Kurzkritik: „Shadow of the Tomb Raider“

Ich spiele die „Tomb Raider„-Serie seit 1996 (also immerhin 23 Jahre), mein damaliger Arbeitgeber hat mir sogar eine „3dfx Voodoo“ für den damals stolzen Preis von 399 EUR (brutto incl. Versand) spendiert damit ich das Spiel noch besser aussieht und ich bei der Stange bleibe.

Nach dem Umzug von Windows nach OS/2 und später auf Linux habe ich die Serie etwas aus den Augen verloren, aber da die alten Spiele nochmal vom Hersteller in „modern“ aufgelegt wurden kam man auf die Idee, den Kram nach macOS und Linux zu portieren und dank Feral Interactive klappt das auch vorzüglich.

Vor paar Tagen kam die Linux-Portierung von „Shadow of the Tomb Raider“ heraus (für Windows immerhin schon seit September 2018 verfügbar), Steam hatte nichts besseres zu tun als die Verkäufe des Produkts (also die Windows Edition) anzukurbeln und so habe ich die Linux Variante heute mit allen DLCs für weniger als 25 EUR abgreifen können.

Nun – der dritte Teil von „Lara Reloaded“ ist (ordentlicher Rechner und schwere Grafikkarte vorausgesetzt) optisch gut gelungen und die Story lässt sich auch gut an.

Nur die Charakterisierung unserer Heldin lässt (wie immer seit sie „sprechen“ kann) lässt zu wünschen übrig: da erforscht eine ca. 25-30jährige Tusse gefährliche Gegenden, ist kampferprobt und überlebt sogar Flugzeugabstürze.

Gemäss Storyline ist sie auch sehr erfahren darin, was alte Artefakte so mit sich bringen.

Also im ersten Indiana Jones Film von 1983 versucht der Protagonist noch das Gewicht eines Artefakts beim Austausch durch ein Sandsäcken auszugleichen. Das nenne ich mal „ernsthaft“.

Unsere Heldin „Lara Croft“ stürzt sich schon in den ersten Spielminuten wie eine 6jährige auf eine Tüte Pommes, löst dabei eine Bombe aus und muss fliehen. Dann greift sie sich später „mal eben“ einen alten Dolch aus der antiken Fassung und löst damit den Untergang der Welt aus (obwohl sie wissen müsste, was da passiert)

Man kann eine Story mit sowas vorantreiben, man kann aber auch die Erzählung im Einklang mit dem Vergangenem besser erzählen.

Naja, Hirn abschalten und weiterzocken.

PS: wenigstens wurde das Laden von Spielständen seit dem Vorgänger überarbeitet – statt 40 Sekunden dauert es nur noch 5 Sekunden – und so schicke ich die Maid seit ca. 10min durch einen (bestimmt einfachen) Parcour den ich nicht so recht verstehe oder auch nicht verstehen will da ich zu vorgerückter Zeit keine Lust habe, mich in die Denke eines vielleicht 30jährigen Level-Designers einzufühlen der das Spielgeschehen für seine unter 20jährigen Klientel geschaffen hat.

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