Deutsches Kabarett und Deutscher Kaviar…

Deutsches Kabarett und Deutscher Kaviar haben eines Gemeinsam: sie existieren, sind aber nicht besonders gut.

Dieses Qualitätsproblem sieht man in den Ergüssen des politischen Kabaretts nach der Wahl: statt neuer Pointen werden überwiegend alte Kamellen aufgekocht.

Gegen wen schiesst das „politische Kabarett“ überhaupt seit den letzten Monaten und Jahren?

Meine private Auswertung:

1) Gegen „Mutti“ Angela Merkel weil sie angeblich Stillstand repräsentiert. Ich würde Frau Merkel eher als „zurückhaltend“ im Sinne von „man muss nicht jeden neuen Scheiss auf dem Markt ausprobieren“ beschreiben und viele Probleme lösen sich auf irgendeine Art und Weise von selbst ohne dass man selbst viel Geld und Moral investieren muss. Die Regierung „Schröder“ habe ich als extrem unangenehm empfunden, da wurden viele Geschichten angefangen und nie Zuende gebracht.

2) Gegen die FDP die seit ihrem Wiedereinzug in den Bundestag eine recht hohe Recyclingrate von Pointen der Sorte „die Klientenpartei der Besserverdienenden“ ermöglicht. Nur hat kein Kabarettist gemerkt, dass ein viel zu grosser Teil der Bevölkerung mittlerweile zu den „Besserverdienenden“ gehört sobald er sich nur ein wenig in seinem Beruf qualifiziert hat. Sich weiterbilden ist mittlerweile nicht nur ein Problem ob man die Kosten tragen kann sondern auch ob das höhere Gehalt aufgrund höherer Lohnsteuer überhaupt jemals rechnet.

3) Gegen Bayern weil es in und aus Bayern genügend Parlamentarier gibt die zitierfähigen Schwachsinn absondern.

4) Vielleicht noch was mit Martin Schulz (wobei der Schulz-Zug nun abgefahren und vorbei ist).

Die CDU wird über Angela Merkel satirisch aufgearbeitet, die CSU über Seehofer (der den Edmund Stoiber im Kabarett-Ranking abgelöst hat), die FDP über Christian Lindner.

Wer fehlt in der Aufstellung? Richtig: Die SPD, die Grünen, „Die Linke“. Gerade die Grünen als Hauptpreistreiber der Energiewende wären ein grandioses Ziel für das politische Kabarett, aber anscheinend fühlen sich die Einzahler in die Künstlersozialkasse dem Verein zu sehr verbunden als dass sie mal ordentlich zuschlagen würden.

So langsam beginne ich zu begreifen, was Teile der Bevölkerung unter dem Ausdruck „Linksversiffte Medien“ verstehen:

– Wenn gewaltbereite (linke) Hooligans, ausgerüstet mit den Ergebnissen der Globalisierung wie Smartphones und Hoodies aus China, gegen die Globalisierung Randale machen, Autos anzünden und ganze Strassenviertel verwüsten dann wird das als berechtigte „Volksangst“ in den Medien und auch von Kabarettisten aufgegriffen, aber keiner sagt „hängt die Verursacher auf“.

– Wenn gewaltbereite (rechte) Hooligans durch ein Flüchtlingsheim marodieren und alles anzünden geht ein Schock durch Deutschland und sofort kommen Kommentare der Sorte „hängt die Verursacher auf“.

„Die Anstalt“ war nach dem Wechsel weg von Urban Priol („MERKEL MUSS WEG“) über mehrere Folgen wirklich sehr spannend – mittlerweile ist die Sendung wieder so brutal nach links gedriftet – dagegen war Dieter Hildebrandt schon ein „schwarzer“ Konservativer.

Die „Heute Show“ beklagt sich sporadisch über das mangelnde Interesse der Bevölkerung an der Politik. Auf der anderen Seite verunglimpft das „Flaggschiff der Deutschen Satire“ unsere Politiker permanent als „Idioten“, „Nulpen“, „Unfähige“ – wer gibt sich schon mit „Idioten, Nulpen und Unfähigen“ ab?

„Extra 3“ hat sich in den letzten Sendungen auch gut auf die FDP eingeschossen – mit Universal-Pointen die schon seit der Gründung dieser Partei kursieren. Grüne, Linke, SPD? Fehlanzeige.

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