Abenteuer Küche – leben auf der Baustelle

Risse

Risse

8. Januar kommt Karins neue Küche. Da gegenüber der alten Installation nun Spüle und Herd die Plätze getauscht haben sind einige Uminstallationen nötig.

Ausserdem müssen die Tapeten runter weils statt schnöder Rauhfaser nun edles Design gibt. Abriss der Tapete ging schonmal in die Hose: irgendjemand hat damals in der Hektik vergessen, den Gipskarton ordentlich zu grundieren und nun ist neben der Tapete auch die Kartonoberfläche abgezogen worden. Meine Freundin Susi freut es, nächste Woche ihre Fähigkeiten als Maurer anzuwenden und die Oberfläche neu zu machen. Auch (Ab)Wasser und Entlüftung müssen versetzt werden, aber dafür gibt glücklicherweise Spezialisten.

Baustelle

Baustelle

Donnerstag mit KC erstmal die Küche mit spitzen Fingern so demontiert, dass Geschirrspüler, Spülbecken und Kühlaggregate weiter funktionsfähig bleiben aber der Monteur am nächsten Tag Platz für die Installation hat.

Freitag kam dann Hasan mit dem großen Transporter vorgefahren und machte sich frohen Mutes an die Installation.

Erstes Problem: der Wasseranschluss wurde vom Vorgänger schon etwas vergurkt verbaut und guckt 5cm aus der Wand heraus. Darauf jetzt noch ein Zwischenstück und der notwendige Bogen und wir hängen 8-10cm von der Wand weg. Weil der Hersteller uns nur 5cm Luft für die Wandinstallation gelassen hat ist also Nachfrage geboten. Anruf bei Möbel Höffner, kein Schwein da. Stimmt – die fangen erst um 10 Uhr an.

Also erstmal die Arbeit abgebrochen und im Keller den Austausch der Umwälzpumpe angegangen. Die Pumpe läuft aus verschiedenen Gründen hier 24/7 durch und zieht ca. 70 Watt – moderne Pumpen erledigen das mit 12 Watt und bei den steigenden Strompreisen hat sich die neue Pumpe recht schnell amortisiert. Der Umbau war nichts, was einen ordentlichen Gesellen länger aufhält – ehe ich mich versehen habe war der Kollege schon mit einem fröhlichen „fertig!“ auf den Lippen wieder in der Küche. 10:05 Uhr, Anruf bei Höffner. „Ja, ihr Küchenplaner ist im Urlaub und seine Vertretung hat Spätschicht und kommt daher erst um 11 Uhr.“ Hasan sah schon seine Mittagspause und den nächsten Termin davon schwimmen.

Löcher überall

Löcher überall

Ziehen wir also Punkt 3 vor: neues Loch für die Dunstabzugshaube hauen und altes Loch zu machen. Eigentlich dachte ich da an die feinfühlige Methode einen Ring aus 10er Löchern zu bohren und den Kern herauszuziehen, aber der Kollege traute der Sache zu recht nicht und kam mit dem dicken Stemmhammer an.

„Wie groß“
„150er“
„OK.“

Anzeichnen und gefühlvoll loswummern. Die Wahl des Gerätes war ausgezeichnet, denn erst fiel die Putzschicht von der letzten Sanierung, dann die zweite Putzschicht vom Orignalbestand, ein seltsames Metallgeflecht und dann erst der Kamin als letzte Bastion unter den Schlägen des Meissels.

Dabei wurde die unerwartet auftauchende Stromleitung sanft umgangen und damit ein größerer Schaden vermieden. Großes Lob an den Monteur, das Loch war recht Kreisförmig und überall 15cm im Durchmesser.

Doof nur, dass ich mich verlesen hatte – das Loch hätte nur 12,5cm im Durchmesser sein dürfen. Naja – mein Vater hatte Zementieren als Hobby und bei mir steckt das auch irgendwie drin.

Mittlerweile war es kurz nach 11 Uhr und neuer Anlauf beim Möbelhaus. Ich kam recht schnell zu meinem Ansprechpartner durch, er zog sich die Pläne des Vorhabens und gab sein OK für 10cm Luft. „Da muss nur die Rückplatte augeschnitten werden, die Schubladen gehen nicht so weit nach hinten.

Erleichterung bei mir, meiner Frau und Hasan der sofort loslegte. Nach etlichen Flüchen (und der nebenläufigen Diskussion ob im Islam und Christentum das Fluchen verboten ist und welche Probleme der Ramadan im Hochsommer bringt), leerem Akku der Presszange und einem falschen Maß an der unpassenden Stelle war das Werk vollbracht. Fast, denn beim Probebetrieb („Wasser marsch“) zeigte sich das alte Ventil für die Spülmaschine als „nur bedingt Einsatzbereit“. Es schloss nicht komplett und sorgte erstmal für nasse Gesichter. Also nochmal das Wasser für das Geschoss abgeklemmt und dem Bösewicht Manieren beigebracht. Im zweiten Anlauf war dann alles so, wie es sein soll: Alte Spüle und Geschirrspüler funktionieren weiterhin und Karins Ersatzplan, die Küche in den Hauswirtschaftraum zu verlegen konnte fallen gelassen werden.

Schnell wurde noch ein Ytong-Stein zugeschnitten der das alte Loch der Dunstabzugshaube ausfüllt. Ich habe Hasan gebeten, mir das entgültige Zumauern zu überlassen – der Untergrund ist hochgradig kariös und muss erstmal mit viel Liebe und dünnflüssigem Schnellzement stabilisiert werden. Das ist nichts, was man in 10min erledigen kann.

Was übrig geblieben ist: der Abfluss muss noch neu verlegt werden. Mangels Material und guter Ideen ist das aufs nächste Jahr verlegt worden (ist ja nur noch paar Tage hin).

Speiß und Trank

Speiß und Trank

Achso: der neue Firmenbriefkasten hält gut seine Stellung. Jetzt muss ich die Briefträger nur noch bestechen die Flagge zu hissen wenn neue Post da ist.

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