Japan und die Energiewende

Den Artikel zum Thema „Darum boomen in Japan Dieselautos“ schliesst Spiegel-Autor Tom Grünweg mit dem Absatz:

Dass Japan ausgerechnet jetzt auf den Diesel kommt, wo der Motor überall sonst verteufelt wird, mag für Außenstehende schwer nachvollziehbar sein. Doch wer die japanische Volksseele kennt, der findet dafür durchaus eine Erklärung, sagt der Kulturforscher Edgar Pelaez von der Waseda University Tokio: In der japanischen Überzeugung gäbe es einfach keine schlechte Technik, sondern es ist immer der Mensch, der sie schlecht macht. „Ausgerechnet das einzige Land der Welt, das Opfer von Angriffen mit Atombomben geworden ist, verlässt sich bei seiner Energieversorgung mehr als alle anderen auf Kernkraft.“

Diesen Satz habe ich jetzt mal für mich hinterfragt…

Japan ist eine Insel relativ kleine Insel – wenn ich meinen Onkel Karl-Heinz in Thüringen besuche habe ich die Strecke zurückgelegt wie Japan „breit“ ist. Gut – dafür ist die „Japan-Banane“ recht lang, aber auch ziemlich mit Bergen gesegnet.

Grossartige Vorkommen an Kohle, Uran, Eisen etc. gibt es nicht. Pragmatisch wie die Japaner sind, haben sie sich daher nach dem 2ten Weltkrieg darauf konzentriert das zu machen was sie wirklich können: mit wenig Ressourcen das Beste zu erreichen.

Daher kommt auch, dass Atomkraft in Japan eine so grosse Rolle spielt: Das Land muss jedes Quantum Energie importieren – egal ob das nun Öl, Gas oder Atom-Brennstäbe ist. Und da die Energiedichte eines Brennstabes weitaus höher ist als das gleiche Volumen von von Öl oder Gas wird Japan um die bösen AKWs für die absehbare Zukunft nicht herumkommen.

Gut – nun kann man im Hinblick auf Fukushima sagen „Aber Öl und Gas wären sicherer“. Leider falsche Denke: Japan wird permanent von Erdbeben durchgeschüttelt. Ein AKW Erdbebensicher zu machen ist ein kalkulierbarer Aufwand (die Katastrophe von Fukushima geschah weil niemand an einen solchen Tsunami gedacht hatte), mehrere tausend Kilometer Gas- oder Erdölpipeline als Erdbebensicher zu machen ist selbst für die Japanischen Ingenieure sehr schwierig.

Das wäre geklärt und nun: wer ist dieser komische Wissenschaftler „Edgar Pelaez von der Waseda University Tokio“ mit dem sich der Autor schmückt?

Nun ich habe ihn hier gefunden… „Edgar Santiago Peláez Mazairegos“ hat mit Technik nix zu tun, auch nichts mit Diesel-Autos und die Schlussfolgerung des Spiegel-Autors ist auch nicht wirklich schlüssig.

Im Rahmen der Recherche zu diesem Artikel bin ich übrigens auf folgendes „Juwel“ gestossen:

Da schreibt Herr Clemens Weiß als Redakteur von „energiezukunft.eu“ – einem der zahlreichen Portale wo ohne grundlegendes Verständnis von U=I*R über die Energiewende fabuliert wird – in einem Artikel über Japan folgendes:

Die Erwartungen lasten dann auf kleineren Biomasse-Anlagen und der Windkraft, deren Kapazität bis 2020 auf 10 Gigawatt anwachsen soll. Bislang spielen neben der Wasserkraft und Solarenergie die anderen regenerativen Erzeugungsarten kaum eine Rolle. Dabei ist Japan mit seiner Insellage und stabilen Windbedingungen an der Küste wie gemacht nicht nur für Windkraftanlagen sondern auch für Geothermie-Kraftwerke.

Fangen wir hinten an: Geothermie. Einfach paar tiefe Löcher in die Erde, Kaltwasser rein und Dampf raus. In Japan ist nichts einfach, das nächste kleinere Erdbeben verformt die Tiefbohrung und dann muss man neu anfangen. Japan hat auch paar geologische Besonderheiten wie zB. dass die Geothermiekraftwere jede Menge Feingestein und agressiven Schwefel verkraften müssen. Dass es die Japner können beweisen deren Exporte von Geothermieanlagen und die bereits betriebenen Anlagen – die leider nicht sonderlich wirtschaftlich sind.

Windkraft: Ich habe mal bisserl in den Archiven nachgeschaut, tatsächlich wäre die Westküste von Japan in Höhe der Stadt Niigata oder Akita optimal. In 100m Höhe sind tatsächlich die vom Autor beschriebenen „stabilen Windbedingungen“ vorhanden.

Man muss nur ganz viele 100m hohe Windkraftanlagen in ein Gebiet stellen wo der Boden paar mal im Jahr durchgeschüttelt wird.

Biomasse: Ich habe keine belastbare Statistik darüber gefunden, dass Japan im grossen Masstab einen Überschuss an „Biomasse“ wie Mais, Reis, Getreide etc. hat und es sich leisten kann, „Esswaren“ für Mensch und Vieh mit einem verdammt niedrigen Gesamtwirkungsgrad zu verheizen.

Deutschland braucht keinen „Ruck“ sondern einfach nur viel mehr Journalisten die ihren Hirnkasten anstrengen.

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Legitimierung zum Töten von dummen Menschen gefunden – die Welt wird endlich besser!

Kennt jemand Oliver Rast?

Er hat Vice ein Interview unter dem Titel „Wir haben einen der letzten linken Terroristen Deutschlands getroffen“ gegeben.

In diesem Interview gibt Oliver Rast recht interessante Weisheiten von sich, die universell Nutzbar sind.

Zum Beispiel „Militante oder bewaffnete Aktionsformen halte ich nach wie vor für gerechtfertigt“ oder „Ansonsten sind politische Attentate sicher das schärfste Mittel des bewaffneten Kampfes – und auch das werde ich nicht generell verurteilen.“

Ich kann Oliver Rast hier zustimmen: würde man Idioten wie ihn konsequent unter Anwendung seiner Ideologie entgültig aus dem Genpool der Menschheit entfernen wäre der Allgemeinheit viel Gutes getan – „dank“ unserer Verfassung und Gesetze geht das nicht und so kann er weiterhin seinen Filmriss zur Realität erklären.

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Wir Deutschen – zu Dumm für alles!

Petra Pinzler schreibt in ihrem Kommentar zur Klimakonferenz in Bonn unter dem Titel „Wir Großmäuler“ in etwa folgendes:

In der Klimapolitik ist Kanzlerin Merkel nicht viel besser als Donald Trump: Beide machen viel zu wenig. Jetzt kommt die Rechnung für die Untätigkeit. 25.000 internationale Besucher werden lernen: Der Gastgeber ist beim Klimaschutz ein schlechtes Beispiel. Ausgerechnet das Land, in dem einst der erste Weltklimagipfel überhaupt stattfand, das sich einer Klimakanzlerin rühmt, und international immer wieder für wichtige Fortschritte gekämpft hat, versagt in der nationalen Politik. Kein Land weltweit verbrennt mehr Braunkohle als Deutschland. Und kein Brennstoff ist schädlicher fürs Klima. Trotzdem traute sich bisher keine Regierung zu, einen Plan für den Kohleausstieg zu schreiben, auch die schwarz-rote nicht. Zu groß war die Angst vor der Energielobby und den Gewerkschaften. Die Folge: Auf der Konferenz in Bonn werden Italien, Frankreich, die Niederlande, Großbritannien und Kanada stolz den künftigen Kohleausstieg verkünden. Deutschland nicht.

Kanzlerin doof, Deutsche doof – nur Frau Pinzler kann uns vor Unfreihandel und übermächtigen Konzernen und deren Lobby retten.

„Lobby, Gewerkschaften, Schädlich, Ausstieg“ – mit dem Rest des Artikels bekommt man jedes beliebige Bullshitbingo für den Parteitag der kommunistischen Partei in Sekundenschnelle voll.

Wie sieht die Realität ausserhalb der „grünen Denkblase“ aus?

Da sich die Erneuerbaren Energien in weiten Teilen ein weiteres Subventionsloch sind muss irgendwo die Energie herkommen mit denen wir unsere feinen Leuchten und Laptops betreiben. Dass dafür in Deutschland ausgerechnet Braunkohle verwendet wird, liegt vorallem daran dass unser kleines Land mit 80 Milliarden Tonnen auf 10% der wirtschaftlich gewinnbaren Welt-Braunkohlereserven sitzt mit dem Energiewert aller bekannten Erdölvorkommen in der Nordsee (Quelle) und daher ist Braunkohle in Deutschland unschlagbar günstig.

Problem dabei ist, dass Braunkohlekraftwerke aufgrund des geringeren Heizwertes (gegenüber Steinkohle, Erdöl und Erdgas) prinzipbedingt mehr CO2 ausstossen und darum hat der Weltklimarat den Einstieg in den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung beschlossen. Wir sitzen also auf billiger Energie und „dürfen“ sie nicht nutzen.

Wie machen das nur die „guten“ Länder Italien, Frankreich, Niederlande, Großbritannien und Kanada?

Fangen wir mal mit Kanada an … Gemäss dem Wikipedia-Artikel sitzen die Kanadier auf den zweitgrössten Erdölvorkommen nach Saudi Arabien und haben ausserdem bedeutende und abbauwürdige Vorkommen von Kohle, Uran, Erdgas und Erdölsände. Und so sieht der Energiemix auch aus (Quelle: „Factsheet Kanada: Netzintegration von erneuerbaren Energien“ vom Bundesminsterium für Wirtschaft und Energie): 10% Kohle, 4% Erdöl, 7% Erdgas, 15% Nuklear und 62% Erneuerbare Energien.

Diese 62% werden gerne als Beweis angeführt, dass die Energiewende machbar ist. Nun: bei einer Bevölkerungsdichte von 3,6 Einwohner pro km² (Deutschland: 230 Einwohner pro km²) und viel Natur können die Kanadier im gebirgigen Hinterland eine Menge Stauseen und Windräder für die Stromgewinnung bauen.

Und trotzdem haben es die Kanadier nicht geschafft, die Treibhausemissionen bis 2012 um 6% zu senken (wie auch wenn man bereits an der Grenze des technisch Möglichen gelandet ist) und ist daher 2012 aus dem Kyoto-Protokoll ausgestiegen um Strafzahlungen an die UN zu vermeiden.

Dass Kanada recht einfach aus der Kohleverstromung aussteigen kann ist nun klar: dafür wird die Leistung bei den anderen konventionellen Kraftwerken (Öl, Gas, Atom) hochgedreht und die Kohle exportiert.

Also aufgrund der Rohstoffvorkommen, Populationsdichte und Geographie ist Kanada kein Vorbild für Deutschland.

Frankreich … Frankreichs industrieller Standortnachteil war schon immer die Kohleknappheit. Oder besser gesagt: die französische Kohle taugt nicht viel und ist schwierig abzubauen. Darum ist die Kohleförderung dort über die letzten Jahre fast auf Null heruntergefahren worden, die Kohlekraftwerke überwiegend mit Importkohle betrieben. Und so sieht der französische Strommix aus: 76% Atomkraft, 16% Erneuerbare Energien, 4% Erdgas, 2% Kohle, 1% Öl. Die EE-Quellen sind Stauseen und der übliche unzuverlässige Mix aus Wind und Energie. Da Atomkraftwerke kein CO2 erzeugen, steht Frankreich Klimapolitisch gut da.

Vorbild für Deutschland? Wenn man Atomkraftwerke mag – ja. Lässt sich aber nicht bei der Bevölkerung durchsetzen – also nein.

Niederlande … Das Gasfeld in der Provinz Groningen im Nordosten der Niederlande links von Ostfriesland ist das grösste Gasfeld Europas und das zehntgrösste der Welt. Und in der Nordsee sind weitere Öl- und Gasvorkommen. So sieht der Energiemix der Niederlande dann auch aus: Viel Erdgas, Erdöl, 1 Atomkraftwerk und Windkraft. Die Förderarbeiten in Groningen führen zu Erdbeben, wenn wohlwollende Gutmenschen und Umweltschützer die Förderung verbieten werden die Niederlande vermehrt auf Stromimporte angewiesen sein.

Vorbild? Man könnte von Ostfriesland aus das Gasfeld Groningen anzapfen – aber da werden die Niederlande was dagegen haben. Taugt also auch nix für Deutschland.

Großbritannien … Britannia rule the waves! God shave the queen! Großbritannien kommt erstmals ohne Kohle aus! Die Kohlevorkommen der Briten haben deren industrielle Revolution befeuert – der Steinkohlebergbau dort findet aber weitestgehend unter Tage statt und ist so teuer geworden, dass alle Zechen geschlossen wurden da Importkohle wesentlich billiger ist. Dafür haben die Briten recht grosse Erdgaslagerstätten (vorallem in der Nordsee), entsprechend sieht der Energiemix aus: 26% Gas, 16% Atomkraft, 8% Kohle, 15% Erneuerbare Energien.

Auch hier kein Vorbild: wer keine wirtschaftlich ausbeutbaren Kohlevorkommen hat, dem fällt es leichter auf Kohleverstromung zu verzichten.

Italien… Gaaanz spezieller Fall. Die Italiener sitzen auf recht grossen Erdöl/Erdgasvorkommen in Gebieten die entweder tektonisch, geologisch und vulkanologisch Instabil oder touristisch Vollerschlossen sind (wer möchte beim Baden schon eine Bohrinsel vor der Nase haben). Zitat aus dem verlinkten Artikel: „Bisher haben die Italiener alle neuen Energieprojekte, die optisch wahrnehmbar gewesen wären, zu Fall gebracht. Ängste vor Umweltschäden, an Hysterie grenzend, haben beispielsweise alle vor den Küsten geplanten Anlagen zur Umwandlung von flüssigem in normales Gas verhindert, also die Möglichkeit, den Rohstoff künftig auch per Tankschiff herbeizuschaffen“ Daher ist Italien stark von Importen abhängig – sei es Erdgas aus Lybien, Algerien, Russland oder Strom aus der Schweiz (letztere können mit ihren Staukraftwerken den deutschen Stromüberschuss aus Wind- und Solarkraftwerken speichern und dann teuer an Italien weiterverkaufen). Kohleverstromung ist ist Italien eh kein Thema, da kann man gerne mal den Ausstieg verkünden.

Vorbild? Bloss nicht.

Was bleibt vom Kommentar von Frau Petra Pinzler? Empörungsjournalismus gegen „die da oben“ und sonst nichts.

Die Formel dafür ist recht einfach und wird täglich angewendet: Man hat von einem Thema keine Ahnung, will sich auch nicht einarbeiten und interpretiert eine Pressemitteilung möglichst „Grün“ und „Links“ unter umgehung einfachster Grundsätze von Markt und Physik – das macht einem beim Volk beliebt und schmeichelt das eigene Ego.

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Telekom mal wieder ….

Ich habe da einen Kunden, der in seiner langen Historie des öfteren auf den Vertriebsschwatz der Telekom-Callcenter hereingefallen ist, dadurch in diverse Katastrophen schlitterte und nun auch die Kommunikation mit der DTAG auf mich übertragen hat.

Im Zuge der Renovierung des Gebäudes sollten auch paar alte Zöpfe abgeschnitten werden. Leider klappte das nicht so dolle wie angedacht, also musste ein Techniker der Telekom herbei.

Jener stellte fest, dass die neue Verkabelung für das Faxgerät durchaus funktioniert hätte, wenn der Kollege von der Elektrik das Auflegewerkzeug mit etwas mehr Mut zur Kraft angewendet hätte.

Und die seltsame, sporadisch auftretende Ansage „Dieses Gespräch kostet paar Cent an Gebühren“ erklärte sich so dass der damalige Interims-Geschäftsführer von der Sorte „bescheuertes Sparbrötchen“ bei mehr als 2 Gesprächen gleichzeitig jedes weitere Gespräch über eine (damals bestimmt supergünstige) Call-By-Call Nummer von Vodafone laufen lies.

Der Telekomtechniker notierte meine Büro-Rufnummer damit sich ein Kundenberater der DTAG um mich kümmert.

Nun – er hat sich gekümmert. Das habe ich aus seinen Bemühungen abgelesen, unter der Absenderufnummer 0800/3301300 „DTAG – Beratung“ hier anzurufen.

Irgendwann kamen wir zusammen, das Anliegen wurde besprochen und der Telekom-Kollege war auch auf den ersten Blick ein kompetenter „Kümmerer“.

Es wurden E-Mail Adressen getauscht und dann wollte er meine Mobilrufnummer. Da wurde ich stutzig, denn Mobil ist hier nur für absolute Notfälle gedacht. Begründung der „Gegenseite“: „Ja, aber wenn das Festnetz ausfällt….“

Mein Hinweis, dass ich externer Dienstleister bin und eine gleichzeitige Störung meines Festnetzes und dem Kundennetz eher Unwahrscheinlich ist wurde mit einem unsicheren „geben Sie mir die Nummer trotzdem“ in irgendeine Datenbank der Telekom eingegeben.

Mit dem Ergebnis, dass mich mein Kundenberater nur noch über mein Notfalltelefon anruft und jedesmal der Stresspegel steigt.

Dass ich nun der Hauptansprechparner bei „Gelobet sei was hart macht, gepriesen sei die Telekom“ bin, hat auch recht interessante Seiteneffekte: Kaum habe ich mich meinem Kundenbetreuer offenbart kam eine E-Mail „Herzlich willkommen im Kundencenter der Deutschen Telekom“ (oder so ähnlich). Auf den Link konnte ich klicken, da stand ordnungsgemäss meinm Name und meine E-Mail Adresse, aber was ich mit dem Account nun anstellen soll ist mir völlig fremd. Selbst das (mir unbekannte Kenntwort) kann ich nicht neu setzen da mir das alte (ebenfalls unbekannte Kenntwort) fehlt.

Dann kam dieser Tage ein Schreiben der Telekom beim Kunden an, was eine mysteriöse Umstellung bei den bereits von allen Sorgen befreiten Rufnummern ankündigte – die Problemrufnummern aber aussparte. Das hab ich an „meinen“ Kundenberater weitergeleitet der irgendwie unsicher mit „auch keine Ahnung“ antwortete – mal schauen, was da so die nächsten Wochen passiert.

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Mittelspannungsstörung

Heute gegen 13:30 Uhr fiepte es im ganzen Haus ganz mächtig: Überall sind die USVs angesprungen um die wichtigsten Rechner mit Strom zu versorgen.

Ich habe sofort alle Sicherungskästen untersucht und auch die Hauptsicherung überprüft: alles vom Feinsten. Mittlerweile ist eine der NachbarInnen aufgelaufen und auch Sie war ohne Stromversorgung.

Als die USVs gar kläglich fiepten habe ich das Notstromaggregat aus dem Keller geholt, befüllt und gestartet. Ich hatte kaum meinen Arbeitsplatz angeschlossen, war der Strom wieder da.

15min gewartet und Kabel sowie Notstromaggregat abgebaut – ab zum Einkaufen.

An der Tanke in Heldenbergen den jungen Mann gefragt, ob es hier auch einen Ausfall gab. Der hat mich angeschaut wie ein Alien, einen Wegfall der Stromversorgung gehört für die Kiddies anscheinend in den Bereich von schlechten Märchen.

Der Rewe zwischen Heldenbergen und Windecken war anscheinend nicht betroffen und wir konnten ungestört Einkaufen.

Zurück in Büro und Haus eröffnete mir meine Frau „Schlechte Neuigkeiten: Immer noch kein Strom“.

Ich erinnerte mich schwach, dass die OVAG aktuell „mein“ Netz betreut und da die Mobilfunkverbindung noch funktionierte habe ich bei der Servicestelle angerufen. Meine Störungsmeldung wurde mit der Frage „Ostheim oder Windecken?“ beantwortet und die Mitarbeiterin konnte mir „nur“ sagen „ja, das Problem ist bekannt – ein Kollege hat mir zugerufen dass es eine „Mittelspannungstörung“ ist – was mir wiederum recht viel sagte.

Also wieder Notstromaggregat aufgebaut, Kabel gezogen und angeschlossen. Danach in den Keller gegangen um festzustellen, dass dort wohl alles funktioniert – es hat nur die Sicherung fürs Büro rausgehauen. Trotzdem meinen PC eine Stunde übers Notstromaggregat laufen lassen damit die USV sich auffüllt.

Interessant dass meine andere Nachbarin mich am hantieren mit dem Generator beobachtete und fragte ob ich auch keinen Strom mehr hätte.

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Moderne Programmiersprachen und deren Vordenker

Es gibt den „Tiobe Index“ der versucht, die Popularität von Programmiersprachen zu ermitteln. Dafür werden international allgemeine und spezielle Foren nach Diskussionen über eine bestimmte Programmiersprache aufaddiert und gewertet.

Vereinfacht gesagt gilt folgende Tiobe-Formel: „Diskussionen über eine Programmiersprache“ gewichtet gegen „Popularität des Forums wo die Diskussion stattfindet“.

Real gilt aber: „Manager treiben eine Programmiersprache als neue Sau durchs Dorf und je mehr Programmierer die Idee des Managements durchsetzen müssen umso mehr Fragen laufen in den Foren auf und um so höher steht sie im Tiobe Index“. Daran sind nicht mal nur die Manager schuld sondern „junge, dynamische“ Entwickler die es irgendwie schaffen ihre Vorgesetzten davon zu überzeugen dass man in den Sprachen „Schlonz“ oder „Quack“ viel fehlerfreier entwickeln kann als in „Normalo“ oder „Gewöhnlich“.

Und diese jungdynamischen Entwickler haben einen festen Glauben daran, dass kurzer Code weniger Fehler bringt.

Im Prinzip ist das erstmal korrekt: wenn ich komplexe Aufgaben mit einem einzigen Befehl an die Runtime (eine Ansammlung von Routinen die das machen, was vorne der Programmierer sagt) übermitteln kann und die Runtime das fehlerfrei macht, dann habe ich mit einer einzigen Zeile im Programm ein Problem abgehandelt was sonst viele Zeilen Code benötigt.

"^\(*\d{3}\)*( |-)*\d{3}( |-)*\d{4}$" ist ein Regulärer Ausdruck welche eine Telefonnummer validiert. Blöderweise geht die nur für US Telefonnummern und als ich mal einen Experten für Reguläre Ausdrücke gefragt habe um das auf DE-Nummern umzusetzen hat er mir einfach eine Lösung gepostet die seit Jahren durchs Netz geistert und vollständig verkehrt ist.

Ich habe keine Ahnung, wieviel Erfahrung der Autor von diesem Satz hat: „All developers should learn to use basic regular expressions, because they’ll produce better, more flexible, more maintainable code with them.„.

Die Wahrheit aus meiner Praxis ist: ein Entwickler, der Regular Expressions benutzt, kann sich schon 6 Monate nach Ablieferung seines Codes nicht mehr erinnern was die Regex dort eigentlich macht und wenn – dann ist die Dokumentation umfangreicher als eine konventionelle Programmierung.

Der letzte Satz wird dann gerne wie folgt beantwortet: „Aber es ist effizienter als das Ganze in einer Schleife in Stücken zu verarbeiten“. In der Praxis ist diese Aussage völliger Bullshit, aber das erkläre mal einem jungen RegEx-Jünger der seine erste wirre Zeichenkombination unfallfrei schon beim Testlauf durchbekommen hat.

Aber zurück zu den Programmiersprachen selbst. Ich hatte dieser Tage eine recht interessanten E-Mail Austausch mit einem jungen Kollegen der schon seit Jahren an einer neuen Programmiersprache arbeitet. Er hat mir Details unter meinem Versprechen genannt dass ich nichts ausplaudere.

Gut – da gibt es nichts auszuplaudern weil sein Entwurf so ein typischer „Nerd“-Entwurf eines Vollspacken ist, der den ganzen Tag relativ harmlose Wegwerfsoftware entwicklelt und sich dafür in eine selbstgebaute Zwangsjacke stecken möchte damit er auf dem Wenigen was er macht nicht fehlschlägt.

Das irrste Statement (was ich jetzt mal über paar EMails zusammengefasst habe) war „Ich habe es nicht so mit Benutzeroberflächen und deshalb gibt es keine Strings (Textvariablen) – das kann man ja wie in C über ein int-Array abwickeln.

Wie in der Programmiersprache „C“ mit Texten umgegangen wird fällt unter die Kategorie „Gruselig“, aber da „C“ eine recht essentielle Programmiersprache ist haben sich zu diesem Thema etliche Tools etabliert um das Leiden zu lindern.

Und so sind dann fast alle neuen Programmiersprachen: Sie versuchen Probleme im Bereich Objektorientiertheit zu lösen die meisstens nicht existieren, bieten Lösungen für Probleme die eigentlich nicht existieren und sind in der Verarbeitung von Texten eher gruselig.

Meine Lieblingssprache wäre eine, wo man den Variablen wie in COBOL Wertebereich und Formatierung mitgeben kann und wenig syntaktischen Zucker damit der Umstieg von etablierten Sprachen leichter fällt.

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Der Katalonien-Konflikt im Spiegel der Leserkommentare

Man sollte vielleicht nur Lesern Zugang zu den Onlinekommentaren geben die vorher einen Intelligenztest gemacht haben…

Wer diese Zusammenstellung von Kommentaren gelesen hat, der wird – wie ich – Volksabstimmungen in DE für keine gute Idee mehr halten…

Aus dem F.A.Z Forum zum Beispiel…

Zum Thema „Katalonien: Die schweigende Mehrheit erhebt ihre Stimme„:

Bernd A. Wohlschlegel: Wenn ein Großteil der Waren alle über katalonisches „Staatsgebiet“ transportiert werden müssen? Immer noch nicht kapiert, dass Restspanien die Katalanen unbedingt braucht und nicht umgekehrt.

Wenn die Katalanen einen „ad hoc Kexit“ hinbekommen, fällt der neue Staat komplett aus allen Verträgen heraus die Spanien über die letzten Jahrhunderte mit anderen Ländern abgeschlossen hat. Die autonome Valencianische Gemeinschaft weiter südlich freut sich darüber dass der Hafen mehr ausgelastet wird und die E-15 ist nicht die einzige Autobahn die nach Frankreich führt.

Christoph Weise: Eine EU-Mitgliedschaft wäre für Katalonien teuer, vermutlich zu teuer. Schließlich ist das eine produktionsstarke Region welche Nettozuzahler würde. Die EU-Mitgliedschaft ist nur für Pleitestaaten attraktiv und natürlich für die Beamten, welchen die Brüsseler Pensionszusagen zugute kommen.

Die Katalanen sind die Japaner Spaniens. Als rohstoffarme Region hat sie schon lange einen guten Ruf in der Veredelung und Produktion. SEAT hat hier eines seiner Werke und wer sich die Tabelle hinter dem Link anschaut stellt fest, dass der Standort Martorell in Katalonien von VW langsam zurückgefahren wird.

Und wenn man mal schaut, was die grössten Unternehmen Spaniens sind und welche davon in Katalonien sind – da sind nur wenige Unternehmen dabei die mit einem Umzug in eine andere Region Spaniens ein ernsthaftes Problem bekommen würden.

Das Problem liegt wo ganz anders. Als Region von Spanien profitieren die Katalanen vom Spanischen BBB+ Rating und haben sich damit zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt hoch verschuldet um ihre Infrastruktur attraktiver zu machen. Die Verschuldung ist für die Region extrem hoch – im Vergleich zu Gesamtspanien aber eher vernachlässigbar.

Ein eigenständiger Staat „Katalonien“ würde aber von S&P aufgrund seiner (jetzt) extrem hohen Verschuldung auf Ramschniveau herabgesetzt werden, mit der Folge dass die Zinsen für Katalonien extrem ansteigen würden. Sicherlich könnten die Katalanen sagen „Mit den Krediten haben wir nichts (mehr) zu tun“, aber dann nimmt sie keiner mehr ernst.

Und der Forist hat nicht bedacht, dass ein eigenständiges Katalonien alles selber bezahlen muss – Guardia Civil, Pässe, Bankenwesen, Beamte, Pensionen, Renten, Richter, Justiz und voallem Grenzkontrollen (die müssen sie nämlich zuerst aufstellen damit kein Katalanischer Millionär mit einem Koffer voller Geldscheine seine Schäfchen ins Trockene bringen kann).

Alfons Heemann: […] Sie vergessen auf die geschichtlichen Zusammenhänge hinzuweisen. Spanien ist eine noch sehr junge Demokratie, und die Katalanen sowie Basken hatten unter der Militärdiktatur des Generals Franco (bis 1978) schwer zu leiden. Der jetzt zum ersten mal seitens Madrid gegen Katalonien angewandte §155 steht ganz im Gedankengut von General Franco. Das brutale Vorgehen der Polizei gegen die Katalanen sowie die Androhung „Wahlurnen statt Panzer“ sind dementsprechend ungeeignete Friedensangebote.[…]

Weniger kiffen. Die in Katalonien angeleierte „Volksabstimmung“ hat keine Legitimierung durch die Verfassung Spaniens.

Es gibt 3 Varianten, wie sich eine Regierung hier verhalten kann:

1) Man duldet die Abstimmung und ignoriert sie dann weil es keine Grundlage dafür in der Gesetzgebung gibt. Grosses Tamtam der Foristen „ja aber das Volk hat doch so entschieden“. Eine der Grundlagen der Demokratie ist auch, dass man sich an die Gesetze hält – egal ob die Katalanen in den Augen der bundesdeutschen Foristen als eine Art „kuscheliger Panda“ grosse Sympathien haben.

2) Man duldet die Abstimmung und setzt sie konsequent um. Ergebnis: Isolation von Katalonien, eine Art Gaza-Streifen mitten in Europa mit Hunger und Energiemangel. Auch in diesem Fall werden sich in Katalonien genügend Idioten finden lassen, welche die Wechselwirkung zwischen „Ursache und Wirkung“ nicht verstehen und zu einer Art „ETA“ im Katalonienland werden. Jubel bei den Deppen-Foristen der deutschen Qualitätsmedien „Operation gelungen, Patient tot“. Spanien insgesamt wird weniger vertrauenswürdig weil sie diesen Rechtsbruch zugelassen und akzeptiert haben. Ergebnis: S&P werten Spanien ab, global arbeitende Unternehmen bekommen Angst um ihren Standort in Spanien und verlagen ihre Niederlassung.

3) Man zeigt deutlich, dass der Staat nicht gewillt ist eine Verletzung der Verfassung zu akzeptieren. So ein Polizeieinsatz ist dann „Actio = Reactio“ halt die Folge und aus eigener Erfahrung reagiert die Exekutive recht gelassen wenn man akzeptiert dass sie jetzt einfach nur ihren Job erledigen sollen.

Daher ist der Spruch „das brutale Vorgehen der Polizei“ völlig Banane wenn man sich mal die ungeschnittenen Videos auf Youtube anschaut.

Gut – es sind nicht alles Idioten unter dem Kommentatoren:

Gerhard Dünnhaupt: Wie schon in Schottland sollte man dem Volk erklären, dass Katalonien beim Austritt aus Spanien automatisch die EU-Mitgliedschaft verliert, und sich dann erst später wieder unter Erfüllung aller normalen juristischen Beitrittsbedingungen und Zustimmung sämtlicher EU-Staaten neu bewerben kann.

Und genau das ist der Grund, warum schon der „Brexit“ (also der Austritt eines seit vielen Jahren und Jahrhunderten) etablierten Staatsgebildes sich über Monate hinzieht – wohl mit dem Ergebnis dass die Briten anerkennen, dass ihre „Splendid Isolation“ in der EU als Nettozahler besser ist als wenn sie daraus eine „Stupid Isolation“ macht.

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Deutsches Kabarett und Deutscher Kaviar…

Deutsches Kabarett und Deutscher Kaviar haben eines Gemeinsam: sie existieren, sind aber nicht besonders gut.

Dieses Qualitätsproblem sieht man in den Ergüssen des politischen Kabaretts nach der Wahl: statt neuer Pointen werden überwiegend alte Kamellen aufgekocht.

Gegen wen schiesst das „politische Kabarett“ überhaupt seit den letzten Monaten und Jahren?

Meine private Auswertung:

1) Gegen „Mutti“ Angela Merkel weil sie angeblich Stillstand repräsentiert. Ich würde Frau Merkel eher als „zurückhaltend“ im Sinne von „man muss nicht jeden neuen Scheiss auf dem Markt ausprobieren“ beschreiben und viele Probleme lösen sich auf irgendeine Art und Weise von selbst ohne dass man selbst viel Geld und Moral investieren muss. Die Regierung „Schröder“ habe ich als extrem unangenehm empfunden, da wurden viele Geschichten angefangen und nie Zuende gebracht.

2) Gegen die FDP die seit ihrem Wiedereinzug in den Bundestag eine recht hohe Recyclingrate von Pointen der Sorte „die Klientenpartei der Besserverdienenden“ ermöglicht. Nur hat kein Kabarettist gemerkt, dass ein viel zu grosser Teil der Bevölkerung mittlerweile zu den „Besserverdienenden“ gehört sobald er sich nur ein wenig in seinem Beruf qualifiziert hat. Sich weiterbilden ist mittlerweile nicht nur ein Problem ob man die Kosten tragen kann sondern auch ob das höhere Gehalt aufgrund höherer Lohnsteuer überhaupt jemals rechnet.

3) Gegen Bayern weil es in und aus Bayern genügend Parlamentarier gibt die zitierfähigen Schwachsinn absondern.

4) Vielleicht noch was mit Martin Schulz (wobei der Schulz-Zug nun abgefahren und vorbei ist).

Die CDU wird über Angela Merkel satirisch aufgearbeitet, die CSU über Seehofer (der den Edmund Stoiber im Kabarett-Ranking abgelöst hat), die FDP über Christian Lindner.

Wer fehlt in der Aufstellung? Richtig: Die SPD, die Grünen, „Die Linke“. Gerade die Grünen als Hauptpreistreiber der Energiewende wären ein grandioses Ziel für das politische Kabarett, aber anscheinend fühlen sich die Einzahler in die Künstlersozialkasse dem Verein zu sehr verbunden als dass sie mal ordentlich zuschlagen würden.

So langsam beginne ich zu begreifen, was Teile der Bevölkerung unter dem Ausdruck „Linksversiffte Medien“ verstehen:

– Wenn gewaltbereite (linke) Hooligans, ausgerüstet mit den Ergebnissen der Globalisierung wie Smartphones und Hoodies aus China, gegen die Globalisierung Randale machen, Autos anzünden und ganze Strassenviertel verwüsten dann wird das als berechtigte „Volksangst“ in den Medien und auch von Kabarettisten aufgegriffen, aber keiner sagt „hängt die Verursacher auf“.

– Wenn gewaltbereite (rechte) Hooligans durch ein Flüchtlingsheim marodieren und alles anzünden geht ein Schock durch Deutschland und sofort kommen Kommentare der Sorte „hängt die Verursacher auf“.

„Die Anstalt“ war nach dem Wechsel weg von Urban Priol („MERKEL MUSS WEG“) über mehrere Folgen wirklich sehr spannend – mittlerweile ist die Sendung wieder so brutal nach links gedriftet – dagegen war Dieter Hildebrandt schon ein „schwarzer“ Konservativer.

Die „Heute Show“ beklagt sich sporadisch über das mangelnde Interesse der Bevölkerung an der Politik. Auf der anderen Seite verunglimpft das „Flaggschiff der Deutschen Satire“ unsere Politiker permanent als „Idioten“, „Nulpen“, „Unfähige“ – wer gibt sich schon mit „Idioten, Nulpen und Unfähigen“ ab?

„Extra 3“ hat sich in den letzten Sendungen auch gut auf die FDP eingeschossen – mit Universal-Pointen die schon seit der Gründung dieser Partei kursieren. Grüne, Linke, SPD? Fehlanzeige.

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Spam und dumme Provider

Früher war die Welt ganz einfach: Automatisierte Spam-Reports gingen an eine Mailadresse „fbl@provider.tld“ und manuelle Meldungen an „abuse@provider.tld“.

Die automatisierten Reports haben ein definiertes Format und werden von Spamtraps oder durch belästigte Endbenutzer ausgelöst, das Ganze nannte man „Feedbackloop (FBL)“.

Ich habe zB. noch etliche Server am Laufen die nichts weiter machen als wohlgeordnet E-Mailadressen anzuzeigen in der Hoffnung dass das irgendein Depp automatisiert ausliest und diese Mailadressen in eine der üblichen „100 Millionen geprüfte E-Mail Adressen von Entscheidern und der Bundeskanzlerin“-Kompilationen einpflegt.

Die Mailadressen verweisen natürlich auf einen meiner Server und wenn der Spammer dann dort eine E-Mail versendet sehe ich woher die kommt. Ist es ein Provider, wo wir uns gegenseitig auf Probleme hinweisen bekommt der eine Mail in die FBL gestopft und dann kann er sich kümmern.

Ein guter Freund schickt mir ebenfalls regelmässig bei ihm aufgelaufene Spam-Mails, das prüfe ich dann per Hand.

Da ich weiss, woher meine Kunden E-Mails bekommen wollen blockiere ich in einer Filterliste des Mailservers gleich komplette Netze. Wenn da also als Quelle irgendeine „Huandingong Huschipfuschi“ Universität aus Asien ermittelt wird, wird recht grosszügig das gesamte Universitätsnetz geerdet.

Geht auch völlig Problemlos mit recht grossen Providern wie OVH, Aruba und Crystone – die hosten alles was eine auf den ersten Blick gültige Kreditkartennummer übermitteln kann.

Zum Problem werden zunehmend die Deutschen Provider – nicht weil sie plötzlich mehr Spam aus ihren Netzen versenden lassen – sondern weil sie übrig bleiben nachdem hier der Rest der Welt nichts mehr einwerfen darf.

Und da betet man mehr als einmal am Tag ein „Herr, lass Hirn vom Himmel fallen!“ – hier meine unvollständige Liste der dümmsten Provider Deutschlands:

1) Hetzner

Die bearbeiten Beschwerden an abuse@…. automatisiert – es kommt eine Rückmail, dass man das doch bitte auf einer Webseite nochmal neu eintragen soll. Also der selbe Copy & Paste Zirkus von vorne. Paar Stunden später die Rückmeldung, es schrieb mir eine offensichtlich noch recht junge Dame dass meine Beschwerde / Complaint nicht bearbeitet werden kann weil ich den ursprünglichen Empfänger herausgelöscht habe. Ich antwortete Sinngemäss „Erm, euer Kunde versendet 08/15 Versicherungsspam das sieht man klar am Domainnamen und am Mailinhalt. Zieht dem Kunden den Stecker und gut ist.“ worauf sie wieder antwortet „Dann können wir das nicht bearbeiten“.

Gut – die bei Hetzner nicht, aber ich: mittlerweile dürfen einige Netze von dort hier keine Mails mehr einwerfen.

2) myLoc

remarks: | Please send legal/law enforcement inquiries to |
remarks: | auskunft_AT_myloc.de. Mails to abuse@myloc.de WILL|
remarks: | be automatically processed and the customer WILL |
remarks: | get a notification about your inquiry. |
remarks: +—————————————————+

Genau die gleiche Scheisse wie bei Hetzner, nur automatisiert. Der Spammer bekommt einen Hinweis, dass sich ein Kunde belästigt fühlt. Er kann nun ebenfalls automatisiert die Empfänger E-Mail aus der Liste des Hosts löschen und die Adresse von einem Server in Schweden weiterbespammen lassen – oder er macht gar nichts und wartet, bis bei myloc.de jemand merkt dass die Rechnung nicht bezahlt wurde.

3) m247 im Netzwerk von GLOBALAXS DE

Meine Missbrauchsmeldung an abuse@m247.com wurde mit der Begründung „Enthält unerwünschte Werbung“ abgelehnt. Doh!

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Hessisches Fukushima – wo bleiben die Mahnwachen?

In Weilmünster ist das Güllesilo einer Biogasanlage ausgelaufen. 500.000 Liter – je nach Sichtweise des hochgiften Sondermülls oder wertvollen Düngers – sind den Bleidenbach geflossen der in die Weil mündet.

In der Weil fand über die letzten 20 Jahre ein aufwändiges Wiederansiedelungsprogramm für Lachse und Bachmuscheln statt dessen Arbeit nun vernichtet wurde da der Bach nach dem Unfall biologisch Tot ist und im nächsten Jahr vermutlich durch starkes Algenwachstum umkippt. Auch eine Gefahr für die Lahn besteht – was natürlich abgewiegelt wird weil dort die Gülle verdünnt angkommt, eine Argumentation die an anderen Stelle sofort mit „Propaganda der Atom-,Chemie,-Industrielobby“ angegriffen würde.

Wo sind also die Mahnwachen für die Millionenfach getöteten Lebewesen im Bleidenbach, der Weil und Lahn? Wer schreibt das erste Protestschild „Lausebusebach muss uns eine Lehre sein“ oder „Nie wieder Lausebusebach„, wo sind die Massen wie sie beim Chemieunfall von Sandoz 2006 auf die Strasse gegangen sind?

Wo sind die Forderungen Grüner Politiker „Macht Biokraftwerke so teuer, dass sich ihr Betrieb nicht mehr lohnt“ oder Menschen die schreiben: „Ob aber ausgerechnet die Bioenergie die Lösung für dieses Problem ist, möchte ich bezweifeln. Man muss nicht mal damit argumentieren, dass die Gülle sehr gefährlich ist und es weltweit noch keine tauglichen Endlager für den Müll gibt, die Technik macht auch ökonomisch keinen Sinn. In Deutschland war der Biostrom immer nur günstig, weil er massiv staatlich subventioniert wurde. Die Unternehmen bekamen für die Errichtung der BKW Bundesbürgschaften, und es wurde ihnen erlaubt, die Meiler mit einem Betrag zu versichern, der nur einen winzigen Bruchteil möglicher Schäden abdecken würde. […] Nun sitzen wir als Steuerzahler vor einem Milliardenberg, den uns die Hinterlassenschaften noch kosten werden. So gesehen gibt es eigentlich keine teurere Energie als die aus Biogas“ (Quelle).

Nichts passiert – ist ja alles Bio.

Vielleicht sollte ich einen natürlichen und damit hochgesunden Tee aus Bio-Bangenkraut zur Beruhigung zubereiten.

Mehr Informationen: Bericht Frankfurter Rundschau, Bericht Hessenschau.

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