L Ü G E N P R E S S E !!

Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, verdammte Lügen und Statistiken
Leonard Henry Courtney


Frage: Wieviele Päbste hat der Vatikan pro Quadratkilometer?
Antwort: 2.27 denn der Vatikan hat nur 0.44 Quadratkilometer!

Die Antwort ist mathematisch korrekt, aber sachlich falsch – in diesem Fall merkt es jeder.

Weniger offensichtliche Fälle und Fehler geistern zu Hunderten durch die Medien, Quelle sind Agenturen wie DPA oder Pressemitteilungen von Organisationen oder Unternehmen. Diese Meldungen werden nach persönlichem Relevanzempfinden des zuständigen Redakteurs in die Zeitung, Online oder TV-Sendung gebracht.

Problem dabei: Wenn in diesem Gesamtprozess niemand eingeschaltet ist, der mit der Materie und den grundlegenden Pro- und Kontras vertraut ist, dann wird jeder Stuss ungeprüft auf jene Leute losgelassen die (noch!) ein hohes Vertrauen in das setzen „was in der Zeitung steht

Ein eher positives Beispiel in meiner Heimatzeitung dieser Tage: eine 3/4 Seite mit Agenturmaterial über irgendeinen Kongress über die Wirkung von „Killerspielen“ und rechts in einer Art „Erklärspalte“ der Hinweis, dass die Forschung bislang keine negativen Einflüsse von Egoshootern auf Gamer nachweisen könnte.

Oder um es auf den Punkt zu bringen: „nichts genaues ist bekannt“ hätte als Kurzmitteilung (1sp, 20z) gereicht. Aber Hauptsache erstmal Panik verbreiten.

Und das mit der Panik hat (meiner Meinung nach) seine Ursache in einem Teufelskreislauf: Sensationsgier und Panik macht Auflage, das kann man am besten mit Horrorszenarien und „Wer denkt an die Kinder!?“ kurzzeitig befriedigen. Solche Berichte sind einfach zu erstellen und nähren den jeweiligen Journalisten – warum also noch nachrecherchieren?

In manchen Bereichen hat die Zunft der Berichterstatte selber gemerkt, dass Pressemitteilungen gewisser Institutionen nur mit der Kneifzange anzufassen sind und kommentieren das im Nachhinein zwar als Unfug – aber die Meldung „Panik, Desaster, Kollaps“ bringen sie trotzdem.

Wie zb. der „Bericht über die globale Ungerechtigkeit“ herausgegeben von der britischen Hilfsorganisation Oxfam.

Dass dieser Oxfam-Bericht völliger Schwachsinn ist, erkennt jeder der den Bericht und seine Methodik gelesen hat. Warum publiziert Oxfam diesen Schwachsinn? „Publish or Parish“ – ohne konstantes Schlagen der Paniktrommel bleiben Spenden und Neumitglieder aus. Ich nenne das für mich immer „Ablasshandelkonzern“ weil die Mitglieder solcher (und Anderer wie zB. Greenpeace) Organisationen wie zu Luthers Zeiten sich ein gutes Gewissen erkaufen wollen.

Vielleicht doch zur Erklärung des Grundproblems des Berichtes: Vermögen und Armut sind bei Oxfam an den falschen Kriterien aufgehängt.

Ein Bill Gates ist sehr reich, geschätzt 70 Milliarden EUR. Darunter 13 Milliarden EUR in Microsoft-Aktien, 125 Millionen (man sieht, es wird schnell kleiner) für sein Anwesen und dann halt, was man sonst so tut. Wie mein Mitarbeiter Eddie so schön sagt „Alles wie bei mir, halt nur grösser“.

Man müsste jetzt mal einen Profi fragen, was das Zeug wirklich wert ist wenn Bill Gates genau in diesem Moment all sein „Vermögen“ in Bargeld umwandeln müsste. Wenn er Aktien im Wert von 13 Milliarden EUR auf den Markt werden müsste, würde der Kurs extrem fallen und kaum was erlösen. Sein Haus für 125 Millionen (vollgestopft mit Microsoft-Technologie) wird auf dem freien Markt vermutlich nur einen Bruchteil des geschätzten Wertes erzielen. Aufgenommene Kredite werden anscheinend nicht berücksichtigt.

Oxfam setzt also als Vermögen nur virtuelle Werte an – für die Seite der „Armut“ hingegnen werden entgegengesetzte Kriterien genommen: wer einen Kredit hat, wird mit diesem Kredit komplett ins Minus („Arm“) gerechnet, egal welches real in Geld umsetzbares Vermögen dagegen steht.

Gemäss Oxfam-Bericht gehöre ich also zur Schicht der „Armen“, das mag im Vergleich zu Bill Gates stimmen – aber ich würde trotzdem nicht mit ihm tauschen.

Dieser Beitrag wurde unter "Lügenpresse" veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.