Es wird immer dreister geblitzt in Nidderau

Dass in Nidderau schon länger via semi-privaten „Messdienern“ Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden, habe ich mittlerweile akzeptiert.

Obwohl: Bernd Hohmann vs. Ordnungsamt Nidderau 1:0 (Schiedsrichter: AG Hanau)

Mittlerweile hat sich die Gelddruckmaschine in Form der unheiligen Allianz zwischen dem Ordnungsamt Nidderau und einem privaten Blitzer aber recht gerichtsfest eingespielt:

Die Mogelpackung aus privatem Dienstleister (BA Technologies) und dankbarem Abnehmer (Stadtkasse Nidderau) steht mit vollem Gerät an willkürlich herausgehobenen „Schwerpunkten“ wie zB. dem Kilianstädter Berg wo keine mir greifbare Unfallstatistik einen Hotspot verzeichnet.

Da es dort aber etliche Stellen gibt, wo der Automobilist vorausschauend „bisserl Schwung holt“ oder „spritsparend abwärtsrollt“ stehen jetzt dort bevorzugt Messgeräte um den Fahrer eine energiesparende Fahrweise abzugewöhnen und mit hohem Spritverbrauch in einem niedrigen Gang herauf oder herunter zu fahren.

Gut, des Bürgermeisters (als Chef der Ordnungsbehörde) Willen – sei es drum.

Heute morgen hab ich aber etwas erlebt, wo ich final den Glauben an die Seriösität unseres Ordnungsamtes verloren habe:

Umgehungstrasse Nidderau… Eh eine absolute Katastrophe weil mit viel Schmerzen ein Plan aus den 1970er Jahren nun endlich realisiert wurde und tatsächlich nach Plänen aus den 1970er Jahren gebaut wurde.

Ein Unfallschwerpunkt ist der Abzweig nach Karben. Das Design ist 40 Jahre alt und frickelig an die Tatsache angepasst dass Nidderau nach dem zukünftig/laufenden Umbau des „Römerschnellwegs“ zwischen Heldenbergen und Karben zu einem globalen Strassennetzwerk gehören wird welches die Pendlerströme von Frankfurt nach Büdingen ableiten muss.

Jedenfalls knallte es an dieser Zu- und Abfahrt am Anfang ständig, kaum verwunderlich weil selbst nach 20 Fahrten über diese Ecke sich bei mir jedesmal ein ungutes Gefühl einstellte: von links kommen die Kollegen den Hügel herabgeschossen und dass ich den Hügel herauf eine eigene Spur habe sehe ich nicht weil ich tiefer liege.

Die Planungsfehler im Schnellweg wurden zügig durch ein „70er“ Schild kaschiert – da bin ich auch ganz dabei denn die Erwartung des Autofahrers ist, dass in der Nähe von Abzweigen eh 70 gefahren werden soll.

Nun – alles wird umgebaut, darunter die Strasse nach Karben – schon die Römer haben die Strecke mit Pflastersteinen versehen. Abzweig gesperrt, Karben ist nur noch über riesige Umwege zu erreichen.

Im Moment ist also Tempo 70 am Karbener Abwzweig so nötig wie ein Kropf weil der Zubringer gesperrt ist.

Aber ich dachte mir beim Weg zum Kunden immer „Na, mal abwarten – irgendein Vollhonk wird auch da mal einen Blitzer hinstellen um einfach via ‚DA IST EIN VÖLLIG UNNÖTIGES SCHILD – ABER DU MUSST DICH DARAN HALTEN“ abzukassieren.

Heute Morgen, ich denke an nicht Böses und fahre genau zum genannten Punkt.

Rechts vor der Brücke der bekannte, unaufällige taktische Kleinbus – den sich der private Blitzer dank der sprudelnden Einnahmen durch seine perfide Art sich auf die besten Abzocke-Stellen zu stellen mittlerweile leisten kann und hinreichend Ablagefläche hinten bietet dass der „Messbeamte“ nicht mehr hinter dem Steuer sein Schläfchen halten muss.

Blöde nur, dass das Fahrzeug mitten auf dem Acker stand – die Anwesenheit bemerkte jeder.

Ich war das Wochenende in Thüringen (genauer gesagt in Bad Tabarz) – sobald man Hessen verlässt werden Verkehrsschilder und Blitzer zur Mangelware.

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