Integrationsschock

Die Iranischen Flüchtlinge in der Nachbarschaft sind mehr als unauffällig – man sieht sich, man grüsst sich.

Die beiden „Alten“ sind immer recht Konservativ aber freundlich und die Kids halt – naja, wie heranwachsende Erwachsene so sind.

Ich stehe vorhin auf der Strasse und inspiziere den Briefkasten.

Nichts drin, Klappe wieder zu.

Über Nichts intensiv nachdenkend schaute ich intensiv auf die Baustelle auf dem Nachbargrundstück.

Plötzlich ein joviales, lautes und perfektes „Servus!!“ im schönsten Tenor schräg hinter mir.

Servus?

Mein neuer Nachbar Toby ist nicht da. Mein Nachbar Ferdi würde nicht so laut rufen. Nachbar Ulf sagt nie was, Nachbar Thomas nur dann, wenn er daraus einen Vorteil ziehen kann (und dann würde er nie „Servus“ rufen). Nachbar Andreas ruft von der anderen Seite des Grundstücks.

Schockstarre – wer ist das?

Ich drehte mich vorsichtig um, was ein Fehler war – nur noch aus den Augenwinkeln sah ich einen der jungen Iraner im Dress des Paketdienstleisters „Hermes“ an mir vorbei joggen… Mir blieb nur ein Gestammel der Sorte „Ja, Hallo auch!“ und dann war er schon um die nächste Ecke gebogen.

Zum Glück hat er nur „Servus“ gesagt – „Ei gude!“ hätte mir einen noch grösseren Integrationsschock verursacht 🙂

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