Energieautarkie

Irgendwo im letzten Bürgermeisterwahlkampf habe ich eine Pressemitteilung der lokalen Grünen gelesen in dem die Energieautarkie Nidderaus bis 2025 (oder 2030? Egal…) gefordert wird.

„Energieautarkie“ bedeutet erstmal, das eine Region nicht mehr abhängig von externen Energielieferanten ist.

Damit ist mein Baustellenradio genauso „Energieautark“ wie meine Taschenlampe – zumindest bis die Batterie leer ist.

Island zB. ist der erste und einzige Staat, der komplett Energieautark ist – dank Geothermaler Quellen, riesigen Wasserkraftwerken, geringer Bevölkerung und gigantischen Investitionen.

Güssing (Österreich, Burgenland) war mal dank nachhaltigen Kraftwerken und fetten Fördergeldern der EU ab 2005 Energieautark und Energieexporteur – war, denn das Konstrukt war alleine nicht Überlebensfähig und musste ab 2013 stückchenweise in Konkurs gehen.

Aber es gibt ja nicht nur die „Starke Autarkie“ sondern die „Bilanzielle Autarkie“ und die funktioniert etwa so:

Mein Nachbar Willi ist Lebenskünstler und Vorsitzender der lokalen Grünen. Hundeliebhaber, Vegetarier und Maler und wenn er Geld braucht, dann nimmt er nur 100% Ökojobs an. Also sowas wie Feldhamsterzählung, Bäume pflanzen oder bezahlter Statist auf irgendwelchen Demos gegen Atom- oder Kohlejraft.

Wenn nach Zahlung der bescheidenen Miete, Monatsticket des ÖPNV und Befüllung des Kühlschranks etwas Geld übrig bleibt, dann kauft er seiner Freundin Brigitte leckere Pfadfinderkekse „um der Gesellschaft etwas zurückzugeben„.

Es gibt natürlich auch Zeiten, wo bei seinem Geschäftsmodell absolute Flaute herrscht.

Dann leiht er sich Geld bei seinem Kumpel François. Der Verdient sein Geld mit der Verklappung von radioaktivem Müll auf den Parzellen seines Kleingartenvereins wo er der Vorstand ist und manchmal leiht er sich auch Geld bei Willi.

Nachbar Willi hat damit kein Problem, schmutziges Geld zu nehmen denn er spendet ja viel an die Pfadfinder und hat Francois auch schonmal was geliehen.

Und wenn der dem Willi kein Geld leihen kann, dann fragt er halt bei Wojciech nach – der verbrennt heimlich Autoreifen und giftigen Sondermüll – auch schmutziges Geld, aber was will man machen und vorallem hat der Willi dem Wojciech auch mal paar Pfennige geliehen.

Am Jahresende streichelt unser Willi seinen Schäferhund, trinkt einen rein veganen und alkoholfreien Vodka und verkündet lautstark, dass es ihm auch dieses Jahr gelungen ist nur mit 100% Ökologischer Arbeit seinen Kühlschrank zu füllen.

Das nennt man „Bilianzielle Energieautarkie“ und ist eine Totalverarschung der Klientel.

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