Hessisches Fukushima – wo bleiben die Mahnwachen?

In Weilmünster ist das Güllesilo einer Biogasanlage ausgelaufen. 500.000 Liter – je nach Sichtweise des hochgiften Sondermülls oder wertvollen Düngers – sind den Bleidenbach geflossen der in die Weil mündet.

In der Weil fand über die letzten 20 Jahre ein aufwändiges Wiederansiedelungsprogramm für Lachse und Bachmuscheln statt dessen Arbeit nun vernichtet wurde da der Bach nach dem Unfall biologisch Tot ist und im nächsten Jahr vermutlich durch starkes Algenwachstum umkippt. Auch eine Gefahr für die Lahn besteht – was natürlich abgewiegelt wird weil dort die Gülle verdünnt angkommt, eine Argumentation die an anderen Stelle sofort mit „Propaganda der Atom-,Chemie,-Industrielobby“ angegriffen würde.

Wo sind also die Mahnwachen für die Millionenfach getöteten Lebewesen im Bleidenbach, der Weil und Lahn? Wer schreibt das erste Protestschild „Lausebusebach muss uns eine Lehre sein“ oder „Nie wieder Lausebusebach„, wo sind die Massen wie sie beim Chemieunfall von Sandoz 2006 auf die Strasse gegangen sind?

Wo sind die Forderungen Grüner Politiker „Macht Biokraftwerke so teuer, dass sich ihr Betrieb nicht mehr lohnt“ oder Menschen die schreiben: „Ob aber ausgerechnet die Bioenergie die Lösung für dieses Problem ist, möchte ich bezweifeln. Man muss nicht mal damit argumentieren, dass die Gülle sehr gefährlich ist und es weltweit noch keine tauglichen Endlager für den Müll gibt, die Technik macht auch ökonomisch keinen Sinn. In Deutschland war der Biostrom immer nur günstig, weil er massiv staatlich subventioniert wurde. Die Unternehmen bekamen für die Errichtung der BKW Bundesbürgschaften, und es wurde ihnen erlaubt, die Meiler mit einem Betrag zu versichern, der nur einen winzigen Bruchteil möglicher Schäden abdecken würde. […] Nun sitzen wir als Steuerzahler vor einem Milliardenberg, den uns die Hinterlassenschaften noch kosten werden. So gesehen gibt es eigentlich keine teurere Energie als die aus Biogas“ (Quelle).

Nichts passiert – ist ja alles Bio.

Vielleicht sollte ich einen natürlichen und damit hochgesunden Tee aus Bio-Bangenkraut zur Beruhigung zubereiten.

Mehr Informationen: Bericht Frankfurter Rundschau, Bericht Hessenschau.

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