AAA Spieltitel unter Linux – mehr Enttäuschung als Lust

Auch der Linux-Admin zockt gerne.

Valve hat es mit seiner Steam Plattform und dem Linux-basierendem „SteamOS“ geschafft, dass viele Entwickler ihre Sachen gerne und sofort für mehrere Betriebssysteme (also Windows, Linux und MacOS) veröffentlichen.

Oder es werden hochwertige Titel nachträglich nach Linux portiert.

Und wenn ich mir so meine Sammlung anschaue, sind die Portierungen gut gelungen und auch Inhaltlich ein grosses Vergnügen. Borderlands, Northguard, Sid Meier’s Civilization, die Saints Row Serie, Half-Life, die Russische Metro Serie, The Witcher und natürlich das Tomb Raider Universum.

Daneben Perlen wie Kerbal Space Program, Oxygen Not Included, X Rebirth, X4, Shadow Warrior.

Aber ich habe in meiner Vergangenheit, wo Windows mein Hauptbetriebssystem war, gerne Fallout 3 etc.. gespielt – Titel, die aus verschiedenen Gründen wohl nie eine Portierung nach Linux erfahren werden.

Nun: Microsoft hat viel Schrott produziert aber eines hat der Konzern richtig gemacht: Es wurden vor über 20 Jahren alle Spielentwickler auf die Schnittstelle „DirectX“ eingeschworen (oder besser gesagt „eingeknüppelt“ – wer das Interface nicht nutzte, der bekam das „Certified by Microsoft“-Bapperl nicht).

Standardisierte Schnittstellen haben einen Vorteil: Man kann den Unterbau austauschen und nach seinen eigenen Vorstellungen umgestalten.

Das nutzt zB. das „Wine“ Projekt, indem es einem Windows-Spiel vorgaukelt dass es auf einem Windows-Betriebssytem läuft obwohl der Unterbau eine Linux Distribution (zb. Ubuntu) ist.

Die Firma Valve hat das mit ihrer Spielplattform „Steam“ zum Exzess getrieben: Dort ist der gesamte „Wine“ Unterbau äusserst komfortabel als „Proton Kompatibilitätschicht“ verfügbar,

Windows Spiel unter Linux installieren, in den Eigenschaften des Spiels nur sagen „Verwende folgendes ….“

Läuft. Meisstens schneller und mit weniger Abstürzen als das Orginalspiel unter Windows.

Naja, und dann halt als erstes „Metro Exodus“ installiert – da steht zwar eine Linux-Portierung an, aber bis die kommt usw.. ich wollte den Titel gerne spielen weil die beiden Vorläufer wirklich gut waren.

Das Spiel war „nett“, sehr überschwemmt mit endlosen Dialogen und langen Cutscenes die eine Geschichte erzählten aber nichts voranbrachten.

Sehr enttäuschend, genauso wie „Fallout 4“. Nette, weitverzweigte Story („Nett“ ist der kleine Bruder von „Scheisse“) und eine Spielwelt in der man sich gefühlt als 3 Meter breite Spielfigur durch 1 Meter breite Türen zwängen muss. Dazu eine Schusswaffenlogik mit der man selbst vom Gegner mit einer schwachen Pistole auch hinter einer Deckung zerfetzt wird – wärend eine selber abgeschossene Atombombe über dem Gegnerareal nicht den leisesten Kratzer oder gar Todesfall erzeugt.

Gut – Fallout 4 ist von 2015, aber irgendwie haben sich viele der hochgelobten „AAA“-Spiele kaum weiterentwickelt ausser dass es mehr hochauflösende Texturen und Dialogbäume gibt.

Da muss ich echt überlegen, ob ich nochmal 30 EUR für einen heruntergesetztes Super-Duper-Spiel ausgebe welches in der Presse hochbejubelt wurde.

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