Dieselskandal

Das „Problem“ des Diesels ist, dass er – im Gegensatz zum Benziner – zwar weniger „klimaschädliches“ CO2, dafür mehr atemwegreizende Stickoxyde (Summenformel NOx) ausstösst.

Für jeden Schadstoff gibt es einen Eintrag in der „MAK-Tabelle„, der legt aber nur fest was man maximal am Arbeitsplatz so einatmen muss.

Für die Schadstoffaufnahme im „Privatbereich“ gibt es die „MIK-Tabelle„, die in der Regel für einen Schadstoff 1/20 des MAK-Wertes ausweist.

Rechtsverbindlich sind aber nur die Daten der BImSchV

Es gibt also irgendwelche politisch verhandelten Grenzwerte (die vermutlich kaum was mit der Realität zu tun haben) UND dazu ein Messverfahren, was ebenfalls kaum was mit der Realität zu tun hat UND die Aufforderung, die Messverfahren „genauestens“ einzuhalten.

Das führt schon seit bestimmt 20-30 Jahren zu Autos, die für die Messung extra mit Spoilern, Spezialreifen, abgeschalteten Verbrauchern und abmontierten Aussenspiegeln präpariert wurden und deren Steuerelektronik erkennt, dass ein Prüfzyklus gefahren wird. Das Ergebnis war perfekt: Die Automobilhersteller glänzten mit sparsamen Öko-Autos am unteren Ende und wenn man die gesamte Fahrzeugflotte so präpariert gemssen hat wandelten sich ganze Konzerne plötzlich vom Saulus zum Paulus.

Irgendwann haben sich die Umweltschutzkonzerne auf den Diesel eingeschossen. Den Benziner als Alltagsgefährt des „Kleinen Mannes“ anzugreifen ist schwieriger, als die überwiegend grossen und schweren Schlachtschiffe der Leasing-Selbstzünder bei den „Besserverdienern“ in Grund und Boden zu verdammen.

Also auch hier wieder Verschärfung der Vorgaben, ergo wurde alles überarbeitet und verbessert – auch die Motorsteuerung, die nun im Prüfzyklus (wie schon seit Jahrzehnten bei allen Herstellern) die Werte aus dem Auspuff schickt, die Vorgegeben sind.

Deshalb halte ich den Vorwurf der „Schummelsoftware“ für absurd: der Gesetzgeber gibt recht unrealistische Rahmenbedingungen vor und die Hersteller sorgen mit unrealistischer Motorsteuerung dafür, dass alles sein Zertifikat bekommt.

Das mit den „tausenden Todesopfern durch Dieselabgase“ ist eh eine bis zur völligen Verblödung verstümmelte Faktenlage durch unsere Deppenpresse. Es wird nie einen Totenschein „Gestorben an Dieselabgasen“ geben, alle Zahlen sind statistische Schätzungen darüber ob und wann ein bereits vorgeschädigter Organismus durch zusätzliche NOx Emissionen früher ablebt.

Wir erleben hier im Moment eine Diskussion, die von völlig inkompetenten Berichterstattern auf ein Niveau herabgezogen wurde auf dem wirklich jeder Hansel ebenso inkompetent seine Meinung in den nächstgelegenen Kommunikationskanal erbrechen kann – eine ausgezeichnete Gelegenheit für unterbeschäftigte Journalisten ebenfalls im Rudel mitzutröten und bisserl Zeilenhonorar einzustreichen.

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