Samsung Galaxy S4 Test

Nachdem mein gebraucht erworbenes HTC vor 3 Jahren ein unrühmliches Ende auf dem Asphalt eines Parkplatzes erlitten hatte, schaffte ich mir ein Motorola Milestone 2 an. Das ist dieses Telefon, wo man unten eine Tastatur herausziehen kann. Der Plan war, das Telefon „zu rooten“ und OpenVPN sowie SSH zu installieren damit ich im Notfall auf unsere Server zugreifen kann (sonst muss ich dafür immer das Netbook mitschleppen).

Das Milestone war in der Bedienung schon Klasse: bis andere überhaupt die ersten Buchstaben auf der Online-Tastatur getippt hatten, war ich mit meinen Wurstfingern auf der Auszugstastatur meisstens schon fertig. Die Erkennung „hoch oder quer“ funktionierte immer einwandfrei. Aber ansonsten glänzte das Gerät aus dem Hause Motorola mit allerlei Problemen: Sprache und Internet hängten sich gerne mal unbemerkt weg, die Ladelektronik konnte mit zu sehr entladenen Akkus nicht umgehen und am „schönsten“ fand ich, dass die Uhr trotz aller korrekten Einstellungen keinen Abgleich mit einem NTP-Server schaffte und daher gerne +/-2 Minuten wegdriftete. Naja – und besonders schnell war die CPU auch nicht sodass ich irgendwie die Lust auf weitere Verbesserungen des Gerätes verloren hatte.

Nachdem ich bei einem Kollegen das Galaxy S3 gesehen hatte, überlegte ich ob Geräte aus dem Hause Samsung nicht doch eine Alternative wären und als das S4 angekündigt wurde war klar: Das nehme ich. Jetzt hiess es nur noch warten und mit „meinem“ Netzbetreiber über einen kleinen Zuschuss zu verhandeln.

Vor 3 Wochen lag es dann auf meinem Schreibtisch. Auspacken und wieder beiseite legen – ich musste erst eine passende Micro-SIM anfordern. Als dann alles beisammen war, wurden erstmal die sensationellen neuen Features des Samsung Galaxy S4 angetestet.

Smart Scroll
Wenn Ihre Augen erkannt wurden, beginnt der Bildschirm automatisch je nach Neigungswinkel des Kopfes oder des Gerätes zu scrollen„. Ist anscheinend nur in von Herrn Samsung persönlich gepimpten Anwendungen aktiv und als solche habe ich nur den default Internet-Browser identifzieren können. Letzterer hat natürlich mit Plugins wie „Adblock“ nix am Hut und ist daher für mobiles Surfen eher ungeeignet. Mit meinen graublauen Äuglein kann die Software sowieso nur begrenzt was anfangen, das Symbol für „Augen erkannt“ bleibt meisstens dunkel – anscheinend der Grund, warum die Kippsteuerung nur erratisch ihren Dienst verrichtet und daher schnell wieder abgeschaltet wurde.

Air View
In der Schwebeansicht erhalten Sie hilfreiche Informationen, wenn Sie den Finger über dem Bildschirm schweben lassen“ Funktioniert nur dort, wo es geplant war und das ist recht selten. Der Unterschied zwischen „schweben“ und „draufdrücken“ ist marginal, aber ich lass es mal eingeschaltet.

Gestensteuerung
Da muss ich noch paarmal ins Handbuch schauen um das zu verinnerlichen. Ich kann wie ein Affe um das Gerät herumwedeln ohne dass sich irgendeine Reaktion zeigt.

Ansonsten ist in der Orginalinstallation kaum was dabei, was ich gebrauchen kann. Viele buntige Icons, die mir alles Mögliche und Einfaches „teilen“ meiner Bilder, meines Standortes und meiner Notizen sowie Gedanken aufzwängen wollen. Nach einer grösseren Deinstallationsorgie war das Gerät bestimmt 10 Gramm leichter 🙂 Leider gibt es keine Möglichkeit, die vorinstallierte Software im Updatemanager auszuschliessen – wenn ich die Updates auf „Automatik“ stellen möchte, hab ich sofort wieder Software drauf, die ich nicht brauche.

Etliche der sonstigen Features habe ich abgeklemmt – zum größten Teil aus Sicherheitsbedenken (zB. NFC, S-Beam und DLNA).

Was auch nicht so recht funktioniert, ist die Lageerkennung des Gerätes. Mal schaltet alles ordentlich auf Querformat um, manchmal muss man es paarmal versuchen – da war mein Milestone 2 irgendwie besser drauf.

Bisserl ärgerlich ist, dass Android 4 seinen internen Speicher nur noch über MTP (statt USB-Massenspeicher) frei gibt. Die Unterstützung von Seitens Linux dafür ist eher Mangelhaft (und das, obwohl Android auf Linux basiert!). MTP verhält sich zu einem „ordentlichen“ Datentransferprotokoll wie RTL2 zu ARTE: zumindest ich fühl mich da bisserl wie ins Unterschichtenfernsehn abgeschoben (Grusel).

Seine Kernaufgaben erledigt das G4 aber ordentlich, Samsungs Oberfläche „TouchWiz“ lässt sich nachvollziehbar bedienen, die Einstellungen sind jederzeit zu erreichen.

Zum Vorgänger S3 gibt sich das S4 aber nicht viel. Bisserl mehr Pixel, bisserl grösseres Display, bisserl mehr Rechenleistung, wer das S3 hat für den lohnt sich das Upgrade kaum.

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