Ingenieure vs. BWL – Journalisten

Niklas Záboji stellt im Artikel „Wie die ‚German Skepsis‘ Klimaziele verhindert“ die Frage „Trotz klarer Klima-Diagnose schafft Deutschland es nicht, seine Emissionen zu senken. Die Rezepte liegen auf dem Tisch – warum sind die Widerstände im Land der Tüftler und Ingenieure so groß?

Der Artikel ist leider hinter einer Paywall, aber Überschrift und Teaser lassen vermuten, dass der Autor (dessen Expertise das Studium der BWL, Geschichte und VWL ist) monieren wird, dass die Deutschen Ingenieure nicht begreifen welche weltweiten Katastrophen sie verhindern könnten wenn sie den Plänen von studierten BWL, Geschichtlern und VWLern folgen würden.

Der deutsche Ingenieur sieht die Aufgabenstellung, rechnet sie schnell durch und sagt „lass mal, das wird nichts“ weil er unter anderem die Pareto-Verteilung kennt (80/20 Regelung – zB. 80% der Aufgabe brauchen 20% der Zeit, die restlichen 20% der Aufgabe brauchen 80% der Zeit; zB. 20% der Bevölkerung besitzen 80% des Vermügens, 80% besitzen 20% des Vermögens; zB. 20% Dämmung erreicht 80% Wirkung, die 20% mehr an Dämmung verursachen 80% der Kosten – mit ein Grund, dass sozialer Wohnungsbau nur noch mit der Kneifzange angefasst wird.

Auf den „Rezepte“, von denen der Autor spricht, wird wohl das übliche Schlangenöl notiert sein: „Abschalten von Kohlekraftwerke“ mit der hastig an den Rand gekritzelten Bemerkung, dass wir ja sowieso Strom exportieren und damit die Rettung von Hambi nahe ist.

Auch scheitert die Deutsche Ingenieurskunst daran, dass jedem Produktentwickler klar ist, dass eine durch Campact et al. professionell gesteuerte Horde von „besorgten Bürgern“ jederzeit in der Lage ist, durch ihre Volkswut selbst unabhängige Gerichte zu beeinflussen (siehe verlinkten „Hambi“-Artikel von Roland Tichy) – warum sollte ich also als Ingenieur meine Energie darin investieren, ein Kohle- oder Atomkraftwerk mit hohem Wirkungsgrad zu erfinden?

Dass die von BWLern und sonstigen fachfremden Personen aufgestellten „Rettungspläne“ nichts taugen, wissen leider nur Jene, die wissen wie Strom erzeugt, verteilt und verbraucht wird – gerade solche Sachverständigen findet man in keiner Kommission.

Siehe „Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs“ von 2015-2016 – mal Link folgen und in der Mitgliederliste den Ingenieur suchen (**1). Rechtsanwälte, Berufspolitiker und ein Bischof.

Das sind dann solche Momente wo ich mir wünsche, dass sich der Morgenthau-Plan statt dem Marshallplan durchgesetzt hätte – dann würden wir alle auf Äckern schuften und könnten reine BWL und VWL-Theroretiker dezent in der Jauchegrube entsorgen.

**1:; Also ich habe in der Mitgliederliste keinen Berufsaktiven AKW-Ingenieur gefunden


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