Werbeanruf geblockt!

Im Chaos der Einführung von ISDN in Nidderau (also gut 20 Jahre her) sind mir 2×3 Rufnummernblöcke in die Hände gefallen. Zwei Rufnummern wurden für mein BBS verwendet, eine für Telefonie – der Rest blieb in Reserve.

Irgendwann wurde die Mailbox abgeschaltet (sie hatte ihren Zweck erfüllt), eine Rufnummer fürs Fax, eine für die Tochter und eine für uns. Die Reserverufnummern hab ich dann aktiviert, als meine GmbH gegründet wurde. Also eine für GmbH-Fax und eine für GmbH-Telefonie.

Schnell haben sich die GmbH-Rufnummern in allen möglichen Branchenverzeichnissen etabliert sodass ich recht schnell die eingehenden Faxe in eine Dauermülltonne umleitete und die Sprachrufnummer nur noch auf einem Telefon klingelte welches gewöhnlich auf „lautlos“ gestellt wurde. Mit viel Glück gehe ich da mal aus Neugierde dran um gewöhnlich gleich wieder aufzulegen weil ich nicht wirklich auf angeblich absolut krisensichere Anlagen mit 15% Rendite pro Jahr stehe.

Dieses Jahr sind mir aber 2 Kunden dort durch die Lappen gegangen. Mit denen hatte ich zwar schon Mailkontakt, aber statt in der Signatur der E-Mail nachzuschauen haben sie auf meine Firmen-Homepage geschaut, die dort aufgeführte Nummer angewählt und ich bin nicht drangegangen.

Ich habe lange darüber gegrübelt, wie dieses Problem zu lösen ist: Werbeanrufe blocken, potentielle Kunden einfangen und nie eine wirklich gute Lösung gefunden.

Bis mein Töchterchen plötzlich mit ihrem Job in einem Inbound-Callcenter um die Ecke kam.

Ich besah mir das paar Tage und meinte dann „Was Du da machst, ist die Lösung aller meiner Probleme“.

Nämlich der Battle „Callcenter vs. Callcenter“: Hochgradig trainierte Callcenter-Mitarbeiter rufen mich an, um mir etwas zu verkaufen und treffen auf Callcenter-Mitarbeiter, welche hochgradig darauf trainiert sind Werbeanrufe charmant und vorallem effizient abzublocken und nur noch die Kundschaft durchzulassen.

Also gesagt „Der Vertrieb soll sich mal melden“ und recht schnell hatte ich den Chef Gerd Bornwasser von IhreTelefonzentrale.de am Telefon. Bisserl nett geplaudert, den Sinn und Zweck meines Anliegens geklärt, prompt kam eine Mail mit weiteren Informationen und Formularen.

Am Bildschirm ausgefüllt, versendet. Ruckzuck kam die Begrüssungsmail mit Informationen wohin die Rufumleitung gehen soll und (was ich persönlich sehr spannend fand) ein Formular wo am Ende in etwa stand „… statt ausfüllen können sie einfach auch anrufen und alles im Gespräch klären“. Na – das hab ich doch glatt gemacht. Rufumleitung der GmbH-Nummer auf „IhreTelefonZentrale“ eingestellt und von meinem Apparat die eigene Firmenrufnummer angerufen.

„Tuut-Tuut. Guten Tag, Zwanzigeins Informationssysteme GmbH, mein Name ist Jan Xxxxxxxx“

Wow!

Ich hab mich zu erkennen gegeben, kurzer Erklärbär für was ich das brauche, gemeinsam alles eingerichtet und zum Schluss kam Töchterchen noch um die „Telefon-Ecke“ fürs Feintuning (ein Famlienmitglied vorort zu haben ist sehr praktisch, da muss man nicht viel erzählen).

Vom Teamleiter kam dann eine kurze Mail aus der Erfassungsmaske als Beispiel, wie zukünftige Mails aussehen werden – passte alles.

Das war Donnerstag und ich bin davon ausgegangen, dass ich die nächsten Tage nichts von der Anwesenheit meiner neuen Telefonzentrale bemerken werde.

Und prompt bekomme ich am nächsten Morgen folgende Mail:

Anruf vom: 19.09.2014 10:07:07
Rufnummer: 0 erreichbar: –
Firma : Fachmagazin Xxxxxxxx
Anrufer : Frau Xxxxxxxxxxx
ToDo : Werbeanruf geblockt
Details :
Stichwort: Sonderkonditionen. Werbeanruf geblockt.
____________________________________________________
Ihr ITZ-Team (Michelle Xxxxxx)
8xxxxxxx

Danke Michelle – Du hast mir meinen Tag gerettet!

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