Mal eben in den Taunus (2/3)

Auf der Suche nach Kaffee sind wir nach Falkenstein gefahren in der stillen Hoffnung, das uns auf dem Weg zur Burgruine irgendwo eine Einkehrmöglichkeit begegnet.

Falkenstein ist bekannt für seine Kliniken und dass Hans Zimmer hier aufgewachsen ist. Man ist hier so reich, dass man Tourismus nicht braucht und schon gar keine Hinweisschilder auf die Burgruine – aber mein Navi war glücklicherweise mit einem Overlay von OpenStreetmap gefüttert so dass ich mich im Blindflug durch eine enge Gasse den Weg hoch schaffte, nur um an einer Absperrung zu landen. Das Schild „Zur Burg, Sackgasse, keine Wendemöglichkeit“ hab ich im Eifer völlig übersehen.

Also das Auto vorsichtig rückwärts unter den etwas genervten Blicken der Einheimischen wieder zurück rangiert und einen Parkplatz gesucht. Schräg gegenüber hantierten zwei Herren mit Koffern und einem Fluggerät, was ich sofort als Oktokopter identifizieren konnte. Auch sie hatten offensichtlich die Burgruine als Ziel und ich keine Lust, grössere Ausrüstung mitzuschleppen. Also blieb die Kamera im Auto und nur die Kompaktknipse wurde mitgenommen.

Der Aufstieg war vergleichsweise lässig, der Opel-Zoo hatte mir da mehr abgefordert. Oder es lag einfach nur daran, dass ich nur mein eigenes Gewicht den Berg hochschleppen musste.

Auf der Ruine pfiff ein ordentlicher Wind und in der Nähe einer Bank hatte sich der Oktokopter samt Begleitung niedergelassen. Natürlich war ich neugierig, weil so ein Kopter schon lange auf meiner Wunschliste steht – schliesslich kann man damit ohne grösseren Firlefanz mal Luftaufnahmen schiessen.

Der ältere Herr stellte sich als professioneller Raubgräber Archäologe, sein Begleiter als fernbedienender Pilot des Luftfahrzeuges heraus. Da ich mit der Technik und auch der Buddelei einigermassen vertraut bin, entspann sich sofort eine Fachsimpelei. Ziel ihres Aufbaus war es, den Bautenzustand des Turms zu dokumentieren.

Ich fand das alles sehr spannend und hab mich mal an der Kompaktknipse als Kameramann versucht. Vermutlich werde ich nie die Qualität meines Cousins Karsten Hohmann erreichen 🙂

 


Der Pilot hat mir zwar öfters angeboten, dass er auch für mich mal gegen Entgeld Aufnahmen machen würde – aber in Anbetracht der Tatsache, dass sein Gerät nur eine Kompaktknipse tragen kann, hab ich Verzicht geübt.

Hier heisst es für mich: sparen auf einen Lastesel.

Danach nochmal Rundgang über die Ruine, der Turm war leider geschlossen, Kaffee gab es auch keinen und der Wind fing an mir auf die Nerven zu gehen – also erstmal zurück zum Auto.

Fortsetzung ist hier

PS: Ich habe vergessen zu fragen, wem ich da überhaupt gegenüber gestanden habe – falls jemand die abgelichteten Personen kennt, bitte melden.

Burgruine Falkenstein (Foto: Karin)

Oktokopterpilot

Oktokopter beim Start

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