Spam und dumme Provider

Früher war die Welt ganz einfach: Automatisierte Spam-Reports gingen an eine Mailadresse „fbl@provider.tld“ und manuelle Meldungen an „abuse@provider.tld“.

Die automatisierten Reports haben ein definiertes Format und werden von Spamtraps oder durch belästigte Endbenutzer ausgelöst, das Ganze nannte man „Feedbackloop (FBL)“.

Ich habe zB. noch etliche Server am Laufen die nichts weiter machen als wohlgeordnet E-Mailadressen anzuzeigen in der Hoffnung dass das irgendein Depp automatisiert ausliest und diese Mailadressen in eine der üblichen „100 Millionen geprüfte E-Mail Adressen von Entscheidern und der Bundeskanzlerin“-Kompilationen einpflegt.

Die Mailadressen verweisen natürlich auf einen meiner Server und wenn der Spammer dann dort eine E-Mail versendet sehe ich woher die kommt. Ist es ein Provider, wo wir uns gegenseitig auf Probleme hinweisen bekommt der eine Mail in die FBL gestopft und dann kann er sich kümmern.

Ein guter Freund schickt mir ebenfalls regelmässig bei ihm aufgelaufene Spam-Mails, das prüfe ich dann per Hand.

Da ich weiss, woher meine Kunden E-Mails bekommen wollen blockiere ich in einer Filterliste des Mailservers gleich komplette Netze. Wenn da also als Quelle irgendeine „Huandingong Huschipfuschi“ Universität aus Asien ermittelt wird, wird recht grosszügig das gesamte Universitätsnetz geerdet.

Geht auch völlig Problemlos mit recht grossen Providern wie OVH, Aruba und Crystone – die hosten alles was eine auf den ersten Blick gültige Kreditkartennummer übermitteln kann.

Zum Problem werden zunehmend die Deutschen Provider – nicht weil sie plötzlich mehr Spam aus ihren Netzen versenden lassen – sondern weil sie übrig bleiben nachdem hier der Rest der Welt nichts mehr einwerfen darf.

Und da betet man mehr als einmal am Tag ein „Herr, lass Hirn vom Himmel fallen!“ – hier meine unvollständige Liste der dümmsten Provider Deutschlands:

1) Hetzner

Die bearbeiten Beschwerden an abuse@…. automatisiert – es kommt eine Rückmail, dass man das doch bitte auf einer Webseite nochmal neu eintragen soll. Also der selbe Copy & Paste Zirkus von vorne. Paar Stunden später die Rückmeldung, es schrieb mir eine offensichtlich noch recht junge Dame dass meine Beschwerde / Complaint nicht bearbeitet werden kann weil ich den ursprünglichen Empfänger herausgelöscht habe. Ich antwortete Sinngemäss „Erm, euer Kunde versendet 08/15 Versicherungsspam das sieht man klar am Domainnamen und am Mailinhalt. Zieht dem Kunden den Stecker und gut ist.“ worauf sie wieder antwortet „Dann können wir das nicht bearbeiten“.

Gut – die bei Hetzner nicht, aber ich: mittlerweile dürfen einige Netze von dort hier keine Mails mehr einwerfen.

2) myLoc

remarks: | Please send legal/law enforcement inquiries to |
remarks: | auskunft_AT_myloc.de. Mails to abuse@myloc.de WILL|
remarks: | be automatically processed and the customer WILL |
remarks: | get a notification about your inquiry. |
remarks: +—————————————————+

Genau die gleiche Scheisse wie bei Hetzner, nur automatisiert. Der Spammer bekommt einen Hinweis, dass sich ein Kunde belästigt fühlt. Er kann nun ebenfalls automatisiert die Empfänger E-Mail aus der Liste des Hosts löschen und die Adresse von einem Server in Schweden weiterbespammen lassen – oder er macht gar nichts und wartet, bis bei myloc.de jemand merkt dass die Rechnung nicht bezahlt wurde.

3) m247 im Netzwerk von GLOBALAXS DE

Meine Missbrauchsmeldung an abuse@m247.com wurde mit der Begründung „Enthält unerwünschte Werbung“ abgelehnt. Doh!

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Hessisches Fukushima – wo bleiben die Mahnwachen?

In Weilmünster ist das Güllesilo einer Biogasanlage ausgelaufen. 500.000 Liter – je nach Sichtweise des hochgiften Sondermülls oder wertvollen Düngers – sind den Bleidenbach geflossen der in die Weil mündet.

In der Weil fand über die letzten 20 Jahre ein aufwändiges Wiederansiedelungsprogramm für Lachse und Bachmuscheln statt dessen Arbeit nun vernichtet wurde da der Bach nach dem Unfall biologisch Tot ist und im nächsten Jahr vermutlich durch starkes Algenwachstum umkippt. Auch eine Gefahr für die Lahn besteht – was natürlich abgewiegelt wird weil dort die Gülle verdünnt angkommt, eine Argumentation die an anderen Stelle sofort mit „Propaganda der Atom-,Chemie,-Industrielobby“ angegriffen würde.

Wo sind also die Mahnwachen für die Millionenfach getöteten Lebewesen im Bleidenbach, der Weil und Lahn? Wer schreibt das erste Protestschild „Lausebusebach muss uns eine Lehre sein“ oder „Nie wieder Lausebusebach„, wo sind die Massen wie sie beim Chemieunfall von Sandoz 2006 auf die Strasse gegangen sind?

Wo sind die Forderungen Grüner Politiker „Macht Biokraftwerke so teuer, dass sich ihr Betrieb nicht mehr lohnt“ oder Menschen die schreiben: „Ob aber ausgerechnet die Bioenergie die Lösung für dieses Problem ist, möchte ich bezweifeln. Man muss nicht mal damit argumentieren, dass die Gülle sehr gefährlich ist und es weltweit noch keine tauglichen Endlager für den Müll gibt, die Technik macht auch ökonomisch keinen Sinn. In Deutschland war der Biostrom immer nur günstig, weil er massiv staatlich subventioniert wurde. Die Unternehmen bekamen für die Errichtung der BKW Bundesbürgschaften, und es wurde ihnen erlaubt, die Meiler mit einem Betrag zu versichern, der nur einen winzigen Bruchteil möglicher Schäden abdecken würde. […] Nun sitzen wir als Steuerzahler vor einem Milliardenberg, den uns die Hinterlassenschaften noch kosten werden. So gesehen gibt es eigentlich keine teurere Energie als die aus Biogas“ (Quelle).

Nichts passiert – ist ja alles Bio.

Vielleicht sollte ich einen natürlichen und damit hochgesunden Tee aus Bio-Bangenkraut zur Beruhigung zubereiten.

Mehr Informationen: Bericht Frankfurter Rundschau, Bericht Hessenschau.

Veröffentlicht unter Schwachsinn, Weltgeschehen | Hinterlasse einen Kommentar

Ausstieg der Katalanen

Was passiert eigentlich, wenn die Katalanen tatsächlich ihre Unabhängigkeit erklären und ihren eigenen Staat ausrufen?

Analog der Konvention von Montevideo sollte ein Staat als Subjekt des internationalen Rechts folgende Eigenschaften besitzen: Eine ständige Bevölkerung, ein definiertes Staatsgebiet, eine Regierung, die Fähigkeit in Beziehung mit anderen Staaten zu treten.

Im friedlichsten Idealfall rufen die Katalanen die Unabhängigkeit aus, Spanien akzeptiert es entgegen seiner Verfassung und erklärt Katalonien zum Ausland.

Die Folge im Grossen: Die Katalanen müssen selber diplomatische Beziehungen zu den anderen Staaten und Regierungen aufnehmen, was aber nicht bedeutet dass jede Organisation, jeder Staat und jede Regierung diesen neuen Staat und seine Regierung völkerrechtlich anerkennt – ein Schicksal, was sie dann mit Palästina, Taiwan und Nordzypern teilen werden.

Denn die EU, die europäischen Staaten und andere Länder werden die Katalanen mit Sicherheit nicht mit offenen Armen empfangen denn damit würden sie den Rechtsbruch legitimieren und separatistischen Bestrebungen im eigenen Lande vorschub leisten – die Bayern warten angeblich nur darauf, dass es ihnen irgend jemand vormacht (was Anfang 2017 vom BVerfG abgesagt wurde).

Mit dem Austritt aus Spanien sind die Katalanen auch aus der EU sowie Schengenraum raus, ich weiss jetzt nicht ob die dann einfach den EURO als Währung behalten können/dürfen. Die Folge wäre, dass eine nicht erstmal nicht frei konvertible Binnenwährung entsteht.

Zu klären wäre auch die Funktionaltität diverser Annehmlichkeiten: Stromversorgung (die Katalanen haben u.a. 3 Kernkraftwerke in Betrieb), Internet, Telefon.

Die wirtschaftliche Stärke, auf die sich die Katalanen so gerne berufen, steht eh auf tönernen Füssen. Wärend Gesamt-Spanien ein BBB+ Rating bei S&P hat, steht die Provinz Katalonien schon seit Jahren auf BB – was schon fast Ramschniveau ist. Weiterhin kann sich die Region schon seit vielen Jahren nicht mehr an den Märkten selbst finanzieren und hängt an den Transfers des spanischen Liquiditätsfonds – mit mehr als der Hälfte der katalanischen Schuldverschreibungen ist Spanien der größte Gläubiger.

Seit die politischen Experimente der separatistischen Kräfte die Wirtschaft verunsichern, wandern viele Unternehmen aus der Region ab und siedeln sich im Grossraum Madrid an. Auch die VW-Tochter SEAT reagiert und verlagert die Produktion des Modells Alteca zu Skoda in die Tschechei.

Da der Tourismus mit 12% am Bruttoinlandsprodukt eine der tragenden Säulen ist, könnte Katalonien das Schicksal der Türkei teilen – welcher Tourist möchte schon in einem Land Urlaub machen wo es nach Revolution riecht.

In einem Staat „Katalonien“ wären die dort ansässigen Spanier wieder in der Minderheit und würden Minderheitsrechte geltend machen, der Kreis schliesst sich.

Das war jetzt die „friedliche“ Variante: die Region fällt auf Steinzeitniveau herab und wird sich davon paar Jahre nicht erholen können.

Es gibt noch eine andere Variante, die ich für realistischer halte: die Spanische Regierung pocht auf die Einhaltung der Gesetze und der Konflikt wird militärisch gelöst. Auch in diesem Fall wird Katalonien zurück in die wirtschaftliche Steinzeit geworfen.

So oder so, verloren haben sie auf jeden Fall.

Veröffentlicht unter Weltgeschehen | Hinterlasse einen Kommentar

Grüne im Umfragetief

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat einen Kommentar von Thomas Fricke veröffentlicht in dem es darum geht, dass „Die Grünen“ von Deutschlands hochoberster Klimaschutzpartei etliche Fehler begangen haben die sie jetzt auf die hintersten Umfrageränge verweisen.

Schlagzeile: „Das Klima schlägt Kapriolen, die Autoindustrie kriselt: Trotzdem torkeln die Grünen, Deutschlands hochoberste Klimaschutzpartei, bei der Bundestagswahl auf den wohl letzten Platz im Parlament zu. Warum?

Und postuliert „Das Problem liegt womöglich eher im Kern der Kampagne. So bitter es sein mag: Es gibt etliche Indizien dafür, dass es schwer ist, Menschen mit der Bedrohung des Klimas zu mobilisieren. Der Chefredakteur eines großen Magazins erklärte mir unlängst, es gebe einfach zwei Themen, die sich als Titel ganz schlecht verkaufen: die Digitalisierung und der Klimawandel. Meine Vermutung: Beide Themen sind zwar enorm wichtig, aber für die menschliche Wahrnehmung einfach (noch) zu abstrakt.

Das Problem liegt meiner Meinung nach wo anders: die Grünen und die zahlreichen in ihrem Windschatten surfenden selbsternannten „Umweltschutzorganisationen“, „Umweltinstitute“ und natürlich die davon profitierenden Panik-Journalisten haben in den letzten Jahren die Geduld der Bevölkerung einfach überstrapaziert.

Der Charakter der Grünen ist durch einen quasireligiösen Absolutheitsanspruch geprägt deren Ziel die Verbesserung des Menschen ist. Und das ist der Punkt, wo ich und auch viele meiner Bekannten zweifeln ob eine absolut technologiefeindliche Gruppierung dazu überhaupt in der Lage ist.

Denn defacto läuft die gesammte Parteiprogrammatik der Grünen auf ein Deutschland hinaus, welches sich auf der einen Seite von der eigenen Scholle völlig natürlich und ohne Gifte der bösen Konzerne ernährt und sich auf der anderen Seite selbstverständlich an den Errungenschaften billiger Elektronik labt, deren Rohstoffe und Teile fernab jeglicher Umweltstandards von Kindern aus der Erde geholt oder in riesigen Fabriken zusammengesetzt werden.

Dass das nicht geht, sagt der gesunde Menschenverstand der den Grünen schon länger abhanden gekommen ist.

„Veggie-Day“ war so eine Sache. „Gesund, gesund, gesund!“ ist das ewige Mantra. Chemie ist ungesund, Natur ist gesund. Der pausbäckigen Claudia „Ich muss jetzt zur Castor-Demo“ würde ich gerne mal einen Tollkirsch- Schierlingssalat servieren. „Tierische Fette“ sind ungesund, „Eier sind wegen Cholesterin ungesund“ – dass dem nicht so ist und die angeblich achso gesunde Magarine eher schädlich ist, hat sich auch bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung etabliert.

Oder der Kampf der Grünen gegen die Plastiktüte. Wurde wärend des Kieler Parteitages 2011 nach aussen von der „linksversifften Presse“ als ein Fanal gesehen welches Hoffnung für unsere geschundene Erde gibt. Statt den Kram journalistisch unter „Symbolpolitik“ abzuhaken wurde der Grünquark fast Monatelang mit Schockbildern von erstickten Meeresgetier breitgetreten. Ich dachte mir damals nur „Hm, wer nutzt heutzutage noch Einwegtüten und schmeisst sie ins Meer?“ und fand niemanden. Lediglich die Erkenntnis, dass eher die „Unterschicht“ mit Einwegtüten hantiert – und die können sich einen „Grünen Lebensstil“ kaum leisten.

Und ihren wichtigsten Punkt haben sie ja erreicht: „Atomkraft nein Danke!“.

Dass eine technoligiefeindliche Partei allerdings irgendwie noch den Nimbus erhebt, die Energiewende in irgendeiner Art und Weise zu stemmen und kein Journalist dagegen aufmuckt kann ich mir nur dadurch erklären dass Grüne wie Journalisten glauben dass Strom einfach so aus der Steckdose kommt.

Scheiss Fachkräftemangel….

Veröffentlicht unter "Lügenpresse", Weltgeschehen | Hinterlasse einen Kommentar

Zur Bundestagswahl

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Eisbär in Not?

Aus dem Text der Arte-Mediathek: „Er ist der Botschafter für den Umweltschutz, Symboltier der globalen Erwärmung: der Eisbär. Bis 2050 – so prognostizieren viele – wird der König der Arktis ausgestorben sein“ um dann die Frage zu stellen „Doch ist das wirklich so? Dieser Frage geht die Dokumentation mit Hilfe von Wildtierbiologen, Meereisforschern, Inuit und anderen Experten auf den Grund“ – Eisbär in Not!

Ich habe mir den Film die ersten Minuten komplett und dann nur noch in Teilen angeschaut weil Inhalt wie auch Aussage vorhersehbar waren: Das grösste Landraubtier der Erde stirbt aus und Welch ein Verlust für die Menscheit sowie Der Mensch muss was dagegen tun!

Würde Martin Luther heute leben, hätte er nicht seine 95 Thesen dem Thema „Propositiones wider das Ablas“ zum Bau des Petersdoms in Rom gewidmet sondern dem Ablasshandel mit Spenden bzw. Mitgliedschaften bei- sowie dem Glauben der Botschaften von Angst- und Umweltschutzkonzernen wie Greenpeace, BUND, WWF gewidmet.

Sehen wir es mal ganz realistisch: eisbedeckte Polkappen sind in der Geschichte unseres Planeten eher die Ausnahme als die Regel und wenn man nur die letzten paar tausend Jahre betrachtet ging es mit dem Klima recht lustig von Eiszeit bis Tropen hoch und runter. Wenn man die aktuellen Prognosen der Forscher auf die Klimadiagramme der vergangenen Zeitläufte legt kann auch der Laie erahnen, dass wir derzeit vom Ende einer Eiszeit auf die nächste Warmperiode hinsteuern.

Mag sein, dass die Industrialisierung der globalen Erwärmung Vorschub geleistet hat genauso wie die Römer durch das Abholzen der Wälder für den Schiffbau das Ende der damaligen Warmzeit ausgelöst haben und die Erfindung des Feuers – je nach Forschermeinung – die Eiszeit beendet oder erst recht ausgelöst hat.

Der Eisbär jedenfalls ist ein Ergebnis des Selektionsdrucks der Evolution wo sich „permanent eine Elimination unvorteilhafter Individuen ereignet“ und sich daher im Nordpolargebiet ausbreiten konnte.

Und die Gattung „Eisbär“ wird sich aufgrund der geänderten Umweltbedingungen auch wieder so „umbauen“ (Paarungen zwischen Eisbär und Braunbär sind nachgewiesen) dass deren Nachkommen an den Klimawandel optimal angepasst sind und dann irgendjemand einen Fachartikel publiziert „Neue Spezies gefunden!“

Anpassen wiederum will sich nicht der Mensch:

* Dass vorhersehbar Gletscher komplett abschmelzen werden und zb die Alpen (wie zu Zeiten Hannibals wärend des Römischen Klimaoptimums) weitestgehend Eisfrei werden wird ignoriert – die fehlenden Niederschläge als Schnee werden durch Schneekanonen ersetzt damit die gesamte Tourismusindustrie dort weiterarbeiten können wie zu „Kaisers Zeiten“.

* Kleine Atolle hatten paar hundert Jahre das Glück, dass sie über dem Meeresspiegel herauslugten – genauso wie Venedig davon profitierte dass wir paar hundert Jahre in einer kleinen Eiszeit steckten.

* Kam heute im Radio und in der Zeitung: Kaum eine Gemeinde ist auf grössere Regenfälle (auch im Verlauf der lokalen Bäche) ausgerichtet.

Alles trötet „Klimawandel – keiner tut was dagegen“, ich sage „Der Klimawandel kommt, wir müssen uns vorbereiten“… Und mit dieser Erkenntnis bin ich vermutlich der Politik und Gesellschaft um Jahre voraus.

Veröffentlicht unter "Lügenpresse", Ausgewähltes, Dies und das..., Weltgeschehen | Hinterlasse einen Kommentar

Kinzigtal brutal

Landrat und ehemaliger Mittelstreckenläufer Karl „Charly“ Eyerkaufer, der Amtsleiter für Bildung, Kultur und Sport (auch ein prominenter Läufer) Jürgen May und Leiter der Fachgruppe Sport Klaus Schmidt hatten vor 25 Jahren im Landratsamt des Main-Kinzig-Kreises eine irre Idee: warum machen wir nicht einen Radsonntag bei dem die Bürger die Kinzig von der Quelle bis zur Mündung in den Main abfahren können? Sind ja nur schlappe 80 Kilometer auf für den Autoverkehr gesperrten Landstrassen.

Es gab die üblichen Widerstände („zu teuer, zu aufwändig“) aber das Landratsamt setzte sich durch und 1993 gab es die erste Tour. In diesem Jahr gab es die Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre Kinzigtal Total“ bei der „Unser Charly“ natürlich als Ehrengast mit Familie dabei war.

Die Veranstaltung leidet – wie auch das „Hohe Strasse Fest“ – darunter, dass sie im September stattfindet und das Wetter nicht immer mitspielt. 2012 waren es bei Sonnenschein 100.000 Teilnehmer, das kann bei Regen extrem wegbrechen.

Ich wollte mir die Veranstaltung schon immer mal zu Gemüte führen, da Karin und ich mittlerweile elektrischen Rückenwind haben und die Wettervorhersage was von „Heiter bis Wolkig bei 19°C“ murmelte haben wir das in Angriff genommen. Also mit dem Auto und Rädern zum Hanauer Hauptbahnhof, dann mit dem Sonderzug nach Sinntal-Sterbfritz zur Kinzigquelle und mit dem Rad zurück.

1) Planung

Den Internetauftritt von „Kinzigtal Total“ kann man mit „Much ado about nothing“ zusammenfassen: Es gibt eine Karte welche grob die Entfernungen zwischen den Reiseorten zeigt, mehrere Karten die zeigen wo es medizinische Versorgung von Mensch und Drahtesel gibt sowie eine Übersicht in welchem Ort welche Veranstaltungen stattfinden. Dazu noch eine von der Werbeagentur etwas unglücklich überarbeitete Version des offiziellen DB Zugfahrplan „Sonderzug nach Pankow Sterbfritz“. Man ahnt es fast: die Informationen sind mehr oder weniger einzelne Seiten aus dem Gesamtflyer welcher mit „A4“ nicht wirklich gut zu drucken ist.

Glücklicherweise hab ich die Orginalvariante der Deutschen Bahn gefunden wo auch die Abfahrtsgleise stehen sowie einen älteren GPS-Track für die Tour und in Foren und der Nachbarschaft erfährt man dann was im Flyer nicht steht: Wo bekommt man die Fahrkarten, wie läuft der Transport, was muss man tun und was sollte man sein lassen. Wichtigster Rat: den ersten Zug nehmen und einen Filzschreiber mitnehmen (warum auch immer).

Am Samstag abend nochmal über die letzten Ergebnisse der Wettermodellrechnungen geschaut: Morgens arschkalt ohne Regen, dafür am Nachmittag warm und sonnig. Meine kleine Windjacke habe ich immer dabei, dazu noch Softshell- und Fleece-Jacke, die Lederhandschuhe vom Winter und die kurzen Handschuhe – also die Kombination, die mich schonmal bis hoch auf den Säntis und wieder zurück begleitet hat. Noch den Kaffeeautomaten füttern und die Teezeremonie vorbereiten.

Der erste Sonderzug fährt 07:21 ab Hanau HBF ab, also 05:00 aufstehen.

2) Anfahrt

„Scotty, verdammt – der Transporter klingt heute so komisch“. Langsam realisiere ich, dass das Gezurrsele von meinem Mobiltelefon kommt. Aufstehen, Licht an, Telefon suchen, Wecker abschalten. Karin wecken, Dusche, dicke Socken, warme Unterhose, feste Jeans, Tee, Espresso, Tee, Espresso, Espresso. Fahrräder auf den Anhänger. Auf der Autobahn noch einen Kollegen (ebenfalls mit Fahrradanhänger) überholt und für 3,50 EUR einen Parkplatz am Bahnhof gemietet. Den oben genannten Filzschreiber braucht man um die Fahrradkarte auszufüllen, mit Kuli ist das nämlich schlecht wenn der weiche Sattel als Schreibunterlage dienen muss.

Wir waren um 06:50 Uhr am Bahnsteig und so sah es da aus – kaum einer da. Das änderte sich aber recht schnell, das Areal füllte sich mit behelmten Profifahrradpolsterkurzhosenträgern, offensichtlichen Rentnern die eher nach einer Einkaufstour zum nächsten Discounter aussahen, Familien kurz vor dem Nervenzusammenbruch, paar Männern die dem nächstgelegenen Obdachlosenasyl entsprungen schienen. Alles in allem eine sehr gemischte Besetzung.

Dazwischen sehr viele HelferInnen von MKK-Total die gerne Fragen beantworteten und dazu Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn. Letztere sahen teilweise aus, als hätte man einer Rotte von Schlägern ihre letzte Chance vor dem Hängen gegeben. Vermutlich ist dieser Eindruck gewollt, in der Praxis hatten sie bessere Manieren als so manche unserer Mitreisenden.

3) Abfahrt

Der Sonderzug fuhr ein, der Lokführer verzog sich erstmal auf ein Päuschen. Wir standen die ganze Zeit recht alleine am Ende des Zugs und plötzlich drängte sich alles in unsere Richtung. Karin leitete eine Gegenbewegung in Richtung Zuganfang ein wo wir dann problemlos unsere Fahrräder abgenommen bekamen und uns im oberen Teil einen 4er Platz erhaschten.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Gang hatte sich eine 3er Gruppe niedergelassen, die kaugumikauend von ihren Saufabenteuern berichteten. Ich wusste wieder, warum ich so ungern Bahn fahre… Das änderte sich aber beim nächsten Halt in Langenselbold, wo die letzten freien Plätze in unserem Karré von 3 rüstigen Rentnern besetzt wurden deren sonore Stimmen das muntere Saufgelagegeplappere angenehm übertönte.

Beim nächsten Stop in Gelnhausen wurden die Passagiere in Wagen 1 vom Zugchef gebeten, die Holzklasse zu verlassen und in die erste Klasse überzuwechseln damit weitere Fahrräder und Passagiere eingeladen werden können.

In Wächtersbach und den folgenden Stationen gab es nur kurze Zwischenhalte – wir trafen später einen jungen Mann der das Glück hatte dass er in Schlüchtern einsteigen wollte und auch konnte weil just hier 3 Räder ausgestiegen sind.

4) Ankunft

Damit es auch der Dümmste im Zug kapiert, erfolgte die Ansage „erst alle aussteigen, dann wird Zug rangiert und dann erst werden die Fahrräder ausgeladen“ mehrfach. Hinderte natürlich kaum einen bei den Helfern nachzufragen warum er sein Fahrrad nicht gleich mitnehmen kann.

Der „Auszug aus dem Zug“ sah in Sinntal-Sterbfritz ungefähr so aus:

Von den Profifahrradpolsterkurzhosenträgern war unison nur „Ey, das ist verdammt kalt hier“ zu hören.

Zug kam wieder an, Räder ausladen – bitte nach Rechts, jeder nur ein Rad.

5) Losfahren

Mangels konkreter Zielangaben im Flyer sind wir erstmal der Meute gefolgt um an der Mehrzweckhalle zu landen um die sich die Eröffungsveranstaltung gruppieren soll. im Flyer steht „Nach dem Eintreffen des ersten Sonderzuges Eröffnung der Veranstaltung durch Landra(d)t Thorsten Stolz“. Der Sonderzug ist eingetroffen, das Areal sah nicht so aus als ob da irgendwas passiert.

Also erstmal an die Kinzigquelle, die so ausssieht:

An der Quelle gibt es eine Infotafel die Inhaltlich schon etwas mehr bietet als der Flyer zu „25 Jahre Kinzigtal Total“ – was ich nicht der Werbeagentur sondern eher den drögen Inhaltsverantwortlichen auf dem Landratsamt zuschreibe. Am Kinzigborn noch bisserl mit den Anwesenden gequatscht und das Fazit gezogen: alleinreisende Fahrradfahrer haben einen an der Klatsche (Stichprobe: 2)

6) Abfahren

Zurück in Sterbfritz haben wir die Show entweder verpasst oder sie kommt noch, aber wir wollten los. Die ersten Kilometer waren angenehm: es ging nur Bergab und das kühlte aus. Also haben wir uns dick eingemummelt und sind unbeeindruckt von der Kälte (mein Hochpräzisionsdigitalthermometer für 80ct in der Bucht geschossen zeigte 11°C an) weitergeradelt. Schon auf den ersten Kilometern stellte sich ein gewisses Gefühl der Befreiung ein. Breite Landstrasse, ab und zu ein Inlineskater oder Radfahrer, Platz zum Überholen war massig vorhanden, jeder konnte nach seinem bevorzugten Tempo fahren. Ich summte Kraftwerk „Autobahn“ vor mich hin und strampelte mich frei.

7) Wenn einer eine Reise tut…

Ruckzuck waren wir in Schlüchtern. Gemäss Karte im Flyer liegt das 16km hinter dem Startpunkt, sind aber nur 12km. In Schlüchtern war der letzte Tag des lokalen Oktoberfestes, es gelüstete mich nach einer Currywurst. Im Festzelt war „Bayrischer Frühschoppen mit Gastkapelle“. Die Currywurst war lauwarm, das Ketchup auf lokaler Temperatur, das Brötchen aus der Fabrik. Zum Glück war unser Tee und Kaffee in den Thermoskannen noch heiss. Die „Gastkapelle“ brachte recht fetzige Blasmusik, würde der Schlagzeuger seine Snare etwas fester spannen und die Hörner das Stakkato üben wären die richtig gut.

Wärend im Zelt (wir haben es vorgezogen etwas schallgeschützt im Aussenbereich zu „speisen“) „Who the fuck is Alice“ dudelte, beugte sich eine junge Dame über uns mit der Frage ob wir eine Ibuprofen für sie hätten. Klar gibt das meine Notfallbox her (ist neben „Antibrumm“ und paar Papiertaschentüchern das Einzige was sich darin befindet). Das Mädel war auf Inlineskates unterwegs – zumindest war sie das bis sie gestürzt ist.

Aufgrund des mangelnden kulinarischen Ergebnisses beschlossen wir, die grossen Fresstationen zu meiden und in den kleineren Orten anzuhalten.

8) Kilometer 30

Das Örtchen Ahl bei Bad Soden-Salmünster erschien uns recht für eine kurze Rast. Es wurde langsam wärmer und die Nachzügler füllten die Strassen. Eine Gruppe Jugendlicher hatte einen Fahrradanhänger gebastelt, der mit vielen Akkus, einem Autoradio, diversen Hornhochtönern und Bassboxen auf kleinstem Raum einen erstaunlichen „Wumms“ verbreitete und sogar einen Würstchengrill „onboard“ hatte. Bei der Musik wurde ich stutzig – das müsste ein Song mit/von Jürgen von der Lippe aus den 1980er Jahren gewesen sein. Da die Location aber keine grosse Speisekarte hatte sind wir in Ahl eine Station weitergefahren um bei Amarettokuchen, gutem Kaffee und einer vorzüglichen Erbsensuppe dem Treiben zuzusehen.

Als da wären: Die Fahrradstreife der Polizei, einem Hochradfahrer, Tandems, ausgefeilte Mutter/Vater+Kind Konstruktionen, dem Musikwagen der oben genannten Gruppe, das DRK mit einem Einsatzfahrzeug um liegengebliebene Radfahrer zu versorgen und einem Trupp Kiddies die ohne Erwachsene die Strecke befuhren. Weiter westlich in Richtung Frankfurt wäre das für die dortigen Helikoptereltern unvorstellbar.

Die Sonne kam hervor und wir schälten uns vorsichtig aus unserer Zwiebel wärend um uns herum der Radverkehr zunahm – und zwar in beide Richtungen da viele Sportradler die Gelegenheit der gesperrten Hauptverkehrsstrassen dazu nutzten, die Kinzig „hinauf“ zu fahren.

9) Sonntagsradler

Aufenau, Wächsterbach, Neuwirtheim (gut 20km Strecke) haben durchfahren müssen – das halbwegs schöne Wetter hat alles aus dem Keller gelockt was ein Fahrrad hat und entsprechend voll waren die Orte wo es Speis & Trank gab. Da wir weitestgehend Selbstversorger sind, störte uns das nicht. Ärgerlich wurde nur, dass etliche Autofahrer mit dem Umstieg aufs Rad die StVO und Manieren vergessen.

Mir haben meine Eltern beigebracht „Wenn Du auf der Strasse für längere Zeit anhalten möchtest, dann bewege Deinen Arsch mitsamt Rad von der Fahrbahn“. Einfache Regel. Und bei „Kinzigtal Total“? Da machen ganze Profifahrradpolsterkurzhosenträger und Familien eine Diskussionsrunde mitten auf der Strasse auf wärend von „unten“ ein Pack Sprinter eine breite Gruppe überholt wärend von oben ein Pulk 2er Gruppen heranrast. Nur herzhaftes Bremsen und Fluchen bei den Bergsprintern hat schlimmeres verhütet.

Am schlimmsten sind die Helikoptereltern die permanent auf ihre Kinder einlabern „Kevin-Jaques tu dies, mach das“ wärend sie von Papa und Mama umschwirrt werden. Vater vorne, Kind in der Mitte, Mutti hinten und alle brauchen die gesamte Breite einer gutausgebauten Landstrasse.

Kurzum gesagt: erschreckend vielen Radfahrern kann man problemlos die Eignung zum Führen eines Fahrzeug jedwelcher Art absprechen.

10) Das Ende kommt in Sicht!

Man gewöhnt sich an alles. Auch daran, dass es nur paar dumme Radfahrer braucht um die Kapazität einer ultrabreiten Landstrasse auf Null sinken zu lassen.

Nach einer Zwischenstation in Haitz (nie gehört, aber der Ort existiert!) wollte ich in Gelnhausen mal kurz am M-Net Stand halt machen für ein „Kinzigtal-Total“ T-Shirt. Da mir aber aber Horden von Kinderfahrrädern mit SPD-Luftballons entgegenkamen haben wir die Umgehung über die Kaiserpfalz genommen um in Roth beim DRK nochmal eine Pause zu machen (das Übliche wenn man nicht auf solche Strecken trainiert ist: die Pausen kommen am Ende immer öfters und länger).

In Langenselbold haben wir nochmal bei der Feuerwehr eine Pause gemacht. Die war auch eher zur Orientierung denn weder Beschilderung noch die Angaben im Flyer sagten uns, wie es weiter geht. Wir sind dann dem R3 gefolgt und haben uns in Hanau anhand der Radwegbeschilderung (Hanau hat ein sehr gutes Radwegenetz!) zum Hauptbahnhof durchgeschlagen. Sporadische Posten vom DRK bekräftigten, dass wie auf dem richtigen Weg sind. Dass mitten in Hanau plötzlich wieder viele „Kinzigtal Total“-Schilder angebracht wurden, war tröstlich (immerhin hat man an uns gedacht) – aber unnötig weil viel zu spät.

Zuhause Abladen, sortieren und in der Abendsonne noch ein kurzes Schläfchen halten….

PS: die Kilometerangaben im Flyer sollte man nicht ernst nehmen, wir sind eine Gesamtstrecke von 70km ab Quelle bis Hauptbahnhof gefahren und die Akkus hätten noch für 30km gereicht.

Veröffentlicht unter Dies und das... | Hinterlasse einen Kommentar

Von TBW und DWPDs (SSDs im Serverbetrieb)

Die schnellen SSDs (Solid State Disks) haben einen chronischen Nachteil gegenüber herkömmlichen HDDs (Hard Disk Drives): ihre Speicherzellen sind nicht unendlich oft – oder zumindest weitaus weniger überschreibbar als die magnetisierbaren Partikel auf der rotierenden Platte.

Aber immerhin: anfängliche Mängel wie spontane Totalausfälle oder Lebensdauer weit unter den angegebenen Werten sind behoben, meine letzte defekte SSD (dummerweise die Bootpartition eines Servers) war eine vom Hersteller „Zheino“ die nach 2 Jahren unter Spannung – aber nie sonst genutzt wurde – offensichtlich aus Langeweile gestorben ist.

Ich habe hier in meiner Workstation eine SSD „Samsung EVO 850“ mit 500GB, die 1.5 Jahre Betriebszeit auf dem Buckel hat, ein Selbsttest via smartctl behauptet, dass ich ungefähr die Hälfte der Lebensdauer erreicht habe. Wobei ein Selbsttest via „S.M.A.R.T“ nur die Werte auslesen kann, die der Hersteller an diese Schnittstelle weitergibt.

Interessanter sind die Daten, die Linux bzw. das genutzte Dateisystem so über die Nutzung abspeichert.
sudo dumpe2fs /dev/sda1 | less
zeigt mir z.B., dass die Hauptfestplatte meiner Workstation am 7. Dezember 2016 formatiert wurde und in dieser Zeit 1.620 GB Daten geschrieben wurden. So grob über den Daumen werden das wohl 2 TB an geschriebenen Daten pro Jahr werden.

Samsung gibt für die genannte SSD eine Garantie über 5 Jahre oder maximal 150 TBW (Terabytes written). In 5 Jahren schaffe ich bei gleichbleibender Nutzung 10 TB, in der Theorie nach den TBWs müsste die SSD 75 Jahre überleben.

Von der 850 EVO gibt es eine „pro“ Version wo alles verdoppelt wird: 10 Jahre Garantie, 300 TBW und halt auch doppelter Preis.

Nun stand ich vor der Aufgabe, meine Server im Rechenzentrum auf Vordermann zu bringen. RAM ist mit 32GB auf den ersten Blick wenig, aber die virtuellen Maschinen sind alle recht sparsam. Die Intel Xeon E5450 mit 3.00 GHz sind immer noch Spitzenreiter was das Preis-Leistungsverhältnis angeht. Nur die Festplatten machen mir Sorgen weil sie halt lahm sind, viel Strom verbrauchen und vorallem einiges an Abwärme produzieren was dem Rest der Elektrik auch nicht gut tut.

Also mal schauen, was so ein vielbeschäftigter Server mit seinen Festplatten anstellt….

Das /dev/md0 von „gustav“ (ein normal ausgelasteter Server mit einer Plattenspiegelung) hat in 2.5 Jahren immerhin 9 TB an Daten geschrieben, die zugehörige HDD für die Datensicherung 2 TB.

Nun – ich habe das Abenteuer gewagt und einen Server auf SSDs umgestellt. Verblüffend: trotz altem SATA 3.0 Interface hat der RAID-1 Verbund soviel „Dampf“ dass ich 2 Server auf eine Maschine packen konnte und die Gesamtperformance ist trotzdem noch besser geworden.

Ich bin mal gespannt, wie das in 5 Jahren aussehen wird…

Veröffentlicht unter Hardware | Hinterlasse einen Kommentar

Auch der Hanauer Anzeiger phantasiert sich Zahlen zusammen

Heute ein Artikel im Hanauer Anzeiger über den bekehrten Landwirt Hans-Ludwig Wilhelmini, der auf seinem Hof „An der Landwehr“ nun Photovoltaik und Biogas unterstützt.

In dem von Elfi Hofmann verfassten Artikel wird munter phantasiert: „Mit der Anlage [Biogasanlage, Verwertung von Wärme und Energie] erreichen sie [die Betreiber] einen Wirkungsgrad von 95 Prozent. Zum Vergleich: Ein Kernkraftwerk erreicht nur 35 Prozent“

Die 35% eines KKW lassen sich schnell aus Wikipedia herauslesen.

Aber wie kommt der/die Autorin auf 95% Wirkungsgrad bei einer Biogasanlage?

Karl Wild von der Hochschule für Technik und Wissenschaft in Dresden kommt in seinem Vortrag „Viel Aufwand, viel Fläche – was kommt raus?“ für Biomasse bei der Stromerzeugung auf einen Gesamtwirkungsgrad von 0,4% – eine Zahl, die ich aus eigener Beobachtung für recht realistisch schätze.

Manfred Thalmann, Anlagenplaner bei Lipp kommt in einem Interview hingegen auf einen erzielten „Gesamtwirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent“ der sich „aus der entstehenden Wärme und der elektrischen Energie“ zusammensetzt.

Ah – da ist was…. die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. postuliert „BHKW Wirkungsgrad gesamt ca. 85 – 90 %“ (link)

Nun – weder der Wirkungsgrad eines KKW noch der Wirkungsgrad eines BHKW befüllt mit Biomasse sind direkt vergleichbar:

Spaltbares Uran muss aufwändig abgebaut, konzentriert und in Brennstäbe gefasst werden. Im KKW können sie dann je nach Reaktortyp ca. 4 Jahre Energie erzeugen zu einem Wirkungsgrad von 35 Prozent und viel mehr wenn die Restwärme aus den Turbinen noch Wohn- und Gewächshäuser wärmt. Die ungeklärte Endlagerung hab ich mal aussen vor gelassen – defacto ist sie einfach, aber Öko-Parteien und Ablasskonzerne wie Greenpeace haben der Bevölkerung eine typisch Deusche Dauerangst vor Strahlung eingebleut sodass es keine rationale Diskussion mehr gibt.

Biomasse muss ebenfalls aufwändig aufgebaut und geerntet werden. Wärend eine Uranmine in Australien nur mit anderen Uranminen im Wettbewerb steht müssen Landwirte immer im Blick haben, ob sie höhere Preise für die Beschickung von Biogasanlagen bekommen oder ihre Ernte doch nur zur schnöden Ernährung des Bevölkerung ausreicht.

Wenn ich die zur Erzeugung von Biomasse erforderlichen Mittel (also Saatgut, Dünger, Pestizide und den gesamten Maschinenpark und den schlechten Wirkungsgrad einer Maispflanze bei der Umwandlung von Sonne in Energie) betrachte – wenn die Ökos fest daran glauben dass damit die Menschheit gerettet werden kann, dann sollen sie es tun.

Veröffentlicht unter "Lügenpresse" | Hinterlasse einen Kommentar

Es wird immer dreister geblitzt in Nidderau

Dass in Nidderau schon länger via semi-privaten „Messdienern“ Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden, habe ich mittlerweile akzeptiert.

Obwohl: Bernd Hohmann vs. Ordnungsamt Nidderau 1:0 (Schiedsrichter: AG Hanau)

Mittlerweile hat sich die Gelddruckmaschine in Form der unheiligen Allianz zwischen dem Ordnungsamt Nidderau und einem privaten Blitzer aber recht gerichtsfest eingespielt:

Die Mogelpackung aus privatem Dienstleister (BA Technologies) und dankbarem Abnehmer (Stadtkasse Nidderau) steht mit vollem Gerät an willkürlich herausgehobenen „Schwerpunkten“ wie zB. dem Kilianstädter Berg wo keine mir greifbare Unfallstatistik einen Hotspot verzeichnet.

Da es dort aber etliche Stellen gibt, wo der Automobilist vorausschauend „bisserl Schwung holt“ oder „spritsparend abwärtsrollt“ stehen jetzt dort bevorzugt Messgeräte um den Fahrer eine energiesparende Fahrweise abzugewöhnen und mit hohem Spritverbrauch in einem niedrigen Gang herauf oder herunter zu fahren.

Gut, des Bürgermeisters (als Chef der Ordnungsbehörde) Willen – sei es drum.

Heute morgen hab ich aber etwas erlebt, wo ich final den Glauben an die Seriösität unseres Ordnungsamtes verloren habe:

Umgehungstrasse Nidderau… Eh eine absolute Katastrophe weil mit viel Schmerzen ein Plan aus den 1970er Jahren nun endlich realisiert wurde und tatsächlich nach Plänen aus den 1970er Jahren gebaut wurde.

Ein Unfallschwerpunkt ist der Abzweig nach Karben. Das Design ist 40 Jahre alt und frickelig an die Tatsache angepasst dass Nidderau nach dem zukünftig/laufenden Umbau des „Römerschnellwegs“ zwischen Heldenbergen und Karben zu einem globalen Strassennetzwerk gehören wird welches die Pendlerströme von Frankfurt nach Büdingen ableiten muss.

Jedenfalls knallte es an dieser Zu- und Abfahrt am Anfang ständig, kaum verwunderlich weil selbst nach 20 Fahrten über diese Ecke sich bei mir jedesmal ein ungutes Gefühl einstellte: von links kommen die Kollegen den Hügel herabgeschossen und dass ich den Hügel herauf eine eigene Spur habe sehe ich nicht weil ich tiefer liege.

Die Planungsfehler im Schnellweg wurden zügig durch ein „70er“ Schild kaschiert – da bin ich auch ganz dabei denn die Erwartung des Autofahrers ist, dass in der Nähe von Abzweigen eh 70 gefahren werden soll.

Nun – alles wird umgebaut, darunter die Strasse nach Karben – schon die Römer haben die Strecke mit Pflastersteinen versehen. Abzweig gesperrt, Karben ist nur noch über riesige Umwege zu erreichen.

Im Moment ist also Tempo 70 am Karbener Abwzweig so nötig wie ein Kropf weil der Zubringer gesperrt ist.

Aber ich dachte mir beim Weg zum Kunden immer „Na, mal abwarten – irgendein Vollhonk wird auch da mal einen Blitzer hinstellen um einfach via ‚DA IST EIN VÖLLIG UNNÖTIGES SCHILD – ABER DU MUSST DICH DARAN HALTEN“ abzukassieren.

Heute Morgen, ich denke an nicht Böses und fahre genau zum genannten Punkt.

Rechts vor der Brücke der bekannte, unaufällige taktische Kleinbus – den sich der private Blitzer dank der sprudelnden Einnahmen durch seine perfide Art sich auf die besten Abzocke-Stellen zu stellen mittlerweile leisten kann und hinreichend Ablagefläche hinten bietet dass der „Messbeamte“ nicht mehr hinter dem Steuer sein Schläfchen halten muss.

Blöde nur, dass das Fahrzeug mitten auf dem Acker stand – die Anwesenheit bemerkte jeder.

Ich war das Wochenende in Thüringen (genauer gesagt in Bad Tabarz) – sobald man Hessen verlässt werden Verkehrsschilder und Blitzer zur Mangelware.

Veröffentlicht unter Nidderau | Hinterlasse einen Kommentar