Frauenquote und Gleichstellung

Ich frage mich, warum die Diskussion um die Frauenquote nicht schon längst dort ist, wo sie hingehört: in den Papierkorb der Weltgeschichte. Denn die Geschlechter wollen in der Masse anscheinend nicht das, was wenige weibliche Irre sich unter einem Lebensentwurf vorstellen.

In allen Ländern dieser Welt kümmern sich die Frauen um die Kiddies wärend die Männer wahlweise Gebäude bauen oder sie abreissen. Mein Eheweib (ein durchweg emanzipiertes Frauenzimmer) hält sich von Technik fern und überlässt mir die wichtigen Entscheidungen (zb. ob Obama nun Syrien angreifen soll und wer Deutscher Meister wird).

Seit Jahrtausenden bestimmen also überwiegend Männer wo es lang geht (mal von Ausnahmen wie Kleopatra und Merkel abgesehen) und alle sind irgendwie zufrieden damit. In den letzten Jahrtausenden hätten die Frauen hinreichend Zeit gehabt, das zu ändern: obwohl statistisch weltweit etwas mehr Buben als Mädels geboren werden (Sekundäres Geschlechtsverhältnis) hat sich die männliche Population schon des öfteren durch Kriege gegenseitig ausgerottet sodass einer Übernahme der Herrschaft durch die Weiberschaft nichts im Wege stand. Aber die Damen haben sich wohl doch lieber auf Kind und Küche beschränkt als auf Messer und Morden.

Zum Thema “Gleichstellung” findet seit den 1980er Jahren in Norwegen ein gigantisches soziologisches Experiment statt. Das Land im Norden ist durch seine Öl- und Gasfelder so reich geworden, dass man dort nur “Frauengleichstellung” flüstern muss um sofort großzügig mit Regierungsgeldern zugeschissen zu werden um sein Vorhaben zu verwirklichen. Und das Ergebnis: je mehr man förderte und gleichstellte, um so mehr haben sich Männlein und Weiblein in ihre traditionellen Rollenbilder zurückgezogen. Frauen wurden Krankenschwestern, Männer Ingenieure – Durchmischungsgrad ca. 10%, weniger als in anderen Ländern.

Gemäss dem Soziologen Robert Gugutzer ist der menschliche Körper kein Produkt der Biologie sondern seiner Sozialisierung. Also Frauen verhalten sich weiblich weil sie so erzogen wurden und nicht etwa, weil die Biologie beim Anblick des eigenen Kindes Glückshormone aussschüttet. Kann man ja einfach ausprobieren: man nimmt nach der Geburt einen Jungen und operiert ihn auf Mädchen um, erzieht ihn wie ein Mädchen, pumpt ihn mit Mädchenhormonen voll und wartet ab. Hat ein Irrer Psychologe namens John Money 1966 an einem Jungen namens Bruce Reimer ausprobiert. Das Experiment war ein fataler Rohrkrepierer – dass Alice Schwarzer sowas 1975 als “Erfolg” beschreibt zeigt nur, dass die Tante schon damals einen gewaltigen Sockenschuss hatte.

Zurück nach Norwegen. Gleichstellung an allen Ecken, selbst die Erziehung ist geschlechtsneutral. Es gibt eine Frauenquote von 40% in Aufsichtsräten, eine Frau im Bikini in einer Autowerbung ist verboten, das Familienministerium heisst dort “Ministerium für Kinder und Gleichstellung” usw.. Aber trotzdem weniger Ingenieurinnen, Bauarbeiterinnen, Kranfahrerinnen, Kapitäninnen, Soldatinnen, Technikerinnen – dafür mehr Krankenpflegerinnen, Ärztinnen, Erzieherinnen, Lehrerinnen – kurzgefasst gibt es das “norwegische Gleichstellungsparadoxon” was alle lokale Forschung nicht erklären konnte (und dort gibt es etliche Institute die sich damit auseinandersetzen). Die milliardenschweren Ausgaben der Regierung dafür wurden zu einem Problem: warum Steuergelder verprassen wenn nicht langsam mal das erwünschte Ergebnis eintritt? Eine öffentliche Diskussion darüber fand nicht statt, es wurde eher zu einem Tabu.

Bis sich 2013 der Norwegische Unterhaltungskünstler und studierte Soziologe Harald Eia mal mit der Sache befasste und die siebenteilige Serie “Hjernevask” (Gehirnwäsche) im öffentlich-rechtlichen Sender NRK vorstellte. Ergebnis: eine recht heftige Diskussion in derem Zug ein staatliches Gender-Institut seine Pforten schliessen musste (der Artikel erzählt auch was über die Hintergründe der Filme, lohnt sich zu lesen) und dem Norwegischen Staat damit 58 Millionen Euro pro Jahr spart.

Eia setzt sich im ersten Teil der Serie mit “Warum wählen Mädchen eher soziale und Jungen eher technische Berufe? Alles Erziehungssache oder doch Biologie?” auseinander. Die weiteren Teile mit “Der Eltern-Effekt”, “Homo- oder Heterosexuell – freie Wahl oder angeboren?”, “Gewalt – eine Sache des kulturellen Hintergrundes”, “Sex”, “Rasse” und zum Schluss “Natur oder Erziehung?”. In den Beiträgen geht es auch darum, wie Forschung und deren Ergebnisse durch Geld und Weisungen korrumpiert werden.

Die großen Medien ausserhalb Norwegens und gerade in Deutschland reagierten eher gar nicht – obwohl auch hier Millionen an Steuergeldern in die versuchte Gleichstellung von Mann und Frau fliessen. Lediglich in Blogs wurde damals zeitnah diskutiert und in der in der F.A.Z. kam gut 2 Jahre später ein Interview mit Harald Eia und etwas später noch der oben verlinkte Artikel im Österreichischem “Kurier”.

Den ersten Teil der Serie habe ich mit deutschen Untertiteln gefunden und binde ihn hier ein, die restlichen 6 Teile gibts leider nur mit englischen Untertiteln und ist über die englische Wikipedia hier verlinkt.

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