Spass mit der ING

Es begab sich zu einer Zeit (so um das Jahr 1995) als ich durch paar lukrative Jobs etwas Geld überhatte und ein Unternehmen namens „Allgemeine Deutsche Direktbank AG“ (DiBa) kostenloses Banking per Internet oder Telefon und ein Tagesgeldkonto 4,5% ab einer gewissen Einlage anbot. Da konnte meine lokale Bank nicht mithalten, also die Überschüsse dort angelegt.

Und dann kam der Internethype und dazu paar Aktien meiner bevorzugten Lieferanten und Provider ins Depot.

Und dann kam der Dotcom-Tod Anfang 2000, ich bin noch gut herausgekommen – bis auf ein kleines Aktienpaket meines Domainverkäufers, das recht schnell als Pennystock herumdümpelte. Tut nicht weh, vielleicht berappelt sich das mal wieder – dachte ich damals.

Blöde nur, wenn die zugehörige Aktiengesellschaft bzw. der Mantel und damit die Aktien binnen kürzester Zeit verkauft, migriert, konsolidiert, verkauft, umbenannt usw. werden – das wird später noch wichtig.

Jetzt hat die ING-Bank (vormals DiBa, dann ING-DiBa) eine Nachricht gesendet, dass ich die neuen AGBs anerkennen soll – gute Gelegenheit, jetzt den Kram aufzulösen.


Internetbankinghölle

Internet-Banking allgemein ist recht kompliziert geworden (zumindest das Login), daher mache ich alles über Moneyplex und HBCI-Karte bei meiner Hausbank, die ING dort zu integrieren war nie Notwending weil das ein totes Konto war.

Wieder auf mein Konto bei der ING zugreifen zu können – darüber könnte ich ein Lustspiel schreiben.

Erstmal mussten die Altakten durchforstet werden: benötigt wird eine TAN-Liste und es musste ein vergilbter Zettel von 2002 aufgefunden werden auf dem meine Telebanking-PIN steht.

Damit erstmal auf der Webseite einloggen und legitimieren. Danach eine App aufs Smartphone laden, eine Mobile-PIN generieren und zusammen mit einer TAN legitimieren – nach 1h funktionierte das.

Jetzt ist das mit dem Login auf die Webseite mit dem Banking ganz einfach: Ich surfe aufs Onlinebanking, gebe dort die Zugangsnummer ein (Stammkontonummer), dann die selbstgewählte Inetnetbanking-PIN, dann fragt mich die Seite nach 2 Stellen aus meinem 6stelligen Schlüssel und ich bin eingeloggt – fast.

Denn nun muss ich auf dem Smartphone die ING-App öffnen, mich dort mit meiner Mobilen PIN legitimieren, mit dem Finger die Anzeige nach unten ziehen, dann auf „Legitimieren drücken“ und dann wird die Sitzung am Computer endlich freigegeben.

Nennt sich Zwei-Faktor-Authentisierung.

Wenn ich Banking auf dem kleinen Display meines Smartphones machen will (gleiche Funktionen – nur kleinere Schrift und fuddelige Tastatur) reicht die Eingabe meiner Mobile-PIN. Hm…

Es ist übrigens schnelles Arbeiten angesagt: nach 5min ohne Aktion ist man wieder ausgeloggt.


Fast geschafft – oder doch nicht?

Sodele – ich bin drin! und es war nicht einfach.

Jetzt noch paar Klicks und das Konto ist weg, das Restguthaben auf mein Konto der Volksbank umgebucht.

Denkste.

Die Löschung ist nicht möglich. Für Ihr Direkt-Depot besteht noch ein Bestand. Bitte verkaufen Sie ihren Bestand hier.

Verkaufen wir einfach.

Ein Handel des ausgewählten Wertpapiers ist an den bei der ING-DiBa AG zulässigen Handelsplätzen nicht möglich.

Logisch weil Penny-Stock. Also buchen wir den Schrott einfach wertlos aus.

In ihrem Depot befinden sich derzeit keine Wertpapiere, für die eine wertlose Ausbuchung möglich ist.

Das ist mit viel Gedankenakrobatik nachvollziehbar: Automatisch Ausbuchen geht, wenn keine aktuellen Bewertungskurse vorliegen – die sind aber da, weil die VEH das Papier seit 2018 wieder handelt. Ich könnte dort ein Konto eröffnen, die Aktien dorthin buchen lassen und verkaufen was nach Abzug aller Kosten (incl. Freizeitverlust) eher ein negatives Saldo ergibt.


Telefonsupporthölle

Aber früher war die DiBa bekannt für ihren tollen Telefonsupport – die ING-DiBa weniger und die ING … naja, totaler Schrott.

Anruf Hotline, Kundenberater, 30min Wartezeit. Der hat mir eine andere Telefonnummer für die Kollegen vom Wertpapier gegeben. Interessanterweise landete ich dort im gleichen Telefonmenue – nur dass die „7 Wertpapiere“ fehlte.

Also wieder die Hotline, Wertpapiere, 15min Warteschleife. Gelangweilte junge Dame, kaugummikauend Schmatzend (vielleicht hat sie sogar noch wärend des Telefonats gelangweilt ihre Fingernägel lackiert) leiert mir den Hilfetext der Webseite entgegen – der ja (siehe oben) nicht sonderlich hilfreich ist.

Ich habe mich dann mit ihr (incl. komplett neu einloggenzweifaktorauthorisierung kampfmitdemsmartphone, fehleraufderwebseite …..) noch mal Schritt für Schritt durchgehangelt und die oben genannte letzte Meldung vorgelesen.

Ja, dann klicken Sie dort und hier und sie können dann darüber uns eine Nachricht schreiben dann bearbeitet das die Fachabteilung„.

Gesagt, getan und 2 Tage später kam eine Antwort.

Flach- statt Fachabteilung

Die Antwort? Zwei Druckseiten mit mehr oder weniger dem Hilfetext der Webseite.

Wenn das die Fachabteilung war, möchte ich mit dem Laden wirklich nichts mehr zu tun haben.

Zur Vorsicht nochmal alles genau gemäss dieser Anleitung abgearbeitet und die Ergebnisse mit Screenshots dokumentiert.

Jetzt verkehren wir wieder ganz altmodusch per Brief, denn aus der Erfahrung heraus wird eine E-Mail nur bis zur zweiten Zeile gelesen und Attachments mit der Dokumentation ignoriert.

Fickt euch, echt mal…

PS: Im elektronischen Postfach gab es dann eine Mitteilung „Viellen Dank, dass sie unsere neuen AGBs akzeptiert haben“

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