Renovierung

In meinem Büro herrscht Rauchfreiheit – jeder hat die Freiheit zu rauchen oder es sein zu lassen. So war nach 5 Jahren mal wieder eine Generalüberholung fällig um das Nikotingelb aufzuhellen. Erstaunlich, was sich so alles hinter den Schränken ansammelt – glücklicherweise haben sich alle Spinnen aufgrund der gnadenlosen Insektenjagd bessere Futtergründe gesucht sodass nur uralte Spinnweben und bisserl Staub wegzuputzen waren.

Obwohl das Büro recht vollgestopft aussieht, ist alles relativ beweglich. Der auf Antik getrimmte Sekretär mit dem kleinen Nagios-Server sowie der Laserdrucker wurden ins Wohnzimmer verfrachtet und haben dort ihren Dienst wieder aufgenommen. Ansonsten wurde wärend der Renovierung das Mobiliar halt von A nach B gerückt um Platz zu schaffen.

Verzögert die Arbeiten, dafür ist man immer Einsatzfähig.

Und wenn man schon dabei ist, kann man ja auch mal wieder entrümpeln. Dabei finden sich Sachen, an die man schon lange nicht mehr gedacht hat. Zwei eigentlich dringend gesuchte Ersatznetzteile für Vigor-Router oder ein Pfeifenständer der sicherlich wo ganz anders besser aufgehoben ist (zB in der Mülltonne). So manches Teil hat das geliebte Eheweib zu meinem Leidwesen vom Lager „Büro“ ins Firmenlager „Keller“ geschafft und damit wohl entgültig dem Vergessen übergeben – ich sollte meine Inventur auch auf GwGs ausweiten.

Heute war der letzte Akt: „mal eben schnell“ bisserl Kleinteile und Deko kaufen.

Die Einkaufliste war kurz: einen Bilderrahmen 21×21 für Susis Grafik, zwei Gigabitswitches, Kabelorganizer, eine Magnettafel 80×60 für temporäre Bilder und paar Schienen und Klemmen um hin und wieder mal ein Kunstwerk aus dem Drucker an der Wand zu installieren. Die geballte Kompetenz dazu findet sich in Gründau, wo Mediamarkt, Bauhaus und Möbel Höffner einträchtig an einem Ort vereint sind.

Erste Station: Mediamarkt. Gigabit-Ethernet ist ja nun schon eine Weile auf dem Markt, keine Ahnung warum dort noch zu deftigen Preisen 10/100er Switches verkauft werden. Aber einen kleinen 5 Port 1000er Switch von Netgear hab ich ergattern können. Leider in leuchtend-weiss, mal schauen wie der in 4 Wochen aussieht (vermutlich Nikotingelb). Kaffee hab ich vergessen, beim Kabelmanagement konnte ich mich mit der Ehefrau nicht auf die Farbe einigen (und ausserdem: welcher gestandene IT-Admin braucht sowas schon?). Dafür hat sie eine DVD mit „Vom Winde verweht“ ergattert – Laufzeit satte 234 Minuten, die ultimativen K.O.-Tropfen für das weibliche Geschlecht.

Zweite Station: Bauhaus. Spontan noch 2 Lampen für Flur und Waschküche mitgenommen (da hängen seit 6 Jahren die nackten Energiesparlampen), eine Schachtel Spax-Schrauben um paar Leisten im Büro wieder zu befestigen. Bodenleisten, die als Stoßfänger zweckentfremdet werden können, wurden auch gefunden. Das Bauhaus in Gründau ist irgendwie größer als das in Hanau – bei gleichem Warenbestand. Entsprechend breit sind die Gänge und mal eben vom Elektro zu den Schrauben zu laufen ist eine halbe Weltreise. Ich muss mir bei meinen Einkäufen doch mal so einen Schrittzähler ans Bein binden – ich wette, dass ich mehr Kilometer herunterschrubbe und mehr Kalorien verbrauche als beim Ironman.

Meine Bandscheibe quiekte leise vor sich hin und der Magen diktierte mir schon die Speisekarte: Currywurst mit Fritten rot/weiss, dazu eine Fanta. Also ab zu Höffner an den Löschzug.

Bau-Kunst

Dritte Station: Mahlzeit! Dummerweise baut der Laden gerade um. Die Fressbuden vor dem Eingang sind zugunsten einer riesigen, abstrakten Skulptur in den Farben des Eigentümers gewichen und haben damit den Beweis geführt dass Kunst keinen Nährwert hat.

Zum Glück haben sie die Kantine in einen großes Zelt mitten auf den Parkplatz gestellt. Im sogenannten Restaurant, aussen und innen mit Bierzeltgarnituren bestückt, gaben sich die Mitarbeiter alle Mühe dem bescheidenen Andrang Herr zu werden. Der Chef, gekleidet in blütenweissen und gestärkten Klamotten (die jedem Gardeoffizier zur Ehre reichen) blickte wohlwollend auf das laue Treiben und verzog sich wieder in sein Containerbüro.

Requisite

Irgendwie kam es mir vor, als hätte man die Mensa einer beliebigen Hochschule durch Raum und Zeit sowie paar Abteilungen eines Möbelhauses und dem Oktoberfest gewirbelt und dabei 2/3 der Speisekarte verloren. Die Abgrenzung wurde durch paar Plastikpflanzen gestaltet, an denen noch der Laufzettel von Höffner hing. Unter der Decke eine Leistungsschau der Lampenabteilung, welche dem Sonnenschein von aussen nochmal wenig Helligkeit – aber viel Wärme aufsetzte. Eine schwarze Katze querte meinen Weg, ich griff in den Besteckkasten und fand…

Nichts. Kuchengabeln waren reichlich vorhanden und Löffel auch (obwohl es keine Suppe gab). Die Riesencurry hingegen verlangte aber nach ordentlichem Besteck. Also eine Mitarbeiterin angesprochen und Nachschub geordert, kann ich ja in der Zwischenzeit ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk zapfen wärend das geliebte Eheweib auf die Wurst wartet.

An der Becherfüllstation sah es aus wie Sau, überall pappige Flüssigkeit. Verärgert über die mangelnde Kinderstube meiner Mitmenschen fing ich an ordnungsgemäss zu zapfen und hatte den Grund für die Sauerei quasi sofort in der Hand: viel Kohlensäure und wenig Getränk spratzte in den Becher, von dort aus über die Zapfanlage und meine Hände. Offensichtlich waren die Reserven ausgegangen, und das schon länger wie die Reihe der wieder abgestellten Becher bewies. Also ab zur nächsten Zapfstelle. Die Dame vor mir füllte gerade noch ihren Becher, als ich an der Reihe war hatte ich nur noch wenig Cola und viel Wind. Macht nichts, dafür war die Fanta eher lau und zusammengemixt war es schon wieder trinkbar.

Die Riesencurry war gut und nahrhaft, vor der Tür noch gemütlich eine Kippe geraucht und dann weiter zu Bilderrahmen, Magnetboard und Bilderhängern. Die Bilderecke haben wir noch gefunden, das Bürozubehör wurde erst „hinten“ verortet – da gab es aber nur Küchen. Eine freundliche Mitarbeiterin schickte uns dann an die richtige Stelle. Auch „hinten“, aber wo anders. Leider keine Pinwand und auch kein Magnetboard für mich.

Naja – mal im Internet schauen.

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1 Response to Renovierung

  1. Hallo Bernd!
    Wir hoffen, bei der Renovierung hat alles gut geklappt. Schön übrigens, dass Du Dich für SPAX entschieden hast! Schreib uns bei den nächsten Projekten doch gern auch auf unsere Facebookseite (www.facebook.com/SPAX).
    Viele Grüße aus Ennepetal,
    Dein SPAX Team

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