Besserer Journalismus

Nun, im letzten Beitrag habe ich besseren Journalismus gefordert – hier möchte ich Beispiele liefern wo es hakt und wie es gehen kann.

Das NDR Medienmagazin ZAPP hat in der Mediathek einen Beitrag mit „Rußlose Berichte: Auto-Journalisten ignorieren Abgas-Skandal“ tituliert. Im Bericht fabuliert man von „dem größten Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte“.

Das eigentliche Problem „Heute liefern Agenturen fertige Texte, die von Lokalzeitungen gerne nachgedruckt werden in der Hoffnung, der ortsansässige Autohändler schalte eine Anzeige dazu“ wird im Bericht eher vernachlässigt – die Autoren Sebastian Asmus & Gudrun Kirfel greifen überwiegend Templates der Umweltangstkonzerne „schlimm, schlimm, schlimm“ auf statt grundlegende Recherchen und Information zu betreiben.

Ich bin ja auch eher ein Vertreter der Position „lieber nicht als schlecht machen“, darum hab ich noch meinen Blinddarm und habe mir auch sonst etlichen Ärger erspart. Warum man eine solche Einstellung der FDP die vergangenen Wochen zum Vorwurf gemacht hat ist mir daher rätselhaft – hätten sie es anders herum gehalten, wäre das alte Thema „Machtgeilheit“ wieder auf den Tisch gebracht worden (wie man es macht – man macht es verkehrt).

Und so ejakulierten der überwiegende Teil der Journalisten in Verkennung ihrer Aufgabe als Berichterstatter im Causus „FDP“ über Wochen ihre persönliche Meinung in die Tasten statt den Bereich zu nutzen, der für „Meinung“ vorgesehen ist: die Kommentarspalten – statt kritisch zu „cui bono“ zu analysieren und zu hinterfragen.

Natürlich sind Journalisten immer ganz kritisch gegenüber den Quellen: Die PR Meldung eines grossen Konzern (Bayer, Monsanto…) wird kritisch untersucht und ggf. nicht veröffentlicht, die PR Meldung eines grossen Konzerns (Greepeace, BUND…) kommt auf die erste Seite, egal welchen Unfug sie enthält.

An Fakten orientierter – und dennoch kritischer – Journalismus ist nur in Netz-Nischen zu finden. Zb. die Salonkolumnisten oder Novo-Argumente oder jeden Monat neu die Unstatistik des Monats oder „Vince Ebert Extrapoliert

Mein besonderer „Liebling“ ist über die Jahre immer noch Philipp Walulis der mittlerweile seinen eigenen Youtube-Kanal hat und die Medienwelt besser untersucht und erklärt als dass es die meissten „Mediensendungen über Mediensendungen“ jemals schaffen würden.

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