Ein Gespenst geht um: DSGVO

Heute ist ein Gesetz in Kraft getreten, das richtig Wirbel verursacht und man sich fragt „warum eigentlich“: die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung).

Eigentlich steht nicht viel anderes drin, als im BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) nur dass es für die gesamte EU (fast) einheitlich ist und wer sich seit 1977 an das BDSG gehalten hat, für den ändert sich eigentlich nichts.

„Im Rausch der Daten“ (hier in der ARD-Mediathek, verfügbar bis 23.05.2019) ist eine spannende Dokumentation über das Gezerre im Hintergrund bei der Entstehung dieses Gesetzes.

Mythen über die DSGVO wurden mir viele herangetragen, hier mal die 3 wichtigsten:

1) Bei Verstössen drohen Millionenbussgelder
Ja. Oder glaubt jemand, dass Google, Facebook & Co. ein Bussgeld von 1000 EUR mehr als ein müdes Arschrunzeln hervorbringt? Beim „kleinen Mann“ wird es auf Art. 58 DSGVO (Hinweis, Verwarnung, Verbesserungsvorschläge) hinauslaufen (Art. 83, 84).

2) Für jede Datenverarbeitung und Speicherung muss eine Einwilligung eingeholt werden
Nicht immer. Da gibt es den schönen Art. 6 Abs. 1b „Rechtmässigkeit der Verarbeitung“ wo es heisst „[Die Verarbeitung ist nur rechtmässig wenn] die Verarbeitung für die Erfüllung eines Vertrags, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist, oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich, die auf Anfrage der betroffenen Person erfolgen“. Dazu gehört alles, was benötigt wird um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen – das fängt bei Cookies an und hört nicht nur bei der Angabe einer zustellfähigen Adresse im Onlineshop auf. Nur wer Daten über das zwingend benötigte verlangt (zb. wird in den meissten Fällen die Pflichteingabe einer Telefonnummer darunter fallen) der könnte ein Problem bekommen.

3) Abmahnung droht
„Abmahnwellen“ werden eher verneint, im Prinzip muss alles über die Aufsichtsbehörde (Art. 80 2 DSGVO) gehen, das Fehlen einer Datenschutzerklärung oder eine gegen das Telemediengesetz verstossene Datenschutzerklärung wäre zwar über §3a UWG wegen Verstoss gegen die Marktverhaltensregelungen abmahnbar – aber das „Problem“ existiert schon seit Jahren ohne dass Massenabmahnungen publik geworden sind.

Einen schönen Seiteneffekt hat es: die ganzen Personalagenturen, bei denen ich mich nie im Leben angemeldet habe und mein Profil „irgendwie“ in deren Kartei gerutscht ist, fragen nun nach ob sie meine Daten auch weiterhin speichern dürfen (natürlich nicht…)

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Werbemails und sonstig unerwünschtes

Versicherungsspam war eine Weile ein echtes Problem: Irgendwelche Deppen mieteten mit gefälschten Kreditkartendaten Webserver und vermüllten nicht nur meine E-Mailadressen.

Schlau ist keiner der Cloudspace-Anbieter geworden: Aus den Netzen von OVH, Aruba, Hosthatch, Voila und auch deutschen Anbietern wie myLoc, Hetzner, Leaseweb siffen die „Jetzt vergleichen!“-Mails weiter.

Da auch bei den deutschen Anbietern das Abuse-Management nicht mehr funktioniert (myLoc: defunct, Hetzner: unfähig, Leaseweb: nicht vorhanden) werden hier bei jeder eingehenden Spammail nicht nur die IP selbst sondern gleich der gesamte Netzbereich ausgesperrt.

Wieviele IP-Adressen und Kunden das als Kollateralschaden betrifft hängt davon ab, wieviel Energie der Provider in die Pflege des sogenannten whois-Eintrag gesteckt hat. Ist der whois-Eintrag zur IP-Adresse des Störers nur grob bis beschissen gepflegt, dann sperre ich schonmal fast 20 Millionen IP-Adressen davon aus, hier Mails einzuwerfen (was in der Praxis keine Auswirkung auf „reale“ Mails hat).

Bei kleineren Anbietern in Deutschland war ich bislang immer zögerlich und habe erstmal die Kollegen über die Problematik informiert. Oder es zumindest versucht – wenn natürlich „abuse@“ und „postmaster@“ mit sinnfreien Antispam-Filtern versehen werden blocke ich die auch.

Dieser Tage hatte ich (was sehr selten ist) 3 erboste Kunden eines Kunden am Telefon denen ich geduldig erklärt habe, dass ihr vermeintlich seriöser Provider in Wirklichkeit mittlerweile ein billigiger „Schwarzhut“ geworden ist.

Deal: ich setze sie auf die Whitelist und in 12 Monaten sind sie bei einem Provider gelandet, der seinen Job ernst nimmt.

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Fliegerradar – und ganz schnell eine gute ADS-B Antenne bauen

Ist nicht wirlich ein „Radar“ sondern wertet nur das Zeug aus, was die Flugzeuge als ADS-B in den Funkäther reinballern.

ADS-B läuft auf 1090MHz im UHF-Band, Empfänger dafür sind rar und teuer – gäbe es da nicht die Firma Realtek in Taiwan China, die eher eine „ach, die Funktionalität bauen wir auch noch mit ein und dokumentieren es“-Mentalität hat und damit eine marktbeherrschende Stellung erreicht hat (für einen Realtek-Chipsatz gibt es im Zweifel Treiber für jedes noch so exotische Betriebssystem).

So auch der RTL2832U, eigentlich „nur“ für UKW/DAB/DAB+ Radio und DVB-T Fernsehen gedacht ist der Chip auch für höhere Frequenzen geeignet und kann damit auch ADS-B „abhören“.

Da DVB-T weitestgehend weltweiter Standard ist, werden die Empfänger mit diesem Chip in Form eines USB-Sticks mit kleiner Antenne und winziger Fernbedienung millionenfach produziert. Bei Abnahme von mehreren 10tausend Stück sinkt der Preis unter das, was man mit Mindestlohn in der Zigarettenpause verdient – auf Amazon landet es für 10,99 EUR im Warenkorb.

Aus der Fernbedienung habe ich die kleinen Batterien gesichert und den Rest zum Auslöten freigegeben. Eine schon etwas ausgelutschte SD von meiner Kamera in einen günstig geschossenen Restposten-RaspberryPI „B Modell 2“ (der kann noch die alten SD-Karten) gesteckt, irgendwo fand sich noch ein Temperatur/Feuchtesensor den ich gleich mit verbaut habe (wollte schon immer mal wissen wie und ob die funktionieren).

Treiber und Software waren schnell kompiliert oder installiert, Anleitungen gibt es im Netz genügend. Alles konfiguriert, gestartet und funktionierte sogar – ich konnte trotz 1. Mai Feiertage 2-3 Flugzeuge „tracken“.

Um meinen Enthusiasmus zu verstehen: Meine Hütte ist im „Loch“ und damit auch das Büro keine direkte Sichtverbindung ins Flachland – was für eine weiträumige Erfassung bei Frequenzen im 1GHz-Bereich notwendig ist. Glücklicherweise sind die meissten Flieger 1km über dem Erdboden und das gesamte Ensemble soll sowieso auf den Dachboden umziehen.

Betreffs der Antenne habe ich mir ganz viele Seiten durchgelesen und jede hat die „Durchschlagskraft“ seiner Antennenkonstruktion gegenüber der mitgelieferten Originalantenne und vergleichbarer Antennen für DVB-T gepriesen.

Meine Zeiten als CB-Funker und späterer „fast“ Funkamateur haben noch nach 40 Jahren im Gedächnis paar Formeln hinterlassen: Die mitgelieferte Antenne ist für DVB-T bei ca. 650 MHz gedacht, bei ADS-B auf 1090 MHz muss sie 69mm lang sein.

Antennenstab gekürzt, danach volles Programm im „Flugradar“.

Merksatz: nicht hyperventilieren sondern erstmal das was da ist brauchbar machen.

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Nidderau mal wieder…

Es sind stets nur Kleinigkeiten, die von der Nidderauer Verwaltung vermasselt werden – das aber mit durchschlagendem Erfolg.

Der „Abfallkalender“ der Stadt Nidderau kann seine Herkunft aus einem Tabellenkalkulationsblatt nicht verleugnen, das sieht man daran dass „info@nidderau.de“ und „www.nidderau.de“ im Orginal bestimmt ein blau unterlegter Link war, den man nach Schwarz umfärbte aber die Unterstreichung nicht los wurde.

In den Vorjahren war es so, dass man aus dem Kalkulationsblatt eine PDF-Datei gemacht hat und die einmal zur Druckerei gab und gleichzeitig online stellte. So ein „Direkt-PDF“ hat den Charme, dass der Inhalt im PDF-Betrachter durchsuchbar ist.

Irgend ein besonders kluger Kopf hat es nun für die Ausgabe 2018 ganz anders und „professionell“ gemacht: der Abfallkalender wurde anscheinend auf einem nicht wirklich gut justiertem Tintenkleckser und auf dünnem Papier ausgedruckt, danach auf dem Scanner irgendwie zusammengefügt und nun als 2.5MB grosses PDF online gestellt.

Kann man machen, sicherlich. Nur ist dieses PDF recht wertlos weil es als reiner Scan einer Papiervorlage nicht durchsuchbar ist und zumindest mein grosser Kycocera-Minolta bizhub mangels Seiten und Formatvorgaben im PDF daraus nichts zaubern kann was nur annähernd nutzbar ist.

Aber immerhin hat man dem Scan 300dpi gegönnt…

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Planet Unwissen – heute: „Bayern 2: Radio Unwissen“

Nach paar hektischen Tagen mit Fehlersuche in einem speziellem Programm und unterwarteten Regen, der mich von der Rasenpflege abgehalten hat erschien heute 15 Uhr mit lautem „BING“ still und leise ein Kalender-Popup auf dem Bildschirm, dass ich mal bei meinem bevorzugten Schildermacher nachhaken sollte was denn mein Auftrag macht.

Auf der Fahrt dorthin hörte ich auf Bayern 2 „radioWissen am Nachmittag“ zum Thema „Unsere wilden Bestäuber“ in dem es um Hummeln und Bienen ging.

Klar nehme ich nebenbei auch neues Wissen zu diesem Thema auf, aber auch diese „Wissensvermittelnde Sendung“ war so von durchgequirlter Scheisse aus volkstümlichen Irrtümern und Pressemitteilungen der üblichen Panikverursacher und Öko-Spendenkonzerne durchsetzt dass ich jetzt ebenfalls langsam überlege ob meine Rundfunkgebühren tatsächlich in etwas münden, was den Bildungsauftrag erfüllt.

Die „Wissenssendung“ des BR erfasste in einer Stunde wirklich jeden Mythos und völlige Bullenscheisse der Neuzeit – das ganze aufgefüllt mit Satzschnipseln von einem Forscher aus München den ich hier nicht nennen mag weil ich nicht wirklich was Relevantes zu seiner Person gefunden habe.

Zb. dass Albert Einstein gesagt haben soll „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben

Dazu möchte ich Abraham Lincoln zitieren:

Und damit hat Abe recht, denn das Einstein-Zitat ist erfunden. Wer den Werdegang dieses Spruchs nachvollziehen möchte darf hier bei QuoteExplorer nachlesen.

Und dann in der BR2 Sendung weiter im Text dass natürlich nur das böse Glyphosat, die industrielle Landwirtschaft und die besonders bösen Neonicotinoide daran schuld sind dass die Bienen und Hummeln in ihrer Existenz bedroht sind.

Gut – bedroht in der Existenz sind vorallem die Imker, die über die letzten Jahre und Jahrzehnte bevorzugt quergekreuzte und „sanftmütige“ Rassen verwendet haben – mit dem Resultat dass die Tiere recht anfällig gegen diverse Krankheiten wurden.

Ich hatte 2016 das Vergnügen, mit einem professionellen Imker zu sprechen und der meinte in etwa „Bienenzucht ist kompliziert, der Markt aber ist durchseucht von Hobbyimkern deren Völker schon von kleinsten Widrigkeiten eingehen – und die verfälschen die Statistik“.

Weitere klarstellende Links zum Thema gibt es hier in dem Artikel von Johannes Kaufmann.

Qualitätsjournalismus bitte….

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Wie man es nicht macht…

Der Steuerberater eines Kunden möchte gerne auf eine bestimmte Software zugreifen die leider nur innerhalb des Konzern-Netzwerkes läuft. Also für den StB beim Kunden einen kleinen Rechner für den Fernzugriff in die Ecke gestellt.

Die Software möchte gerne den Internet Explorer 11, den installieren wir mithilfe des Mozilla Firefox flink nach. Kaum waren die magischen 3 Worte „mal eben schnell…“ gesprochen ging der Ärger los: IE 11 ist angeblich bereits installiert, kann nicht neu installiert weden. Nach langem Suchen wurde die Ursache gefunden: Der IE 11 war nicht installiert, dafür aber ein Update für den IE 11.

Das Update deinstalliert, neuer Versuch. Sah gut aus nur am Ende brach der Installer ohne Fehlercode ab. Mir schwante da was …. statt „Keinem Internetexplorer“ war nun der IE 8 auf dem Computer, also den auch deinstalliert. Beim Booten zog sich der Rechner mit einem „Eine Installation hat nicht funktioniert, wird rückgängig gemacht“ für eine Stunde in seine Meditationsnische zurück. Paar weitere Reboots und Deinstallationen später konnte dann der IE 11 endlich installiert werden.

Schnell den StB in die Konzernsoftware als User eingtragen und schon geht … nichts. Angeblich stimmt das Kennwort nicht. Durchaus denkbar – wenn man über eine recht lahme VPN Verbindung tippt kann da alles Mögliche angekommen sein, selbst 2x hintereinander beim Kennwortvergleich. Also auf dem Remotecomputer eine Textdatei aufgemacht, alles im Klartext eingetippt und dann per Copy & Paste die Daten eingetragen.

Perfekt. Anmeldung geht, ich stehe vor den Toren der eigentlichen Anwendung. Und es lädt, es lädt, es lädt…. 1 Stunde mit dem Support telefoniert. Auf dem einen Rechner geht es, auf dem anderen nicht. Die Kollegen konnten mir aber zumindest verraten, dass man für die Anwendung auch den Firefox nehmen kann, der wäre sogar besser dafür. Hätte ich mir den Zirkus mit dem IE auch ersparen können.

Firefox hat den Vorteil gegenüber dem IE, dass er die Anmeldedaten einer Webseite komplett speichern kann (der IE ist mit mehr als 2 Eingabefeldern anscheinend überfordert) und hat einen brauchbaren Web-Debugger eingebaut der mir jetzt zugute kam denn auch Firefox konnte die Seite nicht laden, zeigte mir aber an dass er ständig zwischen zwei Seiten pendelte.

Also mal das Javascript der Seite angehalten und im Einzelschritt durch den Quelltext durch. Da war was ganz komisches: Die Webseite generierte sich anhand der lokal eingestellten Uhrzeit irgendeinen Zeitstempel, der dann an den Server geschickt wurde. Der Server konnte nichts damit anfangen und leitete auf eine Fehlerseite (?) weiter die sofort wieder auf die Loginseite verwies wo das Spielchen von vorne losging.

Ich schielte auf die Windows-Systemuhr, die stimmte halbwegs (+4min, sollte jetzt kein Beinbruch sein). Nochmal in die Konfiguration der Uhr geschaut, einen anderen Zeitserver eingetragen und „synchronisieren“ gedückt – prompt sprang die Uhrzeit 2 Stunden zurück. Nicht ganz falsch, das ist die UTC, aber was macht die in dem Computer?

Aha – völlig falsche Zeitzone im Windows. Korrigiert und schon klappte das Login.

Jetzt frage ich mich ernsthaft: Welcher Webseitenentwickler schenkt der auf dem Computer eingestellten Uhrzeit irgendeinen Glauben?

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Rhein .. und wieder raus

Der Rhein erscheint von hier aus immer ganz schrecklich weit entfernt. Aber man muss „nur“ gemächlich mit dem Fahrradanhänger bis nach Groß-Gerau und von dort ist man via Trebur ohne grössere Höhenunterschiede am Rhein.

Gut, ich hatte die Hoffnung, dass dann direkt am Rhein ein Radweg entlanggeht. Wegen möglicher Überschwemmungen gibt es anscheinend keine festen Uferstrassen, nur ein Gewirr von Trampelpfaden und betonierten Fahrwegen, die öfters mal in einer Sackgasse landen.

Dafür einen Damm auf der hessischen Seite des Rheins, der kilometerweit befahrbar ist und irgendwann seinen Reiz verliert. Geologisch gesehen haben die linksrheinischen Pfälzer den Vorteil, dass sie „Hanglage“ haben und sich daher der Rhein bei Hochwasser in Hessen austobt – vielleicht den nächsten Ausflug in RLP starten.

Landschaftlich hübsch abwechslungsreich wurde es erst im Ried kurz vor dem Kühkopf, in Riedstadt-Erfelden vorzeitiges Abendessen und dann mit vollem Bauch nochmal 15km bis zum Ausgangspunkt in Gross-Gerau zurück.

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Mond und Venus

Ganz selten, dass ich von der Terasse Mond und Venus gemeinsam am Abendhimmel beobachten kann. Wäre da nicht die Dauerfestbeleuchtung an der Halle meines Nachbarn hätte das zusammen mit dem herrlichen Sonnenuntergang ein perfectes „Out of Africa“ Foto gegeben.

War jetzt zu faul, die richtige Kamera zu holen (bzw. zu suchen, wo im neuen Büro das Teleobjektiv sowie das Stativ untergebracht ist), Smartphone muss reichen – angeblich sind die Dinger ja jetzt soooo geil geworden.

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Die Kunst der Fuge, jetzt erst richtig!

Das mit den Fugen hatten wir schonmal, aber da konnten die Ausbesserungsarbeiten wenigstens noch im Stehen durchgeführt werden.

Nachdem Freitag die Maler das Haus verlassen haben hat Karin erstmal Grossputz gemacht. Also alle Abdeckungen von den Dosen im Tehalit Kabelkanal runter um festzustellen, dass die (ehemals weissen) Steckdoseneinsätze nicht einfach abziehbar sind (oder ich habe den Trick dazu nicht herausgefunden).

Putzen ist schlimm, noch schlimmer ist alte Silikonfugen herauskratzen und neu legen.

Das war hier an 2 Stellen notwendig weil sich an Rändern der Untergrund (Isolierung, Fussbodenheizung, Estrich) über 10 Jahre verdichtet und nachgibt wenn schwere Schränke draufstehen.

Grösstes Problem beim Auftrag von Silikon oder Acryl: gleichmässiger Druck auf die Kartusche. Das ist mit üblichen Handgeräten mit etwas Übung problemlos zu machen, leider fehlt mir die Übung. Aber dafür gibt es die Fa. Ryobi die passend zu deren Akkus auch eine elektrisch regelbare Kartuschenpumpe zu einem fairen Preis anbietet.

Im Baumarkt dann in der Fliesenabteilung nach passendem Silikon gesucht. Die Qualitätsunterschiede zwischen 5 EUR und 17 EUR per Kartusche erschliessen sich dem Laien nicht – vermutlich ist es dem Profi egal weil der als Routinier mit jeder Pampe zurechtkommt. Also habe ich den Mittelwert (17-5)/2 ermittelt und nach Silikon im Preisbereich 6-7 EUR gesucht.

Davon gab es gleich eine ganze Regalreihe. Kartuschen für Marmor, Granit, Fliesen; Weiss, Grau, Fliesengrau, Basaltgrau, Buche (hä?), Hellgrau, Dunkelgrau. Ich habe Basaltgrau gewählt, die Kartusche meiner Frau vorgeführt meinte auch „passt schon“.

Bewaffnet mit überteuerten Zusatzequipment wie „Profi Silikonfugenkratzer“ bin ich abmarschiert.

Nun – nach den Jahren ohne Silikon habe ich paar Weisheiten vergessen: Wenn Du denkst, du schiebst genau die richtig Menge an Silkon in die Fuge, dann ist es 3x zu viel. Und wenn es nach viel zu wenig aussieht, ist es auch wirklich zu wenig. Ausser man denkt, es ist eigentlich zu wenig, dann ist es schon wieder zuviel.

Ich habe erstmal die alte Fuge entfernt und dann mutig „Hausmarke Bauhaus Basalt-Grau“ verarbeitet. Die Arbeit ging erstaunlich locker von der Hand… An manchen Stellen ist das Silikon in einem schwarzen Loch verschwunden, an anderen Stellen wollte es nicht haften und ausserdem war das alte Fugensilikon irgendwie viel heller.

Mein Werk sah danach recht Kunstvoll aus, sofern man der Kunst eines sich im Schlamm suhlenden Ferkels eine gewisse Schöpfungshöhe anerkennen kann/will/soll. Das beste Eheweib von allen ersparte sich jeglichen Kommentar ausser einem vorsichtigen „Farbe stimmt nicht ganz“. Planänderung: Den Kram einen Tag abbinden lassen und dann nochmal neu.

Frohgemut mit dem „Profi Silikonfugenkratzer“ angefangen und dann ganz schnell auf den alten Glaskeramikschaber gewechselt. Neue Erkenntnis: je schärfer die Klinge, desto besser das Ergebnis. Also jetzt ein mehr strategischer Besuch im lokalen Hagebaumarkt und mit einem 20er Pack Glasschaberklingen, Skilionentferner und „wow, Sonderangebot!“ zurückgekommen – natürlich mit 2 Kartuschen „weniger als Basalt-Grau“, diesmal war es „Fugengrau“.

Bewaffnet mit einer Mülltüte, 3 frisch beladenen Glasschabern, Küchenrolle und Knieschonern meinen gestrigen Pfusch wieder abgemacht. Die Aktion hatte wenigstens ein Gutes: Die schwarzen Löcher, in die man Unmengen Silikon versenken kann, waren nun Dicht und der seltsame Luftzug auch verschwunden. Nach grosszügigem Gebrauch von Silikonentferner waren die 5m Fuge fast im Orginalzustand (ausser den Schwarzen Löchern natürlich).

Mit Leichtbenzin und Toulul den Silikonentferner entfernt, fertig ist der Arbeitsplatz für einen neuen Anlauf. Wer das schonmal gemacht hat: Knochenarbeit mit viel Leerlauf weil die Lösemittel erstmal alle wirken bzw verdampfen müssen. Zum Glück war es draussen warm und ich konnte durch geöffnete Fenster den gefürchteten „Schnüffelflash“ vermeiden.

Diesmal habe ich die Fuge mit breitem Kreppband abgeklebt, eher genügsam Silikon aus der Tube gedrückt und mit einem Rakel alles abgezogen. Irgendwann (das hätte 2 Tage vorher passieren sollen) setzt die Erinnerung wieder ein und man fängt an automatisch alles wieder halbwegs richtig zu machen.

Nachdem ich die „Übungsmeter“ hinter mir hatte (die Stellen, die eh hinter den neuen Schränken verschwinden), waren noch paar Nachbesserungen dran, nämlich die Stellen die der damalige Silikonierer wegen „zu kompliziert, nicht machbar“ freigelassen hat. Interessanterweise eher kein Problem: Abkleben, Silikon drauf und dann nochmal mit einer scharfen Kante die Pampe so zusammenschieben dass die Toleranzen unter 1mm kommen.

„Fugengrau“ war übrigens auch nicht die passende Farbe, ich vermute mal dass für uns ein einfaches „Grau“ ausreichend ist.

Die übrig gebliebene Kartusche retourniere ich und kaufe dafür nochmal weisses Acryl – es gibt hier einige Stellen wo der „Acrylisator mit der Motorpumpe“ nochmal zuschlagen kann 🙂

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Grünlinge sind giftig

Heute in einem Chat gesehen (Bisserl gerafft und anonymisiert)

berliner> Das ganze GMO-Dreckszeug kommt mir nicht in die Wohnung

normaler> Naja, das „GMO-Dreckszeug“ rettet Leben. Penicillin, Insulin…

berliner> Wer diesen Genscheissdreck braucht, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Verrecken lassen und gut ist.

Rassenhygiene ist anscheinend wieder „in“ – wobei die lautesten Pöbler aus dieser Ecke übersehen, dass sie die ersten wären die ins nächste anonyme Massengrab gelegt werden.

Dazu lesenswert der Artikel von Devang Metha „Why I’m quitting GMO research„, in deutscher Übersetzung bei den Salonkolumnisten zu finden.

Und wenn man bisserl tiefer im Sumpf der Dumpfen Grün-Ideologie fischt, findet solche Stilblüten:

Chemie auf der Grundlage der Stoffbildungsprozesse der Natur. Sie nutzt die Syntheseprinzipien, die sich im Verlauf der Evolution als langfristig bewährt entwickelt und durchgesetzt haben. Sie geht von der Überzeugung aus, dass die Herausbildung dieser Prinzipien – vor allem der Photosynthese – im evolutionären Wettbewerb die beste Garantie dafür darstellt, dass auf dieser Grundlage auch auf lange Sicht der stoffliche Bedarf der Menschheit und ihrer pflanzlichen und tierischen Mitwelt ohne Beeinträchtigungen von Umwelt und Gesundheit gedeckt werden kann.

sowie

Die Grundkonzeption einer Sanfte Chemie orientiert sich an der These, dass die gewaltsamen Einwirkungen, die bei den Produktionsstrategien der Harten Chemie den gewählten Ausgangsstoffen zwangsweise auferlegt werden, nicht ohne Wirkung in den Stoffen selbst bleiben. Je gewaltsamer diese Erzwingung bestimmter Reaktionsabläufe erfolgt, um so größer ist das Risiko, dass die so erzeugten Stoffe die ihnen auferlegte Gewalt weiter in sich tragen und – im Sinne einer reziproken Wirkungsbeziehung – auf die Lebenswelt über kurz oder lang gewaltsam zurückwirken. (Quelle)

Die Natur hat einen Atomreaktor hervorgebracht, aber keine n- oder p-dotierten Siliziumchips ohne die es weder Computer noch Solarzellen gibt.

Nach Definition des „KATALYSE Institut e.V.“ besteht unsere Zukunft also aus ungeschirmten Natur-Atomreaktoren die ihre Energie an nichts liefern weil weder Computer noch sonstige Energieabnehmer haben – und mangels Seife (die ja auch zur „Harten Chemie“ gehört) wird sich auch das Problem der Überbevölkerung durch Wegfall grundlegender Hygienemaßnahmen von selber erledigen.

Mahlzeit…

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