Heute Show 27.01.2012 mit Rainer Brüderle

Die letzten 20 (oder weniger) Ausgaben der „Heute Show“ sind ja nach dem bewährten Muster „Wulf-Bashing, FDP-Bashing, sinnlose Einspielung mit „Tina Hausten“ und dann noch paar weitere Anspielungen auf eigentlich bereits abgelaufene Themen gestrickt worden.

Für die erste Ausgabe im Jahre 2012 der Show wurde groß der Besuch von Rainer Brüderle angekündigt.

Wer ihn nicht kennt: er ist FDP Politiker und Mitglied des Fernsehrates des ZDF. Oft in der „Heute Show“ aufgrund seines Dialekts verarscht und zitiert, aber ich vermute mal dass Rainer Brüderle über so was steht.

Ja – und wie ist die Show gelaufen?

Ich hab mich mit geleertem Ascher, einer Packung Kippen, einem vollem Glas Äppler das erste Mal seit 31 Jahren bewusst vor die Glotze und aufs Sofa begeben um eine Sendung in voller Länge zu betrachten.

Und ich erinnere mich an das letzte Mal – das war der 12. April 1981 beim Start des ersten wiederverwendbaren Raumfahrzeuges der Welt.

Gelohnt hat sich die „Heute Show“ auch mit Rainer Brüderle nicht weil es wieder nach Schema „F“ durchgefahren wurde: Am Anfang Wulff-Bashing (was zum Sendezeitpunkt wirklich keinen mehr interessiert), danach FDP-Bashing (was auch mittlerweile völlig ausgelutscht ist), im Anschluß irgendwas mäßig witziges mit Welke und Hausten (oder wie die Parodie der Parodie eines Blondinenwitzes heisst – die Schauspielerin wird dort nur verheizt).

Ich war schon versucht, aus meiner Yoga-Stellung in eine bequeme Schlafposition zu wechseln, als der Brüderle dann doch kam.

Wer nun gewonnen hat?

Nun – die Show erschien mir ab da eher wie ein „gewollt, nicht gekonnt“ mit grob vorbereiteten Fragen und Antworten.

Mein Gefühl sagt mir jedenfalls, dass das Publikum auf der Seite von Rainer Brüderle stand und Oliver Welke unsicher wurde.

Hätte man den Stumpfsinn am Anfang weggelassen und gleich mit Brüderle angefangen, wäre es bestimmt auf ein äusserst interessantes, humoristisches Rededuell hinausgelaufen sobald sich die Beteiligten aufeinander eingeschossen hätten.

So ist es jedenfalls nichts geworden.

Ich stelle mir gerade vor, dass unsere Bundeskanzlerin die Zusage für einen Auftritt in einer solchen Show leisten würde – und verzweifele darüber, welcher Moderator oder Moderatorin einer solchen Person standesgemäss und sachgemäss Paroli bieten könnte damit das Volk es noch versteht.

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