Ökostromlügen

Jetzt wollte ich doch nur mal wissen, wieviel Öko in Ökostrom ist und lande beim ersten Suchtreffer auf folgende Aussage:

In der Höhe des Ökostromverbrauchs speisen Ökostromanbieter Strom aus nachwachsenden bzw. erneuerbaren Ressourcen wie Biomasse und Wind ins Netz ein.

Dazu das 1. Kirchhoffsche Gesetz (Knotenpunktregel): In einem Knotenpunkt eines elektrischen Netzwerkes ist die Summe der zufließenden Ströme gleich der Summe der abfließenden Ströme.

Oder vereinfacht gesagt: Es gibt keine Stromproduktion ohne Abnehmer und umgekehrt muss es für jeden Abnehmer sofort ein Produzent gefunden werden.

Das mag bei Biomassekraftwerken noch halbwegs glaubhaft wirken, bei Windenergieanlagen sind solche Aussagen vollends im Reich der Märchen denn der Wind bläst nicht stärker wenn ich jetzt morgens um 2 Uhr den Backofen einschalte (genauso wie auch nicht die Sonne extra für mich scheinen wird). Bei Wind wärenoch vorstellbar, dass es genau jetzt eine Überproduktion gibt die bislang in Wärme verwandelt wurde und nun meinen Backofen betreibt – die Konsequenz wäre, dass man soviele Windräder hinstellt dass immer eine Überproduktion stattfindet die ggf. verwertbar ist – die Konsequenzen würden mir Albträume verursachen.

Insofern sind solche (gutgemeinten) Sprüche völliger Schwachsinn.

 

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Halbwissende werfen Halbwissenden Halbwissen vor

Durch Zufall über ein Pseudowissensvideo auf Youtube gestolpert indem der/die Autoren versuchen, objektiv beide Seiten im Konflikt um den Hambacher Forst zu erfassen. Das ist ihnen bei RWE ganz gut gelungen, bei den Abbaugegneraktivisten mussten sie schon sehr tief in der Ökotränendrüsenkiste wühlen um was halbwegs sinnvolles als Pro-Hambach zu finden.

Dass Braun(Stein)kohle ein aussterbendes Modell ist, weiss ich, wisst ihr und weiss auch RWE bzw. die anderen Energieproduzienten.

Wäre Strom aus Wind, Solar und sonstigen regenerativen Energien trotz nicht vorhandener Speicherkapazitäten zum einen Gewinnbringend und zum anderen Konform zu §2 des Energiewirtschaftsgesetzes , würde jeder Energiekonzern schon heute Pläne vorlegen können wie er sich sozialverträglich vom Saulus zum Paulus wandeln wird. Bösen Willen (mal jenseits fiskalischer Randbedingungen wie Abschreibung und Amortisation) würde ich daher Energieunternehmen wie RWE nicht unterstellen – es bleibt nur ein „geht nicht oder geht nur unter derben Verlusten für die Anteilseigner“.

Letztendlich sind wir alle über verschlungene Pfade Anteilseigner an solchen „bösen Konzernen“ – gerade (Leben/Sach)Versicherungen (auch die gesetzliche Rentenversicherung) investieren die eingehenden Gelder in Aktion, um mit dem Gewinn anderer Unternehmen die Versicherungstöpfe etwas mehr zu füllen.

Banalwissen um die Konsequenzen radikal durchgeführter Ökolösungen war jahrelang verpönt, langsam wächst aber eine Jugend nach die sich nicht mehr von Gutmenschenparolen das eigenständige Denken verbieten lassen möchte.

So findet man im Kommentarbereich zum genannten Video emotional reingehackte Sätze wie „jetzt hör auf zuspammen mit dir kann man nicht erst diskutieren wenn du deine öko augenbinde absetzt und die welt mit den augen von den Arbeitern zu sehen„, „Merkt Ihr eigentlich wie Dumm und entlarvend eure Antworten sind? Ist man in politischer Verantwortung für das Land und Lohn und Brot der Landeskinder haben die paar Bäume, der Restwald in Hambach, ein anderes Gewicht als wenn man keine Verantwortung mehr tragen muss.“ sowie „um ein Atomkraftwerk zu ersetzen bräuchte man 200 Windkraftanlagen, welche 24/7 laufen, ohne Unterbrechung. Klar ist Kohle und Atomkraft extrem Gefährlich und umweltbelastend, aber dennoch ist das nicht zu leugnen und mit einem abwertenden „Bullshit“ wird keine konstruktive Diskussion begonnen mein Herr.

Vergnüglicher Deppenknaller sind natürlich immer Sätze, wo Halbwissende andere des Halbwissens bezichtigen: „Durch die Bäume ist Kohlenstoff im Boden gebunden, rodet man nun den Wald wird dieser frei und gelangt zusätzlich in die Atmosphäre, wo er neue Treibhausgase bildet. […] Wenn man nur über Halbwissen verfügt sollte man sich zurückhalten.

Also wenn ich einen Baum rausreisse, furzt der weder Kohlenstoff noch Kohlendioxid in die Atmosphäre – das passiert erst dann, wenn er verbrannt wird.

Und natürlich der Dauerbrenner: „Da sieht man wieder wie lächerliche die Industrie mit Bots und Trollen ihre Propaganda verbeitet.“ In der Welt der fanatischen Ökos darf es keine „normalen“ Menschen geben, die eine andere Meinung als sie vertreten – das sind entweder Industrie-Meinungsbots oder von der Industrie gekaufte Trolle, was anderes gibt es nicht.

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Die AfD und die Grünen – Zwillinge von Geburt an getrennt…

Bei einer Recherche über ein ganz anderes Thema bin ich über ein Youtube-Video mit dem Titel „Gauland zerlegt Lanz“ gestolpert. Markus Lanz zu stoppen gleicht dem Versuch eine Lawine mit Gebeten aufzuhalten, da schau ich doch glatt mal rein.

Gut – Alexander Gauland hat Markus Lanz nicht „zerlegt“, hatte aber immer das Gefühl dass da ein kläffender Lanz-Terrier an einem Gauland-Panzerschiff hochspringt.

In der Diskussion brachten Gauland und Lanz Aussagen, die mir verdammt bekannt vorkamen:

  1. Gauland: Wir möchten denjenigen ihr Land zurückgeben die Angst haben, ihr Land zu verlieren. Wir fühlen uns nicht mehr zuhause, wir trauen uns nicht mehr auf die Strasse, wir trauen uns nicht mehr in die U-Bahn. Es gibt ein Gefühl der kulturellen Entfremdung in unserem Lande und dem geben wir Ausdruck.
  2. Lanz: …aber dieses Rückwärtsgewandte, dieses spielen mit der Angst, dieses Triggern von Panik…

Grüne und Umweltverbände.

Um es zu verdeutlichen, erfinde ich mal das Kunstwort „Strahlinge“ und wir versetzen uns in die Zeit von Tschernobyl

Deutschland wird mit Strahlingen überflutet. Die Ursache liegt in Fernen, uns völlig fremden Ländern. Eigentlich machen die Strahlinge uns nichts, aber in dieser Menge wird es vielen Menschen ohne entsprechende Bildung mulming.

Das nutzt eine bislang nicht ernstzunehmende „wir haben es schon immer gewusst“-Partei mit ihrer strammen Gefolgschaft aus leicht beeinflussbaren Personen als Chance – je mehr Bürger in jeder Ecke den Tod durch Strahlinge sehen, um so mehr Macht erhalten sie um die einzig wahre Le(e/h)re nach ihrem Gusto dem Staat aufzupressen.

Und es funktionierte: immer mehr Menschen haben sich durch die Strahling-Propaganda so verunsichern lassen, dass sie sich nicht mehr auf die Strasse trauten und öffentliche Plätze gemieden haben. Die Kinder hat man nicht mehr im Sand spielen lassen, weil da der böse Strahling lauert. Auch wenn erfahrene Sachverständige alles abgesucht haben und keinen Strahling fanden glaubten es die Bürger nicht weil der Staat einen eh nur belügt.

Und so tragen „Grüne“ und „Alternative für Deutschland“ ihre jeweilige Monstranz vor ihrer Prozession: die einen gegen Atomkraft, die anderen gegen Flüchtlinge.

 

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Öko-Bullshitbingo

Meine Vorschläge für ein „Öko-Bullshitbingo„:

„natürlich“: Da jedes Atom und jedes Molekül in diesem Universum den gleichen Naturgesetzen unterworfen ist gibt es eigentlich nichts „künstliches“. Selbst die vorsichtige Umdeutung „nicht in der Natur vorkommend“ steht auf töneren Füssen – dass es in der Natur aktuell nicht vorkommt bedeutet nicht, dass es mal da war oder in Zukunft nicht erzeugt wird. Ausserdem: Je feiner die Analysemethoden werden umso mehr „künstliche“ Moleküle werden entdeckt, welche von Pilzen und Bakterien schon sehr lange ganz ohne Reagenzglas zur Abwehr von Fraßfeinden gebildet werden.

„gesund“: Macht nicht krank. Ist auf Hippokrates zurückzuführen (Primum non nocere, in etwa „wenn man nicht heilen kann, soll man wenigstens nicht schaden). Das Wort „Gesund“ wird seit Generationen als Heilsversprechen verwendet um zB. kleinen Kindern bitteren Brokkoli oder Spinat schmackhaft zu machen. Aus dieser Erkenntnis heraus kann man fast alles als „gesund“ anpreisen da mit viel Suche immer ein positiver Nebenaspekt zu finden ist.

„ohne Konservierungsstoffe“: Meisstens Verbrauchertäuschung. Verderb ist schon immer ein grosser Widersacher gewesen, der Mensch hat sich mit pökeln, trocknen, einzuckern, einsalzen, räuchern, einkochen, vakuumieren etc. beholfen. Die vorgestellten Methoden gehen leider nicht nicht immer und überall, ein Teil (pökeln, zuckern, salzen, räuchern) ist nicht gut für den Körper. Dafür hat der Mensch Konservierungsstoffe erfunden, die aber wegen „künstlich“ von der Bevölkerung abgelehnt werden. Gut, nimmt man halt vermeintlich harmlose Stoffe wie „Nelkenöl, Vanille, Rosmarin- bzw. Thymianextrakt, Biogard. Der Kunde denkt „oh wie gesund“ und frisst mit grosser Freude die Gifte der Natur.

„rein pflanzlich“: Iberogast, Opium, Tollkirsche

„verzichten“: Die Allzwecktherapie bei schlechtem Gewissen. Verzicht, Sühne, Reinigung, Buße wird von führenden Klerikern seit der Steinzeit als Standardtherapie verwendet: Ihr (das Volk) verzichtet, damit wir (der Klerus) mehr vom Mehr haben. Funktioniert bei den Epigonen moderner Zeit mitsamt dem Ablasshandel (Grüne, Greenpeace, Robin Wood & Konsorten) hervorragend. Aktueller „Sau durchs Dorf„-Verzicht: Plastik in den Weltmeeren – Deutschland muss verzichten seine Verwendung von Einmalverpackungen einschränken damit es den Weltmeeren bessergeht. Ein völlig sinnloses Thema, da in Deutschland Kunststoffe nur seltenst in Bächen, Flüssen etc. landen um die Weltmeere anzureichern. Es ist genauso sinnlos wie die Mahnung an Kinder, den Teller leerzuessen weil in der Welt ein Kind hungert oder wegen der Sahelzone hier lokal Wasser zu sparen. Trotzdem springt selbst die ehrwürdige F.A.Z. auf den Zug nach Nirgendwo. Tip um Verpackungsmüll generell zu sparen: LebensMittelHygieneVerordnung erweitern und anpassen.

„saisonal“: Wird immer in den Raum geworfen, wenn es ums Essen geht. Hier herrscht der Irrglaube vor, dass der Transport von Obst & Gemüse von der anderen Seite des Globus (also dort, wo im Winter Sommer ist) unermesslich teuer und ökologischer Irrsinn ist. Über den „ökologischen Fussabdruck“ wurde in den letzten 15 Jahren viel geforscht. Der „Fremdapfel“ hat trotz der langen Transportstrecke in der Regel gewonnen, seitdem ist dieses Thema nicht mehr auf der Agenda der Umweltverbände. Was die meissten Journalisten Dummschwätzer nicht davon abhält, dass Märchen vom „umweltgünstigeren Saisonartikel“ immer wieder neu zu kolportieren. Einkaufstipp: Mal über die Jahreszeiten im Supermarkt schauen, woher das Frischgemüse kommt – in der Regel werden auch die „heimischen“ Saisonartikel quer über die Welt geschippert sofern es nicht gerade Steckrüben sind.

„regional“: Wer mal in eine beliebige Portraitsendung über einen Koch reinschaut, der findet immer ein paar Aussenszenen wo der Chef mit seinen Mitarbeitern über einen regionalen Markt auf der Suche nach Köstlichkeiten schlendert oder stylish mit einem Land Rover die Produzenten im Umkreis von 100km abklappert um dann mit einem Körbchen erlesener Rohstoffe in die Kamera zu winken. „Regional“ wird bei solchen Gelegenheiten immer ganz diffus mit „Öko“ und „Gut“ verbunden ohne das Thema weiter zu vertiefen. „Regionale Märkte“ sehen leider so aus: Direktvermarkter fahren teilweise 300km um ihre Uralt-Verkaufswagen (Schadstoffklasse „Stinker“) in der Innenstadt zu öffnen. Ihre Kunden sind nicht etwa die Anwohner sondern überwiegend Auswärtige welche bis zu 100km zu „ihrem Marktvergnügen“ fahren – sehen und gesehen werden.

„Hofladen“:  „Jetzt kommt noch der lokale Unverpackt-Laden hinzu und schlicht lokale Erzeuger zu nutzen statt 1000km+ transportierte Waren zu essen, die bereits alt sind, noch bevor sie bezahlt werden. Beate Kessler“ Warum schiesst mir hier jetzt das Bild einer Ökotusse durch den Kopf die einmal pro Woche ihren Sohn Torben-Björn in den Porsche Cheyenne packt um mit Hofläden im 100km Radius abzufahren um Kartoffeln, Zwiebel und sonstiges Gemüse zu kaufen welches in ihrer Vorstellung vor 5min extra für sie aus der Erde gezogen wurde? Es ist einfach Fatal, dass Lautsprecher ohne jegliche Kenntnis der Herstellung von Lebensmitteln dem Rest der Nation vorschreiben wollen wie Lebensmittel produziert werden.

„regenerative Energien“: Steuervermeidungsmodell. Bevorzugtes Täuschungsmittel ist die Angabe der „Installierten Kapazität“ – stellt euch einen grossen Geldsack im Wohnzimmer vor und behauptet dass der voll ist. Fragt jemand nach, packt die Lohntüte am Monatsanfang rein und behauptet dass der Sack auch noch in der Mitte des Monats prall gefüllt ist. Wind und Solar leiden daran, dass sie nicht produzieren können wenn gebraucht wird sondern sich die restlichen Kraftwerke nach der Produktion richten müssen. Wer im realexistierenden Sozialismus aufgewachsen ist wird die Konsequenzen (er)kennen.

„daran schuld sind“: Willkommen im 21sten Jahrhundert wo wissenschaftliches Denken eigentlich die Regel statt der Ausnahme sei. Real sind wir (wie bereits beim Wort „Verzicht“ geschildert) ob des sich verändernden Klimas wieder voll den Ritualen, welche die Menschen angewendet haben um Phänomene „ausserhalb des eigenen Denkvermögens“ in ein verständliches Ventil zu überführen. „Wer ist Schuld am Klimawandel?“ Natürlich wir als Mensch – tue Busse, verzichte, kaufe nur regional und saisonal, werde Mitglied in einer (regionalen) Umweltschutzorganisation, verwende nur Ökostrom und nochmal ganz laut: „TUE BUßE – VERZICHTE„.

„Diesel Abgas-Skandal“: Siehe „verzichten“ und „daran schuld“ weiter oben. Die gerne angeführten „Tote durch Dieselabgase“ gibt es nicht, sie sind ein statistischer Wert für eine nicht genauer bezifferbare Verkürzung der Lebensspanne („vorzeitige Todesfälle“) und gehören in den statistischen Mix der Sterbetafeln – aber nicht durch die Presse als „abwendbares Einzelereignis“ propagiert. Aber da hat der Deutsche doch endlich wieder eine Bevölkerungsgruppe, die er im gemeinsamen Rahmen des Kollektivs verabscheuen kann. So ähnlich wohlig in Meinungssumpf haben sich unsere Vorfahren nur bei der Hexen- und Judenverfolgung suhlen können.

„Klimawandel aufhalten“: „Der Mensch ist dran schuld, das ist wissenschaftlich bewiesen“  ejakulieren bevorzugt solche Menschen in die Meinungsmedien, die sonst wissenschaftliche Erkenntnisse eher störend fürs eigene Meinungsbild empfinden. Zum Thema gibt es einen Meinungskonsens passend ausgewählter Wissenschaftler wärend Historiker anhand Hungersnöte, Völkerwanderungen und Baumringen problemlos nachzeichnen können dass es sowas wie ein „stabiles Langzeitklima“ nur in unserer Phantasie gibt.

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Stinkefüsse

Unser Gartenteich muss schon seit 8 Monaten mal grundsätzlich saniert werden.

Dh. alle Planzen raus, Wasser ablassen, Wände schrubben und Kompost vom Boden saugen.

Im Normalfall ist das ganz einfach: paar Liter aus dem Teich als Ansetzwasser für die neue Befüllung nehmen, 1000 Liter Regenwasser vom Nachbarn aus den Grosstanks schnorren und den Rest mit Leitungswasser auffüllen – fertig ist der „neue“ Teich.

Da Deutschland, insbesondere Hessen / Wetterau / Nidderau OT Windecken als eh schon regenarmes Gebiet am härtesten von der seit Anfang April herrschenden Omegalage betroffen ist und wohlklingende Hochs sich gegenseitig (leider stationär) abwechseln sind die Regenwasserreserven meiner Nachbarschaft bereits aufgebraucht (und viele bereuen es bereits, hier viel Geld im Glauben an irgendwelche Umweltschutzaktivitäten zum Fenster hinausgeworfen zu haben).

Aus einem ganz anderen Gedanken heraus hat Karin noch vom Bau übriggebliebene Speisbottiche herangeschafft in die ich mit dem Teichsauger mit paar Tricks befüllen konnte.

Da war also schonmal fast 700 Liter „Impfung“ für den Teich. Paar weitere 100 Liter konnte ich durch Jonglieren zwischen dem „grossen“ und „kleinen“ Teich retten, aber irgendwann ist „Tag der Wahrheit“ – der grössere Teich muss leergepumpt werden.

Wärend Karin dem absinkenden Wasserspiegel folgte und sämtliche Pflanzen zur „Dressur“ herausholte (also tote Stängel herausschneiden, Wurzelgewebe kappen, ggf. umtopfen) habe ich den Schlick abgesaugt. Mit einem Hochleistungssauger kein Problem, aber die Einheit verhält sich weitaus störrischer als eine Boa Constrictor beim Kampf um das gemeinsame Futterziel – ich hatte vorher schon die Fahradtour Windecken-Hanau absolviert und war eigentlich froh, dass mal ganz andere Muskulatur belastet wird.

Am Ende habe ich meinen – durch die heissen, untätigen Sommermonate mit fast 10kg beaufschlagten – Luxuskörper irgendwie in den Teich bewegt und mit Wurzelbürste sowie viel Wasser der schwarzen Plastikwanne und seinen Belägen den Kleinkrieg erklärt.

Nebenbei noch die Pumpe geprüft, alle Anschlüsse nachgefettet und einen Schlauch gekürzt damit Unterwasser alles in die geplante, neue Form passt.

Problem bei der Aktion: So ein gut eingestellter Teich hat am Boden Naturprodukte, die schlichtweg nach Scheisse stinken. Da ich mitten in der Brühe herumgestampft habe, wurde ich nach Abschluss der Aktion mit vollen Klamotten in die Dusche geschickt wo ich jedes Kleidungsstück ausziehen durfte damit es meine Frau mit spitzen Fingern in die Waschmaschine befördern konnte.

Nun – nach Rückpumpen und Nachfüllen war der Teich wieder fast so wie vorher. Es hat sich nur die Anordnung der Pflanzen geändert in der Hoffnung, dass nichts mehr in die Pumpe wächst und bisserl Freiraum für neue Pflanzen entstanden ist.

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Köche & Klima – Schwätzer & Schwachsinn

Dass nun jeder Imperte eine schnörkellose Meinung über die wahren Verursacher des Klimawandels zum Besten geben lässt trotzdem die Hoffnung über, dass es wenigstens paar Bevölkerungs- und Berufsgruppen gibt die sich sachlich und fundiert mit dem Thema auseinandersetzen.

Es gibt nun eine Hoffnung weniger: nun machen sich Spitzenköche Gedanken über Klimawandel und Umwelt.

Was dabei herauskommt, lässt sich in der FAZ in einem von der Politjournalistin Anne Ameri-Siemens geführten Interview (Archivversion) mit den Sterneköchen Sven Elverfeld und Arne Anker nachlesen.

Ich hätte den Artikel wegen „kommt eh nix bei heraus“ ignoriert, die Bildunterschrift „Schont die Umwelt: Mehr Gemüse wie grüner Spargel, weniger Fleisch“ hat sofort Kotzreflexe verursacht… Welcher hirntote Vollhonk mit fehlenden Chromosomen kann so eine Behauptung aufstellen?

Zuerst: Spargel wächst überall, auch in Lehmböden. Aber: Da kämen nur krumme Stangen heraus, also pflanzt man bevorzugt in sandigen Böden. Wer einen solchen „Sandboden“ sein Eigen nennt und darauf versucht irgendwas anzupflanzen (wie zb. Blumen, Kartoffeln) stellt schnell fest dass Wasser (und damit auch eingebrachter Dünger) sofort weiterversickert ohne sich lange an der Pflanze aufzuhalten.

Wer sich in Niedersachsen etwas auskennt mag folgende Karte betrachten und wer sich nicht auskennt: die roten Punkte mit erhöhter Nitratbelastung zeichnen die niedersächsische „Spargelstraße“ nach.

Spargel (sowie andere Liebhaber von sandigen Böden wie Erdbeeren) sind weitaus grössere Bodenvergifter als die Grossviehställe – deren Gülle ja nicht einfach ins Abwasser gekübelt wird sondern als wertvoller Dünger quer durch die Republik in Agrarlandschaften wie Mecklenburg-Vorpommern transportiert wird.

Aber Arne Anker weiss es: Durch die Viehhaltung weltweit, besonders von Rindern, entstehen Emissionen – und wir wissen, wie schädlich sie sind.“

Und wenn man das Interview querliest, sind da schon einige Dinger drin wo man sich wünscht dass jemand eine Dose „Chappi – jetzt mit mehr Hirn“ in die Runde geworfen hätte um unsubstantiiertes Geschafel zu vermeiden.

Arne Anker: Fleisch ist nicht mehr das Wesentliche eines Gerichts, das ist inzwischen Gemüse. Darauf liegt unser Fokus. Die Spitzengastronomie (so wie ich sie kenne) hinterlässt auf dem Weg vom Tier zum Teller riesige Berge an Fleischabfällen die nur begrenzt ihren Weg in Fleischfonds finden und ansonsten weggeworfen werden.

Oder sowas hier:

ELVERFELD: Es wird in Deutschland, in ganz Europa, immer weniger Saatgut verwendet. Nehmen wir Äpfel als Beispiel: Vor 30 Jahren wurden 40 Apfelsorten in Deutschland angebaut, jetzt sind es weniger als zehn.
FAQ: Was ist daran problematisch?
ELVERFELD: Die Vielfalt der Sorten bietet viele verschiedene Nährstoffe, die wesentlich für unsere Gesundheit sind.

Keine Ahnung woher die Zahlen kommen, vermutlich hat sie Herr Elversfeld auf Facebook gelesen. Beim letzten Satz habe entgültig an seinem Verstand gezweifelt. Vermutlich schliesst bei Herrn Albernfeld nur Biskin sofort die Poren des Steaks – hätte ihm nur jemand einen solchen Riegel billigen Palmöls in den Mund geschoben…

Oder sowas:

ELVERFELD: Wer Gemüse zubereitet, kann die Enden für einen Gemüsefonds verwenden. Gleiches gilt für die Knochen vom Lamm, wenn man einen Lammrücken macht.

Ja, geht (aus eigener Erfahrung) prima in einer Restaurantküche, wo permanent solche Abfälle (oder nobel gesagt „Parüren“ (=Abschnitte)) anfallen. In der Privatküche höchstens wenn man 3 Kinder hat und die auf Gemüse stehen – sonst dauert es Wochen bis man genügend Reste beisammen hat.

Und dann:

ELVERFELD: Jetzt kommt oft der Einwand, so zu kochen, brauche viel Zeit. In Wahrheit bedeutet es nur etwas mehr Planung.

Oh Gott… Ich sehe schon eine RTL-Cook-Fiction mit Sven Elverfeld wo er versucht, einer 4köpfigen Familie (beide Eltern Vollzeitarbeit und keine Grosseltern in der Nähe) das Prinzip des „Mise en Place“ beizubringen.

Am Ende der Show zeigt die Kamera zwei geläuterte Erwachsene „wir werden in Zukunft immer frisch kochen“ zusammen mit zwei Kiddies die vergnügt „alles fräsch gekauft und gekoocht“ Erbsen mit Möhren essen und nach dem Abgang des Fernsehteams alles wieder in „Knorr-Maggifix für gekochten Fertigbrei“ versinkt da man „Angeblich gesundes Schnellkochen für 4 Personen“ halt nicht in paar Tagen verinnerlicht.

Und nochmal Elverfeld: Den besten Salat habe ich auf Kreta gegessen, zubereitet von einer älteren Dame, die als Küchenhilfe arbeitete und ihn als Personalessen gemacht hat […] wobei er nur dann so großartig schmeckt, wenn man Produkte von dort verwendet. Das macht ihn aus.

Sicher dass der Salat nur aus regionalen Produkten bestand? Kreta muss – so haben mir Einheimische glaubhaft versichert – gerade in der Saison viel Gemüse vom Festland importieren. Vermutlich lag der Wohlgeschmack am Essig, die Kreter verwenden gerne recht jungen Essig aus Wein der noch den typischen Acetongeschmack hat. Schmeckt frisch, soll aber nicht sonderlich gesund sein.

Habe ja kein Problem damit, dass sich auch Berufsgruppen wie Köche sich um die Umwelt sorgen machen.

Aber dann müssten die wieder zurück zum Thema „Alles von Kopf bis Fuss in den Topf“ statt die nicht verwertbaren Stücke der Lieferkette auf den Hals zu drücken.

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Nidderauer Märkte: Hirnlos, Planlos, Sinnlos

Ich frage mich manchmal, was unsere Nidderauer Markttreibenden alles tun können um sich noch weiter ins Abseits zu schiessen..

Ich kann mich noch an den Stand des DLRG erinnern, wo in einer riesigen Pfanne Gyros mit Zwiebeln gebruzzelt wurde wärend auf der andern Seite Baguettes aller Art angeboten wurde. Süsse Leckereien bei den zwei Bäckern auf dem Marktplatz, rustikal panierte Schnitzel frittiert bei den Schützen. Jeder Stand hatte ein anderes Bier und selbst bei den Pfadfindern gab es in der kleinen Bude eine reichhaltige Auswahl an Tees und belegten Broten. Beim Metzger gabs „Schnimipo“, kann mich erinnern als Schulkind gerne eine kleine Spitztüte Pommes beim Lebeau gekauft zu haben.

Das coole war „damals“, dass die Speisen wirklich zum „mitnehmen“ waren (Schnitzel/Wurst im Brötchen) oder genügend Platz am Stand war um das Essen auf dem Pappteller zu verzehren.

In der Phase des Niedergangs hab ich auf einem Windecker Markt ein „Schnitzel im Brötchen“ für teures Geld erstanden welches sich als ein fettriefendes, in Auflösung befindliche Anordnung von Fleischbrocken im vertrockneten Brötchen (welches sofort durchgesuppt war) erwiesen hat. 3 Bissen habe ich nehmen können, danach hatte ich Fettströme bis in die Schuhspitzen.

Gut – woher sollte denn auch eine Zusammenarbeit kommen wenn in Nidderau nichtmal die einfachsten Termine funktionieren: Beim alteingessenen Getränkegrossmarkt gibt es Federweißer, früher haben die Bäcker dann Zwiebelkuchen im Angebot gehabt.

Nun – den jungen Wein gibt es in diesem Sommer früher aber die Bäcker interessiert es nicht weil sie den Zwiebelkuchen auf Ende September geplant haben (wo es keinen Federweißer mehr geben wird).

Ich habe mir meinen Zwiebelkuchen selber gebacken um den Wein geniessen zu können und geh schon lange nicht mehr auf die „traditionellen“ Marktplatzmärkte mehr.

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Ausländerfeindlichkeit

Freitag, Kalender voll mit Terminen.

Ich hole die Zeitung aus dem Briefkasten, die kugelrunde Schwarzafrikanerin wälzt sich schnaufend in ihrem farbenfrohen Gewand die Höhenstrasse hoch – nicht ohne mit mir paar Worte über Wetter und ihren Sohn mit operierter Fußfehlstellung zu wechseln. Ihre Geschichte hat sie mir vor paar Jahren in gebrochenem Englisch erzählt: Falscher Stamm, falscher Ort zum falschen Zeitpunkt, sie und der Sohn sind die einzigen Überlebenden.

Kurzer Sprung in die Bruchköbler Großapotheke, die junge Frau M. bedient mich wie gewohnt in ihrem zartblauen, modischen Hidschāb. Ich hatte sie mal gefragt wie sie ausgerechnet auf diese Farbe kam und sie sagte „Es ist eine schöne Farbe und passt zum Beruf (und verriet mir mal, dass ganz viele Hidschāb passend zu jedem Anlass im Schrank habe) Sie ist – von dem was ich sehen kann – eine wirklich sehr hübsche und wohlgeformte Frau.

Zurück in Nidderau durfte ich dank Baustellenampel längere Zeit auf Höhe des Rathauses verweilen.

Rechts habe ich meine alten Bekannten Eddie und seinen älteren Bruder Karim gesehen (Kurden, vor 30 Jahren mit den Grosseltern geflüchtet nachdem sie ansehen mussten, wie Vater und Mutter vor ihren Augen geschändet und gehängt wurden). Links der Hähnchenstand eines Iranischen „Kollegen“ (Elektroingenieur in seiner Heimat, erfolgreicher Händelfilialist in Deutschland). Telefon klingelt, Kollege G. (ebenfalls Iraner und Bahai) war dran. Hatte gestern Nacht versehentlich seine Nummer gewählt und er hat sofort zurückgerufen ohne dass ich geantwortet habe. Wollte wissen ob alles in Ordnung hier ist.

Im REWE verkauft mir ein junger Mann, dessen Eltern (und vielleicht er auch) irgendwo im Arabischen Raum als Moslem geboren ist, mit viel Spass ein Schweineschnitzel. Ich erinnerte mich an einen Bericht über ein Frankfurter Wasserhäuschen das einem überzeugtem Moslem gehört aber trotzdem über 40 Biersorten vorrätig hält und jeden Käufer perfekt beraten kann („Isch sehe doch wem welsches Bier schmäckt, da muss isch nich selber trinken“)

Zwischendurch im Büro die Post- und Paketzustellung abgewartet. Die Nationalität des GLS-Zustellers habe ich noch nicht erfragen können, der sprintet immer nur rein-raus. Bei Hermes ist es ein langhaariger Bombenleger aus Österreich (auch Ausländer).

DHL kam dieser Tage mit einem Italiener und einem Syrer im Schlepptau an. Der Italiener (des Deutschen halbwegs mächtig) schwadronierte beim Anblick meines Espressovollautomaten sofort darüber, dass mit Siebträger alles besser ist, sich sein Syrer als Zusteller viel zu gut macht, er nun Angst um seinen Arbeitsplatz hat und sowieso man die Einwanderung einschränken sollte.

Auf meinen Einwand, dass er aus meiner Sicht heraus ebenfalls Ausländer ist, kam nur die Antwort „Ish bin wenigsten Eurupaäer“ und war damit auf weiter Strecke der einzige Italiener der verstanden hat, dass ein Austritt des Stiefels aus der EU keine gute Idee ist.

Dazwischen noch mal DHL mit einem Kollegen, der seine Herkunft aus … PL? CZ? keine Ahnung … nicht verbergen konnte.

Kurz bei Nico (Grieche) guten Abend gesagt, weiter zum besten Dönerici in der Umgebung gefahren. In der gegenüberliegenden Kirche probte der Organist gerade paar Choräle, die „Insassen der Dönerbude“ waren alle draussen und hörten zu – ich setzte mich dazu. „Baba“ (der Senior) meinte nur „muss mehr üben“ und befahl seinem Sohn, mal den Betrieb aufzunehmen. „Mama“ (die mit der grossen Nase) stand am Ende der Küche, stülpte das Kopftuch ab und schüttelte ihre Haare durch wärend sie mir einen kurzen Blick zuwarf um sich dann ein neues Tuch umzubinden. Meinen fragenden Blick beanwortete sie so: „In Laden ich muss Kopftuch tragen wegen lange Haare, draussen Tuch wegen Familie aus Türkei und Haar durch Fleisch immer schmutzig. Gute Tuch, schlechte Tuch“.

Eine nahe Bekannte hat mal fallen gelassen, dass sie sich wegen den Ausländern nie wagen würde nachts alleine im Park spazieren zu gehen. Diese Meinung teilt sie mit Frau M. – ich bin mir sicher, dass jene selbst bei „Entsorgung“ aller Verbrecher nie auf den Gedanken kommen würden, sich nachts ins Auto zu setzen um zum nächsten Park zu fahren um dort zu flanieren. Aber hauptsache mal Angst haben.

Eine ausgewiesene Xenophobin im Bekanntenkreis meinte, dass sie gerne nach New York reisen würde. Auf meinen Hinweis hin, dass dort 100% Ausländer aktiv sind kam die Antwort „Das ist in den USA was ganz anderes“.

Ich wollte bei Tante B. (welche in einem völlig unbedeutendem Kaff in Thüringen lebt) heute eigentlich nur durchgeben, dass wir nochmal nach Dresden wollen und auf der Rückreise vielleicht …

„Ja Sachsen ist schön, Königstein da müsst ihr hin. Und das ist in der Presse sowieso übertrieben, sind ja nicht alle rechtsradikal, die meissten sind vernünftig, nur ein kleiner Teil die gegen Ausländer sind.“

Und nun wurde mir völlig unaufgefordert mit Gewalt ein Einblick in völlig irrationale Ängste aufgepresst:

„Ja, ich kann die an der Grenze zu Polen und Rumänien verstehen, da kann man ja nicht mal Wäsche auf die Leine hängen ohne dass sie gestohlen wird“.

„Ich schaue immer Aktenzeichen XY ungelöst. Dass mir bei einem Einbruch Wertgegenstände abhanden kommen ist ja nicht so schlimm. Aber dass jemand Fremdes meine Wäsche und Unterwäsche angefasst hat ist für mich unvorstellbar“. Mein Hinweis, dass sich die Einbrecher vor ihren seit 30 Jahren nicht ausgetauschten Unterhosen genauso ekeln und nicht nur deshalb Handschuhe tragen, hat sie nicht gelten lassen – aber das mit der Fremberührung ist ein frauenspezifisches Problem, ich schmeiss das dann einfach mal in die Maschine und gut ist.

„Und der Tunesier der die Frau in die Schlucht gestürzt hat und wo die Frau nur durch viel Glück überlebt hat und der dann eine 13jährige Vergewaltigt hat“ berichtete sie mit überschnappender Stimme und erwähnte ständig Aktenzeichen XY.

Ich merkte, dass da nix mehr zu machen ist.

„Erm Tante B…. Ich wollte ja nur fragen, ob ihr an diesem Tag gegen 15 Uhr zuhause seit und wir auf eine kurze Rast vorbekommen können?“

„Ja, ich merke doch dass Du das alles nur verdrängen willst. Ist auch bei den Geschehnissen in Sachsen keine gute Zeit darüber zu sprechen sonst wird man sofort als Ausländerfeindlich abgestempelt. Ich habe nichts gegen Ausländer, das will ich Dir nur nochmal sagen. 15 Uhr? Rufe 30min vorher an dass ich Kaffee machen kann.“

Phew…

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Wohnung frei!

Grundsätzlich unterscheidet sich die Suche nach einer Wohnung kaum von der Suche nach einem Arbeitsplatz – erst wühlt man alle Anbieter durch und wenn da einer in Frage kommt, bewirbt man sich und freut sich über die Einladung zu einem persönlichen Kennenlernen.

Vor paar Wochen geschah etwas Seltsames: unser Mieter Alex (genannt „Das Phantom“ weil er nie die Rolläden hoch machte und auch sonst kaum zusehen war) stand vor der Tür – das tut er nie.

„Ja, also ich ziehe jetzt doch mit meiner Freundin zusammen und zwar bei ihr in Offenbach“.

Natürlich wollen wir dem jungen Glück nichts entgegensetzen, wir vereinbarten freien Zugang zu seiner Wohnung damit wir potentielle Nachmietern das Objekt zeigen können. Denn je früher ein Nachmieter gefunden wird, umso früher kommt er aus dem Vertrag raus. So ganz komplikationslos lief das dann nicht ab, Männer haben halt nicht so recht Zugang zum putzen (es sei denn es ist das eigene Auto) und die Wohnung war später als gedacht halbwegs vorführbereit.

Erster Vermietversuch: selber suchen
Die Marktleiterin eines Geschäfts in Hanau suchte für sich und Hund eine Wohnung. Nette Dame undefinierbaren Alters deren Hund sich sofort in unseren Garten verliebte. Sie war geschieden, hatte einen Freund mit dem sie aber nicht zusammenziehen möchte. Die Chemie stimmte, Vertragsunterzeichnung nächste Woche. Samstags war ich in „ihrem“ Markt und hatte noch eine Rückfrage – da beichtete sie fast unter Tränen „Da wo sie wohnt hat die Mutter ein Kätzchen verstossen und das zieht sie jetzt groß und achwiesüssniemalstrenneichmichdavon. Gut… Meine Frau gefragt, die sagte „wer Hund sagt muss auch Katze sagen – Kastriert und Versicherung eingeschlossen“. Ok, Ergebnis mitgeteilt und 2 Tage später kam eine E-Mail dass Angst hat dass die Katze später einen Gartenvogel frisst und sie daher mit Hund & Katzenbaby bei ihrem Freund einzieht. Scheint nicht geklappt zu haben, denn der Aushang in ihrem Markt ist schon wieder da.

Also erstmal einen Grundriss gezeichnet, ordentliches Exposee geschrieben und an die üblichen Verdächtigen geschickt (meine Bank bzw. mir dort bekannte Mitarbeiter, dem befreundeten Getränkefachmarkt, einer Freundin die Hinz- und Kunz kennt). Es gab auch sofort Feedback: „Ja wenn ich das vor 4 Wochen gewusst hätte, jetzt habe ich woanders unterschrieben“.

Also mal bei eBay-Kleinanzeigen reingestellt. 30 Sekunden Online, 3 Anfragen. Anzeige wieder rausgenommen.

Zweiter Vermietversuch: eBay Kleinanzeigen
Erster Bewerber
„Ist die Wohnung noch frei?“
„Ja“
Sofort kam Antwort: „Kann ich sie besichtigen?“
Und zurück: „Ja, Sonntag 14 Uhr?“
Funkstille….

Zweiter Bewerber
„Ist die Wohnung noch frei?“
„Ja, Besichtung Sonntag 15 Uhr OK?“
„Aber gerne!“
Mal auf Verdacht die angegebene Telefonnummer in die Suchmaschine eingeworfen. Ganz viele Treffer „Familie mit Kleinkund sucht Wohnung“. Sofort die Notbremse gezogen weil die Nebenkostenpauschale auf 1 Person ausgelegt ist, bei Familie mit Kind brauche ich einen zweiten Satz Mülltonnen (Plastik und Papier), der Wasserverbrauch ist höher usw… Ich musste leider zurückrudern – das Gejammere „Haben Sie kein Herz“ habe ich Bußfertig über mich ergehen lassen.

Dritter Bewerber
„Ist die Wohnung noch frei?“
„Ja, Besichtung Sonntag 16 Uhr OK?“
„Fotos?“
„Wieso Fotos? Grundriss ist da, die Wände sind weiss und gerade, Fenster klar und sauber. Fliesenfarbe ist beschrieben.“
„Ohne Fotos wird das nichts. Wenn Sie welche haben können wir ins Gespräch kommen“
Er hätte mir ja nur einen Grund nennen müssen warum er erst Fotos braucht. Zb. Bänker der von London nach Frankfurt umziehen muss. Aber so dachte ich mir nur „der riecht 10km gegen den Wind nach Ärger, lass mal gut sein“

Dritter Vermietversuch: wieder selber suchen
Meine Frau übernahm es, alle möglichen Anzeigenportale nach Wohnungsgesuchen abzugrasen. Sie fand auf eBay das recht dringende Wohnungsgesuch einer jungen Referendarin.
„Hallo, wir haben eine Wohnung die auf ihre Suche passt“
(24 Stunden später) „Oh Prima!“
„Wann würden Sie zur Besichtigung vorbeikommen?“
(20 Stunden später) „Wann passt es Ihnen?“
„Jederzeit, ideal wäre 16-19 Uhr auch am WE“
(30 Stunden später) „Dann komme ich (heute +1 Tag) vorbei“.
Oh Gott was für eine Schlafmütze – die kann an ihrem Smartphone vermutlich auch nur Whatsappen. Die sehr junge Frau machte beim Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck, sagte dann aber ohne Angabe von Gründen ab – vermutlich weil die Bude doch recht gross ist und man jeden Staubkrümel dort sieht.

Es ist erstaunlich, mit welcher Unfähigkeit gewisse Leute so einfachen Dingen wie „Termin für Wohnungsbesichtigung festmachen“ begegnen….

Heute (nachdem die Wohnung schon längst vermietet ist) standen zwei (deutsche) Männer unschlüssig vor unserem Haus. Ich fragte, ob ich helfen kann:

„Ja, wegen der Wohnungsbesichtigung….“
„Erm, die Wohnung ist schon lange weg“
„Aber wir haben doch heutemit einer Frau telefoniert und die hat uns 4 Termine genannt“
„Hier in der Höhenstrasse 2?“
„Ja, Höhenstrasse, Höhenweg oder so ähnlich“
„Habt ihr die Anzeige dabei oder eine Telefonnummer?“
„Nein, es hiess aber Höhenstrasse 2. Oder war es 22?“
„Wo war denn die Anzeige drin?“
„Im Nidderauer Blättchen“
„Davon haben haben wir 3“

Mir tut der Vermieter jetzt schon leid, der mit irgendeinem von denen einen Vertrag abschliesst…

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Blutmond

Wenns schee macht …

(mehrfach im Netz gefunden, Urheber unbekannt)

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