Ich habe einen neuen Drucker

Drucken ist für mich immer eine lästige Angelegenheit.

Die ersten Tintenkleckser fürs Privatbudget waren langsam, störanfällg und wenn man nicht alle 2 Tage jede Farbdüse beanspruchte musste man das Gerät in eine recht lange Reinigungsprozedur schicken welche 10% der kostbaren Tinte in den Orkus schickte.

Etwas besser wurde es mit Laserdruckern, irgendwann war meine Firma solvent genug dass sie sich einen Lexmark C510 Drucker (immerhin Farbe und Netzwerkanschluss) leisten konnte. Photos sahen nur auf sündhaft teurem Spezialpapier halbwegs brauchbar aus, aber damals brachte man seine Filme noch ins Fotolabor.

Irgendwann hatte dann auch hier die Digitalphotographie ihren Triumph gefeiert, also musste ein Drucker bei der A4 und auch A3 Photodruck beherrscht. Und da es das von Brother mit der MFC-Serie incl. Fax, Scan, Kopier günstig gab wurde dem C510 halt dieser Klotz danebengestellt.

Der Lexmark C510 versah dank regelmässiger Wartung sehr lange seinen Dienst, aber irgendwann begann er bei komplexen PCL5 Dokumenten nur noch Fehler auszudrucken – und zwar für jeden Fehler eine Seite. Zum Glück war es ein langsames Gerät sodass der Schaden sich auf höchstens 2 Blatt Papier für meine Schmierblattsammlung belief.

Ich hab den Drucker daraufhin in ein Bastkörbchen gelegt und auf die Nidder ausgesetzt – sofort hat eine Hanauer Schule zugegriffen.

Das Nachfolgemodell C540 hatte die gleichen Probleme bis ich den Rechner bis unter die Halskrause mit RAM aufrüstete – mit der Erkenntnis, dass Windowsdruckertreiber des Herstellers um die Schwächen des Druckers wissen und die Daten nur vorgekaut und häppchenweise versenden. Linux hingegen schickt den Druckjob mit der Vorgabe „Friss oder stirb“ ab, was eigentlich völlig pragmatisch ist denn warum sollte sich ein Betriebssystem um die Feinheiten der Druckerhardware kümmern.

Irgendwann ist das erste Brother MFC A3 Multifunktionsteil an Düsenverstopfung gestorben, also als GWG das verbesserte Nachfolgemodell installiert. Es war tatsächlich verbessert und hat auch mal paar Wochen ohne Drucken seine Düsen freigehalten (was vermutlich daran liegt, dass das Gerät mittlerweile eine Uhr hat die über das „Network Time Protocol“ synchronisiert wird und daher alle paar Tage aus dem Schlaf auswacht und mitten in der Nacht das Düsenreinigungsprogramm startet).

Nur: Photodruck mit dem Brother MFC auf A3 war immer eine Qual: wer satte Farben will, der braucht satten Tintenauftrag. Das können wiederum nur Spezialpapiere aufnehmen die eine Grammatur von mindestens 200g/m² haben und dieses Papiergewicht kann der Brother nicht aus seinem A3 Schacht über die Mechanik an den Düsen vorbeiführen. Also ist hier Manueller Papiereinzug angesagt und hier versagte das Gerät vollständig: statt einfach daran zu Glauben, dass seine Mechanik und Sensoren an dieser Stelle einfach beschissen sind hat es permanent die Schuld dem Bediener gegeben dass er das Papier nicht richtig, nicht Gerade oder garnicht eingelegt hat.

Ich habe jetzt die Reissleine gezogen: den Lexmark C540, den Brother MFC sowie Ersatztoner und Ersatzkartuschen und ganz viel Papier ins Bastkörbchen mit einem Schild „Nimm mich mit“ gelegt und ehe ich zur Nidder fahren konnte, waren sie schon weg.

Hinter mir steht jetzt ein Konica-Minolta bizhub C258 mit 2x A4 und 1x A3 und 4GB RAM.

Teuer, ja; Produktivitätsgewinn: unbezahlbar.

Es gibt für Linux ein PPD (sowas wie unter Windows ein Treiber nur dass ein PPD kein Treiber ist sondern nur die Features eines Drucker beschreibt) welches perfekt funktioniert. Selbst riesige PCL5, PDF und Grafik-Dateien werden unter Linux und Windows in einer Geschwindigkeit ausgeworfen die ich bisher für unmöglich gehalten habe.

Moral von der Geschichte: nicht herumärgern, ordentliches Zeug kaufen (so wie mein Grossvater sagte).

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