Wege, diesen Wert zu senken. Am leichtesten ist es, die Temperatur um zwei Grad zu senken, das bringt 300 Kilogramm Kohlendioxid und ist mit einem Pullover und warmen Socken gut zu ertragen.“

Raumtemperatur gegenüber welcher Aussentemperatur? Äpfel, Birne oder doch der selbstgebackene Mangokuchen? Rätsel über Rätsel.

Zumal: gemäss dieser Veröffentlichung stösst der Mensch zwischen den Extremem totaler Ruhe 168kg CO2  und 2.040kg CO2 bei Dauerbelastung aus. Da bei niedrigen Temperaturen Mensch und Tier versuchen, durch Bewegung die Muskeln warm zu halten (was erhöhten Sauerstoffverbrauch und damit eingehend erhöhten Kohlendioxidausstoss bedeutet) und die Produktion des warmen Pullovers mitsamt Socken ebenfalls eine recht dicke CO2-Akte hat, habe ich Zweifel dass die Rechnung aufgeht.

„Wer auf eine Gasheizung umsteigt, kommt auf zusätzlich 400 Kilo weniger CO2.“

Obacht: Der Heizwert von Gas in Mj/Kg kann höher, ist aber meisstens niedriger als der von Heizöl. Das „böse Wort“ hier ist „Umstieg“ – zum einen sollte man in einer Strasse wohnen wo bereits eine Gasleitung existiert und zum anderen erzeugt die Baustelle beim Tausch eines noch gut funktionierenden Ölkessels durch eine Gastherme eher einen ökologischen „Bigfoot“-Abdruck dessen „Schuld“ über Jahre erst abgetragen werden muss (und ob Gas in 15 Jahren noch so ökologisch wertvoll sein wird …)

„Nun sind es noch rund 1,5 Tonnen CO2 je Person. Wird das Haus dann auch noch komplett gedämmt, mit neuen Türen und Fenstern versehen, sinkt der Ausstoß um weitere 300 Kilo im Jahr.“

Gleiches Thema, gleicher Irrtum. In den Ölkrisen 1973 und 1979/80 hat jeder versucht, mit 20% des grösstmöglichen Aufwands 80% des Sparergebnis zu erzielen – sofern er es sich leisten konnte. Gemäss dem ersten Gossenschen Gesetz des Grenznutzens wurde bereits damals die meisste Arbeit getan, jedes der mir bekannten, nachträglich durchgeführten Volldämmprojekte wird sich finanziell zu Lebzeiten des Eigentümers rechnen, die ökologische Schuld durch Herstellung, Verarbeitung, Anlieferung, Gewerke, Dachverlängerung etc. ist mit einer Einsparung von 300kg CO2 durch nichts zu rechtfertigen – es sei denn, Dach und Dachstuhl sind eh marode und müssen saniert werden.

„Noch weiter runter geht es nur mit einer Wärmepumpe, die am besten mit Ökostrom betrieben werden sollte. Dann sinkt der CO2-Ausstoß gegen Null, außerdem fallen die Ausgaben für Heizöl beziehungsweise Gas weg.“

Auch wenn es sich der gemeine Verbraucher anders vorstellt: Aus der Steckdose kommt der Strom, der gerade verfügbar ist. Das kann in wechselnden Mengen Atom-, Steinkohle-, Braunkohle- oder Wind-, Solar-, Wasserstrom sein. Auf dem Papier wird grossartig ein gewisser Strommix garantiert, im Kleingedruckten steht dass Das genommen werden muss was verfügbar ist (Nachts in kalten Wintern also konventionelle Energie). Wärmepumpen erleiden oft das Schicksal, eine teure und in der Wartung aufwändige Elektroheizung zu werden. Sicherlich fallen die Ausgaben für Heizöl/Gas weg, dafür ist man wieder Stromjunkie. Die Ältern unter den Lesern können sich noch an die Elektrospeicheröfen erinnern mit denen die Kraftwerksüberschüsse in der Nacht billig abgefangen werden konnten. Hat nie richtig funktioniert. Die Kalkulation mit der Wärmepumpe geht nur auf, wenn fossile Energieträger wesentlich teurer werden als elektrischer Strom und da wäre ich mir nicht so wirklich sicher.

„Eine neue Heizungsanlage und eine energetische Sanierung kosten zwar erst einmal viel Geld. Weil dadurch aber auch der Verbrauch sinkt, zahlt sich die Investition nach einiger Zeit in Euro und Cent aus – je teurer Öl und Gas sind, desto schneller.“

Kopfrechnen schwach…. Ich brauche für meine „Hütte“ (3 Parteien) im Jahr ca. 4000l Heizöl wenn im Winter die Temperaturen unter -10°C fallen und 2.500l wenn es ein warmes Jahr ist. 2004 (absoluter Top bislang) haben 100 Liter Heizöl fast 100 EUR Brutto gekostet, 4000l = 4000 EUR. Man verspricht mir 25% Einsparung wenn ich 25.000 EUR in eine neue Heizung mit Solar für Warmwasser investiere. Dazu kommen 18.000 EUR für ein neues Dach weil das alte Gebälk keine Solarmodule mehr trägt. Ich spare im Jahr also 4000 EUR – 20% = 800 EUR, die Gesamtkosten in Höhe von 43.000 EUR amortisieren sich (bei max. 100 EUR für 100L Heizöl) also in gut 54 Jahren (und das ist noch Gutmütig gerechnet, denn die Gesamtanlage braucht mehr Wartung und hat mehr Verschleissteile)

Wenn die nichtexistenten Winter weiterhin übergangslos in den Sommer übergehen spare ich im Ernstfall 2500-20% = 500 EUR im Jahr und darf hoffen, dass die Anlage 86 Jahre ohne Zusatzkosten auskommt.

Ausgangspunkt solcher wirren Energiesparkalkulationen ist stets, dass die „bösen Ölscheichs“ uns den Hahn zudrehen und wir frieren müssen. Da aber die gesamte Weltwirtschaft eine Ölpreiserhöhung nur bis zu einem gewissen Punkt verkraften kann, wird stets darauf geachtet dass Erdöl nicht zu teuer wird – eine kalte Enteignung ohne Entschädigung durch eine militärische Operation der USA oder China risikert keines der erdölexportierenden Länder.

Der Autor weiter: „Seit 2014 ist der Heizenergieverbrauch je Quadratmeter in Deutschland nicht etwa gesunken, sondern gestiegen – allen Bekenntnissen zum Klimaschutz zum Trotz.“

Da gibts auch ein Gesetz für, ich finde es gerade nicht. Geht etwa so: „Je mehr eingespart wird umso mehr wird es an anderer Stelle verwendet“. Bestes Beispiel sind LED-Leuchten für Privat, Gewerbe und Kommunen. Die Lampen sind preislich Attraktiv geworden, gerade Kommunen verbraten zukünftige Spareffekte in der Jetztzeit, dass sie noch mehr Strassenlaternen aufstellen – Sparen paradox.

Im nächsten Abschnitt schimmert der übliche Ablasshandel mit NGOS nicht mehr durch, er blendet wie ein Laserschwert brutalst ins Hirn des Leser:

„Auch Spenden an Umweltschutzorganisationen wirken. Diese nutzen die Spendengelder, um die Öffentlichkeit auf gravierende Probleme aufmerksam zu machen, oder investieren das Geld direkt in den Schutz von Regenwäldern oder bedrohten Arten.“

Real gehe ich davon aus, dass das Geld eher in den Vermögensschutz der NGO-Chefetagen geht.

Witzigster Satz war: „Nicht nur Energiekonzerne können CO2-Zertifikate kaufen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu kompensieren. Das gilt auch für Privatpersonen. Seriöse Anbieter im Netz bieten solche Zertifikate auch in kleinen Mengen an. Wer diese kauft, sorgt zum einen dafür, dass sie anderen CO2-Sündern entzogen werden und im besten Fall die Preise am Markt steigen.“

CO2-Zertifikate haben sich als nutzloses Instrument erwiesen – die dicken Umweltferkel dieser Welt nehmen an diesem Handel nicht teil. Wer teilnimmt, der kann es sich leisten oder macht es aus Prestigegründen.

Siehe auch: Indulgenz – Geschichte wiederholt sich.







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