A day in the life …

Freitag Messgeräte bestellt. Ich (oder besser gesagt die Firma) braucht endlich mal ein gescheites Zangenamperemeter, einen echten DUSPOL und ein automatischer Steckdosentester für paar Euro passt auch noch ins „kleine Köfferchen“ ehe ich wieder Stunden nach einem Fehler suche letztendlich auf die Kappe des „Fachkräftemangel-Elektrikeraushilfsgeselle“ geht.

Ich habe auch beim Februar-Wetter ein verdammt schlechtes Gefühl, die Hochs und Tiefs bewegen sich nicht sonderlich. Früher wurde die Region von mehreren Kraftwerken versorgt, heute ist eigentlich nur noch das Steinkohlekraftwerk Staudinger mit dem letzten 510MW Block von ehemals 5 Blöcken (1934MW gesamt) übrig – der Rest kommt von weit her („Ruck-Zuck-Leitungsbruch“) oder von Zappelstromanlagen welche bei viel Matschschnee nur noch homöopathische Dosen an stabilem Wechselstrom liefern.

Macht ja nix, ich habe ein Notstromaggregat was mit einer Tankfüllung Superbenzin 3h durchorgelt und 10A liefert – das reicht für Notbetrieb (Heizung, kleines Kochfeld und Nachladen der Akkus für Leuchten und Smartphone sofern überhaupt noch irgendein Netz geht mit dem ich kommunizieren kann). Reservesprit hab ich, aber mich ärgert dass der auf 3 kleine Plastikkanister verteilt ist. 20l Super fürs Aggregat, 20l Diesel fürs Firmenfahrzeug wäre auch nicht schlecht – nur gut dass es gerade bei Amazon 5x Jerrycans zum Preis von 3 gibt. Also bestellt.

Und so einen Brotbackstein wollte ich schon immer ausprobieren, bestellt.

Status Freitag abend: 2 Pakete Samstag, 1 Paket Dienstag

Samstag morgen …

Der Kaffeeautomat nörgelt herum, dass er den Wasserfilter gewechselt haben möchte. Trifft sich gut, denn er beschwert sich auch darüber das er zuwenig Wasser hat. Das reicht noch für 2 Espresso – alles gut.

Zweiten Espresso „Klein, stark, schwarz“ (2x Kaffee, dafür nur die Hälfte Wasser) geordert.

BIMBAM – DPD steht vor der Tür und der Brotbackstein ist da. Der will natürlich erstmal erstmal kontrolliert, gesäubert und vorbereitet werden. Nach der Aktion ist mein Espresso kalt und die Maschine rückt keinen neuen raus.

Also erstmal Wartung (Wasserfilter tauschen, bei der Gelegenheit könnte man auch mal den Wasserbehälter reinigen). Neben dem Kaffeevollautomaten liegen paar „Kleinteile“, die dringend im Keller verarbeitet werden müssen und entsprechend schon paar Tage dort liegen. Also erstmal für eine Stunde „Kellerkind“ gespielt, Werkstatt und Labor bisserl aufgeräumt und mir die Frage gestellt, wer aus der Familie den Keller aktuell am meissten zumülltzustellt.

Auf dem Rückweg schleppe ich wieder die Kartons die Treppe hoch, die meine Frau nach unten geschmisssen hat. Eigentlich gibts dafür im Büro eine Lagerecke in der die Kartons zerschnitten und komprimiert geammelt werden um sie dann bei entsprechender Menge auf dem Wertstoffhof zu entsorgen – für die Papiertonne ist das einfach zu viel und wegen 2kg Pappe fahr ich nicht nach Heldenbergen um mir das Genöle des Empfangsschergen anzutun.. Ich denke immer, dass Abfälle von je her ein Zeichen von Wohlstand sind – meine Frau ist da irgendwie anders aufgestellt 🙂

Irgendwie verlassen mich die Kräfte und schau mal in der horizontalen, was bei ARTE läuft. Kaum über „Kunst & Kultur“ eingeschlafen – BIMBAM, DHL wuchtet ein recht grosses Paket ins Büro. Oh – die Wehrmachtskompatiblen Spritkanister sind schon da.

Darauf erstmal einen Espresso… Taste gedrückt, misbilligendes Knirschen im Gehäuse – „Brüheinheit reinigen“. Wasserbehälter ab, Seitenteil ab, Brüheinheit (wurde erst vor 5 Tagen gereinigt) mit etwas Nachdruck entfernen und reinigen (warmes Wasser, eine alte Zahnbürste und vor allem viel Routine leisten hier gute Dienste).

Wärend die Brüheinheit abtropft (frisch aus dem Wasser gibt das sonst zu viel Sauerei in der Maschine) leere ich den Briefkasten. Werbung, Werbung und 2 Bescheide von der Stadt Nidderau: 1x dass meine Firma keine Gewerbesteuer zahlen muss, 1x der Bescheid für Grundsteuer und Abfallgebühren.

Nun – unsere Stadt-Genossen haben von je her ein gutes Händchen dafür gehabt auf der einen Seite an der falschen Stelle sehr sparsam zu sein und an anderen Stellen ihre Klientel bei Laune zu halten. Zur Belohnung wurde die Grundsteuer erhöht – statt ca. 700 EUR sind nun ca. 1.200 EUR Beitrag zur Sanierung des Stadtsäckels und Aufrechterhaltung des Betriebs fällig.

Ich lenke mich damit ab, dass ich paar dringliche Wartungsarbeiten an den Kundenservern durchführe und baue die Kaffeemaschine wieder zusammen. Da sehe ich mit einem Auge durch die Fensterluke, dass jemand ums Haus herumschleicht – oder zumindest zum „Vertretereingang“ (das ist der mit der lahmgelegten Klingel) geht. Na, der kennt sich hier nicht aus und das ist nicht mein Problem wenn er den Büroeingang auf der anderen Seite nicht findet (immerhin bin ich jetzt über 15 Jahre an gleicher Stelle).

Also Tasse unter den Ablauf, „Espresso doppelt stark“ getastet und kurz raus – da lugt der Herr um die Ecke, meint „Ja, da isser doch der Bernd“ und entpuppt sich als unser Ex-Postbote der 2 Häuser weiter die Strasse herauf wohnt. Sein Begehr war ein ominöser Adapter für seinen Hänger, wobei er nicht so recht wusste ob das nun von „wenig Pole (alt)“ auf „viele Pole (neu)“ oder umgekehrt ist weil (lange Geschichte von Leihauto und Leihanhänger der dann zum eigenen wurde etc…). Irgendeinen Adapter in dieser Richtung hatte ich mal, der mal im Auto war und dann hatte ich meinem Anhänger so einen „vielpol“ Stecker angelötet und seitdem war der Adapter nicht mehr notwendig. Nachdem wir gemeinsam meine Hütte durchsucht hatten schaute ich kurz auf die Uhr und fragte „Du sagmal – warum fährst Du nicht einfach zu einem der vielen Baumärkte hier, die haben Samstags bis 20 Uhr offen? „Kopf-Tisch, gute Idee“ und weg war er.

Mein Espresso? Der Dritte den ich wegschütten durfte (wenn ich mich nicht verzählt habe).

„Mach mal Pause“ mit selbstgebackenem Kuchen vom Wochenanfang und doch nochmal schauen, was ARTE so bietet. BIMAM – der Götterbote Hermes steht vor der Tür und liefert die Messgeräte (die ich mir eigentlich für den Morgen gewünscht hätte).

Darauf erstmal (schon nach 18 Uhr) erstmal einen Espresso den ich unerwartet ungestört geniessen durfte.


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