Nighthawks 2020

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Ausgangssperre wegen COVID-19

Juckt mich nicht.

Gaststätten bemühe ich eh nur noch sporadisch – entweder geht mir dort das geistlose Geschwätz der Nachbartische auf die Eier oder die Küche ist unter dem Niveau, was hier im Alltag gekocht wird oder (ganz selten) passt alles, aber ich muss Wochen vorher Reservieren – ei jo, gehen wir nicht mehr hin.

Ein großes Konzert habe ich vor ca. 30 Jahren besucht (war der Erinnerung nach Müller-Westernhagen zu meiner Zeit in NRW) und habe keine positive Erinnerung daran – zumal ich auf der Suche nach Bier, Döner und Toilette eh die meisste Zeit des Konzerts verpasst habe.

Die lokalen Aufführungen interessieren mich ebenfalls nicht. Zum einen musste ich als junger Bursche als Reporter für den Nidderauer- und Hanauer Anzeiger zu viel dieser „Konzerte“ ertragen und zum anderen fordert meine musikalische und künstlerische Bildung schon etwas mehr Niveau als klagende Panflöten in der Kirche oder nachlässig durch- und aufgeführte geführte Musicals meiner Epigonen.

Die Notwendigkeit des Einkaufens hat sich hier nicht geändert. Es gibt immer ein gefülltes Pack Klopapier und ein gefülltes Pack Küchenrolle im Vorrat, das reicht im täglichen Leben ca. plus 1 Monat – und solange die Bildzeitung existiert, haben wir auch was zum Arschabwischen.

Blöderweise ist das Frühjahr die Zeit, wo ich versuche die Geheimnisse des Brotbackens zu ergründen (oder besser gesagt: auf meine Bedürfnisse anzupassen). Da aber weder Frischhefe (die hält nur 3 Wochen, ist aber ständig ausverkauft) noch Trockenhefe verfügbar ist, habe ich mir halt einen eigenen Hefestamm aus einer längst abgelaufenen Trockenhefe gezogen – Intelligenz gegen Deppen 1:0

Apropos Deppen: Immer wenn wir Einkaufen bekommen wir von den MitarbeiterInnen an der Kasse Berichte von Hordern. Ein Foto eines solchen Vollhonks würde ich gerne mal hier einstellen, aber die kaufen wohl zu anderen Zeiten ein als wir.

Vielleicht sollte ich mich anpassen und auch mal morgens vor Ladenöffnung in die Schlange einreihen.

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Einkaufen unter SARS-CoV-2

Defacto hat sich unser Leben kaum geändert, ausser dass wir halt die üblichen Vorsichtsmaßnahmen treffen: wenn man „draussen“ ist nicht ins Gesicht fassen und wenn man ins Haus kommt, erstmal gründlich Hände waschen.

Damit haben wir – und jeder in unserem Bekanntenkreis – in der Vergangenheit grössere Grippewellen, die SARS-Pandemie 2002/2003, EHEC 2011, „Schweinegrippe“ ausgesessen.

Heuer waren wir mal nach dem Motto „Mal schauen, was es nicht mehr gibt“ in den Läden der Umgebung.

Also im „dm“ ist Toilettenpapier ausverkauft, dafür stehen nun handliche Analduschen im Regal.

Mehl und Frisch/Trockenhefe ist im REWE, NORMA, EDEKA und Aldi(Süd) ausverkauft, könnte Donnerstag wiederkommen.

Nudeln gibt es reichlich, sofern man die „wohlschmeckenden“ Dinkel- oder Vollkornnudeln mag, im EDEKA sogar noch einen etwas abseits platzierten Stand meiner Lieblingsnudeln – müssen die Horder übersehen haben.

Bei EDEKA hat meine Frau 2 Flaschen ihres Lieblingswaschmittels gekauft, bei Aldi nebenan gab es lecker Rinderfilet, Butter (aber keine Hefe) sowie Küchenrollen und Klopapier und da haben wir 2+3 Pack mitgenommen.

An der Kasse meinte ich nur „Nee, das ist kein Hamsterkauf – normaler Bedarf für die Großfamilie“ – die Dame dort rollte nur mit den Augen „Hamsterkauf ist erst ab 10 Pack“.

Eine Packung Klopapier habe ich mit den Worten „Das ist das wertvollste Geburtstagsgeschenk aller Zeiten“ meiner Tochter zugeworfen 🙂

Was die Hefe betrifft: Habe mir eine gescheite Küchenmaschine gekauft und eine Backglocke aus Ton, wollen mal sehen ob ich damit ein gescheites Brot nach dem Geschmack meiner Frau hinbekomme.

Fehlt nur noch die Hefe … Mal schauen, was sich aus der 2 Jahre alten Trockenhefe noch reaktivieren lässt …

Can I get an Amen?
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Neue Mitte: Deppen-Magnet

Vor paar Tagen hab ich unsere „identitätsstiftende, Neue Mitte“ für ein Pack Weizenmehl Typ 550 besucht.

Auf dem Parkplatz viele freie Buchten, aber irgend ein Vollhonk hat es geschafft sein Auto genau auf dem markierten Verbindungsweg entlang der „Einkaufswagenbuchten“ zu parken – und da ich ordnungsgemäss mein Fahrzeug in der dafür vorgesehenen und markierten Parkbucht auf der Gegenseite abgestellt habe, kam an dieser Stelle keiner mehr durch.

Macht nichts – ich brauch ja nur ein Pack Mehl. Rein in den REWE, Regal angesteuert und – alles leer. Hätte gerne ein Foto gemacht, aber ich „wollte ja nur mal“ und habe das Smartphone im Büro gelassen.

„Ah, Hamsterkäufe wegen Corona“… Mal kurz in die Regale geschaut: bei den Nudeln alles leer bis auf Vollkorn- und Dinkelnudeln (die schmecken wirklich gruselig) und bei den Konserven stehen nur noch die guten China-Gerichte von Sonnen-Bassermann.

Gut – beim Bäcker waren die Regale noch voll, also mal vorsorglich ein Brot zum einfrieren „gehamstert“.

Aber ich frage mich langsam, welche Sorte Idioten sich in der „neuen Mitte Nidderau“ eingenistet haben.

Denn sobald man dieser halbtoten Stadt entweicht (zB. in meinem Fall ins benachbarte Altenstadt), finden dort keine Hamsterkäufe statt (habe 4 Märkte durchlaufen, keine leeren Regale).

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Bürokrauts

Steuerbescheinigung
der die Kapitalerträge auszahlenden Stelle für Konten und / oder Depots bei Einkünften
im Sinne der §§ 13, 15, 18 und 21 ESIG, bei Einkünften im Sinne
des § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 , 1a,2 ESIG von beschränkt Steuerpflichtigen sowie bei
Einkünften eines Investmentfonds oder eines Spezialinvestmentfonds

Alles für 79ct Steuer …

Kam heute ordnungsgemäss frankiert per Sackpost an.

79ct …. Der Aufwand für Papier, Druck, Porto, Buchhaltung, Steuerberater und letztendlich Verarbeitung beim Finanzamt sind weitaus höher als diese fucking 79ct.

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Sabine & Tobias: der Zwang der Medien zur Katastrophe

Deutscher Journalismus ist wie Deutscher Kaviar – er existiert, ist aber nicht wirklich gut.

Unbekannter Verfasser

Tagelang hat uns Sturm „Sabine“ in Atem gehalten. Dauerberichterstattung auf allen Kanälen, in freudiger Erwartungshaltung dass irgendwo was passiert – wenn ein Sack Reis umgefallen ist, wird die nächsten Stunden die Bevölkerung mit Live-Berichterstattung per Radio und TV drangsaliert.

Letzte Woche Donnerstag war ich in meiner Werkstatt und in HR-Inforadio lief eine Sendung zum Thema, wie sich Unternehmen (also Versicherungen, Fluggesellschaften etc.) auf solche Stürme vorbereiten – nachzuhören hier.

Fazit in etwa: „Ei jo, solche Winterstürme kommen halt vor“. Die Journalisten bohren mehrmals, nach ob irgendwelche „Task Forces“ und „Katastrophenstäbe“ für Sturm „Sabine“ einberufen wurden – die Antworten waren durchweg „Warum sollten wir, so ein Wetter ist doch wirklich nichts besonderes“.


Solche Vollpatienten hingegen wie Tobias R. (der im benachbarten Hanau ein Massaker hingelegt hat), kenne ich aus eigener Anschauung (oder besser „kannte“ weil ich mich seit Jahrzehnten von solchen Irren bewusst fernhalte).

Deren Verschwörungs-Repertoire reicht von „Die Ölscheichs unterdrücken ein Patent womit Autos mit Wasser fahren können, „die Juden wollen die Welt beherrschen (das ist kein orginäres deutsches Thema, sondern geistert schon jahrhundertelang durch die Welt), „Unterirdische Militärbasen“ (bekannt als DUMBS-Project, auch nix „urdeutsches“) – wer das mal in voller Breitseite mit „Klonen, Bakteriologische Kriegsführung, lebendigen energetischen Kristallbasen“ lesen möchte, möge sich jenes Muster auf Facebook anschauen.

Das Bild der professionell organisierten linksextremen Stadtguerilla, die ihre Taten generalstabsmäßig vorbereitet und dann auch noch pseudointellektuelle Hybris in Bekennerschreiben auswalzt, war über Jahre hinweg das dominierende Terrorklischee.

„Der Tagesspiegel“, 27.08.2018

„Angesichts der irrwitzigen Vielfalt des Schreckens wirken RAF und NSU fast schon eindimensional. Doch die von militanten Links- und Rechtsextremisten ausgehende Terrorgefahr ist keineswegs verschwunden. Vielmehr kommt sie zum Drohpotenzial der militanten Islamisten noch hinzu. Auch wenn im Linksextremismus derzeit keine Strukturen zu erkennen sind, die mit der RAF zu vergleichen wären, ist die Bundesrepublik mit einem noch komplexeren Anschlagsrisiko konfrontiert als vor 25 Jahren.“

(aus dem oben verlinkten Artikel)

Um es mit Dieter Nuhr zu sagen „Früher hatten solche Spinner genau einen Follower: Das Bierglas vor ihnen an der Theke. Heute haben sie via Internet ein grösseres Publikum“.

Aber auch hier (um den Faden zu „Sabine“ und der medialen Berichterstattung zurückzuspinnen): um das Geschehen irgendwie für die Zuhörer und Zuschauer auf ein begreifbares Niveau (dessen Untergrenze durch den Moderator / Fragesteller / Journalist bestimmt wurde) wurden die interviewten Fachkräfte permanent mit Fragen der Sorte „gibt es Verbindungen zum rechten Rand unserer Gesellschaft, und kann man die AfD irgendwie dafür verantwortlich machen?“

Da hat sich direkt nach dem Massaker keiner der Interviewpartner dazu konkret äussern wollen, aber die Medienanstalten haben (so zumindest mein Gefühl) haben zum Schluss nur noch Interviewpartner und Wortschnipsel zitiert, die das Bild eines „erst die AfD hat ihm eine Heimat gegeben um seinen Terroranschlag durchzuführen“ zeichnen.

Geht es noch?

Irre bleiben Irre, da brauchts keine Vorverurteilung und „Einsortierung der Medien“ nach Rechts, Links, Islamismus und sonstigen Wirrungen.

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„Doppelt so viele Krebskranke“

„Experten rechnen mit starkem Zuwachs in den kommenden 20 Jahren“

Stand heute so in meiner Lokalzeitung, anscheinend geistert mal wieder eine Studie durch die Länder da sich auch „Our World in Data“ just gestern mit diesem Thema beschäftigt – hier aber wenigstens um die grundlegenden Statistischen Fehler bereinigt.

Walter Krämer (seines Zeichens Professor für Statistik an der TU Dortmund und [Mit-]Autor zahlreicher [populär]wissenschaftlicher Bücher und Aufsätze hat das vor vielen Jahren ungefähr so formuliert:

„Die Summe der Todesfälle ist immer 100% und wenn wir hohe Krebssterbefälle haben, dann sollten wir stolz auf unser Gesundheitssystem sein – denn wir sterben nicht mehr frühzeitig an anderen Krankheiten“

Schauen wir mal auf folgende Grafik aus der Wikipedia zum Thema „Todesursachengruppen Deutschland„:

Es ist Anzunehmen, dass sich durch Fortschritt in der Entwicklung von Medikamenten die Todesursachen im Bereich „Kreislaufsystem“ seit 2012 verringert haben und was dann bleibt, ist wohl ein relativer Anstieg der Todesfälle durch Krebs.

Denn wenn ein Kuchenstück in der Grafik kleiner wird, dann müssen anderen Kuchenstücke grösser werden – grundlegende Statistik, die kaum einer bei der Presse versteht.

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Gesund leben

Ich habe (oder besser hatte) Übergewicht.

Irgendwann Mitte 2019 beglückte mich mein Körper mit einer kleinen Stoffwechselentgleisung (HbA1c jenseits von Böse), Klinik, Diabetes Typ II, Insulin.

Das mit dem Insulin find ich Klasse: da jedes Gramm Kohlenhydrate im Essen auch mehr Insulin in der Spritze erfordert (und sich das ab einer gewissen Menge etwas unangenehm anfühlt) verkneife ich mir die Pizza, die Nudeln und die Berge von Kartoffelbrei und greife zu Salat, Gemüse, Fleisch.

Ergebnis 1: In 6 Monaten 25kg Gewichtsverlust.
Ergebnis 2: Rückenschmerzen, Fußschmerzen, Gelenkschmerzen des unteren Bewegungsapparates.

Macht nichts, der freundliche Orthopäde von nebenan verschreibt Reha-Sport. Mit der Verordnung zur Krankenkasse, dort Stempel drauf und gut ist.

Wer macht Reha-Sport? Gemäss Liste der Krankenkasse bevorzugt die Sportvereine – äh, eher nein. Die Physiotherapeuten in der Nähe machen das auch nicht – also die verschiedenen „Fitness-Studios“ in der Umgebung abgeklappert.

Interessanterweise beginnt bei den Fitness-Studios die Darwinsche Auslese schon vor dem Empfang: der Parkplatz ist paar hübsche Meter entfernt und die Unternehmen residieren überwiegend im ersten oder zweiten Stockwerk. Gut – mit 25kg weniger bin ich etwas agiler, dummerweise habe ich mir einen Zeh gestossen (macht tierisch Aua ausgerechnet in den Schuhen mit orthopädischen Einlagen) und mein Rücken mit Ischias erlauben keine längeren Spaziergänge (ausser im Supermarkt, da missbrauche ich den Einkaufswagen als Rollator).

Beim Healthy um die Ecke bin ich dann hängengeblieben (war auch eine längere Geschichte – entweder waren ChefIn kurz ausser Haus oder ich ich war in der Nähe, hatte aber meine Unterlagen nicht dabei oder halt der übliche „Jahresende, so plötzlich und Unerwartet? Hilfe – ich muss noch mein Budget verpulvern!“-Auftragsstress.

Vor 14 Tagen (Januar ist bei mir traditionell erstmal Kürzertreten und Entspannen) hab ich mich dann Eingeschrieben und auch mal das Wichtigste gemacht: die 9 (!!) wöchtentlichen Rehasport-Termine in meinen Terminkalender übertragen.

Dummerweise liegen alle Termine genau dort, wo ich sie am wenigsten gebrauchen kann: Morgens im Zeitfenster ca. 10-12 Uhr wo die Warenanlieferung stattfindet und Abends zwischen 17-19 Uhr, wenn ich bei den Kunden schauen muss ob der Tagesabschluss ohne Störungen durchgelaufen ist.

Bis das dann koordiniert werden konnte ist nochmal eine Woche vergangen und am letzten Donnerstag bin ich dann endlich gemäss „Vorschrift“ mit Sportschuhen und Handtuch dort zur ersten 45min Übungseinheit eingelaufen.

War „nett“ für mich als Anfänger.

Neben mir waren es 3 weitere Herren (der Eine war so um die +70 und eher still, der Andere direkt hinter mir ein humorvoller – wie ich – Neueinsteiger und dann noch der Kollege wo ich nur dachte „woha, gegenüber ihm habe ich eigentlich keine Probleme)

Und dazu ein Hühnerstall Weibsvolk, aus dem mir ständig wiedersprechende Anweisungen gegeben wurde wie ich nun meine Matte und vorallem wohin legen sollte – Ergebnis einer anscheindend über die Übungsstunden festgelegten Hackordnung wo die Neulinge tunlichst am äussersten Rand zu platzieren sind (wtf who cares?)

Ich habe dann eine Dame neben mir angesprochen, meine Fragen „warum, wieso, weshalb“ gestellt und eine strukturierte Antwort bekommen, die sich vom „gackagackkagaichbinwichtig“ aus dem Stall abgehoben hat.

45min Erst-Training mit dezenter Musikbegleitung (wirklich super angeleitet durch die Chefin, eine mittelgrosse, durchtrainierte Dame) haben mich manchmal zur Verzweiflung gebracht.

Was ich aber sehr gut fand: wenn ich mal paar Takte ausgesetzt habe, hat das keinen gestört – ich wurde aber bei falscher Interpretation der Übung sanft von der Leiterin korrigiert.

Bis ich merkte, dass sich das auf den (ebenfalls) Neu-Kollegen hinter mir bezog.

Macht nüscht – ich habe das Übungssystem schnell in den Grundzügen begriffen und ihm zugerufen „Bierhumpen heben“, „Unkraut auf Knien rupfen“, „Badewannenrudern“

Die Übungsleiterin/Chefin hat sich köstlich darüber amüsiert wärend der Hühnerhaufen über diese „Einmischung“ in die Abweichung der mühsam erlernten Routine erbost war.

Ergebnis der ersten „Gesundheitsmaßnahme“:
1) Ich habe ganz neue Muskeln und Gelenke kennengelernt, die weh tun können
2) Ich brauche nun Reha von der Reha
3) Gruppen in geschlossenen Räumen sind prima für den Austausch von Viren geeignet, ich falle erstmal wegen Grippe aus.

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Amazon Lieferservice

Heute das erste Mal in den Genuss des Amazon Lieferservices gekommen.

Die Heinzelmännchen beim US-Handelsgiganten waren fleissig:

  1. Samstag abend bestellt
  2. Sonntag versendet
  3. Montag zugestellt.

Um kurz vor 19 Uhr. An einen GmbH-Firmenkunden.

Das schafft nicht mal Hermes…

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„Neue Mitte Nidderau“ Boykott

Die „Neue Mitte“ ist anscheinend dieser helle Betonstreifen ganz am linken Rand des Fotos

In der Projektbeschreibung der „Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH“ (kurz HBB) zur „Neue Mitte Nidderau“ findet sich ein bemerkenswerter Satz in der Einleitung:

„Die Stadt Nidderau […] ist ein Zusammenschluss mehrer kleinerer Ortschafte ohne identitätsstiftende Mitte. Mit dem Nidder Forum […] wurde dieses städtebauliche Defizit entgültig behoben.“

Prospekt der HBB

Gemäss der Duden-Redaktion ist „identitätsstiftend“ so geartet, dass „eine Identität bewirkt, geschaffen wird„.

Zu „Identität“ schreibt Wikipedia vieles und zitiert auch namhafte Autoren, aber wie ein auf fruchtbaren Ackerboden hingerotzter Parkplatz mit angeschlossenen Einzelhandelsflächen ein „Identitätsstifter“ sein soll, bleibt mir verborgen.

Zumal dieses „Nidder Forum“ eine Totgeburt wie aus dem Lehrbuch ist:

  • Erst wird grosszügige Verkehrsinfrastuktur gebaut um die Kunden anzulocken.
  • Dann wird aus Gründen des Umwelt-, Fußgänger-, Sonstwas-Schutz der Zugang wieder erschwert.

Mein Weg von der Höhenstrasse bis zum REWE:

  1. Holperstrecke Ostheimer Strasse, Freiligrathring, Rathenauring bis zur Ampel. Blitzer und verwirrende Temposchilder führen dazu, dass die meissten eh nur mit 30km/h über die Strecke kriechen.
  2. Dann über die Konrad-Adenauer-Allee ab „Willi Salzman Halle“ wieder mit Tempo 30km/h über paar Kreisel und verengter Fahrbahn (denn links und rechts sind grosszügige Fahrradwege eingezeichnet, die keiner nutzt – aber zu beachten sind) weiterfahren.

Auf dem Parkplatz (der wohl unsere „Neue Mitte“ darstellen soll) habe ich es dann mit verschiedenen Deppen zu tun:

  • Ich kann mir ein Haus in der „Neue Mitte“ leisten und einen SUV dazu! Dummerweise kann ich dieses riesige Auto nicht bedienen und belege vorsichtshalber 2 Parkplätze.
  • Da sind keine Richtungspfeile auf dem Boden und „Rechts vor Links“ verstehe ich nicht. Da ich sowieso im Recht bin, fahre ich wie ich mir eine Ordnung hier vorstelle.

Wenn dann aus Autofahrern wieder Fußgänger werden, mutieren schlichtweg dumme Autofahrer zu dummen Fußgängern und zu dummen Kunden:

  • Strasse freihalten für den fließenden Verkehr und auf ein/ausparkende Autos (die von Natur aus ein eingeschränktes Sichtfeld haben) zu achten, ist den meissten Fremd.
  • Mitten auf der „Straße“ den Fußmarsch anzuhalten und mit dem Partner ausgiebigst den Einkaufszettel zu diskutieren ist dort in unserer „identitätstiftenden Mitte“ eher die Regel als die Ausnahme.
  • Statt von den entlegenen und überfüllten Einkaufswagenstationen einfach eine Karre mitzunehmen und bis zum REWE zu rollen zankt man sich vor dem Eingang lieber um den letzten verfügbaren Wagen und …
  • Statt den eigenen Einkaufwagen in Tragetaschen umzufüllen, den Wagen an einer leeren Station einzukoppeln wird er bis zum eigenen Automobil gerollt und dann an einer überfüllten Station (dh. Wagen reichen bis zur Hälfte der Fahrbahn) eingeklinkt.

Mir ist es auch ein Rätsel, warum irgendjemand den Getränkemarkt vom REWE besucht statt einfach beim Getränke Euler zwischen Windecken und Ostheim sein Leergut mit paar Schritten abstellt, eine Quittung bekommt und sein Lager nachfüllt. Die Kassen beim REWE-Getränkemarkt sind eher schwach besetzt und wenn da ein Rentner kommt, der gleichzeitig noch seinen Lotterieschein abgeben möchte und bevorzugte Behandlung einfordert bricht das Chaos aus.

Kluge Stadtplaner postieren solche Gewerbe/Einkaufszentren einfach ausserhalb ihrer „Kernstadt“ (wie zB. in Bruchköbel geschehen), statt eine „Neue Mitte“ zu erzwingen.

Von der „Neue Mitte“ gestresst, kaufen wir mittlerweile beim nächstgelegenen NORMA-Markt (auch Fußläufig zu erreichen – wenn denn meine Bandscheibe mitmachen würde), beim Getränke-Euler und Drogerie-Artikel im Gewerbegebiet Bruchköbel ein – welches nie den Anspruch einer „Neue Mitte Bruchköbels“ erhoben hat.

….

Das Schlimme ist: gute Freunde meinen, dass ich mit meinen Ideen in die Lokalpolitik gehen sollte.

Das Gute ist: den Versuch hat mein Vater schon gemacht, er ist gescheitert und ich habe daraus gelernt, dass ich das (zumindest in Nidderau) nicht auch noch versuchen werde.

Ist halt ein kleiner, doofer Haufen hier in der Politik der „modernen“ Methoden folgt ohne gewisse Traditionen einzuhalten – um sich dann zu beschweren, dass das Gefüge zerfällt.

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