Nix mit „Herr Doktor“

So nach paarundfünfzig Lebensjahren tendiere ich zu Ärzten. Also Medizinkundigen, wo auf der Visitenkarte steht „Manfred Mustermann, Arzt“ statt „Dr. Mustermann – Arzt“.

Ich habe ja auch 2 Jahre in meinem Studium abgekürzt: 4 Semester Vorlesungen besucht, festgestellt dass mir das Studium jeglichen Praxisbezug versaut hat und halt ohne akademischen Titel (dafür aber mit einem Jahr praxisnaher Schulung) direkt ins Berufsleben durchgestartet.

Denn wir haben etwas gemeinsam: Keiner von uns kann sich auf den Nimbus „Herr Doktor“ oder „Herr Diplom-Ingenieur“ berufen, wir müssen also näher am Kunden / Mandanten / Patient und vorallem besser sein.

Zudem der akademische Grad eigentlich „nur“ die Befähigung des Kandidaten zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten bescheinigt – ich habe nur selten einen Inhaber des akademischen Doktorgrades erlebt, der über das Studiums von Beipackzetteln jeglicher Coleur (Sicherheitsdatenblätter, Installations- und Arbeitsanweisungen) hinaus eine wissenschaftliche Arbeit geleistet hat.

Und wenn ich mal so einen Wissenschaftler erwische, dann bekommt der natürlich von mir die Anrede „Herr Doktor“ – und bekomme oft die Antwort „Herr/Frau Mustermann reicht, der Mensch fängt bekanntlich nicht beim Akademiker an“

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