„Kostenfrei“

there ain’t no such thing as a free lunch

Robert A. Heinlein in „Der Mond ist eine herbe Geliebte“, abgekürzt auch als TANSTAAFL bekannt.

Ich hatte letzte Woche ein Problem: bei einem Kunden wurde die Tricoma Warenwirtschaft installiert und die wollte nicht mit dem lokalen Tobit David3 Mailserver reden.

Tricoma hat viele kostenpflichtige Tickets erstellt und dem Kunden berechnet ohne zu einem Ergebnis zu kommen welches für den Kunden nutzbar ist.

Zum Glück war in dieser speziellen Sache ein Admin von der Fa. Reikem-IT richtig gut auf Draht und ich konnte mit Ihm das Problem eingrenzen: Der Mailserver von David.FX verkündet stolz, dass er die Benutzer/Kennwort-Verschleierung „CRAM-MD5“ kann, interpretiert aber das Ergebnis nicht richtig.

Tante Google gibt nichts her, Supportanfragen bei Tobit und in Supportforen sind ins Leere gelaufen.

Ein gedrucktes Handbuch gibt es schon lange nicht mehr, ein frei verfügbares PDF-Handbuch haben die Kollegen in Ahaus wohl schon lange nicht mehr herausgegeben.

Bleibt also nur die Installation der „frei verfügbaren 30 Tage Testversion von David3“ – dank virtueller Maschinen heute kein Hexenwerk mehr.

Kostenfrei…

Der Download der Installationsdatei ging problemlos, aber bei der eigentlichen Installation kam schnell die „Aufforderung zur Anlage eines Benutzerkontos bei Tobit“ ohne die es nicht weiterginge.

Also erstmal einen Benutzer bei Tobit erzeugt. Das übliche Prozedure mit „warten auf Aktivierungsmail und bestätigen“.

Und dann forderte mich das Installationsprogramm auf, auf einer Webseite „chanys.de“ (gehört auch zu Tobit, sieht man im bescheuerten Design der Webseite) meine Kreditkartendaten zu hinterlegen damit nach Nutzung der 30tägigen Testperiode ordnungsgemäss die Nutzungslizenz abgerechnet werden kann – mit meinem Recht, das Konto innerhalb dieser 30 Tage zu löschen (das meinen die also mit „Kostenfrei“) und wenn ich es vergesse, hab ich den Vertrag an der Backe.

Also wagemutig die Daten meiner Kreditkarte eingegeben und siehe da: Fa. Tobit ist nicht nur zu blöde, CRAM-MD5 korrekt zu bedienen sondern auch meine Daten korrekt umzusetzen – es hagelte Fehlermeldungen und wenn ich auf der Abrechnung die Deppen von Ahraus sehe wird retourniert..

Ich habe es als Wink des Schicksals verstanden, meine mühevoll erstellten Accounts (und natürlich die temporäre E-Mailadresse für diesen Vorgang) zu löschen und die Sache anders zu lösen (was dann auch mit einem Einzeiler unter Linux gemacht wurde).

Natürlich verstehe ich es, das Unternehmen ihre Software vor Benutzern schützen wollen, die für Lau ihre Arbeit nutzen wollen. Aber je schwerer und abgesicherter es wird, eine Testversion zu bekommen um so einfacher wird es, eine gecrackte Version zu besorgen.

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