F.A.Z. wird wunderlich..

Die gute, alte Frankfurter Allgemeine Zeitung, einst grosses Leitmedium unserer Republik, wird immer mehr zu einer wunderlichen, guten alten Tante.

Gerade gesehen: Klima-Knigge – und soweit man den Bezahlartikel lesen kann, eine schon etwas seltsame Konstellation. Denn will man den Leser zum CO2 sparen anregen, sollte der Artikel nicht hinter der Paywall stecken. Auf der anderen Seite ist der Autor Sebastian Balzter weder Ingenieur noch Sachverständiger sodass der Text schon im Anfang eher einem seit Jahrzehnten durchkopiertem Backrezept oder Lebensratgeber der „Hausfrauenzeitungen“ gleicht.

Schauen wir mal gemeinsam in den Artikel bzw. das, was ohne Paywall lesbar ist:

„Der größte Einzelposten in der CO2-Bilanz eines deutschen Durchschnittshaushalts ist die Heizung. Wer mit einer Ölheizung ein gewöhnliches Einfamilienhaus mit vier Bewohnern und 120 Quadratmetern Wohnfläche auf durchschnittlich 22 Grad Raumtemperatur hält, setzt allein damit je Person rund 2,2 Tonnen Kohlendioxid im Jahr frei – fast ein Viertel der gesamten Durchschnitts-Emissionsmenge.“

Da ist schon der erste Satz falsch. Gemäss verschiedener Modellrechnungen (ich habe hier eine Visualisierung gefunden, die meiner Einschätzung nach einen Mittelwert aller Mittelwertschätzungen bietet) ist der grösste CO2-Emmitent mit 25% der „sonstige Konsum“ (also was alles bei der Herstellung des Autos bis zur Herstellung der Zahnpasta ausgestossen wird), es folgt die Mobilität mit 23% und dann erst die Heizung mit 18% (dann 15% Ernährung, 11% Infrastruktur, 7% Strom).

Und bei Worten wie „Gewöhnlich“ und „Durchschnitt“ würde ich gerne den Autor sofort einer „peinlichen Befragung“ unterziehen was er damit meint – am Ende kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein kleinlautes „keine Ahnung, habe ich von einem Greenpeace-Flyer abgeschrieben“ heraus.

„Es gibt verschiedene Wege, diesen Wert zu senken. Am leichtesten ist es, die Temperatur um zwei Grad zu senken, das bringt 300 Kilogramm Kohlendioxid und ist mit einem Pullover und warmen Socken gut zu ertragen.“

Raumtemperatur gegenüber welcher Aussentemperatur? Äpfel, Birne oder doch der selbstgebackene Mangokuchen? Rätsel über Rätsel.

Zumal: gemäss dieser Veröffentlichung stösst der Mensch zwischen den Extremem totaler Ruhe 168kg CO2  und 2.040kg CO2 bei Dauerbelastung aus. Da bei niedrigen Temperaturen Mensch und Tier versuchen, durch Bewegung die Muskeln warm zu halten (was erhöhten Sauerstoffverbrauch und damit eingehend erhöhten Kohlendioxidausstoss bedeutet) und die Produktion des warmen Pullovers mitsamt Socken ebenfalls eine recht dicke CO2-Akte hat, habe ich Zweifel dass die Rechnung aufgeht.

„Wer auf eine Gasheizung umsteigt, kommt auf zusätzlich 400 Kilo weniger CO2.“

Obacht: Der Heizwert von Gas in Mj/Kg kann höher, ist aber meisstens niedriger als der von Heizöl. Das „böse Wort“ hier ist „Umstieg“ – zum einen sollte man in einer Strasse wohnen wo bereits eine Gasleitung existiert und zum anderen erzeugt die Baustelle beim Tausch eines noch gut funktionierenden Ölkessels durch eine Gastherme eher einen ökologischen „Bigfoot“-Abdruck dessen „Schuld“ über Jahre erst abgetragen werden muss (und ob Gas in 15 Jahren noch so ökologisch wertvoll sein wird …)

„Nun sind es noch rund 1,5 Tonnen CO2 je Person. Wird das Haus dann auch noch komplett gedämmt, mit neuen Türen und Fenstern versehen, sinkt der Ausstoß um weitere 300 Kilo im Jahr.“

Gleiches Thema, gleicher Irrtum. In den Ölkrisen 1973 und 1979/80 hat jeder versucht, mit 20% des grösstmöglichen Aufwands 80% des Sparergebnis zu erzielen – sofern er es sich leisten konnte. Gemäss dem ersten Gossenschen Gesetz des Grenznutzens wurde bereits damals die meisste Arbeit getan, jedes der mir bekannten, nachträglich durchgeführten Volldämmprojekte wird sich finanziell zu Lebzeiten des Eigentümers rechnen, die ökologische Schuld durch Herstellung, Verarbeitung, Anlieferung, Gewerke, Dachverlängerung etc. ist mit einer Einsparung von 300kg CO2 durch nichts zu rechtfertigen – es sei denn, Dach und Dachstuhl sind eh marode und müssen saniert werden.

„Noch weiter runter geht es nur mit einer Wärmepumpe, die am besten mit Ökostrom betrieben werden sollte. Dann sinkt der CO2-Ausstoß gegen Null, außerdem fallen die Ausgaben für Heizöl beziehungsweise Gas weg.“

Auch wenn es sich der gemeine Verbraucher anders vorstellt: Aus der Steckdose kommt der Strom, der gerade verfügbar ist. Das kann in wechselnden Mengen Atom-, Steinkohle-, Braunkohle- oder Wind-, Solar-, Wasserstrom sein. Auf dem Papier wird grossartig ein gewisser Strommix garantiert, im Kleingedruckten steht dass Das genommen werden muss was verfügbar ist (Nachts in kalten Wintern also konventionelle Energie). Wärmepumpen erleiden oft das Schicksal, eine teure und in der Wartung aufwändige Elektroheizung zu werden. Sicherlich fallen die Ausgaben für Heizöl/Gas weg, dafür ist man wieder Stromjunkie. Die Ältern unter den Lesern können sich noch an die Elektrospeicheröfen erinnern mit denen die Kraftwerksüberschüsse in der Nacht billig abgefangen werden konnten. Hat nie richtig funktioniert. Die Kalkulation mit der Wärmepumpe geht nur auf, wenn fossile Energieträger wesentlich teurer werden als elektrischer Strom und da wäre ich mir nicht so wirklich sicher.

„Eine neue Heizungsanlage und eine energetische Sanierung kosten zwar erst einmal viel Geld. Weil dadurch aber auch der Verbrauch sinkt, zahlt sich die Investition nach einiger Zeit in Euro und Cent aus – je teurer Öl und Gas sind, desto schneller.“

Kopfrechnen schwach…. Ich brauche für meine „Hütte“ (3 Parteien) im Jahr ca. 4000l Heizöl wenn im Winter die Temperaturen unter -10°C fallen und 2.500l wenn es ein warmes Jahr ist. 2004 (absoluter Top bislang) haben 100 Liter Heizöl fast 100 EUR Brutto gekostet, 4000l = 4000 EUR. Man verspricht mir 25% Einsparung wenn ich 25.000 EUR in eine neue Heizung mit Solar für Warmwasser investiere. Dazu kommen 18.000 EUR für ein neues Dach weil das alte Gebälk keine Solarmodule mehr trägt. Ich spare im Jahr also 4000 EUR – 20% = 800 EUR, die Gesamtkosten in Höhe von 43.000 EUR amortisieren sich (bei max. 100 EUR für 100L Heizöl) also in gut 54 Jahren (und das ist noch Gutmütig gerechnet, denn die Gesamtanlage braucht mehr Wartung und hat mehr Verschleissteile)

Wenn die nichtexistenten Winter weiterhin übergangslos in den Sommer übergehen spare ich im Ernstfall 2500-20% = 500 EUR im Jahr und darf hoffen, dass die Anlage 86 Jahre ohne Zusatzkosten auskommt.

Ausgangspunkt solcher wirren Energiesparkalkulationen ist stets, dass die „bösen Ölscheichs“ uns den Hahn zudrehen und wir frieren müssen. Da aber die gesamte Weltwirtschaft eine Ölpreiserhöhung nur bis zu einem gewissen Punkt verkraften kann, wird stets darauf geachtet dass Erdöl nicht zu teuer wird – eine kalte Enteignung ohne Entschädigung durch eine militärische Operation der USA oder China risikert keines der erdölexportierenden Länder.

Der Autor weiter: „Seit 2014 ist der Heizenergieverbrauch je Quadratmeter in Deutschland nicht etwa gesunken, sondern gestiegen – allen Bekenntnissen zum Klimaschutz zum Trotz.“

Da gibts auch ein Gesetz für, ich finde es gerade nicht. Geht etwa so: „Je mehr eingespart wird umso mehr wird es an anderer Stelle verwendet“. Bestes Beispiel sind LED-Leuchten für Privat, Gewerbe und Kommunen. Die Lampen sind preislich Attraktiv geworden, gerade Kommunen verbraten zukünftige Spareffekte in der Jetztzeit, dass sie noch mehr Strassenlaternen aufstellen – Sparen paradox.

Im nächsten Abschnitt schimmert der übliche Ablasshandel mit NGOS nicht mehr durch, er blendet wie ein Laserschwert brutalst ins Hirn des Leser:

„Auch Spenden an Umweltschutzorganisationen wirken. Diese nutzen die Spendengelder, um die Öffentlichkeit auf gravierende Probleme aufmerksam zu machen, oder investieren das Geld direkt in den Schutz von Regenwäldern oder bedrohten Arten.“

Real gehe ich davon aus, dass das Geld eher in den Vermögensschutz der NGO-Chefetagen geht.

Witzigster Satz war: „Nicht nur Energiekonzerne können CO2-Zertifikate kaufen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu kompensieren. Das gilt auch für Privatpersonen. Seriöse Anbieter im Netz bieten solche Zertifikate auch in kleinen Mengen an. Wer diese kauft, sorgt zum einen dafür, dass sie anderen CO2-Sündern entzogen werden und im besten Fall die Preise am Markt steigen.“

CO2-Zertifikate haben sich als nutzloses Instrument erwiesen – die dicken Umweltferkel dieser Welt nehmen an diesem Handel nicht teil. Wer teilnimmt, der kann es sich leisten oder macht es aus Prestigegründen.

Siehe auch: Indulgenz – Geschichte wiederholt sich.







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Ingenieure vs. BWL – Journalisten

Niklas Záboji stellt im Artikel „Wie die ‚German Skepsis‘ Klimaziele verhindert“ die Frage „Trotz klarer Klima-Diagnose schafft Deutschland es nicht, seine Emissionen zu senken. Die Rezepte liegen auf dem Tisch – warum sind die Widerstände im Land der Tüftler und Ingenieure so groß?

Der Artikel ist leider hinter einer Paywall, aber Überschrift und Teaser lassen vermuten, dass der Autor (dessen Expertise das Studium der BWL, Geschichte und VWL ist) monieren wird, dass die Deutschen Ingenieure nicht begreifen welche weltweiten Katastrophen sie verhindern könnten wenn sie den Plänen von studierten BWL, Geschichtlern und VWLern folgen würden.

Der deutsche Ingenieur sieht die Aufgabenstellung, rechnet sie schnell durch und sagt „lass mal, das wird nichts“ weil er unter anderem die Pareto-Verteilung kennt (80/20 Regelung – zB. 80% der Aufgabe brauchen 20% der Zeit, die restlichen 20% der Aufgabe brauchen 80% der Zeit; zB. 20% der Bevölkerung besitzen 80% des Vermügens, 80% besitzen 20% des Vermögens; zB. 20% Dämmung erreicht 80% Wirkung, die 20% mehr an Dämmung verursachen 80% der Kosten – mit ein Grund, dass sozialer Wohnungsbau nur noch mit der Kneifzange angefasst wird.

Auf den „Rezepte“, von denen der Autor spricht, wird wohl das übliche Schlangenöl notiert sein: „Abschalten von Kohlekraftwerke“ mit der hastig an den Rand gekritzelten Bemerkung, dass wir ja sowieso Strom exportieren und damit die Rettung von Hambi nahe ist.

Auch scheitert die Deutsche Ingenieurskunst daran, dass jedem Produktentwickler klar ist, dass eine durch Campact et al. professionell gesteuerte Horde von „besorgten Bürgern“ jederzeit in der Lage ist, durch ihre Volkswut selbst unabhängige Gerichte zu beeinflussen (siehe verlinkten „Hambi“-Artikel von Roland Tichy) – warum sollte ich also als Ingenieur meine Energie darin investieren, ein Kohle- oder Atomkraftwerk mit hohem Wirkungsgrad zu erfinden?

Dass die von BWLern und sonstigen fachfremden Personen aufgestellten „Rettungspläne“ nichts taugen, wissen leider nur Jene, die wissen wie Strom erzeugt, verteilt und verbraucht wird – gerade solche Sachverständigen findet man in keiner Kommission.

Siehe „Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs“ von 2015-2016 – mal Link folgen und in der Mitgliederliste den Ingenieur suchen (**1). Rechtsanwälte, Berufspolitiker und ein Bischof.

Das sind dann solche Momente wo ich mir wünsche, dass sich der Morgenthau-Plan statt dem Marshallplan durchgesetzt hätte – dann würden wir alle auf Äckern schuften und könnten reine BWL und VWL-Theroretiker dezent in der Jauchegrube entsorgen.

**1:; Also ich habe in der Mitgliederliste keinen Berufsaktiven AKW-Ingenieur gefunden


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Guter Rat …

Zum Thema „Trocknen von Auberginien“ fand ich folgenden Hinweis:

Legen Sie dazu ein Gitter oder Backblech mit Backpapier aus und legen Sie die Scheiben darauf nebeneinander (nicht übereinander!). Dann den Ofen auf ca. 50 °C aufheizen und die Scheiben über Nacht trocknen lassen. Wichtig ist dabei jedoch, dass Sie die Scheiben regelmäßig wenden, damit sie von allen Seiten trocknen können. Sind die Scheiben nicht vollständig getrocknet, kann Schimmel entstehen.

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Neuer Weltklimabericht

Es gibt einen neuen Weltklimabericht. Neueste Erkenntnis: Das Klima verhält sich mit CO2 etwas anders als gedacht, wir sterben daher 30 Jahre später.

Auch hier natürlich der übliche Bullshit – wobei ich jetzt echt zu faul bin auseinanderzusortieren, ob der Quatsch wirklich so gesagt wurde oder sich auf der Oberfläche der Journalistenkristallkugel manifestierte:

So wird Niklas Höhne, Leiter des New Climate Institute und Professor für Klimaschutz der Wageningen Universität wie folgt zitiert:

„Der Bericht bestätigt, dass es Transformationen dieser Geschwindigkeit bereits gegeben hat, nur geographisch eingegrenzt, noch nicht global. Ein paar Beispiele: In nur fünf Jahren hat Norwegen Elektroautos zum neuen Standard gemacht, 50 Prozent der Neuanmeldungen sind elektrisch. Erneuerbare Energien sind derzeit so günstig, dass einige Regierung aktiv die Entwicklung sogar abbremsen. Erneuerbare Energien drängen Kohle aus Märkten wie Indien und China, was vor fünf Jahren niemand für möglich gehalten hätte. Selbst in Problemfeldern wie der Industrie gibt es Highlights: Die erste Stahlproduktion ohne fossile Brennstoffe hat in Schweden ihren Betrieb aufgenommen – undenkbar vor fünf Jahren.“

Fangen wir hinten an: Die „erste Öko-Stahlproduktion“ ist eine Pilotanlage, die gerade angefangen wird zu bauen und deren industrielle Fertigung (wenn überhaupt) 2035 ihren Betrieb aufnehmen soll. Da hat noch lange nichts „ihren Betrieb aufgenommen“.

Dass Kohle in China und Indien von regenerativen Energien verdrängt werden – dafür habe ich nur eine Quelle gefunden: nämlich ein Interview mit just diesem Niklar Höhne im Deutschlandfunk. Indien und China ist eines gemeinsam: Ihre damals schnell hochgezogenen Kohle- und Ölkraftwerke sind derbe Stinker und gerade in China Ursache für Smog in den Großstädten. Und beide Länder investieren riesige Beträge (sind auch riesige Länder) in regenerative Energien. Für Anzeichen einer galoppierenden Verdrängung von Kohle sind aber keine Quellen zu finden.

Norwegen und Elektroautos: das Land der Fjörde kann an seiner zerklüfteten und menschenleeren Küste viele Wasser- bzw. Tidenhubkraftwerke hinstellen und erzeugen so 90% ihres Stroms regenerativ. Die Regierung Norwegens hat E-Autos durch Wegfall von Steuern, Park- und Mautgebühren so massiv gefördert, dass sie billiger als Verbrenner wurden – das Geld nimmt der Staat aus den sprudelnden Ölfeldern vor der Küste. Die 50% bei den Neuwagenmeldungen hab ich nirgends gefunden, für Oslo werden Zahlen 37-43% und für den Rest des Landes < 30% gezählt. Auch „einige Regierungen“ die bremsen habe ich nicht gefunden – nur den Stadtrat von Oslo und die Elektrowagenvereinigung „Elbilforening“ die beide vom Kauf eines E-Autos abraten wenn zuhause keine Ladevorrichtung vorhanden ist – gerade Oslo hat hier ein Angebot-Nachfrage-Platzproblem bekommen (was natürlich nieeeemand vorher hat kommen sehen…).

Weitergehen, hier gibt es nicht zu sehen….

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Dauermerkeldämmerung

„Es ist einsam geworden um die Vorsitzende aus dem Osten.“

(Spiegel, 07.05.2001)

Ausgemerkelt. Die Partei wird ihren Frieden mit der Vorsitzenden nicht mehr machen.

(Stern, 28.06.2001)

Zu zögerlich, zu wolkig, zu missmutig: CDU-Chefin Angela Merkel kann ihre Partei nicht aus der Defensive bringen.

(Spiegel, 21.02.2005)

Angela Merkel bekommt ihre Kanzlerschaft nicht in den Griff. 

Spiegel, 27.07.2011

Der Anfang vom Ende der Ära Merkel

Berliner Zeitung, 10.12.2013

Um Angela Merkel wird es einsam. […] Die Ersten sprechen bereits von der Kanzlerinnen-Dämmerung.

Süddeutsche Zeitung, 30.07.2015

Der Anfang vom Ende der Ära Merkel

Deutschlandfunk, 7. 12.2016

Zu besichtigen ist derzeit: eine aufziehende Merkel-Dämmerung. Noch ist es nur ein Gefühl, befeuert von Umfragen, von Beobachtungen, genährt von Euphorie auf der einen und Depression auf der anderen Seite.

Stern, 16.02.2017)

Die Ära Merkel geht zu Ende, und das ist auch gut so.

FAZ, 16.11.2017

Die Amtszeit von Angela Merkel geht in diesen Wochen zu Ende

Zeit, 28.06.2018

Gekürzt geklaut übernommen von Stefan Niggemeier / Übermedien, zum vollständigen Artikel geht es hier.

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Menschen in lichten Höhlen

Rätselecke: Was ist das? 

Ein Mensch im Auto, ein Mensch im Flugzeug.

Viele Menschen aus Autos und Flugzeugen treffen sich im tiefen Winter in geheizten, hell ausgeleuchteten Sälen.

Menschen reisen ständig mit Autos zu anderen Orten um andere Menschen zu treffen die auch mit Autos gekommen sind.

Menschen werden gefilmt, wie sie per Flugzeug riesige Wasserflächen zu anderen Kontinenten überwinden um dort ebenfalls andere Menschen zu treffen, die ebenfalls per Flugzeug riesige Strecken zurückgelegt haben um sich zu treffen.

Weise Männer und Frauen wiederholen Sätze, die bereits mehrfach gesagt und dokumentiert wurden.

Ganz klar: ein Bericht darüber, wie man den Klimawandel durch CO2-Reduktion aufhält.

Sätze mit Bullshitfaktor kamen mit hoher Stuss-Kadenz genauso wie blödsinnige Äpfel-Birnen-Vergleiche:

Kanada macht sehr viel für den Klimaschutz, sie haben auch große Vorteile, weil sie viel Wasserkraft nutzen können und damit bereits 80 Prozent ihrer Energieversorgung sicherstellen können. Das ist schon deutlich umweltschonender als zum Beispiel Deutschland, wo noch sehr viel Kohlestrom genutzt wird. Apfel: Kanada hat viele menschenleere  Schluchten für Stauseen – aber kaum Braunkohle. Birne: Deutschland hat viel Braunkohle – aber keine menschenleeren Schluchten.

Den Vergleich hat Claudia Kemfert an den Haaren herbeigezogen – eine hochdekorierte Wirtschaftswissenschaftlerin die u.a. die Bundesregierung berät.


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Öko-Bullshitbingo (2)

„Industrie“: Ein durchweg positiv besetzter Begriff – zumindest in der Vergangenheit. Industrie erzeugt standardisierte Produkte die einer ständigen Qualitätskontrolle unterliegen und frei von Krankheitserregern sind. Heute verbindet der gemeine Ökobürger mit „Industrie“ nur geldgeile Manager, die um jeden Cent die Produktionskosten drücken wollen um möglichst viel Geld zu scheffeln. Die Wahrheit ist, dass der Konsument gerade bei Lebensmitteln erst auf den Preis und dann auf die Qualität schaut und die Hersteller beim Kampf um Marktanteile nachziehen müssen. Hat sich in den letzten Jahren gebessert, den anschwellenden Mopsgesang „WAS? FAST 30 MACK FÜR EIN STÜCK FLEISCH“ incl. Verklärung der „guten alten D-Mark“ hört man aber immer noch oft.

„Wie zu Großmutters Zeiten“: recht dehnbarer Begriff, im Allgemeinen wird damit das Essen vor 100 Jahren gemeint wo es keine böse Lebensmittelindustrie gab und man mit der Natur kochen musste. Real sah das so aus: das Wasser aus dem Brunnen war verkeimt und musste erstmal durch Zugabe von Essig oder Alkohol soweit desinfiziert werden dass es der (damals weitaus robustere Organismus) normale Mensch trinken konnte. Fürs Aufkochen und damit abtöten der Erreger im Wasser war das spärliche Holz zu Schade, die Lebensmittel im Topf wurden seltenst soweit erhitzt dass alle Krankheitserreger getötet wurden. Um sich halbwegs zu helfen wurde alles recht lange geköchelt was den vielen Vitaminen vollends den Garaus machte – wenn denn durch die lange Lagerung überhaupt noch Vitamine vorhanden waren. „Saisonal“ bedeutete damals „das, was lokal zu bekommen war“ und sich im Keller lange hielt. Wichtigste Bestandteile des Essens waren vorallem Fett und Kohlenhydrate um Kraft für die harte Arbeit auf Feldern, Gruben und Fabriken zu geben – eine Diät, welche heute nur Schaden anrichten würde aber trotzdem gerne in Form von Chips et al konsumiert wird.

„Vitalstoffe“: Der Öko-Sammelbegriff für Vitamine, Mineralstoffe und sporadisch auch Enzyme wird oft mit dem Prädikat „wertvoll“ veredelt. Taucht stets dann im Text auf, wenn die Konzentration im Produkt eher nebensächlich – aber man davon ablenken möchte, dass das Hauptprodukt eher schädlich ist (siehe Honig) oder sich sonst nicht von Industrieprodukten unterscheiden würde. Eine glaubhafte chemische Analyse, dass die ganzen „wertvollen“ Vitalstoffe im Endprodukt in einer wirksamen Konzentration vorliegen, legt eh keiner vor – sonst würde der ganze Schwindel auffliegen.

„Schonend“: Der Begriff in seinen Variationen („Magenschonend“ etc.) wurde in der grossen Werbewelt bereits hinreichend durch Gerichtsurteile verbannt, im Ökojargon hält er sich aber recht tapfer. Das Wort kann auf alles angewendet werden, von „schonend getötet“ bis „schonend gekocht“. Ich hingegen warte auf den nächsten Schonernimm mich mit Kapitän auf die Reise, ich will hier weg…

„Honig“: ist eine übersättigte Lösung aus ~80% Zucker, Zucker, Zucker, Zucker, Zucker, ~20% Wasser und als Begleitsubstanzen geschmacksgebende Pollen, Vitamine und Mineralstoffe. Isoliert betrachtet (so tun es die pseudowissenschaftlichen Ernährungsratgeber) ist die Aufnahme letzterer Stoffe für unseren Körper wünschenwert, durch den hohen Zuckergehalt treibt man aber den Teufel mit dem Beelzebub aus.

„Im Einklang mit der Natur“: Alte, Kranke, Schwache und Abweichler aus dem Schutz des Rudels ausstossen und von anderen Tieren fressen lassen – das ist der Klang der Natur. Sobald der beliebige Ökoklugscheisser mal wirklich mit der Natur konfrontiert wird (sei es die Schwerkraft beim Fall von einem Baum, einer eiternden Wunde oder faulen Zahn) ist er doch recht froh über  die modernen Zeiten und vergisst nach seiner Entlassung sehr schnell, das er durch *das* gerettet wurde was er ansonsten so hingebungsvoll bekämpft.

„Naturvolk“: Hach, der romantisch verklärte „edle Wilde„, der im Einklang mit der Natur lebt. Interessanterweise wurde dieser Archetypus nie als in Europa vorkommend beschrieben sondern ist bis heute in Zentralafrika oder Mittelamerika verortet, wo ein warmes Klima und reichhaltige Flora- und Fauna bislang niemanden in die Pflicht genommen hat darüber nachzudenken, wie man im tiefen Winter die Bude heizt und was man isst wenn draussen nichts wächst. Wer mit primitivsten Mitteln das Jahr über seinen Bauch vollbekommt der muss nicht über Aussaat und Ernte nachdenken, braucht daher auch keinen Kalender, keine Lager und daher auch keine Zahlen oder Schrift. Die Bewohner der Euraischen Steppe werden von den Ökos nie als Naturvolk bezeichnet und werden daher auch nur selten mit Gutmensch-Projekten bedacht. Naja, dauernd in Zelten zu leben ist ja auch nichts Förderwürdiges – vorallem wenn genügend Leerstand in Plattenbauten aus sowetischer Zeit zur „Sessbarmachung“ dieser Nomaden vorhanden ist.

„Gleichgewicht der Natur“: gibt es nicht. Wenn Beute „A“ zunimmt wird die Poulation von Jäger „B“ solange zunehmen bis „A“ soweit reduziert ist dass es für „B“ nicht mehr reicht und deren Population sinkt bis sich „A“ mangels Jäger wieder erholt. Der Mensch ist halt Mitspieler „C“ der seine Umgebung nach seinen Bedürfnissen umgestaltet – und damit erstmal die meisten Wälder entfernte um ohne Wolfsrudel sein Abendessen geniessen zu dürfen.

„Bewegung ist gesund“: Viele der mir bekannten Brief- und Paketzusteller haben Übergewicht – trau schau wem!

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Sommerfazit

Nach unerwartetem Frost Ende Februar ’18 ist das Wetter unter Umgehung des Frühlings direkt in den Sommer durchgestartet, ab April waren Tagesspitzenwerte von 25°C eher die Regel als die Ausnahme.

So mancher Nachbar protzte in der Vergangenheit mit seinen „vielen Kubikmetern Regenwasserbehältern“, die in diesem trockenen Sommer alle schon zum Saisonbeginn durch übermässige Verwendung und Hoffen auf den alsbaldigen nächsten Regen vergossen worden.

Wir sind eigentlich immer recht sparsam, der heisse Sommer hat „nur“ 2 Kubikmeter (immerhin 2000 Liter) pro Monat an Zusatzwasser für die Pflanzen gebraucht, was auch daran lag dass Karin recht mutig viele Neupflanzen eingebracht hat die nach dem Einpflanzen erstmal recht viel Wasser brauchen bis sich die Wurzeln ausgebildet haben. Nächstes Jahr werden wir uns da umstellen müssen.

An Fahrradfahren oder Wandern war bei der Hitze nicht zu denken, der einzige Gedanke war „Keine Sonne in die Räume und von Klimaanlage zu Klimaanlage springen“.

Apropos Klimanlage: Wollte mir jetzt doch eine in Büro hängen weil Südseite + Monitore + Elektronik hier morgens bereits schweisstreibende 28°C am Arbeitsplatz erzeugten aber keiner der Herrn Handwerker hat sich gerührt was dazu führte, dass ich mich selber darum gekümmert habe… Aber als Laie bei den Aussentemperaturen schweisstreibende Arbeiten verrichten? Das sitze ich dann doch lieber aus.

Das „Aussitzen“ war erfolgreich, die Waage vermeldete Anfang September eine Zusatzlast von +10kg die sofort abtrainiert werden müssen weil ua. auch die Gelenke „beweg mich du faules Arschloch“ meldeten .

Die nachlassenden Temperaturen erzeugten aber bei allen Kunden neue Gehirnschwurbelungen für Projekte – leider habe ich nicht rechtzeitig von Espresso auf Kamillentee umgestellt und dann rutscht man halt von totaler Langeweile recht schnell in eine spannende Gastritis und danach in irgendwelche obskuren Muskelverspannungen in den Hinterhufen.

Der Gang zum Arzt resultierte in den Apothekenerwerb vieler recht grosser Pillen und Beipackzettel, mit denen Cäsar eine Brücke über den Rubikon hätte spannen können.

Gerade muskelrelaxierende Mittel erzeugen in mir immer so ein taubes „Morgen bekommst Du eine derbe Grippe“, aber trotzdem bin ich mit Karin mit dem Rad nach Hanau und wieder zurück gekommen. Vorteil Elektrofahrrad: Im Ernstfall kann viel Rückenwind angefordert werden.

Aber wie es ausschaut, wird der Okober sehr „golden“ bei Temperaturen weit über 20°C – ich traue dem Frieden aber nicht und werde alsbald die Heizkabel im Garten auslegen.

Fazit: Dieser Sommer war aufgrund seiner Trockenheit ein Desaster für die Landwirtschaft, dank dem „bösen“ globalem Handel bleiben uns aber Hungersnöte erspart – der Konsument merkt es (wenn überhaupt) daran, dass paar Lebensmittel etwas teurer werden.

Profiteure dieser Wetterlage (die uns in Zukunft sicherlich öfters begegnen wird) sind die Solarbetreiber, die ihre spastischen Zuckungen ob der Weltherrschaft der Solarenergie solange in die Medien ergiessen bis auch der letzte Deppenkonsument aus Überzeugung im Hambacher Forst demonstrieren geht.


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Gestern vs. Heute

Gestern wollte noch jeder holzfällender Hinterwäldler aussehen, wie ein Soja-Latte trinkender Stadtschnösel.

Heute will jeder Soja-Latte trinkender Stadtschnösel aussehen wie ein holzfällender Hinterwäldler.

 

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Alles Essig

Ich versuche schon seit Jahren herauszufinden, wo die Deutschen falsch abgebogen sind und von einer technikbegeisterten Bevölkerung bestehend aus aus Lego, Fischertechnik und Kosmos-Experimentierkästen mit Natur-Uran und Geiger-Müller-Zählrohr zu einer technikfremden, gar technikabweisenden Gesellschaft geworden sind.

Vermutlich schon sehr früh in den 1970er Jahren als sich Bürgerprotest gegen die friedliche Nutzung der Kernenergie regte und 1972 die in ihren zentralen Schlussfolgerungen schon beim Druck völlig überholte Studie „Die Grenzen des Wachstums„, welche zum Menetekel der Statistiker wurde.

Man kann es auch sehr gut an der Perry Rhodan – Serie festmachen, die ich sehr lange verfolgt habe: 1975 übernahm Willi Volz die Exposéredaktion und aus einer „Science-Fiction“ (also Wissenschaftsfiktion mit technischen Herausforderungen) wurde immer mehr Phantastik bis das Ganze dann in mittelalterlichen und keltischen Elementen (Burgen, Stelen, Kesseln) vollends verschwurbelt wurde.

Heute will keiner mehr die Technik verstehen sondern nur noch Nutzen. Selbst die grössten Ökos welche bei der Erwähnung von „Monsanto“ oder „Atomkraft“ Demonstrationsanfälle bekommen reagieren bei „Apple“ und „Google“ höchstens mit einem Achselzucken.

Umgekehrt verweigern sich die ganzen „Naturökos“ sämtlichen grundlegenden wissenschaftlichen Beobachtungen selbst im Haushalt – wenn man davon ausgeht, dass Frauen seit den letzten paartausend Jahre für die Essenszubereitung zuständig sind haben wir hier eine durchgehende Kette grossartigster Wissenschaftlerinnen die durch genauste Beobachtung das Kochen, Braten und Konservieren erfunden und immer weiter verfeinert haben.

Und heute? Selbst bei den einfachsten Sachen wie zB. der Herstellung von Essig (an der ich mich gerade versuche) besteht kein Interesse mehr das ganze auf ein minimum Nachvollziehbar festzuschreiben, in die Rezepte schleicht sich schlichtweg mehr Bullshit ein.

Wie das am Ende in den Foren als öffentliche Meinungsbilder ausschaut, sei hier exemplarisch festgehalten (es geht um die Vermehrung von Essigsäurebakterien durch Zugabe von Reinstalkohol zB. als Vodka):

„Das klappt schon, aber Wodka ist „purer“ Alkohol ohne jede Nährstoffe… da haben die Essigsäurebakkis, genau wie Hefchen, ihre Bedürfnisse. Wenn du die vermeintliche Mami im Essig mit Vodka füttern willst, dann gib Hefenährsalz dazu (0,3 g pro Liter, am Besten eine komplexe Mischung mit Vitaminen, auch eine Messerspitze Heferinde ist empfehlenswert).

Man sieht typische Auswüchse einer völligen Verblödung:

  1. Der Glaube an „Nähr/Vitalstoffe“ (die meissten Essigsäurebakterien brauchen nur Alkohol und Sauerstoff)
  2. Vermenschlichung durch Babysprache („bakkis“, „hefchen“, „mami“)
  3. völlig sinnlose Ratschläge, aber mit schwierigen Worten über jeden Zweifel erhoben („komplese Mischung mit Vitaminen“)

Eigentlich sollte der Unterricht der Volksschule das schlimmste Gestammele verhinden, aber ich bekomme immer mehr den Verdacht, dass mittlerweile die meissten Menschen mit ihrer Bildung völlig zufrieden sind wenn sie damit ihr Smartphone bedienen können.

 

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