Abenteuer Küche – Blutige Finger und großes Finale

…. Dienstag 6:45 Uhr. Im Hause Hohmann schleppen sich zwei müde Gestalten durch das organisierte Chaos, ständig auf der Suche nach Besteck, Teezutaten, den Bestandteilen der Koffeinpresse und einer Scheibe Brot. „Ab 7 Uhr“, so hiess es, „kommen unsere Helden von Möbel Höffner um zu tun was zu tun ist“. Naja – es wurde 7:30 Uhr, eine lange Zeit für jemanden dem diese Zeit völlig abgeht.

LKW eingewiesen und beinhart vor die Einfahrt des Nachbarn gestellt in der Hoffnung, dass Ulf und Gabi mir nicht den Kopf abreissen werden.

Wärend Karin und ich so halb im Koma waren, legten die beiden munteren Meister im Küchenaufbau kräftig los. Ehe ich „hu?“ sagen konnte war das Wohnzimmer mit allerlei Kartons und nur wenig später mit ausgepackten Möbelteilen vollgestellt. Unsere Küche füllte sich ratzfatz mit Inventar.

Die beiden Monteure waren wirklich Spitzenklasse und haben alle Klippen (schiefe Wände, nicht ganz passende Abflussinstallation) problemlos umgangen. Nur bei einer Sache gabs blutige Finger: all mein Reden, dass das von uns bereitgestellte Induktionskochfeld von AEG wirklich scharfe Kanten hat wurde ignoriert und mit einem blutigen Finger bestraft. Auch Kunden haben manchmal recht 🙂

Ca. 16:30 Uhr war alles gelaufen. Ein Großteil der alten Möbel und Geräte verschwand im großen LKW und wir fingen an so grob das Kücheninventar vom Wohnzimmer wieder an einen passenden Platz zu bringen. Mir wurde die ehrenvolle Aufgabe übertragen, die Gewürze einzusortieren. Nun kam der Gewürzschrank schon mit einer vollen Ladung Dosen (teilweilse Zeug, was ich noch nie gesehen habe – ‚China Würze‘ zb) und bei uns haben sich im Laufe der Zeit einige Dubletten angesammelt. Also auch mal Mut zum Wegschmeissen gezeigt.

Abendessen war dann Zwiebelleberkäse (liebevoll auf dem neuen Herd gebraten) mit Kartoffelsalat aus dem Discounter. Ordentlich eingeweiht hat den Herd dann Töchterchen mit einem Knorr-Maggi-Fix-Lebensmittelchemiegebräu in der Pfanne welches nach längerer Kochzeit eine Form von Nudeln mit Tomatensauce annahm.

Den Geschirrspüler (der übrigens seine Fortschrittsanzeige auf den Fussboden leuchtet, sehr praktisch!) hab ich erstmal auf die Wasserhärte und unsere Grundbedürfnisse programmiert. Die De/montage der Dunstabzugshaube für die Reinigung hat uns der Monteursonkel vorgeführt, zwecks Training hab ich das mal nachvollzogen und zumindest ist mir die volle Demontage geglückt und für den Zusammenbau nur 15min gebraucht bis ich begriffen hatte dass man alles auch falsch Seitenverkehrt einbauen kann. Das Piepen der Kühl-Gefrierschrankkombination habe ich in den Griff bekommen („Drücken Sie ‚Super‘ ganz lange bis ‚c‘ erscheint und machen Sie einen Handstand bis das Gerät durch drei Summsignale Ihre Eingabe bestätigt“). Jetzt muss ich nur noch das Kochfeld verstehen, dann wird als grosses Finale der Backofen (+60 Programme, Pizzastufe, Öko-Benebelung und Heissdampf – alleine die Auswahl von „Du machen Heissluft auf 160°C“ braucht mehr Klimmzüge als die Besteigung der Eiger Nordwand) in Betrieb genommen.

Zum krönenden Finale hat meine Frau festgestellt, dass die rustikalen Möbel im Durchgang nun nicht mehr zur Küche passen – das Abenteuer Küche geht also weiter 🙂

Wer eine chonologische Reihenfolge der Bilder sehen möchte fange bitte ganz hinten an – keine Ahnung, warum WordPress das plötzlich verkehrt rum einsortiert.

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