Gronau – Maurice Airfield (Teil 1)

Meine Begeisterung für das Fahrradfahren und die positiven Auswirkungen auf meinen „Shape“ hat natürlich auch meine Frau neugierig gemacht. Also ihr altes „darauf hab ich schon meine Tochter die Römerstrasse hochgekarrt“ Fahrrad zu Velozeit gebracht, die genialen Mechaniker dort haben dem Fahrrad erstmal einen neuen Sattel, dann auf Wunsch des geliebten Eheweibes noch eine Sattelfederstange und paar weitere Modifikationen angebracht sodass aus einem fast 30 Jahre altem Drahtesel ein famoses Mitglied der Gesellschaft des Jahres 2014 wurde.

Paar Touren haben wir zusammen gemacht, die Letzte war das Hohe-Strasse-Fest 2014 welche wenig erquicklich war weil die Strecke (zustimmung bei allen befragten 8 Radfahrern) so gelegt wurde dass man wirklich jeden Hügel und jedes Tal mitnehmen muss. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die „Hohe Strasse“ vor 1000 Jahren so gewesen ist.

Egal – es brachte mich ein Mitarbeiter eines Kunden auf die Idee, mal den Nidda-Radweg auszuprobieren.

Zum Glück gibt Openstreetmap, wo eine Radfahrerkarte einblendbar ist. Und daraus ergab sich, dass in es Gronau der nächste Einstiegspunkt ist. Als Ziel hab ich mir das ehemalige Maurice Airfield in Frankfurt ausgesucht wo es im Tower Cafe ab 12 Uhr wenigstens kalten Kaffee, warme Fanta und Kuchen gibt.

Die Wetteraussichten für diesen Samstag waren schlecht – jeder Wetterdienst meldete 18-28°, strahlende Sonne und unwetterartige Regenfälle. Als alter Fuchs kann ich die Vorhersagemodelle der verschiedenen Anbieter gut interpretieren – Abfahrt 12:15, Radeln ab 12:30 im zunehmenden Sonnenschein, Schnitzel bei Ralf um 14 Uhr und dann hurtig zurück vor dem aufziehendem Regengebiet fliehen.

Ich hab Samstag 08:15 Uhr (die Blase drückte) mal die Nase aus der Bürotür gesteckt. Es regnete – obwohl alle Wetterorakel gesagt hatten, dass dieses Regengebiet schon um 6:00 durch sein muss. Mein Riecher war richtig, ich räkelte mich bis 10:15 gelangweilt im Bett herum bis mich meine Frau „weckte“.

10:15 Raus aus dem Bett mit kühnem Sprung, Büro, Servercheck, Dusche, gemächliches Frühstück bis 10:35

Gegen 12:30 war meine Frau auch fertig. Also hab ich den Fahrradträger auf die Anhängerkupplung geschmissen und die Räder aufgeladen und verzurrt. „Ich geh mal Frühstücken“ sagt meine Frau. Kein Problem, da gibts ein neues Spiel mit nur 30 Leveln, das kann man schnell mal durchzocken.

In der Zwischenzeit haben sich die Wolken etwas verzogen, die Sonne kommt durch und es wird nun 23° statt 19°. Ich sitze immer noch mit meinen kurzen Hosen im Büro und überlege welchen Vorteil man hätte wenn man die Lagerverwaltung in 8 statt 6 Dimensionen abwickelt.

Meine Frau kommt von der Ankleide zürück, wirklich knackig gekleidet und gut aussehend tänzelt sie zum Aussenthermometer, welches in der Zwischenzeit 26° anzeigt. „Oh – ist es wirklich so warm?“ worauf ich nur anworten konnte „ja, so habe ich das gestern erahnt“. „Ja, da muss ich mich nochmal umziehen“, kam mit einer 3/4 langen Wanderhose zurück und meinte „Meine stacheligen Beine sind keinem zuzumuten!“ – verschwand im Bad für eine Rasur, kam zurück und setzte sich eine Kappe auf, mit der sie eher ihrem Vater als ihrer Mutter ähnlich sieht. Aber es ist ihre Lieblingskappe, da muss ich nun durch .

Weil es doch schon weit hinter meinem dem Prognosezeitraum gewesen ist, drängte ich zum Aufbruch und bekam als Antwort: „ich bin schon lange fertig!?“).

Auf nach Gronau und dann auf die Fahrräder.

(Teil 2 folgt)

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