Robert Habeck und die Dunkelflaute

.. haben nichts miteinander zu tun, aber im Kommentarbereich der F.A.Z. gehts dazu gerne mal durcheinander.

Ich zitiere das nur als Grafik um den Kommentator (wenn der Name stimmt, könnte er Hundetrainer und/oder Aufzugsmonteur sein) nicht gar zu sehr anzuprangern.

Er zitiert eine Studie des DWD (hier nachzulesesen), bei der es um was anderes geht: Wie oft passierte es in der Vergangenheit, dass über 48 Stunden in bestimmten Gebieten die Leistung aus Wind- und Photovoltaikanlagen unter 10% der Nennleistung fällt.

Und das passiert nicht 2x im Jahr sondern auf dem Festland 23x und Offshore 13x.

Ab da gleitet diese DWD-Studie in statistische Konjunktiv-Spielereien ab: über ganz Deutschland gerechnet würde die +48h Dunkelflaute rechnerisch nur 2x im Jahr vorkommen, vorausgesetzt dass die Nord-Süd und West-Ost Stromtrassen existieren – was sie nunmal nicht tun.

Die Schlussfolgerung des Kommentators „Wenn wir für diese seltenen Fälle noch ein paar Konventionelle Kraftwerke in Reserve behalten… zeigt nicht, dass er sich jemals Gedanken um die täglich prozduzierten Strommengen in Deutschland gemacht hat.

Nein – man muss ich eigentlich keine komplizierten Gedanken machen, sondern die Situation mal von aussen beleuchten:

Aktuell haben wir noch viele fette Grosskraftwerke, die mit Kohle oder Uran laufen und die laufen am Besten, wenn sie 24/7 Energie erzeugen (FFF-Anhänger und altgediente Grüne nennen das „Dinosaurier-Kraftwerke“ die sofort Abgeschaltet gehören).

War das Habeck der meinte dass 2% der Fläche für Windenergie freigegeben werden soll?

2% der BRD-Landfläche sind gut 7500 Quadratkilometer, der Bodensee hat gerade mal 500qkm. Da der Wind gerne auf Höhenzügen ordentlich weht und die meisstens „nur“ Forstwirtschaftlich genutzt werden bin ich mal gespannt ob es in 10 Jahren noch einen „Odenwald“ gibt oder die Kartographen das Gebiet in „Odenohnewald“ umschreiben werden.

Zurück zur Dunkelflaute und dass wir ja nur paar konventionelle Kraftwerke in Reserve behalten müssen.

Es sind leider nicht nur „ein paar“ sondern genau gekommen der gesamte Kraftwerkspark, der aktuell unsere Stromversorgung aufrecht erhält (also die Summe Öko + Konventionell).

Das ist nunmal das „EEG-Paradox“: Zwar müssen Öko-Kraftwerke bevorzugt eingespeist werden (was dann teure Netzumplanungen bei den „Dinosaurieren“ erfordert welche dann aus dem Topf der EEG-Steuer kompensiert werden).

Und wenn die Ökos komplett wegfallen, muss der komplette Strom aus den ollen Dinos herbeigeschafft werden.

Merkt ihr die Konsequenz?

Defacto hat der ganze Solar- und Windstromzirkus kein einziges konventionelles Kraftwerk eingespart weil sie immer noch existieren müssen für den Fall dass es mal Dunkelflaute ist.

Natürlich kann man jetzt die These aufstellen, dass das Europäische Verbundnetz uns aushelfen würde – aber wer macht sich gerne Erpressbar wie es mit dem grünen Traum von unzähligen Öko-Gaskraftwerken geschieht deren Brennstoff überwiegend aus einem Land kommt wo ein Ex-KGB Offizier herrscht.

Da Kohle- und Atomkraftwerke nicht sonderlich geeignet dafür sind, sie einzumotten und auf Zuruf wieder anzufahren müssen eine Unzahl von neuen Kraftwerken mit moderneren Technologien – natürlich aus Steuergeldern – gebaut werden um den grünen Traum zu verwirklichen.

Und im Gegensatz zu konventionellen, durchlaufenden Kraftwerken werden die sich nie rechnen, weil sie erstmal für viele Millionen EUR gebaut werden müssen um dann mit entsprechenden Wartungskosten und Kompensationsgeldern aus der EEG-Umlage für nicht produzierten Strom in einen Dornröschenschlaf zu verfallen und irgendwann mal für 2-3 Tage arbeiten und Geld verdienen dürfen.

Naja gut – mal schauen wann die ersten Gelbwesten in Berlin auftauchen.

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Immer locker bleiben

Ich vertrage Lactose, Gluten, Fischeiweiss sowie Quark, Handkäse und Pommes herrvorragend.

Zum Ausgleich leiste ich mir verschiedene Intolerzanzen im zwischenmenschlichen Bereich.

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Plan für die Rente

Sollte in 12 Jahren Corona überstanden sein, mach ich eine Kneipe auf.

Name hab ich schon: „Gares für Bares“ und eine Speisekarte für Kinder:

Ich weiss nicht (Schnitzel mit Pommes)
Hab keinen Hunger (2 Pfannkuchen mit Nutella und Banane)
Ist mir egal (Spaghetti mit Hackfleischbällchen)
Ich will das nicht (Hamburger mit Pommes)
Irgendwas (Gegrillte Hähnchenstreifen mit Pommes)

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XML EDI für Dumme

<einzelpreis>36.99</einzelpreis>

Das ist der Preis der festgelegt wurde

<einzelpreis></einzelpreis>

Eigentlich sollte da ein Preis stehen, aber wir haben keinen – entscheidet selber.

<einzelpreis/>

Gemäss Spezifikation muss dieses Feld existieren, es hat aber keine Auswirkungen auf den Geschäftsprozess und führen es daher als Dummy der Vollständigkeit halber auf.

Blöd wird es erst, wenn die Gegenseite XML-Dateien ablehnt weil irgendwo so ein Dummy-Feld auftaucht.

Auch eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme für beide Seiten.

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Technik

Wollte gerade einen Krümel von meinem Smartphone wischen.

Dabei habe ich aus Versehen 3 Apps installiert, 4 Nachrichten versendet und fünf Kilo Gurken ersteigert.

Ichbinzualtfürdiesescheisse…

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Elektronischer Datenaustausch

In der Theorie (also dem, was in der Presse als „Realität“ verkauft wird) leben wir in einer Welt, wo es kein Papier mehr gibt und virtuelle Agenten das Netz nach dem billigsten Preis durchforsten (eine Prognose der c’t von vor gut 30 Jahren die heute noch nicht real existiert).

Real gibt es viel Papier, wenn auch ein Grossteil davon durch PDF-Dokumente ersetzt wurde – der Versand geschieht dann Papierlos und wird nicht selten auf der Empfängerseite wieder ausgedruckt, eingescannt, an ein Archivsystem übergeben und der Ausdruck geschreddert.

Im Handel funktioniert das etwas besser: es gibt moderne XML-Standards wie OpenTrans, ZUGfeRD welche die Designfehler von EDI96a und SEDAS nahtlos zum Ärgernis der Softwareentwickler fortsetzen.

Bei solchen Standards spielt das „Henne-Ei“ Problem eine grosse Rolle: der Programmierer erzeugt aufgrund der recht komplizierten Dokumentation irgendeine Datei und sucht nun nach irgendeiner Stelle, wo man die Datei zur Prüfung einwerfen kann – die defacto nicht existiert.

Bei XML ist das eigentlich ganz einfach: es gibt für das jeweilige Datenformat entsprechende Dateien mit den Prüfvorschriften. Man muss also „nur“ eine entsprechende Software installieren und „Soll-Ist“ vergleichen – sofern es das „out of the box“ gäbe. Gibt es mit Reinigungsfunktion der Bürotasse und kostet einen 4-5stelligen Betrag.

Oder als Online-Service und da ist man sehr überrascht, welche „Profile“ (also unterschiedlichen Varianten) es für ein einzelnes Datenformat gibt.

Dejure sollte das Profil anhand der EDI-Daten erkannt werden, defacto muss man genau wissen was man da nun gegen was prüft.

Kein Wunder, dass sich ZUGfeRD bzw. sein Bastard „X-Rechnung BUND“ nur mit Zwang der Sorte „ab morgen nehmen wir nur noch Rechnungen ab 1.000 EUR digital entgegen“ mühsam etablieren kann.

Um Probleme bei der Implementation zu vermeiden haben etliche Anwender vereinfachte Versionen einer XML-Schnittstelle entworfen.

OpenTrans ist so ein Kandidat den man gut auf das abspecken kann, was im täglichen Betrieb notwendig ist. Oder man erfindet ein eigenes Format (meisstens ziemlich gruselig, aber auch irgendwie programmierbar).

Die Realisierungszeiten sind entsprechend: Ein EDI-Austausch in einem simplen und gut dokumentierten Format mit Beispielen für Bestellungen, Auftragsbestätigung und Rechnung ist hier in 2 Tagen wegprogrammiert (incl. Support und Prüfung auf der Gegenseite).

„Standards“ wie OpenTrans und gerade ZUGfeRD sind kostenfressende Monster deren Realisierungszeitraum sich gerne mal über 2 Jahre hinziehen weil jeder in den Vorgaben sein eigenes Süppchen kocht.

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260.000 Tonnen pro Jahr

Lt diesem Artikel von Manfred Lindinger in der F.A.Z. wächst der Berg abgebrannter Brenstäbe um rund 260.000 Tonnen pro Jahr.

Blöd ist nur, dass diese Zahl frei aus der Luft gegriffen ist – und das für einen studierten Physiker.

Nach Angaben der World Nuclear Association entstehen pro Jahr 12.000 Tonnen hochradioaktiver Abfälle, bis Ende 2010 sind weltweit 300.000 Tonnen davon angefallen – das meisste noch aus der Frühzeit der Kernenergieforschung.

Das klingt nach viel, aber moderne Containerschiffe können um die 200.000 Tonnen Fracht laden – und davon schippern sehr viele über unsere Weltmeere.

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Praxisgeflüster

Ein Theaterstück in einem Akt.

Die Rollen:

Pat = Patientin
Spr = Sprechstundenhilfe
Ich = Der Verfasser


Spr: DER NÄCHSTE BITTE! (man gendert dort noch nicht)

Pat: Wann bekomme ich meine Booster-Impfung
Spr: 6 Monate nach der letzten Impfung
Pat: Wann ist das?
Spr: Wann wurden Sie das letzte Mal geimpft?
Pat: Weiss ich nicht. Steht das nicht in der Akte?
Spr: Das steht im Impfpass
Pat: Habe ich nicht
Spr: Wenn Sie geimpft wurden, haben Sie auch einen Impfpass
Pat: (Kramt in der Handtasche)
(die Patientenschlange endet wegen Sicherheitsabstand mittlerweile auf der Strasse)
Pat: Ah, hier
Spr: (immer noch sehr höflich) Danke. Ihre Boosterimpfung ist im Dezember fällig
Pat: Mit was werde ich geimpft?
Spr: Mit dem, was die StIKo und Herr Spahn uns vorgeben und was vorhanden ist.
Pat: Ich will aber YYYYYYYY!
Spr: Das entscheiden nicht Sie oder wir, wir nehmen das was vorgeschrieben wird
Pat: Ich will ich will ich will!
Spr: Wir haben für Dezember eh keine Impftermine mehr frei, frühestens Januar
Pat: Und was wird dann geimpft?
Spr: Vielleicht gehen Sie besser zum Impfmobil der Stadt
Pat: Und wo ist das?
Spr: Das steht (genauer Ort wird genannt)
Pat: Können Sie mir das aufschreiben?
Spr: (Schreibt auf)
(die Patientenschlange reicht mittlerweile bis zur Hauptstrasse)
Pat: Danke, danke, danke! (geht ab)

Spr: DER NÄCHSTE BITTE! (man gendert dort immer noch nicht)

Ich: Ich bin wegen des 24h EKG hier.
Spr: Endlich mal was anderes
Ich: Ich wäre Januar für die Booster-Impfung fällig. Nehme das, was da ist.
(mit schwäbischen Akzent) „Koscht ja nix“

Beifall des gesamten Praxisteams.


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Post für Dich!

Die Sommerhose ist da, mal schauen ob sie 2022 noch passt.

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Energieautarkie

Irgendwo im letzten Bürgermeisterwahlkampf habe ich eine Pressemitteilung der lokalen Grünen gelesen in dem die Energieautarkie Nidderaus bis 2025 (oder 2030? Egal…) gefordert wird.

„Energieautarkie“ bedeutet erstmal, das eine Region nicht mehr abhängig von externen Energielieferanten ist.

Damit ist mein Baustellenradio genauso „Energieautark“ wie meine Taschenlampe – zumindest bis die Batterie leer ist.

Island zB. ist der erste und einzige Staat, der komplett Energieautark ist – dank Geothermaler Quellen, riesigen Wasserkraftwerken, geringer Bevölkerung und gigantischen Investitionen.

Güssing (Österreich, Burgenland) war mal dank nachhaltigen Kraftwerken und fetten Fördergeldern der EU ab 2005 Energieautark und Energieexporteur – war, denn das Konstrukt war alleine nicht Überlebensfähig und musste ab 2013 stückchenweise in Konkurs gehen.

Aber es gibt ja nicht nur die „Starke Autarkie“ sondern die „Bilanzielle Autarkie“ und die funktioniert etwa so:

Mein Nachbar Willi ist Lebenskünstler und Vorsitzender der lokalen Grünen. Hundeliebhaber, Vegetarier und Maler und wenn er Geld braucht, dann nimmt er nur 100% Ökojobs an. Also sowas wie Feldhamsterzählung, Bäume pflanzen oder bezahlter Statist auf irgendwelchen Demos gegen Atom- oder Kohlejraft.

Wenn nach Zahlung der bescheidenen Miete, Monatsticket des ÖPNV und Befüllung des Kühlschranks etwas Geld übrig bleibt, dann kauft er seiner Freundin Brigitte leckere Pfadfinderkekse „um der Gesellschaft etwas zurückzugeben„.

Es gibt natürlich auch Zeiten, wo bei seinem Geschäftsmodell absolute Flaute herrscht.

Dann leiht er sich Geld bei seinem Kumpel François. Der Verdient sein Geld mit der Verklappung von radioaktivem Müll auf den Parzellen seines Kleingartenvereins wo er der Vorstand ist und manchmal leiht er sich auch Geld bei Willi.

Nachbar Willi hat damit kein Problem, schmutziges Geld zu nehmen denn er spendet ja viel an die Pfadfinder und hat Francois auch schonmal was geliehen.

Und wenn der dem Willi kein Geld leihen kann, dann fragt er halt bei Wojciech nach – der verbrennt heimlich Autoreifen und giftigen Sondermüll – auch schmutziges Geld, aber was will man machen und vorallem hat der Willi dem Wojciech auch mal paar Pfennige geliehen.

Am Jahresende streichelt unser Willi seinen Schäferhund, trinkt einen rein veganen und alkoholfreien Vodka und verkündet lautstark, dass es ihm auch dieses Jahr gelungen ist nur mit 100% Ökologischer Arbeit seinen Kühlschrank zu füllen.

Das nennt man „Bilianzielle Energieautarkie“ und ist eine Totalverarschung der Klientel.

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