Mach flott den Schrott

Meinen Multikopter fliege ich meisstens per Videobrille. Geht auch nicht anders, denn bei dem Fluggerät sind aufgrund des symmetrischen Aufbaus die essentiellen Fragen des Lebens „woher komme ich, wohin fliege ich und vorallem: was mache ich hier gerade?“ schon nach wenigen Metern Entfernung nicht mehr exakt beantwortbar. Mit der Videobrille ist es einfacher, da muss ich den Kopter nur so lange drehen bis ich mich selber sehe und habe damit zumindest schon mal die Richtung für den Ernstfall festgelegt.

Was jetzt noch fehlt ist ein zusätzlicher Monitor für weitere Beobachter. Das gibt es als fertige Lösung, aber zu Preisen die einem den Spass verderben.

Auf der Suche nach was ganz anderem bin ich im Keller über folgende Brocken gefallen:

  1. einem 5.8GHz Videoempfänger, der lag irgendeinem anderen Sender bei.

  2. einem Tochscreenmonitor mit VGA und S-Video Eingang. Der Monitor kann 3 Auflösungen: 1280×960, 1024×768 und 800×600 und ich wollte die 1280er Auflösung für ein Kiosksystem unter Ubuntu 9.10 nutzen. Dummerweise funktioniert der Touchscreen nur bei 1024×786 und das wiederum war mir damals zu wenig (unter der Unity Oberfläche von Ubuntu wäre es heute schon fast wieder OK, aber nun mag ich nimmer).

  3. 10 Chinakracher. LiPo-Akkus, vom freundlichen Onkel Wu als 3 Zellen 5200mAh, maximale Entladerate 25C verkauft. Das wäre ein Strom von 130A. Mein 4rotoriger Freund braucht maximal 20A per Akku, hätte also gepasst. Beim Ausprobieren erhob sich der Multikopter wie eine Ente mit Betonfüßen um nach wenigen Sekunden ermattet im Feld zu landen – die Wunderakkus sind unter Last zusammengebrochen wie ein Grieche unter dem Sparpaket. 4 dieser Chinakracher hatte ich an einen Heli-Kollegen verschenkt der daraus eine Akkuheizung für den Winter gebaut hat, der Rest liegt hier herum.

  4. Ganz viele Video- und Audiokabel, aber kein Adapter von S-Video auf Chinch. Macht nix, kann man entweder mit einem Kondensator und einer kleinen Spule selber bauen oder man kaufts für 4,50 EUR fertig bei Amazon.

  5. Klettband in unterschiedlichen Stärken, Kabelbinder, Lötkolben und Kleinteile.

Aufbau: den Empfänger mit paar Quadratzentimeter Power-Klettband an die Rückseite des Monitors gepappt. Dann schichtweise ebenfalls mit mit Klettband 4 Akkus anbringen. 2 Akkus werden im laufenden Betrieb parallel geschaltet, 2 Akkus bleiben externe Reserve. Zwei konventionelle LiPo-Wächter zeigen an, ob sich die Zellen in Richtung „völlige Entladung“ bewegen (was man bei diesem Akkutyp ja bekanntlicherweise vermeiden soll).

Eines der Videokabel vom Typ „Hydra“ wurde nach Gärtnerart von unnützen Auswüchsen befreit (ergab zwei Klinkenbuchsen für die Stromversorgung von Empfänger und Display), mit Kabelbinder gerafft und mit Powerklett in Position gebracht.

Lediglich der Steckadapter von S-Video auf Chinch machte etwas Probleme: Unterschiedliche Auslegung von Pseudo-Normen und Fertigungstoleranzen in der Größe eines Klappspatens erforderte den massiven Einsatz von Epoxydharz-2-Komponentenkleber um das Teil an Ort und Stelle zu halten.

Das Glück war vollkommen, als das unscheinbare Gewinde am Boden des Monitors mit einem vorhandenem Adapter für mein Lampenstativ (brauch ich für Fotografien) harmonierte.

Montag schaff ich mir noch bisserl schwarze Pappe an um da noch eine Sonnenblende drumherum zu bauen.

Zwei der billigen LiPo-Akkus reichen für ca. 1h Betrieb, das ist vollkommen ausreichend wenn man bedenkt, dass der Multikopter höchstens mal 10min in der Luft ist. Vielleicht erweitere ich das ganze doch noch einen kleinen Linux-PC mit Ubuntu „Unity“ und einem SD-Kartenleser, damit hätte ich gleich eine Abspielstation für die Luftvideos.

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