Auch der Hanauer Anzeiger phantasiert sich Zahlen zusammen

Heute ein Artikel im Hanauer Anzeiger über den bekehrten Landwirt Hans-Ludwig Wilhelmini, der auf seinem Hof „An der Landwehr“ nun Photovoltaik und Biogas unterstützt.

In dem von Elfi Hofmann verfassten Artikel wird munter phantasiert: „Mit der Anlage [Biogasanlage, Verwertung von Wärme und Energie] erreichen sie [die Betreiber] einen Wirkungsgrad von 95 Prozent. Zum Vergleich: Ein Kernkraftwerk erreicht nur 35 Prozent“

Die 35% eines KKW lassen sich schnell aus Wikipedia herauslesen.

Aber wie kommt der/die Autorin auf 95% Wirkungsgrad bei einer Biogasanlage?

Karl Wild von der Hochschule für Technik und Wissenschaft in Dresden kommt in seinem Vortrag „Viel Aufwand, viel Fläche – was kommt raus?“ für Biomasse bei der Stromerzeugung auf einen Gesamtwirkungsgrad von 0,4% – eine Zahl, die ich aus eigener Beobachtung für recht realistisch schätze.

Manfred Thalmann, Anlagenplaner bei Lipp kommt in einem Interview hingegen auf einen erzielten „Gesamtwirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent“ der sich „aus der entstehenden Wärme und der elektrischen Energie“ zusammensetzt.

Ah – da ist was…. die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. postuliert „BHKW Wirkungsgrad gesamt ca. 85 – 90 %“ (link)

Nun – weder der Wirkungsgrad eines KKW noch der Wirkungsgrad eines BHKW befüllt mit Biomasse sind direkt vergleichbar:

Spaltbares Uran muss aufwändig abgebaut, konzentriert und in Brennstäbe gefasst werden. Im KKW können sie dann je nach Reaktortyp ca. 4 Jahre Energie erzeugen zu einem Wirkungsgrad von 35 Prozent und viel mehr wenn die Restwärme aus den Turbinen noch Wohn- und Gewächshäuser wärmt. Die ungeklärte Endlagerung hab ich mal aussen vor gelassen – defacto ist sie einfach, aber Öko-Parteien und Ablasskonzerne wie Greenpeace haben der Bevölkerung eine typisch Deusche Dauerangst vor Strahlung eingebleut sodass es keine rationale Diskussion mehr gibt.

Biomasse muss ebenfalls aufwändig aufgebaut und geerntet werden. Wärend eine Uranmine in Australien nur mit anderen Uranminen im Wettbewerb steht müssen Landwirte immer im Blick haben, ob sie höhere Preise für die Beschickung von Biogasanlagen bekommen oder ihre Ernte doch nur zur schnöden Ernährung des Bevölkerung ausreicht.

Wenn ich die zur Erzeugung von Biomasse erforderlichen Mittel (also Saatgut, Dünger, Pestizide und den gesamten Maschinenpark und den schlechten Wirkungsgrad einer Maispflanze bei der Umwandlung von Sonne in Energie) betrachte – wenn die Ökos fest daran glauben dass damit die Menschheit gerettet werden kann, dann sollen sie es tun.

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