Vorbildliche Unternehmenskommunikation: Fraport AG

Unternehmen und Behörden ab einer gewissen Größe sind in der Regel etwas verstockt wenn es um Anfragen des „kleinen Mannes“ geht.

Mit etwas Glück wird man erst mit einer Eingangsbestätigung und dann nach Wochen mit einem unpassenden Textbaustein abgefertigt, den irgendeine lieblos zusammengeschusterte und für teuer Geld eingekaufte Appliance als den „am wahrscheinlichsten passenden“ Text ausspuckt. Zum Schluss schaut da natürlich ein Mensch drüber, meisstens ist es dann aber doch die blonde Praktikantin, die den Text eher versehentlich beim Lackieren ihrer Fußnägel freigibt sodass die Antwort meisstens völlig neben der Sache ist (wie es mir mit dem FA Hanau solange passierte bis ich einfach kapitulierte).

Es geht aber auch anders….

Vor paar Wochen hab ich abends meine Frau vom Frankfurter Flughafen abgeholt. Weil noch etwas Zeit war, bin ich zur Startbahn West gefahren um am dortigen Aussichtspunkt Fotos zu machen. Leider war die Aussicht nicht so dolle: vor der Nase ein etwas zu hoch geratener Zaun und zum Ende der Startbahn hin verdeckte üppig wachsendes Grün die Aussicht. Bei aller Liebe zur Natur und unseren sauerstoffgebenden Freunden: kann das Zeug nicht in die andere Richtung wachsen?

Vielleicht doch mal die Pressestelle der Fraport AG anschreiben ob sich das nochmal ändern wird? Unter leichter Apfelwein-Anästhesie kam ich dann doch mit einem kleinen Schreiben an die Pressestelle des Konzerns nieder und ging zu Bett.

Um so überraschter war ich, dass ich am nächsten Tag schon eine Antwort der Fraport im digitalen Briefkasten hatte.

Und zwar nicht den erwarteten Formtext, sondern ein paar kurze Zeilen vom Leiter der Pressestelle, Thomas Uber persönlich. Herr Uber meinte, „dass in Zeiten sich ständig erhöhender Security-Anforderungen der Zaun eine ziemlich unverrückbare Angelegenheit sein wird“ aber man bestimmt was am Gestrüpp machen könne und meine Mail weitergeleitet wurde.

Uihh… Nach einer längeren Schockstarre hab ich die unten angehängten Bilder nachgeschickt und auch hier gab es eine kurze Rückantwort – wieder vom Chef persönlich, nicht vom Automaten!

Soweit, so gut. Mein Anliegen wurde also weitergeleitet und schon am nächsten Tag (!) gab es Post von einer jungen Dame aus der Abteilung „Nachhaltigkeitsmanagement“ welche schrieb: „Auf das Problem mit dem Zaun wurden wir bereits mehrmals hingewiesen. Des Weiteren ist der Spotterpoint etwas in die Jahre gekommen und renovierungsbedürftig, so dass wir nun zusammen mit dem Regionalpark Südwest bereits einen neuen Spotterpoint geplant haben, der bis zum Herbst 2011 umgesetzt werden soll. Dazu haben wir auch einen Vertreter aus der Spottercommunity in die Planung mit einbezogen, sodass die neue Plattform sicherlich den Spotterinteressen entsprechen wird. Um aber vorab Abhilfe für die eingeschränkte Sicht durch das Gestrüpp zu schaffen, werde ich mich Anfang nächster Woche mit unsere Forstabteilung in Verbindung setzen, ob das Grün kurzfristig zurückgeschnitten werden kann.“

Ich bin hin und weg 🙂

Airbus A380-800 hinter Zäunen

Airbus A380-800 im Gestrüpp

Wie man es nicht macht, kann der geneigte Leser hier erfahren!

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