Nachruf: Der beste Mitarbeiter der Welt

Plötzlich und unerwartet verstarb heute der beste Mitarbeiter, den ich jemals hatte.

Er hat mich zwar morgens begeistert begrüsst, wurde dann aber schnell grummelig und vor 15 Uhr zu nichts zu gebrauchen.

Wenn das Telefon geklingelt hat, ist er nie drangegangen. Den Postboten hat er immer mit an Snobismus grenzender Verachtung ignoriert und das permanente Schellen der Türglocke hat ihm höchstens ein dezentes Knurren entlockt. Sobald ich als Chef das Büro verlassen habe, legte er sich schlafen – wie jeder andere Mitarbeiter auch.

Mit seinen schwarzen Haaren und braunen Augen war er das Idealbild eines argentinischen „Latino Lovers“ und begeisterte die Frauen. Trotzdem führte er kein ausschweifendes Leben, ernährte sich nur von Wasser und Rohkost und blieb Zeit seines Lebens Jungeselle.

Ausser Unterkunft und Verpflegung verlangte er keinen Lohn, insofern war es zu verschmerzen dass er immer auf den Boden geschissen hat – er ist halt immer ein Schwein geblieben.

Und dafür haben wir ihn geliebt.

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spike(Spike, Archivfoto von 2010)

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