Wer sein Flugzeug liebt, der schiebt

Wenn Du einmal das Fliegen empfunden hast
wirst Du für immer auf der Erde wandeln
mit Deinen Augen himmelwärts gerichtet,
denn dort bist Du gewesen
und dort wird es Dich immer wieder hinziehen.
(Leonardo da Vinci)

Ich gestehe: ich fliege nur ungern. Aber wenn man mir die Gelegenheit bietet, dabei zu fotografieren bin ich gerne dabei.

So geschehen vor paar Tagen, als mein Freund Hugo Andriessen auf dem Flugplatz Langenselbold wieder Schlepper war.

Hee, nimm mich mit!

Natürlich sollte man sich von „Schlepper, Nepper, Bauernfänger“ dringlichst fernhalten – hier dient das Schleppen einem guten Zweck, nämlich vorne mit einer flugmotorischen Lokomotive einen Segelflieger soweit hoch zu ziehen, dass der Segler von alleine weiterkommt.

Und das war die vornehmste Aufgabe meines Kollegen an diesem Tag – was für mich auf ein mehrmaliges „Hallo Bernd, ich muss noch einen hochbringen“ hinauslief.

Nun, es war warm und die Fliegerkneipe hatte geöffnet. Ich hatte mit weniger Komfort gerechnet und daher auch nur minimalstes Kleingeld einstecken. Aber für einen sauergespritzten Apfelwein langte es und ich kam bisserl mit den Piloten ins Gespräch.

Fasziniert schaute ich Hugo zu, wie er das Schleppflugzeug mit einer eleganten Drehung sozusagen Rückwärts an der gegenüberliegenden Hecke einparkte und nahm mir vor, ihn zu fragen wie man das macht – schliesslich hat so ein Flugzeug eigentlich keinen Rückwärtsgang (oder doch?).

Dann ging es auch schnell zum benachbarten Reisemotorsegler – das ist ein Flieger mit der Spannweite eines Segelfliegers aber mit Motor und erlaubt spritsparendes, ruhiges fliegen. Unser Modell hat den Vorteil, dass Pilot und Passagier nebeneinander sitzen und es in der Kanzel ein Guckloch für die Kamera gibt.

Nachdem ich meine Masse und Maße irgendwie verstaut hatte gab es eine kurze Einweisung, die Maschine wurde auf Betriebstemperatur gebracht und dann gings auch schon über schlecht gepflasterte Luftwege nach Nidderau.

Windecker Altstadt, darüber die zukünftige neue Mitte Nidderaus

Getränke Euler - da steht mein Apfelwein

Baustelle der Umgehungsstrasse bei Heldenbergen, wird wohl nie fertig

Ostheimer Bioenergiekraftwerk, auch Tittenbunker genannt

Nach der Pflicht hatten wir noch Zeit für die Kür und gondelten gemütlich über die Ronneburg zum Vogelsberg. Was per Automobil auf den Landstrassen des größten zusammenhängenden Vulkangebiets Mitteleuropas eine zeitraubende Qual ist geht in der Luft recht zügig und schwupps waren wir am Hoherrodskopf. Den Vogelsberg von oben zu betrachten hat seinen Charme, leider war die Fernsicht nicht gut genug um einen optimalen Überblick zu erhalten (und ausserdem hatte ich kein Weitwinkelobjektiv was bekanntermassen an DHL liegt).

Ronneburg mit Gleitschirmen. Kann man so auch fliegen?

Hoherodskopf, rechts die Sommerrodelbahn

Auf dem Rückflug hab ich mir erklären lassen, wie das so mit der Navigation in der Luft geht, denn ich hatte mittlerweile völlig die Orientierung verloren. Merke: das nächste Mal das Navi aus dem Auto mitnehmen.

Pilot, fix und fertig!

Nach der Landung „extra sanft“ ging es zum vorgesehenen Parkplatz. Dort zu einer eleganten Drehung zwecks einparken angesetzt und … nun: der Flieger hat doch wesentlich mehr Spannweite als das gewohnte Schleppflugzeug. So standen wir in der Hitze, warteten dass der Motor zum abschalten abkühlte damit wir aussteigen und das Gerät an seinen vorgesehenen Platz schieben durften.

Autokontor Bayern - da sind aber viele Autos!

Dieser Beitrag wurde unter Dies und das... veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Wer sein Flugzeug liebt, der schiebt

  1. Erhardt Wahler sagt:

    Hallo Hugo, tolle Bilder und toller Bericht.

    Erhardt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.