Fliegerradar – und ganz schnell eine gute ADS-B Antenne bauen

Ist nicht wirlich ein „Radar“ sondern wertet nur das Zeug aus, was die Flugzeuge als ADS-B in den Funkäther reinballern.

ADS-B läuft auf 1090MHz im UHF-Band, Empfänger dafür sind rar und teuer – gäbe es da nicht die Firma Realtek in Taiwan China, die eher eine „ach, die Funktionalität bauen wir auch noch mit ein und dokumentieren es“-Mentalität hat und damit eine marktbeherrschende Stellung erreicht hat (für einen Realtek-Chipsatz gibt es im Zweifel Treiber für jedes noch so exotische Betriebssystem).

So auch der RTL2832U, eigentlich „nur“ für UKW/DAB/DAB+ Radio und DVB-T Fernsehen gedacht ist der Chip auch für höhere Frequenzen geeignet und kann damit auch ADS-B „abhören“.

Da DVB-T weitestgehend weltweiter Standard ist, werden die Empfänger mit diesem Chip in Form eines USB-Sticks mit kleiner Antenne und winziger Fernbedienung millionenfach produziert. Bei Abnahme von mehreren 10tausend Stück sinkt der Preis unter das, was man mit Mindestlohn in der Zigarettenpause verdient – auf Amazon landet es für 10,99 EUR im Warenkorb.

Aus der Fernbedienung habe ich die kleinen Batterien gesichert und den Rest zum Auslöten freigegeben. Eine schon etwas ausgelutschte SD von meiner Kamera in einen günstig geschossenen Restposten-RaspberryPI „B Modell 2“ (der kann noch die alten SD-Karten) gesteckt, irgendwo fand sich noch ein Temperatur/Feuchtesensor den ich gleich mit verbaut habe (wollte schon immer mal wissen wie und ob die funktionieren).

Treiber und Software waren schnell kompiliert oder installiert, Anleitungen gibt es im Netz genügend. Alles konfiguriert, gestartet und funktionierte sogar – ich konnte trotz 1. Mai Feiertage 2-3 Flugzeuge „tracken“.

Um meinen Enthusiasmus zu verstehen: Meine Hütte ist im „Loch“ und damit auch das Büro keine direkte Sichtverbindung ins Flachland – was für eine weiträumige Erfassung bei Frequenzen im 1GHz-Bereich notwendig ist. Glücklicherweise sind die meissten Flieger 1km über dem Erdboden und das gesamte Ensemble soll sowieso auf den Dachboden umziehen.

Betreffs der Antenne habe ich mir ganz viele Seiten durchgelesen und jede hat die „Durchschlagskraft“ seiner Antennenkonstruktion gegenüber der mitgelieferten Originalantenne und vergleichbarer Antennen für DVB-T gepriesen.

Meine Zeiten als CB-Funker und späterer „fast“ Funkamateur haben noch nach 40 Jahren im Gedächnis paar Formeln hinterlassen: Die mitgelieferte Antenne ist für DVB-T bei ca. 650 MHz gedacht, bei ADS-B auf 1090 MHz muss sie 69mm lang sein.

Antennenstab gekürzt, danach volles Programm im „Flugradar“.

Merksatz: nicht hyperventilieren sondern erstmal das was da ist brauchbar machen.

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