Causa Wulff

Dass an der Affäre Wulff nichts dran ist, wusste ich schon im November 2011 ehe die Medien daraus einen Skandal kochten.

Wulff hat sich von der Frau seines zweifachen Trauzeugens und altem Freund Egon Geerkens ’ne halbe Million für 4% Zinsen geliehen um ein Haus zu kaufen. Das war 2010 – da waren die Zinsen noch etwas höher als heute, aber 4% unter Freunden war schon damals OK. Dann wurde die Familie Wulff öfters mal von Unternehmen und Managern auf einen Urlaub eingeladen. Ja und? Vielleicht hat Wulff auch mal eine Gegenleistung gebracht indem er die eine oder andere Firma jemand anderem empfohlen hat.

#aufschrei? Vetternwirtschaft?

Ey – kommt mal runter. Aufregen tun sich eh nur diejenigen, die es verpeilt haben rechtzeitig Connections zu knüpfen bzw. glauben, dass wir einen freien Markt haben wo nur der Bessere überlebt. Wer so denkt, sollte erst gar keinen Laden aufmachen weil er das kleine 1×1 eines Kaufmanns nicht verstanden hat. Ok, war halt eine scheiss Idee jemanden als Bundespräsidenten zu nominieren, der Selbstständig unterwegs war/ist (als Anwalt).

Da hat man es mit Joachim Gauck schon leichter: der wurde schon von Anbeginn aus von Kirche und Staat durchgefüttert und hat als Kirchenmann sowieso keinen echten Bezug zum Geld.

Mittlerweile haben auch die Medien kapiert, dass sie im Fall „Wulff“ Hinrichtungsjournalismus gemacht haben, denn von den ganzen Vorwürfen ist nicht viel übrig geblieben.

Dazu gab es im Deutschlandfunk ein Interview mit SZ-Redakteur Hans Leyendecker über die Rolle der Medien im Fall Wulff welches hier als Text und Podcast verfügbar ist. Auch Günter Wallraff sagt in einem InterviewBei Wulff hatte man den Eindruck, dass Maßstäbe angelegt wurden, denen nur wenige Politiker gerecht werden würden. Da haben sich mächtige Medien zusammengetan und das Seite an Seite wie die Herren der Inquisition betrieben.

Was bleibt ist ein schaler Nachgeschmack wie bei der Brent Spar: Wir haben Institutionen (Presse und Greenpeace) geglaubt und sie haben uns belogen.

Kein Wunder also, dass die Medien im Korruptionsindex 2013 von Transparency International noch korrupter wahrgenommen werden als Verwaltung und Parlament.

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