Widerspruch

Zitat „Der Spiegel“: Der libysche Übergangsrat erklärte drei Tage nach dem Tod des früheren Machthabers die Befreiung des nordafrikanischen Landes von jahrzehntelanger autoritärer Herrschaft.

Und weiter: Vor Zehntausenden Menschen verkündete der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats Mustafa Abd al-Dschalil in Bengasi außerdem, im neuen Leben werde das islamische Recht Scharia die Grundlage aller Gesetze sein und bestehende Gesetze, die im Widerspruch zum Islam stünden, würden annulliert.

Hatten wir doch bereits im Iran, wo der komische Eiertolla ein Regime errichtete welches die Herrschaft des Schah im Nachtrag als eine aufgeklärte Diktatur erscheinen lässt.

Nun – die Revolution in Libyen wurde nicht von Leuten angetrieben, welche die Einsetzung der Scharia wünschen sondern von Individuen, die nach Freiheit und Selbstbestimmung streben.

Die Scharia fußt auf überlieferten Vorstellungen der dörflichen Bronzezeit.

Als der Prophet Mohammed starb, fächerte sich die Interpretation seiner Lehre stark auf und damit auch Umsetzung der Scharia.

So gibt es hochgebildete Rechtsgelehrte des Islams (wie zb. Tariq al-Bishri) welche aus der Scharia Urteile ziehen die durchaus in die Welt des Jahres 2011 passen.

Aber es gibt auch Rechtsgelehrte, die in ihren Fatwas nur Dummes absondern und das Volk am liebsten auf dem Niveau der Menschheit von vor 2000 Jahren festnageln möchten (selbstverständlich aber mit modernsten Waffen um den Rückschritt zu verteidigen).

Ich bringe das nur um dem geneigten Leser zu erklären, dass die Hinwendung zur Scharia in Libyen entweder ein großartiges, zukunftssicheres Rechtssystem – oder aber einen Rückfall in Wertesysteme des Jahres 800 n.Chr. bringen wird.

So oder so müssen wir uns aber keine Gedanken machen: Will Libyen sich moderniseren, muss es seine Ölproduktion wieder anwerfen um die Stämme ruhigzustellen. Sollte der Staat einen auf Gottesstaat machen, muss er ebensfalls die Ölproduktion anwerfen um das Volk (notfalls mit Waffengewalt) zur Ruhe zu zwingen.

So oder so – der Westen bleibt Sieger und muss nur abwarten, wie man sich in den inneren Angelegenheiten zerfleischt.

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