Abmahnung wegen Filesharing obwohl kein Computer vorhanden

Das Amtsgericht München, Lieblingsgericht aller Filesharingabmahner, hat mal wieder ein recht zweifelhaftes Urteil gesprochen und den Beweis angetreten, dass man als Empfänger einer Abmahnung wegen angeblicher Verletzung des Urheberrechts absolut keine Chance vor Gericht hat.

Ausgangslage: Eine Seniorin aus Berlin hatte im Sommer 2009 ihren Computer verkauft (wohl weil sie damit nicht zurecht kam). Ihren Internetanschluss kündigte sie auch, aber wegen 2jähriger Vertragsbindung lief der noch eine Weile auf ihren Namen weiter. Einen WLAN-Router zum reinhacken hatte die alte Dame ebenfalls nicht.

Nun wurde der Rentnerin vorgeworfen, an einem trüben Januarmorgen des Jahres 2010 vermittels eines Filesharingsprogramms einen Hooligan-Film heruntergeladen und für andere zum Download angeboten zu haben.

Dafür erhielt sie nun eine Abmahnung und sollte die Anwaltskosten in Höhe von 651,80 EUR dafür tragen.

Es kam zur Klage und im Urteil vom 23.11.2011 (142 C 2564/11) geht das AG München (obwohl alle Tatsachen dagegen sprechen) trotzdem davon aus, dass der Film über den Internetanschluss der Dame verbreitet wurde.

Die für die alte Dame zuständige Kanzlei hat das Urteil gescannt und als PDF veröffentlicht.

Ich bin nur ein dummer, nicht vereidigter Gutachter und Sachverständiger – aber selbst mir fällt auf, dass sich das Gericht in diesem Urteil wie ein Wurm um die mit Stacheldraht bewehrten Fakten der realen Welt des Jahres 2011 windet und die Wirklichkeit völlig ausblendet.

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