Meinungsumfragen

Ich bin in paar Umfragen-Panels ein Teil der Stichprobe aus der Bevölkerung.

Bei den Online-Umfragen merkt man schon, ob da Vollidioten einen Fragebogen aufgesetzt haben der ein wertloses Ergebnis bringt oder ob man sich in Form einer Fragebogenkonferenz ernsthaft Gedanken darüber gemacht hat wie man den Auskunftswilligen möglichst spannend durchlotst.

Hier mal ein Beispiel wo keiner ernsthaft über die Antworten nachgedacht hat

Ich konnte da nur sagen „weiß nicht“, denn wir sind in der Familie aus dem Alter heraus, sich gegenseitig mit Junk zu bewerfen.

Da fehlt also klar die Antwort „Keine Geschenke geplant“ – und weil es die nicht gibt, wurde ich konsequent auf mehreren Folgeseiten danach befragt, welche Art von Geschenken ich Online oder im Laden kaufen werde.

Befragung abgebrochen.

Das war noch ein harmloses Beispiel eines misslungenen Fragebogens.

Viel schlimmer sind Surveys, die ein Textfeld mit „Welche Marken kennen Sie“ anbieten – mit Blick auf den Whiskey und das Bier auf dem Schreibtisch ist die Perspektive abends schon recht eingeschränkt. Dafür kommen dann auf der Folgeseite der Umfrage gefühlte 1000 Logos von Marken wo man ankreuzen darf welche man kennt.

Naja, mit paarundfuffzigjahren kennt man sie alle und kreuze sie an. Es macht aber keinen Sinn, hier überhaupt was zu machen denn in der Regel haben solche Umfragen nur 2 Ausgänge:

  1. Man wird über alle „diese Marke habe ich schonmal gesehen“-Antwort in eine schier endlose Fragebogenschleife geschickt wo man für jedes Produkt ca. 3-12 Fragen der Sorte „Ist vertrauenserweckend“, „Ist innovativ“, „Verschafft mir Wohlgefühl“ und so einen Scheisss anklicken muss. Habe da ein Script programmiert, was solche Standard-Fragebögen erstellt mit den Standard-Tools „Standardisiert-Randomisiert“ beantwortet damit die Pseudo-Demoskopen wenigstens einen vollständig ausgefüllten Fragebogen haben.
  2. Die andere Variante ist, dass man eine bestimmte Marke nicht kennt aber trotzdem penetrant auf die Wirkung der einem unbekannten Marke abgefragt wird.

Meine persönliche Studie sagt, dass mindestens 80% der Umfragen so angelegt sind dass bewusst extrem abartige Daten erzeugt werden aus denen die Statistiker das für den Auftraggeber gewünschte Ergebnis herausziehen können.

Wobei auch: Studien haben ergeben, dass 80% der Studien völliger Bockmist sind.

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