Abitur reloaded

Man stelle sich einfach mal einen Mann mit dieser Vita vor: „wurde 1979 geboren. Nach dem Abitur und dem Zivildienst er 1999 in Würzburg ein Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Romanistik. 2005 schloss er sein Studium in Bonn mit einer – inzwischen als Buch veröffentlichten – Arbeit über den Staatsrechtler und politischen Philosophen Carl Schmitt ab. Nach Praktika im Unterhaltungsressort der „Bunten“ und in der Sportredaktion des „Bayerischen Fernsehens“ sowie zwei Hospitanzen in der Nachrichtenredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung begann er dort im April 2006 ein Volontariat. Am 1. April 2008 trat er in die politische Redaktion der FAZ ein, wo er sich vor allem mit der Berichterstattung aus den Bundesländern und den Kommunen beschäftigt.“

Ich stelle mir einfach vor – und muss davon ausgehen – das so ein Mann zumindest das Deutschabitur locker mit 13-15 Punkten knacken kann.

Nun – der Mann ist Timo Frasch, hat den Selbstversuch gewagt und das aktuelle Abitur an seiner alten Schule wiederholt.

Das Ergebnis nach 14 Jahren ist ernüchternd. Ein Versagen in Mathe, Biologie etc. könnte ich noch verstehen, aber dass Timo Frasch im Fach Deutsch nicht sonderlich gut abgeschnitten hat lässt zwei Varianten als Erklärung offen: Die FAZ beschäftigt halbe Analphabeten oder das Deutschabitur hat mit der Realität nichts zu tun.

Ich tendiere eher zu letzterem, hat mich mein eigenes Abitur nämlich auch mit viel unnützem Wissen – aber nur wenig fürs Leben entlassen.

Aber das Problem existiert schon seit 2000 Jahren, der olle Seneca sagte bereits „Non vitae, sed scholae discimus („Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“)“.

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