„Neue Mitte Nidderau“ Boykott

Die „Neue Mitte“ ist anscheinend dieser helle Betonstreifen ganz am linken Rand des Fotos

In der Projektbeschreibung der „Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH“ (kurz HBB) zur „Neue Mitte Nidderau“ findet sich ein bemerkenswerter Satz in der Einleitung:

„Die Stadt Nidderau […] ist ein Zusammenschluss mehrer kleinerer Ortschafte ohne identitätsstiftende Mitte. Mit dem Nidder Forum […] wurde dieses städtebauliche Defizit entgültig behoben.“

Prospekt der HBB

Gemäss der Duden-Redaktion ist „identitätsstiftend“ so geartet, dass „eine Identität bewirkt, geschaffen wird„.

Zu „Identität“ schreibt Wikipedia vieles und zitiert auch namhafte Autoren, aber wie ein auf fruchtbaren Ackerboden hingerotzter Parkplatz mit angeschlossenen Einzelhandelsflächen ein „Identitätsstifter“ sein soll, bleibt mir verborgen.

Zumal dieses „Nidder Forum“ eine Totgeburt wie aus dem Lehrbuch ist:

  • Erst wird grosszügige Verkehrsinfrastuktur gebaut um die Kunden anzulocken.
  • Dann wird aus Gründen des Umwelt-, Fußgänger-, Sonstwas-Schutz der Zugang wieder erschwert.

Mein Weg von der Höhenstrasse bis zum REWE:

  1. Holperstrecke Ostheimer Strasse, Freiligrathring, Rathenauring bis zur Ampel. Blitzer und verwirrende Temposchilder führen dazu, dass die meissten eh nur mit 30km/h über die Strecke kriechen.
  2. Dann über die Konrad-Adenauer-Allee ab „Willi Salzman Halle“ wieder mit Tempo 30km/h über paar Kreisel und verengter Fahrbahn (denn links und rechts sind grosszügige Fahrradwege eingezeichnet, die keiner nutzt – aber zu beachten sind) weiterfahren.

Auf dem Parkplatz (der wohl unsere „Neue Mitte“ darstellen soll) habe ich es dann mit verschiedenen Deppen zu tun:

  • Ich kann mir ein Haus in der „Neue Mitte“ leisten und einen SUV dazu! Dummerweise kann ich dieses riesige Auto nicht bedienen und belege vorsichtshalber 2 Parkplätze.
  • Da sind keine Richtungspfeile auf dem Boden und „Rechts vor Links“ verstehe ich nicht. Da ich sowieso im Recht bin, fahre ich wie ich mir eine Ordnung hier vorstelle.

Wenn dann aus Autofahrern wieder Fußgänger werden, mutieren schlichtweg dumme Autofahrer zu dummen Fußgängern und zu dummen Kunden:

  • Strasse freihalten für den fließenden Verkehr und auf ein/ausparkende Autos (die von Natur aus ein eingeschränktes Sichtfeld haben) zu achten, ist den meissten Fremd.
  • Mitten auf der „Straße“ den Fußmarsch anzuhalten und mit dem Partner ausgiebigst den Einkaufszettel zu diskutieren ist dort in unserer „identitätstiftenden Mitte“ eher die Regel als die Ausnahme.
  • Statt von den entlegenen und überfüllten Einkaufswagenstationen einfach eine Karre mitzunehmen und bis zum REWE zu rollen zankt man sich vor dem Eingang lieber um den letzten verfügbaren Wagen und …
  • Statt den eigenen Einkaufwagen in Tragetaschen umzufüllen, den Wagen an einer leeren Station einzukoppeln wird er bis zum eigenen Automobil gerollt und dann an einer überfüllten Station (dh. Wagen reichen bis zur Hälfte der Fahrbahn) eingeklinkt.

Mir ist es auch ein Rätsel, warum irgendjemand den Getränkemarkt vom REWE besucht statt einfach beim Getränke Euler zwischen Windecken und Ostheim sein Leergut mit paar Schritten abstellt, eine Quittung bekommt und sein Lager nachfüllt. Die Kassen beim REWE-Getränkemarkt sind eher schwach besetzt und wenn da ein Rentner kommt, der gleichzeitig noch seinen Lotterieschein abgeben möchte und bevorzugte Behandlung einfordert bricht das Chaos aus.

Kluge Stadtplaner postieren solche Gewerbe/Einkaufszentren einfach ausserhalb ihrer „Kernstadt“ (wie zB. in Bruchköbel geschehen), statt eine „Neue Mitte“ zu erzwingen.

Von der „Neue Mitte“ gestresst, kaufen wir mittlerweile beim nächstgelegenen NORMA-Markt (auch Fußläufig zu erreichen – wenn denn meine Bandscheibe mitmachen würde), beim Getränke-Euler und Drogerie-Artikel im Gewerbegebiet Bruchköbel ein – welches nie den Anspruch einer „Neue Mitte Bruchköbels“ erhoben hat.

….

Das Schlimme ist: gute Freunde meinen, dass ich mit meinen Ideen in die Lokalpolitik gehen sollte.

Das Gute ist: den Versuch hat mein Vater schon gemacht, er ist gescheitert und ich habe daraus gelernt, dass ich das (zumindest in Nidderau) nicht auch noch versuchen werde.

Ist halt ein kleiner, doofer Haufen hier in der Politik der „modernen“ Methoden folgt ohne gewisse Traditionen einzuhalten – um sich dann zu beschweren, dass das Gefüge zerfällt.

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Weihnachten fällt schon wieder aus …

(c) Oli Hilbring http://www.oli-hilbring.de/
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„Für diese Jahreszeit zu warm …“

Wer es kälter möchte – gerne, ich hab 50l Benzin, 50l Diesel, Notstromaggregat und 40l Heizpetroleum auf Vorrat.

Unsere „Wir wollen Schnee!“-Fraktion ist vermutlich die erste, die dabei draufgeht.

„Mögen sich alle eure Wünsche erfüllen und durch Hermes ausgeliefert werden!“

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Admin an Weihnachten…

Nichts los. Keine Anrufe, keine Fehlermeldungen – die Kunden sind im Inventur- und Jahresendstress.

Da war doch der schon lange gehegte Wunsch mal auf eine gescheite Telefonanlage zu wechseln. 10 habe ich über die letzten 3 Monate ausprobiert, alle hatten sie so ihre Tücken. Entweder kein zeitgemässes Webfrontend oder konnte seine Herkunft aus einer alten Programmierung für ISDN nicht verleugnen oder das Lizenzmodell war unpassend für mich (denn viele Hersteller richten sich nach Nebenstellen und SiP-Accounts, das wird bei meinen 5 DECT-Stationen und 3 Smartphone sehr schnell sehr teuer).

Hängen geblieben bin ich bei 3cx, die haben eine aktive Community wo sich in den Foren auch Mitarbeiter von Systemhäusern aktiv sind sowie Unmengen von Hilfeseiten für unterstützte Geräte. Wenn man irgendeine Frage hat, bekommt man die Antwort fast immer auf einer der 3cx Seiten statt irgendwo im Netz.

Und der VoIP-Server wird nach Anzahl gleichzeitiger Gespräche lizensiert, für meine maximal 3 Stück gibt es eine abgespeckte Version die eigentlich alles kann was ich benötige.

Und dann will auch mal der Datenknecht im Keller ein Softwareupdate haben… Upps.. Debian 7 auf Debian 10 – für Linux kein Problem.

Administrator ist ein altes Cherokee-Wort für „Idiot schauen auf sich bewegenden Balken

Auf den Rechner kann ich dann auch die VM mit der Telefonanlage laufen, die braucht nur 512MB RAM und wenig Plattenplatz.

Und da wäre noch der Datafeed für flightradar24.com zu flicken, da ist die Mini-Disk vom Raspberry kaputt gegangen. Eigentlich keine Aktion, aber man braucht halt mal paar Minuten am Stück und Konzentration.

Meine erste Petromax zickt seit neuestem herum, also ist da auch eine Generalüberholung fällig. Bleidichtungen sowie Glühsocken hab ich auch nicht mehr viele, Zeit für Nachschub.

Und meine Bundeswehr Petromax von 1962 will endlich auch zuende restauriert werden.

Sehe eben, dass neben der Kaffeemaschine noch die SSD-Rahmen für den Server liegen – der wartet auch schon seit 8 Monaten darauf, neue Platten zu bekommen und ins Rechenzentrum gebracht zu werden.

Mal sehen, ob ich das alles noch in diesem Jahrzehnt hinbekomme 🙂

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Weihnachtsdüfte

Interessant am Leben in der irrealen Welt des Jahres 2019 finde ich immer wieder, dass Öko-Trottel WeltverbessereridiotenUmweltschützer“ ihre Mitmenschen mit eindeutigen „Funding-Bias“ Studien belästigen.

„Funding-Bias Studies“ sind Studien oder Forschungen zu einem Thema, wo es einen Sponsor als Geldgeber gibt und man sich (angeblich) als „Gesponsorter“ verpflichtet fühlt, ein Ergebnis nach den wahrscheinlichen Wünschen des Auftraggebers zu liefern.

Die Zwickmühle liegt in der Interpretation der Daten, ist also ein Problem der Statistik. Denn wenn die Datenlage nicht wirklich eindeutig ist („Im Winter ist es kälter als im Sommer“) sondern sich das Ergebnis in einem Datenwust versteckt kann man alles „so“ oder „anders“ interpretieren (siehe auch „Unstatistik des Monats„).

Leider gibt es gerade in Deutschland bei der Interpretation von Studien (die unter Umständen „Sponsor-Orientiert“ sind) und insbesondere in der Presse und der öffentlichen Wahrnehmung ein spiegelbildliches Problem…

Bezahlt Monsanto eine Studie zur Ungefährlichkeit von Glyphosat, dann ist das in Deutschland eindeutig eine „Bezahlte Studie“ und das Ergebnis eine komplette Lüge.

Umgekehrt allerdings: Eine von Greenpeace (oder anderen selbsternannten „Menschen- und Umweltschützern“ läuft in der Presse und Öffentlichkeit als die reine Wahrheit durch ohne dass da jemand laut ruft „Bezahlte Studie – Manipulierte Studie

(Wer mehr über die „Gefährlichkeit“ von Gylphosat wissen möchte, schaut einfach auf Wikipedia in den Artikel und beachtet besonders den Teilbereich „Formulierungen und Beistoffe“ – denn hier wird erklärt, dass „Glyphosat“ nicht „Roundup“ ist und dass die Formulierung des verkaufsfertigen Produktes das eigentliche Risiko ist)

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Da sich weder Greepeace noch BUND und sonstige Aktivisten – ansonsten immer tief besorgt um die Gesundheit der Menschheit – um die weihnachtlichen Schadstoffe bemühen, tue ich es mal.

  • Zu Weihnachten gehört unbedingt Nelkenduft. Das ist Eugenol, wird in der Volksmedizin gerne verwendet weil es „natürlich“ ist – leider aber real stark zytotoxisch und gentoxisch.
  • Der Duft von Myrre ist auch sehr beliebt. Das ist überwiegend Furanoeudesma-1,3-dien und hat verschiedene Wirkungen – hier warte ich auf eine Greenpeace-Studie die bestimmt was findet (schliesslich kann Furanoeudesma bei diesem Namen nur was ganz schlimmes sein was in den Laboren der bösen Kontzerne zur Weltbeherrschung entstanden ist)
  • Zimt darf natürlich nicht fehlen. Zimtaldehyd (oder genauer 3-Phenyl-2-propenal) ist Allergieauslösend (sieht man so nicht direkt in Wikipedia, versteckt sich hinter der GHS-Gefahrstoffkennzeichnung)
  • Oh Tannenbaum, oh Tannenduft … Besteht aus Bornylacetat, α-Pinen und β-Pinen. Wärend Bornylacetat im Tierversuch Leber- und Nieren schädigt (interessiert aber anscheinend keinen) sind *-Pinene eindeutig extrem giftig.
  • Auch die frischen Düfte des Tannenbaums sind überwiegend Limonen, ebenfalls höchst gefährlich.

Nun – interessiert keinen weil sich Greenpeace et. al. nicht dafür interessieren.

Vermutlich, weil die Konzentrationen dieser Giftstoffe in der Wohnung viel zu gering sind um Schaden am Menschen zu erzeugen.

Würden die „Umwelt- und Menschenschützer“ bei anderen Stoffen ähnlich relaxed sein bzw. unsere Medien solche Meldungen einfach in den Papierkorb werfen …

Deutschland wäre wesentlich entspannter

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Die „Neue Mitte“ von Nidderau

Oder „Nun wächst zusammen, was nicht zusammen passt“

In den 1970er Jahren wurden Kommunen angeregt (oder besser gesagt: gezwungen) , sich vom Dorf zu einem grösseren Gemeinwesen zusammenzuschliesen.In den 1970er Jahren wurden Kommunen angeregt (oder besser gesagt: gezwungen) , sich vom Dorf zu einem grösseren Gemeinwesen zusammenzuschliesen.

Bei uns wurde ein ungewöhnlicher Schritt gewagt: Windecken (Kreis Hanau, protestantisch) und Heldenbergen (Kreis Friedberg, Katholisch) schlossen sich zur „Stadt Nidderau“ zusammen.

Der Bürgermeister von Heldenbergen (Bauingenieur Bernd Reuter) wurde erster Stadrat, der Windecker Bürgermeister Willi Salzmann (Verwaltungsbeamter) wurde neuer Bürgermeister von Nidderau.

Eichen kam später als dritter Stadteil dazu, Erbstadt „im tiefen Tal ganz weit aussen“ schloss sich als immerwärendes „5tes Rad“ der neuen Stadt an (obwohl die geographisch – wenn auch nicht finanziell eher in die Richtung Bönstadt gehören).

Ostheim wurde „Zwangseingemeindet“, eine Schmäh unter der gerade die älteren Bewohner den Nidderauern bis heute nicht verzeihen denn Ostheim war mal wohlhabender als die anderen 4 Stadtteile.

Das lief ganz gut: vorallem das Gelände zwischen Windecken und Heldenbergen wurde gemächlich von beiden Seiten aus aufgebaut, kleinere Neubaugebiete spülten soviele Neubürger rein wie die Community sie integrieren konnte.

Naja, nicht ganz: bei den Neubauten waren auch einige Gaststätten dabei die sich bis heute kaum etablieren können und ständig Inhaber, Angebot und Speisekarte wechseln und daher (meine Meinung) eher als „Institut für Geldwäsche“ zu sehen sind.

Und dann kam endlich die Umgehungsstrasse um Windecken und Heldenbergen herum.

Kaum hatten die Vermessungsingenieure die Strecke abgesteckt, wurde der Raum linksseitig der B45 zwischen Windecken und Heldenbergen als Baugebiet incl. einem Karree mit grösseren Ladengeschäften verplant.

Wir haben dort „in dieser neuen Mitte“ einen riesigen Parkplatz umgeben vom „Ankermieter“ REWE mit Fleischtheke, Getränkemarkt, Frischgemüse etc. sowie einem Optiker, 3 Klamottenläden, einer Drogerie und irgendwo noch eine Bankfiliale sowie 3 gastronomische Angebote.

3 lokale Traditionsmetzger haben danach den Bettel hingeschmissen.

Aktuell läuft das in der „Neuen Mitte“ ungefähr so ab:Aktuell läuft das in der „Neuen Mitte“ ungefähr so ab:

Wohlhabende Akademikerfrauen von „um die Ecke“ (die Preise im Baugebiet „neue Mitte“ sind attraktiv fürs gehobene Stadtvolk), vermutlich „Grün“ wählend sind mit ihren riesigen SUV-Schlachtschiffen auf dem oben genannten Parkplatz völlig überfordert weil es keine großen, weisse Pfeile auf dem Boden gibt die ihnen die Richtung weisen.

„Rechts vor Links“, „Verständige Dich mit anderen Verkehrsteilnehmern“ und „Fahre so, dass Du keinen anderen in Gefahr bringst“ (ich zitiere hier nur die Strassenverkehrsordnung) sind diesen Mitbürgern unbekannt – zu Dumm sich sicher auf der Strasse zu bewegen.

Und kaum sind sie ausgestiegen, verwandeln *SIE* sich von dummen Autofahrern in dumme Fussgänger.

Heute wieder gehabt: Rentner-Schlachtschiff (Hauptsache Mercedes) mit viel Gejuckele in die Parkbucht geschafft.

Ausgestiegen – und statt zügig die Fahrbahn zu überqueren bleiben die einfach mittendrin stehen und diskutieren den Einkaufszettel. Vom Auto-Deppen zum Fussgänger-Deppen.

Und da Nidderau eine ganz tolle Umweltbewusste Stadt mit besonderer Rücksicht auf die Radfahrer werden soll, haben sich unsere Strategen was besonderes einfallen lassen:

Zwischen Windecken und Heldenbergen gibt es seit langer Zeit auf einem Damm gegen das Nidderhochwasser ein Fuß- und Radweg (also rechter Hand der B45 hinter den Besiedlungsgebieten).

Dann gibt es einen Rad- und Fussweg beiderseits der B45.

Und nachdem die Umgehungsstrasse fertig ist, wurde auf der B45-Alt nochmal links und rechts ein Radfahrweg auf die Strasse gepinselt. Da diese Konstruktion sehr Unfallträchtig ist, haben wir nun Tempo 30 auf der gesamten Strecke mit dem Ergebnis, dass selbst in den Randzeiten der Verkehr eher stockend vorankommt.

Um mir das Einkaufs-Leben zu vereinfachen, habe ich folgende Strategie ermittelt:

  1. Ich ignoriere die „Neue Mitte“ weitestgehend und kaufe um NORMA um die Ecke ein.
  2. Wenn ich schon da bin, fahre ich noch nach Ostheim zum Metzger.
  3. Für Drogerieartikel fahre ich ins Gewerbegebiet vor den Toren Bruchköbels (da bin ich ökonomisch und ökologisch besser dabei).

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Zu viel Behütung

Ich musste heute nochmal kurz nach Hanau zum Arzt.

Das ist im Normalfall kein Problem – hinfahren, vor der Tür im Parkverbot das Auto hinstellen, in die Praxis rein und im Idealfall nach 5min wieder draussen sein.

Hinfahrt: Scheibe schmutzig, also kurz den Hebel betätigt.

Weil der Seat Ateca Halogenscheinwerfer hat, werden nach dem Besprühen der Scheibe auch kurz die Scheinwerfer mit Waschwasser versorgt.

*PINGGGG* Im Display erscheint die Meldung „Scheibenwaschanlage nachfüllen„.

Kurz darauf wieder *PINGGGG* – gleiche Meldung. 1x pro Minute bis ich endlich am Parkhaus war. Also bei einem „bedrohlichen“ Schaden am Auto kann ich 1x pro Minute noch verstehen – aber hier war doch nur der f*cking Behälter für die gelegentlich genutzte Scheibenwaschanlage leer.

Im engen Parkhaus „Nürnberger Straße“ (Geplant und gebaut, als die Autos noch den Umfang eines kleinen Fiat Nuova 500 hatten) hat mein kleiner Panzer schon etwas Probleme.

Dauernd kommt das Piepen der Abstandssensoren, mitten in einer Engstelle weist mich der Bordcomputer mit *PINGGGG* auf fehlendes Waschwasser hin und als dann noch das (eigentlich nicht genutzte Navi) alle Displays mit der Warnmeldung „Achtung Falschfahrer auf der Autobahn zwischen Vorderrüben und Hintertupfingen“ überdeckte habe ich die Biege nicht geschafft und habe die parallel verlaufende Abfahrt als Auffahrt genutzt und damit auf der nächsten Ebene das finale Chaos beim Krampfadergeschwader ausgelöst.

Greisinnen, deren Goldschmuck proportional zur Fahrzeuggrösse und auch proportional zu ihrer Unfähigkkeit zur effektiven Lenkung ihrer Monstren ist, würgen ob der Situation reihenweise ihre Motoren ab, fuhren vorwärts statt rückwärts usw.

Ich habe mir jedenfalls für die Vorweihnachtszeit 2020 im Kalender eingetragen, dass ich alle wichtigen Erledigungen (Ärzte, Medikamente etc.) schon in der ersten Dezemberwoche abhandele.

Nämlich ehe die ganzen „Enkelwahnsinnigen mobilen Alten“ Hanau unsicher machen.

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Amazon: Unheimliche Begegnung der dritten Art

Ich brauchte dringend ein neues externes DVD Laufwerk, aber mir fehlte im November einfach die Zeit mal in den Medienmärkten eine ausgedehnte Shoppingtour zu machen.

Also Amazon, noch paar andere Verbrauchsmaterialien wie Kabel, Maus, Tastatur in den Warenkorb gelegt und ab geht die Post.

Schon am nächsten Tag die freudige Meldung „Ihr Paket wurde DHL elektronisch avisiert und wir warten auf den Eingang des Pakets“.

1 Tag, 3 Tage, 5 Tage, 10 Tage, 14 Tage – nichts passierte.

Mittlerweile war die Amazon-Abrechnung auf der Kreditkarte und natürlich wurde das DVD-Laufwerk belastet.

Was macht man da? Rücksendung geht nicht weil ja nichts vorhanden ist.

Die 20 EUR für das Gerät hab ich schon innerlich als „AO Aufwand“ abgeschrieben (oder was die beste Buchhalterin von allen daraus macht).

Aber man muss natürlich auch eine solche Buchung dokumentieren, also ohne Hoffnung auf eine qualifizierte Antwort („My Name is Benny, I come from India, wats ior problem?“) mal Amazon angeschrieben und das Problem geschildert.

5 Minuten später ein Anruf, bei der 09xxxx Vorwahl hab ich erst gemeint das wäre der Rückruf aus dem Telefonnummern-Dickicht meines dortigen Kunden und es meldete sich mit einem dezent Bayrischen Dialekt klar und verständlich …

Guten Tag Herr Hohmann, Amazon Deutschland, mein Name ist $Vorname $Nachname. Ich rufe an wegen ihrer Frage. Habe ich das richtig verstanden, dass Sie die Ware nie bekommen haben aber ihrer Kreditkarten bereits belastet wurde?

Ich bejahte, wies darauf hin dass ich bereits einen Ersatz bestellt habe der morgen geliefert wird.

Das wäre meine nächste Frage gewesen ob Sie Ersatz oder eine Gutschrift möchten. In diesem Fall veranlasse ich eine Gutschrift, die sie spätestens Morgen in der Bestellhistorie zu diesem Vorgang herunterladen können.

Noch bisslerl höfliches Gerede und der Fall war nach 4m30s abgeschlossen.

Wow… Hätte ich so von Amazon nicht gedacht.

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Kurzkritik: „Shadow of the Tomb Raider“

Ich spiele die „Tomb Raider„-Serie seit 1996 (also immerhin 23 Jahre), mein damaliger Arbeitgeber hat mir sogar eine „3dfx Voodoo“ für den damals stolzen Preis von 399 EUR (brutto incl. Versand) spendiert damit ich das Spiel noch besser aussieht und ich bei der Stange bleibe.

Nach dem Umzug von Windows nach OS/2 und später auf Linux habe ich die Serie etwas aus den Augen verloren, aber da die alten Spiele nochmal vom Hersteller in „modern“ aufgelegt wurden kam man auf die Idee, den Kram nach macOS und Linux zu portieren und dank Feral Interactive klappt das auch vorzüglich.

Vor paar Tagen kam die Linux-Portierung von „Shadow of the Tomb Raider“ heraus (für Windows immerhin schon seit September 2018 verfügbar), Steam hatte nichts besseres zu tun als die Verkäufe des Produkts (also die Windows Edition) anzukurbeln und so habe ich die Linux Variante heute mit allen DLCs für weniger als 25 EUR abgreifen können.

Nun – der dritte Teil von „Lara Reloaded“ ist (ordentlicher Rechner und schwere Grafikkarte vorausgesetzt) optisch gut gelungen und die Story lässt sich auch gut an.

Nur die Charakterisierung unserer Heldin lässt (wie immer seit sie „sprechen“ kann) lässt zu wünschen übrig: da erforscht eine ca. 25-30jährige Tusse gefährliche Gegenden, ist kampferprobt und überlebt sogar Flugzeugabstürze.

Gemäss Storyline ist sie auch sehr erfahren darin, was alte Artefakte so mit sich bringen.

Also im ersten Indiana Jones Film von 1983 versucht der Protagonist noch das Gewicht eines Artefakts beim Austausch durch ein Sandsäcken auszugleichen. Das nenne ich mal „ernsthaft“.

Unsere Heldin „Lara Croft“ stürzt sich schon in den ersten Spielminuten wie eine 6jährige auf eine Tüte Pommes, löst dabei eine Bombe aus und muss fliehen. Dann greift sie sich später „mal eben“ einen alten Dolch aus der antiken Fassung und löst damit den Untergang der Welt aus (obwohl sie wissen müsste, was da passiert)

Man kann eine Story mit sowas vorantreiben, man kann aber auch die Erzählung im Einklang mit dem Vergangenem besser erzählen.

Naja, Hirn abschalten und weiterzocken.

PS: wenigstens wurde das Laden von Spielständen seit dem Vorgänger überarbeitet – statt 40 Sekunden dauert es nur noch 5 Sekunden – und so schicke ich die Maid seit ca. 10min durch einen (bestimmt einfachen) Parcour den ich nicht so recht verstehe oder auch nicht verstehen will da ich zu vorgerückter Zeit keine Lust habe, mich in die Denke eines vielleicht 30jährigen Level-Designers einzufühlen der das Spielgeschehen für seine unter 20jährigen Klientel geschaffen hat.

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„Kostenfrei“

there ain’t no such thing as a free lunch

Robert A. Heinlein in „Der Mond ist eine herbe Geliebte“, abgekürzt auch als TANSTAAFL bekannt.

Ich hatte letzte Woche ein Problem: bei einem Kunden wurde die Tricoma Warenwirtschaft installiert und die wollte nicht mit dem lokalen Tobit David3 Mailserver reden.

Tricoma hat viele kostenpflichtige Tickets erstellt und dem Kunden berechnet ohne zu einem Ergebnis zu kommen welches für den Kunden nutzbar ist.

Zum Glück war in dieser speziellen Sache ein Admin von der Fa. Reikem-IT richtig gut auf Draht und ich konnte mit Ihm das Problem eingrenzen: Der Mailserver von David.FX verkündet stolz, dass er die Benutzer/Kennwort-Verschleierung „CRAM-MD5“ kann, interpretiert aber das Ergebnis nicht richtig.

Tante Google gibt nichts her, Supportanfragen bei Tobit und in Supportforen sind ins Leere gelaufen.

Ein gedrucktes Handbuch gibt es schon lange nicht mehr, ein frei verfügbares PDF-Handbuch haben die Kollegen in Ahaus wohl schon lange nicht mehr herausgegeben.

Bleibt also nur die Installation der „frei verfügbaren 30 Tage Testversion von David3“ – dank virtueller Maschinen heute kein Hexenwerk mehr.

Kostenfrei…

Der Download der Installationsdatei ging problemlos, aber bei der eigentlichen Installation kam schnell die „Aufforderung zur Anlage eines Benutzerkontos bei Tobit“ ohne die es nicht weiterginge.

Also erstmal einen Benutzer bei Tobit erzeugt. Das übliche Prozedure mit „warten auf Aktivierungsmail und bestätigen“.

Und dann forderte mich das Installationsprogramm auf, auf einer Webseite „chanys.de“ (gehört auch zu Tobit, sieht man im bescheuerten Design der Webseite) meine Kreditkartendaten zu hinterlegen damit nach Nutzung der 30tägigen Testperiode ordnungsgemäss die Nutzungslizenz abgerechnet werden kann – mit meinem Recht, das Konto innerhalb dieser 30 Tage zu löschen (das meinen die also mit „Kostenfrei“) und wenn ich es vergesse, hab ich den Vertrag an der Backe.

Also wagemutig die Daten meiner Kreditkarte eingegeben und siehe da: Fa. Tobit ist nicht nur zu blöde, CRAM-MD5 korrekt zu bedienen sondern auch meine Daten korrekt umzusetzen – es hagelte Fehlermeldungen und wenn ich auf der Abrechnung die Deppen von Ahraus sehe wird retourniert..

Ich habe es als Wink des Schicksals verstanden, meine mühevoll erstellten Accounts (und natürlich die temporäre E-Mailadresse für diesen Vorgang) zu löschen und die Sache anders zu lösen (was dann auch mit einem Einzeiler unter Linux gemacht wurde).

Natürlich verstehe ich es, das Unternehmen ihre Software vor Benutzern schützen wollen, die für Lau ihre Arbeit nutzen wollen. Aber je schwerer und abgesicherter es wird, eine Testversion zu bekommen um so einfacher wird es, eine gecrackte Version zu besorgen.

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