Kinzigtal brutal

Landrat und ehemaliger Mittelstreckenläufer Karl „Charly“ Eyerkaufer, der Amtsleiter für Bildung, Kultur und Sport (auch ein prominenter Läufer) Jürgen May und Leiter der Fachgruppe Sport Klaus Schmidt hatten vor 25 Jahren im Landratsamt des Main-Kinzig-Kreises eine irre Idee: warum machen wir nicht einen Radsonntag bei dem die Bürger die Kinzig von der Quelle bis zur Mündung in den Main abfahren können? Sind ja nur schlappe 80 Kilometer auf für den Autoverkehr gesperrten Landstrassen.

Es gab die üblichen Widerstände („zu teuer, zu aufwändig“) aber das Landratsamt setzte sich durch und 1993 gab es die erste Tour. In diesem Jahr gab es die Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre Kinzigtal Total“ bei der „Unser Charly“ natürlich als Ehrengast mit Familie dabei war.

Die Veranstaltung leidet – wie auch das „Hohe Strasse Fest“ – darunter, dass sie im September stattfindet und das Wetter nicht immer mitspielt. 2012 waren es bei Sonnenschein 100.000 Teilnehmer, das kann bei Regen extrem wegbrechen.

Ich wollte mir die Veranstaltung schon immer mal zu Gemüte führen, da Karin und ich mittlerweile elektrischen Rückenwind haben und die Wettervorhersage was von „Heiter bis Wolkig bei 19°C“ murmelte haben wir das in Angriff genommen. Also mit dem Auto und Rädern zum Hanauer Hauptbahnhof, dann mit dem Sonderzug nach Sinntal-Sterbfritz zur Kinzigquelle und mit dem Rad zurück.

1) Planung

Den Internetauftritt von „Kinzigtal Total“ kann man mit „Much ado about nothing“ zusammenfassen: Es gibt eine Karte welche grob die Entfernungen zwischen den Reiseorten zeigt, mehrere Karten die zeigen wo es medizinische Versorgung von Mensch und Drahtesel gibt sowie eine Übersicht in welchem Ort welche Veranstaltungen stattfinden. Dazu noch eine von der Werbeagentur etwas unglücklich überarbeitete Version des offiziellen DB Zugfahrplan „Sonderzug nach Pankow Sterbfritz“. Man ahnt es fast: die Informationen sind mehr oder weniger einzelne Seiten aus dem Gesamtflyer welcher mit „A4“ nicht wirklich gut zu drucken ist.

Glücklicherweise hab ich die Orginalvariante der Deutschen Bahn gefunden wo auch die Abfahrtsgleise stehen sowie einen älteren GPS-Track für die Tour und in Foren und der Nachbarschaft erfährt man dann was im Flyer nicht steht: Wo bekommt man die Fahrkarten, wie läuft der Transport, was muss man tun und was sollte man sein lassen. Wichtigster Rat: den ersten Zug nehmen und einen Filzschreiber mitnehmen (warum auch immer).

Am Samstag abend nochmal über die letzten Ergebnisse der Wettermodellrechnungen geschaut: Morgens arschkalt ohne Regen, dafür am Nachmittag warm und sonnig. Meine kleine Windjacke habe ich immer dabei, dazu noch Softshell- und Fleece-Jacke, die Lederhandschuhe vom Winter und die kurzen Handschuhe – also die Kombination, die mich schonmal bis hoch auf den Säntis und wieder zurück begleitet hat. Noch den Kaffeeautomaten füttern und die Teezeremonie vorbereiten.

Der erste Sonderzug fährt 07:21 ab Hanau HBF ab, also 05:00 aufstehen.

2) Anfahrt

„Scotty, verdammt – der Transporter klingt heute so komisch“. Langsam realisiere ich, dass das Gezurrsele von meinem Mobiltelefon kommt. Aufstehen, Licht an, Telefon suchen, Wecker abschalten. Karin wecken, Dusche, dicke Socken, warme Unterhose, feste Jeans, Tee, Espresso, Tee, Espresso, Espresso. Fahrräder auf den Anhänger. Auf der Autobahn noch einen Kollegen (ebenfalls mit Fahrradanhänger) überholt und für 3,50 EUR einen Parkplatz am Bahnhof gemietet. Den oben genannten Filzschreiber braucht man um die Fahrradkarte auszufüllen, mit Kuli ist das nämlich schlecht wenn der weiche Sattel als Schreibunterlage dienen muss.

Wir waren um 06:50 Uhr am Bahnsteig und so sah es da aus – kaum einer da. Das änderte sich aber recht schnell, das Areal füllte sich mit behelmten Profifahrradpolsterkurzhosenträgern, offensichtlichen Rentnern die eher nach einer Einkaufstour zum nächsten Discounter aussahen, Familien kurz vor dem Nervenzusammenbruch, paar Männern die dem nächstgelegenen Obdachlosenasyl entsprungen schienen. Alles in allem eine sehr gemischte Besetzung.

Dazwischen sehr viele HelferInnen von MKK-Total die gerne Fragen beantworteten und dazu Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn. Letztere sahen teilweise aus, als hätte man einer Rotte von Schlägern ihre letzte Chance vor dem Hängen gegeben. Vermutlich ist dieser Eindruck gewollt, in der Praxis hatten sie bessere Manieren als so manche unserer Mitreisenden.

3) Abfahrt

Der Sonderzug fuhr ein, der Lokführer verzog sich erstmal auf ein Päuschen. Wir standen die ganze Zeit recht alleine am Ende des Zugs und plötzlich drängte sich alles in unsere Richtung. Karin leitete eine Gegenbewegung in Richtung Zuganfang ein wo wir dann problemlos unsere Fahrräder abgenommen bekamen und uns im oberen Teil einen 4er Platz erhaschten.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Gang hatte sich eine 3er Gruppe niedergelassen, die kaugumikauend von ihren Saufabenteuern berichteten. Ich wusste wieder, warum ich so ungern Bahn fahre… Das änderte sich aber beim nächsten Halt in Langenselbold, wo die letzten freien Plätze in unserem Karré von 3 rüstigen Rentnern besetzt wurden deren sonore Stimmen das muntere Saufgelagegeplappere angenehm übertönte.

Beim nächsten Stop in Gelnhausen wurden die Passagiere in Wagen 1 vom Zugchef gebeten, die Holzklasse zu verlassen und in die erste Klasse überzuwechseln damit weitere Fahrräder und Passagiere eingeladen werden können.

In Wächtersbach und den folgenden Stationen gab es nur kurze Zwischenhalte – wir trafen später einen jungen Mann der das Glück hatte dass er in Schlüchtern einsteigen wollte und auch konnte weil just hier 3 Räder ausgestiegen sind.

4) Ankunft

Damit es auch der Dümmste im Zug kapiert, erfolgte die Ansage „erst alle aussteigen, dann wird Zug rangiert und dann erst werden die Fahrräder ausgeladen“ mehrfach. Hinderte natürlich kaum einen bei den Helfern nachzufragen warum er sein Fahrrad nicht gleich mitnehmen kann.

Der „Auszug aus dem Zug“ sah in Sinntal-Sterbfritz ungefähr so aus:

Von den Profifahrradpolsterkurzhosenträgern war unison nur „Ey, das ist verdammt kalt hier“ zu hören.

Zug kam wieder an, Räder ausladen – bitte nach Rechts, jeder nur ein Rad.

5) Losfahren

Mangels konkreter Zielangaben im Flyer sind wir erstmal der Meute gefolgt um an der Mehrzweckhalle zu landen um die sich die Eröffungsveranstaltung gruppieren soll. im Flyer steht „Nach dem Eintreffen des ersten Sonderzuges Eröffnung der Veranstaltung durch Landra(d)t Thorsten Stolz“. Der Sonderzug ist eingetroffen, das Areal sah nicht so aus als ob da irgendwas passiert.

Also erstmal an die Kinzigquelle, die so ausssieht:

An der Quelle gibt es eine Infotafel die Inhaltlich schon etwas mehr bietet als der Flyer zu „25 Jahre Kinzigtal Total“ – was ich nicht der Werbeagentur sondern eher den drögen Inhaltsverantwortlichen auf dem Landratsamt zuschreibe. Am Kinzigborn noch bisserl mit den Anwesenden gequatscht und das Fazit gezogen: alleinreisende Fahrradfahrer haben einen an der Klatsche (Stichprobe: 2)

6) Abfahren

Zurück in Sterbfritz haben wir die Show entweder verpasst oder sie kommt noch, aber wir wollten los. Die ersten Kilometer waren angenehm: es ging nur Bergab und das kühlte aus. Also haben wir uns dick eingemummelt und sind unbeeindruckt von der Kälte (mein Hochpräzisionsdigitalthermometer für 80ct in der Bucht geschossen zeigte 11°C an) weitergeradelt. Schon auf den ersten Kilometern stellte sich ein gewisses Gefühl der Befreiung ein. Breite Landstrasse, ab und zu ein Inlineskater oder Radfahrer, Platz zum Überholen war massig vorhanden, jeder konnte nach seinem bevorzugten Tempo fahren. Ich summte Kraftwerk „Autobahn“ vor mich hin und strampelte mich frei.

7) Wenn einer eine Reise tut…

Ruckzuck waren wir in Schlüchtern. Gemäss Karte im Flyer liegt das 16km hinter dem Startpunkt, sind aber nur 12km. In Schlüchtern war der letzte Tag des lokalen Oktoberfestes, es gelüstete mich nach einer Currywurst. Im Festzelt war „Bayrischer Frühschoppen mit Gastkapelle“. Die Currywurst war lauwarm, das Ketchup auf lokaler Temperatur, das Brötchen aus der Fabrik. Zum Glück war unser Tee und Kaffee in den Thermoskannen noch heiss. Die „Gastkapelle“ brachte recht fetzige Blasmusik, würde der Schlagzeuger seine Snare etwas fester spannen und die Hörner das Stakkato üben wären die richtig gut.

Wärend im Zelt (wir haben es vorgezogen etwas schallgeschützt im Aussenbereich zu „speisen“) „Who the fuck is Alice“ dudelte, beugte sich eine junge Dame über uns mit der Frage ob wir eine Ibuprofen für sie hätten. Klar gibt das meine Notfallbox her (ist neben „Antibrumm“ und paar Papiertaschentüchern das Einzige was sich darin befindet). Das Mädel war auf Inlineskates unterwegs – zumindest war sie das bis sie gestürzt ist.

Aufgrund des mangelnden kulinarischen Ergebnisses beschlossen wir, die grossen Fresstationen zu meiden und in den kleineren Orten anzuhalten.

8) Kilometer 30

Das Örtchen Ahl bei Bad Soden-Salmünster erschien uns recht für eine kurze Rast. Es wurde langsam wärmer und die Nachzügler füllten die Strassen. Eine Gruppe Jugendlicher hatte einen Fahrradanhänger gebastelt, der mit vielen Akkus, einem Autoradio, diversen Hornhochtönern und Bassboxen auf kleinstem Raum einen erstaunlichen „Wumms“ verbreitete und sogar einen Würstchengrill „onboard“ hatte. Bei der Musik wurde ich stutzig – das müsste ein Song mit/von Jürgen von der Lippe aus den 1980er Jahren gewesen sein. Da die Location aber keine grosse Speisekarte hatte sind wir in Ahl eine Station weitergefahren um bei Amarettokuchen, gutem Kaffee und einer vorzüglichen Erbsensuppe dem Treiben zuzusehen.

Als da wären: Die Fahrradstreife der Polizei, einem Hochradfahrer, Tandems, ausgefeilte Mutter/Vater+Kind Konstruktionen, dem Musikwagen der oben genannten Gruppe, das DRK mit einem Einsatzfahrzeug um liegengebliebene Radfahrer zu versorgen und einem Trupp Kiddies die ohne Erwachsene die Strecke befuhren. Weiter westlich in Richtung Frankfurt wäre das für die dortigen Helikoptereltern unvorstellbar.

Die Sonne kam hervor und wir schälten uns vorsichtig aus unserer Zwiebel wärend um uns herum der Radverkehr zunahm – und zwar in beide Richtungen da viele Sportradler die Gelegenheit der gesperrten Hauptverkehrsstrassen dazu nutzten, die Kinzig „hinauf“ zu fahren.

9) Sonntagsradler

Aufenau, Wächsterbach, Neuwirtheim (gut 20km Strecke) haben durchfahren müssen – das halbwegs schöne Wetter hat alles aus dem Keller gelockt was ein Fahrrad hat und entsprechend voll waren die Orte wo es Speis & Trank gab. Da wir weitestgehend Selbstversorger sind, störte uns das nicht. Ärgerlich wurde nur, dass etliche Autofahrer mit dem Umstieg aufs Rad die StVO und Manieren vergessen.

Mir haben meine Eltern beigebracht „Wenn Du auf der Strasse für längere Zeit anhalten möchtest, dann bewege Deinen Arsch mitsamt Rad von der Fahrbahn“. Einfache Regel. Und bei „Kinzigtal Total“? Da machen ganze Profifahrradpolsterkurzhosenträger und Familien eine Diskussionsrunde mitten auf der Strasse auf wärend von „unten“ ein Pack Sprinter eine breite Gruppe überholt wärend von oben ein Pulk 2er Gruppen heranrast. Nur herzhaftes Bremsen und Fluchen bei den Bergsprintern hat schlimmeres verhütet.

Am schlimmsten sind die Helikoptereltern die permanent auf ihre Kinder einlabern „Kevin-Jaques tu dies, mach das“ wärend sie von Papa und Mama umschwirrt werden. Vater vorne, Kind in der Mitte, Mutti hinten und alle brauchen die gesamte Breite einer gutausgebauten Landstrasse.

Kurzum gesagt: erschreckend vielen Radfahrern kann man problemlos die Eignung zum Führen eines Fahrzeug jedwelcher Art absprechen.

10) Das Ende kommt in Sicht!

Man gewöhnt sich an alles. Auch daran, dass es nur paar dumme Radfahrer braucht um die Kapazität einer ultrabreiten Landstrasse auf Null sinken zu lassen.

Nach einer Zwischenstation in Haitz (nie gehört, aber der Ort existiert!) wollte ich in Gelnhausen mal kurz am M-Net Stand halt machen für ein „Kinzigtal-Total“ T-Shirt. Da mir aber aber Horden von Kinderfahrrädern mit SPD-Luftballons entgegenkamen haben wir die Umgehung über die Kaiserpfalz genommen um in Roth beim DRK nochmal eine Pause zu machen (das Übliche wenn man nicht auf solche Strecken trainiert ist: die Pausen kommen am Ende immer öfters und länger).

In Langenselbold haben wir nochmal bei der Feuerwehr eine Pause gemacht. Die war auch eher zur Orientierung denn weder Beschilderung noch die Angaben im Flyer sagten uns, wie es weiter geht. Wir sind dann dem R3 gefolgt und haben uns in Hanau anhand der Radwegbeschilderung (Hanau hat ein sehr gutes Radwegenetz!) zum Hauptbahnhof durchgeschlagen. Sporadische Posten vom DRK bekräftigten, dass wie auf dem richtigen Weg sind. Dass mitten in Hanau plötzlich wieder viele „Kinzigtal Total“-Schilder angebracht wurden, war tröstlich (immerhin hat man an uns gedacht) – aber unnötig weil viel zu spät.

Zuhause Abladen, sortieren und in der Abendsonne noch ein kurzes Schläfchen halten….

PS: die Kilometerangaben im Flyer sollte man nicht ernst nehmen, wir sind eine Gesamtstrecke von 70km ab Quelle bis Hauptbahnhof gefahren und die Akkus hätten noch für 30km gereicht.

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Von TBW und DWPDs (SSDs im Serverbetrieb)

Die schnellen SSDs (Solid State Disks) haben einen chronischen Nachteil gegenüber herkömmlichen HDDs (Hard Disk Drives): ihre Speicherzellen sind nicht unendlich oft – oder zumindest weitaus weniger überschreibbar als die magnetisierbaren Partikel auf der rotierenden Platte.

Aber immerhin: anfängliche Mängel wie spontane Totalausfälle oder Lebensdauer weit unter den angegebenen Werten sind behoben, meine letzte defekte SSD (dummerweise die Bootpartition eines Servers) war eine vom Hersteller „Zheino“ die nach 2 Jahren unter Spannung – aber nie sonst genutzt wurde – offensichtlich aus Langeweile gestorben ist.

Ich habe hier in meiner Workstation eine SSD „Samsung EVO 850“ mit 500GB, die 1.5 Jahre Betriebszeit auf dem Buckel hat, ein Selbsttest via smartctl behauptet, dass ich ungefähr die Hälfte der Lebensdauer erreicht habe. Wobei ein Selbsttest via „S.M.A.R.T“ nur die Werte auslesen kann, die der Hersteller an diese Schnittstelle weitergibt.

Interessanter sind die Daten, die Linux bzw. das genutzte Dateisystem so über die Nutzung abspeichert.
sudo dumpe2fs /dev/sda1 | less
zeigt mir z.B., dass die Hauptfestplatte meiner Workstation am 7. Dezember 2016 formatiert wurde und in dieser Zeit 1.620 GB Daten geschrieben wurden. So grob über den Daumen werden das wohl 2 TB an geschriebenen Daten pro Jahr werden.

Samsung gibt für die genannte SSD eine Garantie über 5 Jahre oder maximal 150 TBW (Terabytes written). In 5 Jahren schaffe ich bei gleichbleibender Nutzung 10 TB, in der Theorie nach den TBWs müsste die SSD 75 Jahre überleben.

Von der 850 EVO gibt es eine „pro“ Version wo alles verdoppelt wird: 10 Jahre Garantie, 300 TBW und halt auch doppelter Preis.

Nun stand ich vor der Aufgabe, meine Server im Rechenzentrum auf Vordermann zu bringen. RAM ist mit 32GB auf den ersten Blick wenig, aber die virtuellen Maschinen sind alle recht sparsam. Die Intel Xeon E5450 mit 3.00 GHz sind immer noch Spitzenreiter was das Preis-Leistungsverhältnis angeht. Nur die Festplatten machen mir Sorgen weil sie halt lahm sind, viel Strom verbrauchen und vorallem einiges an Abwärme produzieren was dem Rest der Elektrik auch nicht gut tut.

Also mal schauen, was so ein vielbeschäftigter Server mit seinen Festplatten anstellt….

Das /dev/md0 von „gustav“ (ein normal ausgelasteter Server mit einer Plattenspiegelung) hat in 2.5 Jahren immerhin 9 TB an Daten geschrieben, die zugehörige HDD für die Datensicherung 2 TB.

Nun – ich habe das Abenteuer gewagt und einen Server auf SSDs umgestellt. Verblüffend: trotz altem SATA 3.0 Interface hat der RAID-1 Verbund soviel „Dampf“ dass ich 2 Server auf eine Maschine packen konnte und die Gesamtperformance ist trotzdem noch besser geworden.

Ich bin mal gespannt, wie das in 5 Jahren aussehen wird…

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Auch der Hanauer Anzeiger phantasiert sich Zahlen zusammen

Heute ein Artikel im Hanauer Anzeiger über den bekehrten Landwirt Hans-Ludwig Wilhelmini, der auf seinem Hof „An der Landwehr“ nun Photovoltaik und Biogas unterstützt.

In dem von Elfi Hofmann verfassten Artikel wird munter phantasiert: „Mit der Anlage [Biogasanlage, Verwertung von Wärme und Energie] erreichen sie [die Betreiber] einen Wirkungsgrad von 95 Prozent. Zum Vergleich: Ein Kernkraftwerk erreicht nur 35 Prozent“

Die 35% eines KKW lassen sich schnell aus Wikipedia herauslesen.

Aber wie kommt der/die Autorin auf 95% Wirkungsgrad bei einer Biogasanlage?

Karl Wild von der Hochschule für Technik und Wissenschaft in Dresden kommt in seinem Vortrag „Viel Aufwand, viel Fläche – was kommt raus?“ für Biomasse bei der Stromerzeugung auf einen Gesamtwirkungsgrad von 0,4% – eine Zahl, die ich aus eigener Beobachtung für recht realistisch schätze.

Manfred Thalmann, Anlagenplaner bei Lipp kommt in einem Interview hingegen auf einen erzielten „Gesamtwirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent“ der sich „aus der entstehenden Wärme und der elektrischen Energie“ zusammensetzt.

Ah – da ist was…. die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. postuliert „BHKW Wirkungsgrad gesamt ca. 85 – 90 %“ (link)

Nun – weder der Wirkungsgrad eines KKW noch der Wirkungsgrad eines BHKW befüllt mit Biomasse sind direkt vergleichbar:

Spaltbares Uran muss aufwändig abgebaut, konzentriert und in Brennstäbe gefasst werden. Im KKW können sie dann je nach Reaktortyp ca. 4 Jahre Energie erzeugen zu einem Wirkungsgrad von 35 Prozent und viel mehr wenn die Restwärme aus den Turbinen noch Wohn- und Gewächshäuser wärmt. Die ungeklärte Endlagerung hab ich mal aussen vor gelassen – defacto ist sie einfach, aber Öko-Parteien und Ablasskonzerne wie Greenpeace haben der Bevölkerung eine typisch Deusche Dauerangst vor Strahlung eingebleut sodass es keine rationale Diskussion mehr gibt.

Biomasse muss ebenfalls aufwändig aufgebaut und geerntet werden. Wärend eine Uranmine in Australien nur mit anderen Uranminen im Wettbewerb steht müssen Landwirte immer im Blick haben, ob sie höhere Preise für die Beschickung von Biogasanlagen bekommen oder ihre Ernte doch nur zur schnöden Ernährung des Bevölkerung ausreicht.

Wenn ich die zur Erzeugung von Biomasse erforderlichen Mittel (also Saatgut, Dünger, Pestizide und den gesamten Maschinenpark und den schlechten Wirkungsgrad einer Maispflanze bei der Umwandlung von Sonne in Energie) betrachte – wenn die Ökos fest daran glauben dass damit die Menschheit gerettet werden kann, dann sollen sie es tun.

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Es wird immer dreister geblitzt in Nidderau

Dass in Nidderau schon länger via semi-privaten „Messdienern“ Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden, habe ich mittlerweile akzeptiert.

Obwohl: Bernd Hohmann vs. Ordnungsamt Nidderau 1:0 (Schiedsrichter: AG Hanau)

Mittlerweile hat sich die Gelddruckmaschine in Form der unheiligen Allianz zwischen dem Ordnungsamt Nidderau und einem privaten Blitzer aber recht gerichtsfest eingespielt:

Die Mogelpackung aus privatem Dienstleister (BA Technologies) und dankbarem Abnehmer (Stadtkasse Nidderau) steht mit vollem Gerät an willkürlich herausgehobenen „Schwerpunkten“ wie zB. dem Kilianstädter Berg wo keine mir greifbare Unfallstatistik einen Hotspot verzeichnet.

Da es dort aber etliche Stellen gibt, wo der Automobilist vorausschauend „bisserl Schwung holt“ oder „spritsparend abwärtsrollt“ stehen jetzt dort bevorzugt Messgeräte um den Fahrer eine energiesparende Fahrweise abzugewöhnen und mit hohem Spritverbrauch in einem niedrigen Gang herauf oder herunter zu fahren.

Gut, des Bürgermeisters (als Chef der Ordnungsbehörde) Willen – sei es drum.

Heute morgen hab ich aber etwas erlebt, wo ich final den Glauben an die Seriösität unseres Ordnungsamtes verloren habe:

Umgehungstrasse Nidderau… Eh eine absolute Katastrophe weil mit viel Schmerzen ein Plan aus den 1970er Jahren nun endlich realisiert wurde und tatsächlich nach Plänen aus den 1970er Jahren gebaut wurde.

Ein Unfallschwerpunkt ist der Abzweig nach Karben. Das Design ist 40 Jahre alt und frickelig an die Tatsache angepasst dass Nidderau nach dem zukünftig/laufenden Umbau des „Römerschnellwegs“ zwischen Heldenbergen und Karben zu einem globalen Strassennetzwerk gehören wird welches die Pendlerströme von Frankfurt nach Büdingen ableiten muss.

Jedenfalls knallte es an dieser Zu- und Abfahrt am Anfang ständig, kaum verwunderlich weil selbst nach 20 Fahrten über diese Ecke sich bei mir jedesmal ein ungutes Gefühl einstellte: von links kommen die Kollegen den Hügel herabgeschossen und dass ich den Hügel herauf eine eigene Spur habe sehe ich nicht weil ich tiefer liege.

Die Planungsfehler im Schnellweg wurden zügig durch ein „70er“ Schild kaschiert – da bin ich auch ganz dabei denn die Erwartung des Autofahrers ist, dass in der Nähe von Abzweigen eh 70 gefahren werden soll.

Nun – alles wird umgebaut, darunter die Strasse nach Karben – schon die Römer haben die Strecke mit Pflastersteinen versehen. Abzweig gesperrt, Karben ist nur noch über riesige Umwege zu erreichen.

Im Moment ist also Tempo 70 am Karbener Abwzweig so nötig wie ein Kropf weil der Zubringer gesperrt ist.

Aber ich dachte mir beim Weg zum Kunden immer „Na, mal abwarten – irgendein Vollhonk wird auch da mal einen Blitzer hinstellen um einfach via ‚DA IST EIN VÖLLIG UNNÖTIGES SCHILD – ABER DU MUSST DICH DARAN HALTEN“ abzukassieren.

Heute Morgen, ich denke an nicht Böses und fahre genau zum genannten Punkt.

Rechts vor der Brücke der bekannte, unaufällige taktische Kleinbus – den sich der private Blitzer dank der sprudelnden Einnahmen durch seine perfide Art sich auf die besten Abzocke-Stellen zu stellen mittlerweile leisten kann und hinreichend Ablagefläche hinten bietet dass der „Messbeamte“ nicht mehr hinter dem Steuer sein Schläfchen halten muss.

Blöde nur, dass das Fahrzeug mitten auf dem Acker stand – die Anwesenheit bemerkte jeder.

Ich war das Wochenende in Thüringen (genauer gesagt in Bad Tabarz) – sobald man Hessen verlässt werden Verkehrsschilder und Blitzer zur Mangelware.

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Fundsachen

„Genau genommen ist Sport nur eine aufwändige Methode, Krankheiten durch Unfälle zu ersetzen.“ (Unbekannt, könnte aber von mir sein…)

Wer schon immer mal wissen wollte, woher der Begriff „Patch“ bei Programmen stammt:

Die Welt gesehen durch die Rassistenbrille:


 

Das Wort zum Sonntag:

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Integrationsschock

Die Iranischen Flüchtlinge in der Nachbarschaft sind mehr als unauffällig – man sieht sich, man grüsst sich.

Die beiden „Alten“ sind immer recht Konservativ aber freundlich und die Kids halt – naja, wie heranwachsende Erwachsene so sind.

Ich stehe vorhin auf der Strasse und inspiziere den Briefkasten.

Nichts drin, Klappe wieder zu.

Über Nichts intensiv nachdenkend schaute ich intensiv auf die Baustelle auf dem Nachbargrundstück.

Plötzlich ein joviales, lautes und perfektes „Servus!!“ im schönsten Tenor schräg hinter mir.

Servus?

Mein neuer Nachbar Toby ist nicht da. Mein Nachbar Ferdi würde nicht so laut rufen. Nachbar Ulf sagt nie was, Nachbar Thomas nur dann, wenn er daraus einen Vorteil ziehen kann (und dann würde er nie „Servus“ rufen). Nachbar Andreas ruft von der anderen Seite des Grundstücks.

Schockstarre – wer ist das?

Ich drehte mich vorsichtig um, was ein Fehler war – nur noch aus den Augenwinkeln sah ich einen der jungen Iraner im Dress des Paketdienstleisters „Hermes“ an mir vorbei joggen… Mir blieb nur ein Gestammel der Sorte „Ja, Hallo auch!“ und dann war er schon um die nächste Ecke gebogen.

Zum Glück hat er nur „Servus“ gesagt – „Ei gude!“ hätte mir einen noch grösseren Integrationsschock verursacht 🙂

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Desktop aufräumen

Mal den Desktop von gespeicherten Material säubern.

Das Geschehen im ersten Bild ist in der Tat einem britischen Kollegen kurz nach seinem Umzug nach DE passiert.

Ein Ordnungsversuch der deutschen Medienlandschaft von Polisphere:

Zum Thema „Homöopathie“ fand ich folgende Beiträge recht interessant:

Nachdem sich eine Bekannte bei mir über ihre Armut, Schmerzen und sonstige Probleme mehr als hinreichend ausgelassen hatte habe ich ihr mitgeteilt dass sich sämtliche ihrer Probleme binnen weniger Wochen lösen lassen – wenn Sie die Zeit des Jammerns wirkungsvoll in „Vorwärtskommen“ umsetzen würde und gab ihr als Trost mit auf den Weg „Du wachst auf. Du hast Kleidung. Du hast fliessendes Wasser. Du hast Essen. Du kannst leben, sei Dankbar!“

Neulich im Baumarkt:

Ein einfaches Rätsel zum Abschluss: Welches Lied ist gemeint?

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Gartenstatus

Der Garten hat sich mittlerweile zu einem beliebten Anlaufpunkt der Fauna und Flora entwickelt.

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Glück

Was ist Glück?

zB. 22:30 Uhr Ortszeit, klarer Himmel, eine sensationelle blaue Stunde links neben mir.

Vor mir gehen die Lichter des Gartenteichs an, der Leuchtturm rotiert sanft sein Licht über dem Hügel, der nun eine Funktion hat.

Eugen Cicero spielt den „Liebestraum“ aus meinem Laptop, ich habe genügend Licht damit ich meinem Schmöker lesen kann.

Sporadisch hüpft ein Spatz über den Tisch und fragt, ob ich nicht noch eine Futterstelle einrichten könnte weil die Erste von einer Amselfamilie in Beschlag genommen wurde.

Mache ich Samstag, versprochen..

Das „zu vermieten“ Schild an der Kugelzypresse kann ich abmachen, es ist anscheinend wieder jemand eingezogen.

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Sanierung eines Pergoladachs aus Stoff

Ich hab ja im Garten diese recht günstig bei Amazon geschossene Pergola.

Mit paar ordentlichen Schrauben zusätzlich hat sie sogar die ersten zwei Jahre gut überstanden, aber nun steht eine Komplettsanierung an – vorallem weil der Sturm im Winter das Dach aus der Verankerung gerissen hat bzw. die Verankerung zerbröselte.

Über die Sanierung der Halterungen und des Gerüstes berichte ich später, wichtig für mich war erstmal zu prüfen ob der Stoff überhaupt sanierungsfähig ist.

1) Wo der Stoff in Schlaufen nach unten durchhing hat er Algen angesetzt
2) Etliche Metallösen waren ausgerissen
3) In der Mitte sind die Ösen nicht einfach ausgerissen sondern haben mangels Verstärkung (aussen ist der Stoff umnäht) gleich längere Risse verursacht.

Den Algenbelag hoffte ich durch eine ordentliche Anwendung mit handelsüblicher Sauerstoffbleiche in der Waschmaschine wegzubekommen – keine Chance.

Die Risse hat meine Frau etwas beigenäht, das hält den Stoff halbwegs zusammen aber damit bekomme ich noch lange keine neue Ringöse eingeschlagen weil das alles zu zerfasert ist.

Bei einem zufälligen Besuch im Hanauer Gewerbezentrum „Im Kinzigbogen“ bin ich mal bei „Roller“ eingelaufen weil die Gardinen und so ein Zeug haben – mit (wo gibts das heute noch) einer recht grosse Abteilung mit Stoffballen. Da war auch eine Rolle mit cremefarbenen Stoff von dem ich gleich einen Streifen haben wollte. Die wirklich ausgezeichnete Verkäuferin fragte nach dem Verwendungszweck und schlug eine etwas festere Variante mit ähnlichem Farbton vor.

Wie klebt man das nun Stoff auf Stoff? Textilkleber sind teuer und wenn ich mir die Inhaltsstoffe anschaue, lösen die Kunstfasern eher auf als dass sie verpappen. Und mit Flicken-Sets für Zelte hab ich in meiner Jugend sehr schlechte Erfahrung gemacht. Keine Ahnung wie ich auf „Jurten“ kam, aber ein Fachhändler für Jurten und sonstigem Outdoor-Kram hat ein Erklärvideo eingestellt und vermittelte glaubhaft, dass „Ponal Wasserfest“ (also ein Holzkleber den man sonst in Küchen etc.. verwendet) günstig und bestens sei.

Also in der Werkstatt Flicken geschnitten, mit Ponal auf den Stoff geklebt, antrocknen lassen, nächster „Patch“ usw.

Wie den Algenbelag wegbekommen? „Grünbelagentferner“, gibt als 5l Gebinde zzt. im Angebot für 3,99 EUR. Mit einer kleinen Blumenspritze aufgetragen, nach 6h war das Grün weg und nur an den hartnäckigen Stellen blieb ein grauer Streifen.

Bei McTrek gibts eine Wasch-Imprägnierung für gut 12 EUR. Klingt viel, aber ich brauche nur 1/4 der Flasche für das Stoffdach. Nochmal mit irgendeinem Perwoll Waschmittel für Sportklamotten im Hauptgang und dann anstatt Weichspüler die Imprägnierung.

Danach im Trockner „brutalster Gang“ das Wachs der Imprägnierung leicht aufgeschmolzen und in die Fasern gejubelt. Das Ergebnis was so gut, dass meine Frau den Stoff über die kostbare Couch zum „Abhängen“ gespannt hat.

Die „Ponalflicken“ waren noch alle drauf und sind auch schön flexibel geworden. Jetzt noch paar 8mm Ösen reinstechen und verdengeln – dann gehts weiter.

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