Elektromobilität – yay!

Anfang September 2018 wurde in Hammersbach OT Marköbel eine E-Bike-Tankstelle eröffnet (1) (2).

Eine Lade-Insel mit zwei Rädern…

Karin und ich haben uns im September mal auf eine Tour begeben um die „klimaschonende Maßnahme“ zu begutachten.

Wie bei vielen Projekten der öffentlichen Hand wurde auch hier stark und mutig angefangen um dann aufzuhören ohne die losen Enden zusammenzuknüpfen.

Eines der Probleme ist die Ortsangabe: „Am Radweg Hohe Straße in Marköbel“ ist eine 3km lange Strecke vom Ortseingang bis zur Ortsmitte, der Radweg ist an manchen Stellen auch nicht sonderlich eindeutig ausgeschildert. Zum Glück ist meine Frau „Einheimische“ und erinnerte sich, dass nach „links abbiegen eine Trafostation komt“ – sicherlich ein guter Platz ür eine Ladestation.

Dort angekommen findet man aus Richtung Westen eher den Bücherschrank am Gebäude als die Ladestation. Erst nach „Oh, da ist eine Bank“ sieht man auch die „Zapfsäule“.

Ladestation mit Blick gen Nord-Osten

Schnell gesellte sich noch ein anderes Elektromobilitätspaar im Rentenalter dazu die auch das schöne Wetter nutzen um von Bruchköbel aus diesen Innovationstempel vor den Toren des Ronneburger Hügellandes aufzusuchen.

Man wurde sich schnell einig: seinen Akku kann man hier bestimmt auffüllen (sofern man sein eigenes Ladegerät dabei hat), wie sich die Herren Politiker aber einen Besuch der örtlichen Gastronomie zur Überbrückung der Ladezeit vorstellen (so ein Ladegerät ist schnell in einer Handtasche verschwunden) – da ist auch 4 Köpfen nicht viel eingefallen, vorallem weil Gastwirte gerne eine Steckdose zum Hauptgericht anbieten. Und stabiles Stahlwerk zum Anbinden der Drahtesel wurde auch nicht gesichtet – ich würde mein Rad dort nicht eine Stunde unbeaufsichtigt stehen lassen.

Immerhin ist Platz für 4 Ladegeräte vorhanden, jede Dose bietet 12 Ampere bei gängigen 230V – für moderne Schnelladegeräte schon grenzwertig.

Statt da mit neuem Pflaster eine hübsche Säule hinzustellen, hätte man auch ganz pragmatisch und günstig die Ladeeinheit unter das schützende Vordach an die Wand des Trafohäuschens dübeln können.

Letztendlich wird das Schicksal dieser Installation so aussehen: Mangels Beschilderung und echtem Nutzen wird die Station nur selten genutzt. Wie (zB. in Büdingen bereits geschehen) wird in Folge der Strom abgeschaltet, den Einschalt-Schlüssel dafür gibt es im Rathaus – welches geschlossen hat wenn Freizeitverkehr herrscht. Nachdem die Elektrik hinreichend verrottet ist, wird sie (diesmal ohne Pressetermin) abgebaut und verschrottet.


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