Bullshit Bingo

Vor dem Platzen der IT-Blase zwotausendirgendwas war „Bullshit-Bingo“ ein attraktiver Zeitvertreib. Man durchsuchte eine Rede oder eine Pressemitteilung aus dem IT-Bereich nach Worten wie „maßgeschneidert“, „effektiv“, „transparent“ oder „Funktionalitäten“ und wenn eine Reihe auf dem Bingo-Kärtchen voll war, durfte man „Bingo!“ oder auch „Bullshit!“ rufen.

Ich will dieser Tage dieses alte Konzept mal neu mit einem „Öko-Bullshit-Bingo“ zu beleben und suchte nach Kandidaten.

Die ersten Begriffe und Floskeln hab ich schon gefunden: Konzern, Verantwortungslos, Profit, Lobby, Lügen, Täuschen, Vertuschen, Manipulation, über Leichen gehen, wer denkt an die Kinder.

„Konzern“ ist in der Regel das Einstiegswort in eine länger andauernde Schimpfkanonade (zb. „Konzerne wie Monsanto sind verantwortungslose Profitgeier die um jeden Preis Lügen, Täuschen, Vertuschen und dabei über Leichen gehen. Siehe Indien!!!!!!!!!!!“).

Genauso wie Konrad Adenauer „Soviet“ immer als „Zoffiet“ aussprach, wird hier „Konzern“ eher als „Kontzern“ in die Tastatur gespuckt.

Seltersamerweise gelten Unternehmen wie „Greepeace“ mit seinen Büros in 40 Ländern + Stromversorger und alleine 90 Büros in Deutschland nicht als Konzern – obwohl die genauso um jeden Preis Lügen, Täuschen, Vertuschen, Studien fälschen oder gefälschte Studien in Auftrag geben und in Verkehr bringen sowie natürlich auf Profit aus sind.

Also ich sehe keinen großen Unterschied mehr zwischen Monsanto, Tepco, Greepeace, BUND – nur behaupten(!) die beiden letztgenannten, dass sie auf der Achse des Guten agieren. Das sehen die Aktionäre oder Mitglieder eines Konzerns oder Vereins genauso: Die da oben sollen mit der Kohle was anständiges machen und mir was dafür geben. Mitglieder von Greanpeace ein gutes Gewissen, Aktionäre von Monsanto eine ordentliche Dividende. So verschieden sind die Welten doch gar nicht, ausser dass die Wählerschaft der Grünen bevorzugt aus Beamten und sonstig durch den Staat großzügig abgesicherten Bundesbürgern besteht („Mit vollem Bauch denkt es sich prima Öko!“) und für diese Volksgruppe keine Veranlassung besteht, seine schmale Rente durch Aktien und deren Dividende aufzubessern zu müssen.

Naja, Monsanto oder Greenpeace – beide müssen sich innerhalb des rechtlichen Rahmens bewegen. Die grüne Lobby (langsam bekomme ich mein eigenes Bingokärtchen voll) hat uns so lange indoktriniert, bis selbst die robustesten Politiker ihren Blick auf die Realität abgelegt haben und nun im immer schneller drehenden Gesetzgebungskarusell zwischen den Themen Umweltschutz, Klimagasen und regenerativen Energien hin- und her geschleudert werden. Und was machen die bösen Energiekonzerne? In die Lücken schlüpfen, dabei (wie jeder Bio-Bauer übrigens auch) massig EU-Fördergelder einsacken und versuchen aus der Situation das beste zu machen um die Aktionäre zu bedienen.

Was dabei herauskommt, zeigt dieser Bericht von arte. Auch wenn im Kommentar immer abwertend von „Konzerne“ gesprochen wird: jedes Unternehmen (besonders wenn es Anteilseigner hat) muss normalerweise versuchen seinen Gewinn und Einfluss zu maximieren. Wenn der Gesetzgeber dazu eine Lücke offen gelassen hat, zeigt es nicht die Skrupellosigkeit der „Konzerne“ sondern die Planlosigkeit unserer Gesetzgeber auf Bundes- und EU-Ebene.

Im Anschluss ein Beitrag über „The Yes Man„. Einfach den Wiki-Artikel lesen und dann den Film geniessen.

Die Wahrheit der erneuerbaren Energie

Die Yes Men regeln die Welt

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