Sport ist Gesund (Hexenschuss Inside)

Ich hatte Ende Januar bei Velozeit in Hanau mein neues Dienstfahrrad bestellt, diesmal wurde es ein etwas geländegängigeres Modell von Riese & Müller in Darmstadt. Der Stevensen-MTB Umbau war nicht schlecht, aber „mal eben schnell“ durch den Wald nach Altenstadt oder Karben zu brettern war nur Rückenschonend nur gemächlich drin. Das Riese & Müller „Delite“ hat stufenlose Nabenschaltung mit Riemenantrieb – der Verkäufer hat mir glaubhaft versichern können, dass die Kinderkrankheiten bei diesen Systemen behoben sind.

Lieferzeit: irgendwann Ende März/Anfang April – soll mir recht sein, denn vor April ist das Wetter eh nicht sonderlich fahradtauglich. Ich hab mal den frühesten Liefertermin im Kalender notiert, die Leasingunterlagen abgegeben und damit den Vorgang mental gelöscht denn es wird sich schon jemand melden.

3 Wochen später – ich hatte gerade etwas Leerlauf – kam eine Mail vom Velozeit „Fahrrad ist da!“. Da macht man doch gerne einen Ausflug nach Hanau.

So ein Mountainbike (MTB) von „Riese & Müller“ ist ab Werk auf den durchschnittlichen MTB’ler eingestellt: nicht wirklich gross und BMI in der Gegend von Magermodels. Ich bin eher gross und habe den optimalen BMI eines Walross und deshalb hat mich Velozeit-Stefan erstmal für eine Trockenübung auf das Rad geschickt um die Federung vorne und hinten einzustellen. Aktionen der Art „jetzt mal frei ordendlich die Feder vorne runderdrücken, ich halte Dich gerade“ geht höchstens wenn Stefan sitzt und ich ihn halte – umgekehrt lief es etwas aus dem Ruder.

Aber wir hatten einen gewissen Spass miteinander. Stefan pumpte die Federungen auf, ich spielte „Rock’in Rodeo“ auf dem Rad und dann sprach der Meister „Das will ich jetzt nochmal im Fahrbetrieb sehen“. Äh… draussen ist kalt..

Also mit alsbald klammen Fingern eine Runde über den Hof gedreht. Rad fühlt sich gut an, auch die stufenlose Nabenschaltung. Stefan bittet um einen kleinen MTB-Spung über eine kleine Rampe (wirklich klein, vielleicht 30cm hoch). Den ersten Sprung noch nach Art des Pferdereiters geleistet (Arsch weg vom Sattel), war aber völlig falsch sondern soll mit dem Arsch auf dem Sattel durchgeführt werden.

Die „Testrampe“ ist leider auch Zugang zu den ebenfalls vorhandenen Wohnungen im hippen Wohnviertel dort, sodass es 3 Anläufe brauchte. Der final geglückte Sprung entlockte Stefan ein „ja, hier und da nochmal bissler nachpumpen“ und mir einen stechenden Schmerz in der rechten Schulter weil solche Sprünge nicht in mein „Winterfahradrepertoire“ gehört.

Am Ende war Velozeit-Stefan zufrieden mit der Aufgabe, nach der ersten grösseren Tour nochmal für Nachjustierung eine Rast im Betrieb einzulegen.

Perfekt – also den Fahrradtransporter auf die Anhängerkupplung; neues Fahrad von Akkus, Steuerung und schwerem Schloss befreien, aufladen. Ich und mein jugendlicher Leichtsinn haben aber nicht bedacht, dass die Hersteller „Stevensen“ (alt) und „Riese & Müller“ (neu) ganz andere Vorstellungen von Rahmengeometrie haben. Ich habe das MTB mal leichtfertig wie „immer“ angepackt und habe mich erst verhoben und dann musste ich die Prozedur des Aufstellens auf den Anhänger wiederholen, da machte es nochmal „Knacks“.

Fahrad jedenfalls irgendwie ins Büro geschafft, Träger vom Auto abgebaut und …

2 Tage später hat sich die „kleine Muskelverrenkung“ in einen Hexenschuss ausgeweitet. Und das obwohl ich brav mit viel Ibuprofen Schmerzfreiheit hergestellt habe. Aus medizinischen Gründen bin ich dann zu Diclofenac umgeschwenkt – die haben aber den Nachteil, dass ich davon Nachts etwas neben mir stehe. Zusammen mit wärmenden Pflastern am unteren Rücken und viel Geduld war die Hexe nach 10 Tagen wieder weg.

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